Kfz-Steuer-Reform ist beschlossen: Bundestag stimmt Erhöhung zu

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 18. September 2020

Die Kfz-Steuer-Reform ist beschlossen: Für wen wird es teurer?
Die Kfz-Steuer-Reform ist beschlossen: Für wen wird es teurer?

Bereits im Juni diesen Jahres stimmte das Bundeskabinett einem Gesetzentwurf zur Erhöhung der Kfz-Steuer zu. Gestern Abend hat nun auch der Bundestag grünes Licht gegeben und die Kfz-Steuer-Reform endgültig beschlossen. Welche Autobesitzer künftig von der Erhöhung betroffen sind und warum Umweltschützer die Reform kritisieren, erfahren Sie im Folgenden.

Kfz-Steuer richtet sich künftig stärker nach CO2-Ausstoß

Deutschland ist bemüht, seine Klimaziele zu erreichen, doch dafür ist auch das Mitwirken der Bürger notwendig. Verbraucher sollen deshalb angeregt werden, umweltfreundlichere Autos zu kaufen, die weniger Schadstoffe ausstoßen oder am besten sogar komplett emissionsfrei fahren.

Aus diesem Grund hat der Bundestag nun eine Kfz-Steuer-Reform beschlossen, die vor allem Besitzer von Spritschluckern zur Kasse bittet: Die Höhe der Kfz-Steuer soll sich fortan stärker nach den CO2-Emissionen eines Fahrzeugs richten und weniger nach dessen Hubraum.

Konkret beinhaltet die Reform Folgendes:

  • Für Autos, die ab 2021 zugelassen werden und pro gefahrenem Kilometer mehr als 95 Gramm CO2 ausstoßen, wird für jedes weitere Gramm ein Aufschlag von 2 Euro auf die Kfz-Steuer erhoben.
  • Der Aufschlag soll sich stufenweise auf maximal 4 Euro pro Gramm CO2 erhöhen. Dieser Höchstaufschlag fällt an, wenn ein Auto mehr als 195 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt.
  • Besitzer von Autos mit CO2-Emissionen von weniger als 95 Gramm dürfen sich dafür über einen jährlichen Steuerbonus von 30 Euro für maximal 5 Jahre freuen. Dies gilt nur für Pkw, die ab Juni 2020 und vor Ende 2024 zugelassen wurden.
  • Außerdem wurde im Zuge der Kfz-Steuer-Reform beschlossen, die Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge zu verlängern: Sie gilt nun für Fahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2025 zugelassen werden. Da die Steuerbefreiung bis zu 5 Jahre nach der Erstzulassung andauert, gilt sie somit bis maximal Ende 2030.

Umweltschützer und Grüne kritisieren Reform als „dürftig”

Die Kfz-Steuer-Reform wurde beschlossen. Aber ist sie für den Klimaschutz ausreichend?
Die Kfz-Steuer-Reform wurde beschlossen. Aber ist sie für den Klimaschutz ausreichend?

Die Kfz-Reform wurde beschlossen, um den Klimaschutz im deutschen Verkehrssektor voranzutreiben, doch sowohl Umweltschützer als auch Grünen-Politiker haben ihre Zweifel, ob die beschlossene Erhöhung dafür ausreicht.

Wie tagesschau.de berichtet fand Oliver Krischer, Fraktionsvize der Grünen, dazu deutliche Worte:

Mit ihrer dürftigen Reform wird die Bundesregierung den Umstieg auf saubere E-Autos oder sparsamere Pkw kaum beschleunigen.

Laut einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, die von den Grünen in Auftrag gegeben wurde, sollen die beschlossenen Änderungen nicht ausreichend sein, um die Verbraucher tatsächlich zum Kauf von emissionsfreien Fahrzeugen zu verleiten. Die durchschnittliche Erhöhung der Kfz-Steuer dürfte gerade einmal 15,80 Euro pro Jahr betragen – ein Betrag, den die meisten Autobesitzer vermutlich verschmerzen können. Obendrein wird sich für viele Autos überhaupt nichts ändern.

Viele Kritiker hoffen daher, dass die beschlossene Reform nur ein erster Schritt ist und die Kfz-Steuer in naher Zukunft vollständig am CO2-Ausstoß ausgerichtet wird.

Abstimmung: Was halten Sie von der geplanten Kfz-Steuer-Reform?

Ist die geplante Kfz-Steuererhöhung für Spritschlucker ausreichend?

Quellen und weiterführende Links

Bildnachweise: istockphoto.com/denphumi (Vorschaubild), istockphoto.com/denphumi, istockphoto.com/imre74

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