Spielplatz wegen Corona gesperrt: Wenn Rutschen und Schaukeln teuer wird

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 17. März 2020

Update 18. März 2020: Die Berliner Bezirke handhaben die Schließung der Spielplätze ganz verschieden. Einige Bezirke wie Spandau, Mitte und Steglitz-Zehlendorf haben Spielplätze bereits gesperrt. In anderen Ortsteilen Berlins sind sie noch geöffnet.

Nach und nach wird in Deutschland jeder Spielplatz wegen Corona gesperrt.
Nach und nach wird in Deutschland jeder Spielplatz wegen Corona gesperrt.

In einigen Bundesländern wird jeder Sportplatz, jedes Fitnessstudio, jedes Schwimmband und jeder Spielplatz wegen Corona geschlossen. Das hat die Bundesregierung am Montag in Absprache mit den einzelnen Landesregierungen in einer Telefonkonferenz beschlossen. Auch Kinos, Theater, Konzerthäuser und Bars bleiben zu. Das öffentliche Leben wird durch die Corona-Pandemie also stark eingeschränkt. Außerdem schließen in dieser Woche alle Schulen und Kitas in der Bundesrepublik. Für Eltern kommt dann schnell die Frage auf, wie sie ihren Nachwuchs beschäftigen können, wenn selbst der nahegelegene Spielplatz wegen Corona gesperrt ist.

Rasante Verbreitung: Spielplatz darf wegen Corona gesperrt werden

Das Coronavirus breitet sich rasant aus. Für Menschen, die zur Risikogruppe gehören (Ältere ab 50 bzw. 60 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen), besteht die erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf. Um diese zu schützen und die weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen, darf schon bald auch der örtliche Spielplatz wegen der Corona-Pandemie zum Teil nicht mehr betreten werden. Hintergrund ist, die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

Stand der Infizierungen mit COVID-19 in Deutschland (Stand: 16. März 2020, 15 Uhr) laut Robert Koch-Institut (RKI):

  • 6.012 laborbestätigte Fälle (Anstieg um 1.174 Fälle im Vergleich zum Vortag)
  • 13 Tote
  • Das RKI hat die Bewertung der Corona-Pandemie am Dienstag von „mäßig“ auf „hoch“ eingestuft.

Grundlage dafür, dass solche harten Einschränkungen des öffentlichen Lebens und damit die teilweise Einschränkung der Grundrechte, durchgesetzt werden können, ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG). In § 16 Abs. 1 heißt es:

Werden Tatsachen festgestellt, die zum Auftreten einer übertragbaren Krankheit führen können, oder ist anzunehmen, dass solche Tatsachen vorliegen, so trifft die zuständige Behörde die notwendigen Maßnahmen zur Abwendung der dem Einzelnen oder der Allgemeinheit hierdurch drohenden Gefahren.

Hohe Bußgelder drohen, wenn Sie einen Spielplatz während der Corona-Pandemie betreten

Betreten Sie einen Spielplatz während der Corona-Pandemie, kann ein hohes Bußgeld fällig werden.
Betreten Sie einen Spielplatz während der Corona-Pandemie, kann ein hohes Bußgeld fällig werden.

Es ist nun Sache der Länder, wann und ob die Regelung in Kraft tritt, dass Spielplätze während der Corona-Pandemie nicht mehr genutzt werden dürfen. In Bayern und Nordrhein-Westfalen sind die Spielplätze bereits gesperrt. In Berlin sollte das eigentlich ab Mittwoch der Fall sein. Die Senatsverwaltung hat sich jedoch gegen eine Schließung der Berliner Spielplätze entschieden, wie der Tagesspiegel berichtet.

Eltern, die sich nicht an die neuen Regelungen halten, und die Ausbreitung von COVID-19 so weiter voranbringen können, müssen unter Umständen tief in die Tasche greifen. Das Erlassen von Bußgeldern ist ebenso Ländersache.

Laut § 75 Abs. 1 IfSG wird je nach Schwere des Verstoßen eine Geldstrafe individuell verhängt, wenn Sie trotz Verbots einen Spielplatz zu Corona-Zeiten betreten. In Österreich droht beispielsweise ein Bußgeld von bis zu 3.600 Euro.

Einige Berufsgruppen können Notbetreuung in Anspruch nehmen

Eltern, welche ihre Kinder weder in die Schule, noch etwa zum Spielplatz während der Corona-Pandemie schicken können, stehen vor der Frage, wie sie ihren Nachwuchs beschäftigen. Die Kinderbetreuung während Corona-Zeiten ist für einige systemrelevante Berufsgruppen durch Notbetreuung sichergestellt. Dazu gehören in Berlin unter anderem:

Für einige Berufsgruppen ist die Kinderbetreuung in Corona-Zeiten sichergestellt.
Für einige Berufsgruppen ist die Kinderbetreuung in Corona-Zeiten sichergestellt.
  • Pflegepersonal, Ärzte, Apotheker
  • Beschäftigte der Polizei und Feuerwehr und im Justizvollzug
  • Mitarbeiter des öffentlichen Personennahverkehrs
  • Jobcenter, Hilfsorganisationen
  • Angestellte in Supermärkten
  • Das für die Notversorgung in Kitas zuständige Personal

Die Notbetreuung kann allerdings nur in Anspruch genommen werden, wenn beide Elternteile zu einer der genannten Berufsgruppen gehören. Ist dem nicht so, muss die Kinderbetreuung zu Corona-Zeiten selbst organisiert werden.

Corona-Prävention: Diese Maßnahmen verhindern eine weitere Ausbreitung

Dass etwa ein Spielplatz wegen der Corona-Pandemie geschlossen wird, ist nur eine der Schutzmaßnahmen, auf die die Länder zurückgreifen können. Zu den Dingen, die ein jeder tun kann (auch bekannt als Corona-Knigge), zählen:

  • Häufiges, gründliches Händewaschen (30 Sekunden) mit warmem Wasser und Seife
  • Möglichst in ein Taschentuch oder in die Armbeuge husten und niesen
  • Vermeidung aller unnötigen sozialen Kontakte
  • Abstand halten: Treffen Sie dennoch andere Menschen sollten Sie auf eine Begrüßung in Form von Händeschütteln, Umarmungen etc. verzichten und stets einen Abstand von 1, bis 2 m halten, um die weitere Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern.
Unsere Grafik zeigt Ihnen, warum Corona-Prävention so wichtig ist.
Unsere Grafik zeigt Ihnen, warum Corona-Prävention so wichtig ist.

Die Süddeutsche Zeitung hat zusammengestellt, welche Symptome für eine Infizierung mit COVID-19, eine Erkältung und eine Grippe sprechen, falls Sie einen entsprechenden Verdacht hegen.

Quellen und weiterführende Links

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