Apps fürs Auto sammeln unverhältnismäßig viele Daten

News vom 27.09.2017 um 14:48 Uhr

Stiftung Warentest zeigt: Auch Apps im Auto sammeln zu viele Daten

Stiftung Warentest zeigt: Auch Apps im Auto sammeln zu viele Daten

Apps für das Smartphone erleichtern den Alltag, so auch das Autofahren. Autohersteller selbst werben mit einer Vielzahl von Online-Anwendungen, durch welche das Fahrzeug auch über das Handy bedient werden kann: „Connected Cars“ heißt das. Bei einer Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt sich nun: Die Apps sammeln weitaus mehr Daten, als dies für ein Funktionieren nötig wäre.

Autobauer halten sich zum Datenumgang bedeckt

Während Radarwarner- und Blitzer-Apps in der Regel nicht erlaubt sind, warten Autohersteller schon seit einiger Zeit mit Handy-Anwendungen spezifisch für bestimmte Wagenmodelle auf. Diese Apps generieren und sammeln Daten, genauso wie entsprechende Vorrichtungen im Wagen selbst. Durch eine Verbindung und den Austausch der beiden Systeme untereinander kann zum einem der Wagen teilweise vom Smartphone aus bedient werden, zum anderen sind entsprechende Informationen während der Fahrt abrufbar. Dazu zählen:

  • lokale Informationen, wie Stauprognosen, ortspezifische Dienste oder Witterungsbedingungen
  • Musikwiedergabe und Telefonate über Freisprechanlagen
  • Echtzeit-Fahrzeugdaten, wie Wartungsbedarf und Füllstände
  • Informationen über Fahrverhalten, z.B. Geschwindigkeitsüberschreitungen und Bremsmanöver

Die Stiftung Warentest hat nun dreizehn kostenlose Android- und iOS-Apps getestet. Ergebnis: Die Apps sammeln zum einen Daten, welche Sie eigentlich gar nicht benötigen; zum anderen weisen die betroffenen Dienste hinsichtlich des Datenschutzes teilweise erhebliche Mängel auf. Auf Nachfrage habe nur ein Autobauer geantwortet, der Rest hält sich zum Umgang mit Kundendaten bedeckt.

Datensammelwut – auch im Auto

Dieses Ergebnis bestätigt einen allgemeinen Trend: Seit einigen Jahren werden regelmäßig kleine und große Skandale über das Ausspionieren von Usern durch Online-Dienste publik.
Sicherlich sind Apps nützlich, dem Sammeln von Daten sollten jedoch Grenzen gesetzt werden

Sicherlich sind Apps nützlich, dem Sammeln von Daten sollten jedoch Grenzen gesetzt werden

Auch andere Apps sammeln massenhaft Daten ihrer Nutzer. Problematisch ist dabei vor allem das „Profiling“: Personenbezogene Daten werden zu eindeutig identifizierbaren Personenprofilen zusammengefügt, Benutzer sind dadurch extrem gläsern. Nicht selten werden die so ermittelten Daten zudem zu Gewinnzwecken an Dritte verkauft.

„Connected Cars“ werden entwicklungstechnisch als ein wichtiger Schritt in Richtung autonomes Fahren gewertet, zeigen aber die gleichen Kinderkrankheiten hinsichtlich des Datenschutzes wie auch andere internetfähige Geräte.

Video: So werden über Apps Daten generiert

Apps sammeln permanent Daten – wie das von Statten geht, ist für Benutzer nicht von außen einsehbar und häufig auch unverständlich. Dieses Video soll Ihnen dabei helfen, die Datengenerierung über Apps grundlegend zu verstehen:

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