Überführungskennzeichen: Das Ausfuhrzeichen im Detail

Fahrzeuge überführen und ausführen: Dazu benötigen Sie ein Überführungskennzeichen

Beim Autoverkauf ins Ausland ist meist ein Überführungskennzeichen nötig.

Beim Autoverkauf ins Ausland ist meist ein Überführungskennzeichen nötig.

Beim Autokauf oder -verkauf sind massig Punkte zu bedenken. Gerade für Privatkunden ist der Kauf eines neuen Kfz ein Abenteuer, welches Sie nur wenige Male im Leben durchlaufen. Aus diesem Grund sind sie oft überfordert, wenn es um die einzelne Schritte geht. Der Hauptfokus liegt dabei selbstverständlich auf dem Erwerb eines einwandfrei funktionierenden Fahrzeugs.

Viele Autokäufer konzentrieren sich deshalb auf die genaue Begutachtung und das erschöpfende Austestens de Fahrzeuges. Ist es einmal für gut befunden, folgt die Unterschrift auf dem Kaufvertrag meist schnell.

Erst dann stellt so manch ein Autokäufer fest, dass es damit noch nicht getan ist: Was, wenn das Kfz weit weg steht, oder gar im Ausland? Und wie sieht es umgekehrt aus, wenn das eigene Fahrzeug ins Ausland verkauft werden soll? Welche Kennzeichen eignen sich für die Überführung?

Händlern stehen hier mehr Möglichkeiten zur Verfügung als privaten Käufern und Verkäufern. Gewerbliche Verkäufer können eine rote Nummer für die verkauften Fahrzeuge bekommen. Diese ermöglicht die Überführung.

Im folgenden Artikel erhalten Sie alle Informationen, Voraussetzungen und Tipps rund um das Ausfuhrkennzeichen. Andere Formen des Überführungskennzeichen – das Kurzzeitkennzeichen und die rote Nummer werden hier nur kurz angeschnitten. Ihnen sind eigene Ratgeber gewidmet, welche Sie in der Übersicht einfach finden können.


Wann ist ein Überführungskennzeichen notwendig?

Der deutsche Automarkt ist für Käufer aus dem Ausland attraktiv. Gerade Autokäufer aus Nachbarländern überqueren zum Autoshoppen gerne die Grenze. Zum einen genießen Autos aus Deutschland weltweit einen sehr guten Ruf. Zum anderen sind die Preise im europäischen Vergleich teilweise so niedrig, dass sich der Kauf im Ausland trotz Überführungskosten lohnt.

In diesen Fällen ist es von Vorteil, wenn Sie als Verkäufer über einen guten Überblick über die richtigen Ausfuhrvorschriften verfügen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie das Fahrzeug selbst zum neuen Besitzer bringen möchten. Innerhalb Deutschlands können Sie dafür ein sogenanntes Kurzzeitkennzeichen benutzen. Für den Transport ins Ausland (gerade auch außerhalb der EU) wird hingegen ein Überführungskennzeichen benötigt. Dieses gilt für Pkw, Motorräder und Anhänger.

Drei Begriffe für ein und dasselbe Kennzeichen: Das Ausfuhrkennzeichen wird auch als Export- oder Zollkennzeichen bezeichnet.

Theoretisch ist das Überführungskennzeichen nicht zwingend notwendig. Wenn das verkaufte Auto eine gültige Zulassung hat, wird diese in vielen anderen Ländern ebenfalls anerkannt.

Allerdings bedeutet dies ein nicht unerhebliches Risiko für den Verkäufer: Er muss das Fahrzeug angemeldet lassen und sich darauf verlassen, dass der Käufer dieses innerhalb einer festgelegten Frist auch wirklich ummeldet.

Leider zahlt sich dieses Vertrauen oft nicht aus und führt zu Schwierigkeiten. Begeht der Käufer beispielsweise mehrere Geschwindigkeitsüberschreitungen bevor er den Wagen ummeldet, bekommt der Verkäufer die Bußgelder zugesandt. Zwar kann er mit Hilfe des Kaufvertrages beweisen, dass er keine Verantwortung für die Vergehen trägt – dies kostet jedoch in der Regel Zeit und Nerven.

Aus diesem Grund ist es anzuraten, das Auto ordnungsgemäß abzumelden und auf ein Überführungskennzeichen zurückzugreifen. Dieses liegt in der Verantwortung des Käufers. Allerdings hat der Verkäufer vor Ort meist den besseren Überblick und kann zu einem reibungslosen Ablauf beitragen.

Es kann sinnvoll sein, die Abmeldung und Beantragung der Überführungskennzeichen in einem Schritt gemeinsam mit dem Käufer zu erledigen. So ist das Fahrzeug zu keinem Moment unangemeldet.

Wie sieht das Überführungskennzeichen aus?

Das Überführungskennzeichen hat feste Vorschriften.

Das Überführungskennzeichen hat feste Vorschriften.

Das Ausfuhrkennzeichen unterscheidet sich nicht sonderlich vom gewöhnlichen Kfz-Kennzeichen. Allerdings hat es an der rechten Seite einen roten Rand. Auf diesem ist ein Datum eingestanzt.

Dies ist das Gültigkeitsdatum des Schildes.

Zudem ist die Stempelplakette des jeweiligen Bundeslandes rot hinterlegt. So hebt sich das besondere Nummernschild bereits aus einiger Entfernung ab.

Trotz der roten Färbung des Randes und der Plakette ist das Zollkennzeichen nicht mit dem sogenannten „roten Nummernschild“ zu verwechseln. Dieses steht nur Händlern zur Verfügung und dient ebenfalls für Kurzfahrten oder Überführungen.

Bei diesem ist allerdings die Schrift selbst in roter Farbe aufgedruckt.

Beantragen eines Ausfuhrkennzeichens: Diese Unterlagen sind notwendig

Wie für jede andere Art der Zulassung sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Das bedeutet, dass bei Überführungskennzeichen Kosten auf Sie zu kommen.

Folgende Unterlagen sollten Sie parat haben, wenn Sie ein Exportkennzeichen beantragen möchten:

  • Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigungen Teil I und II)
  • Entweder:
    • Die amtlichen Kennzeichen, wenn das Auto noch angemeldet ist.
    • Die grüne Abmeldebescheinigung, wenn das Fahrzeug vorrübergehend stillgelegt wurde.
    • Abmeldungsvermerk im Fahrzeugschein, wenn das Kfz abgemeldet ist.
  • Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
  • Eine Bestätigung der Kfz-Versicherung (meist eine Karte, die von der Versicherung ausgestellt wird)
  • Der Nachweis, dass die Hauptuntersuchung für den beantragten Zeitraum gültig ist (Prüfbericht)

Erst, wenn Sie über alle Dokumente verfügen, können Sie ein Ausfuhrkennzeichen bekommen.
Der Käufer muss das Überführungskennzeichen auch nicht selbst beantragen. Gerade beim Autokauf bzw. -verkauf ins und aus dem Ausland, kann dies der Vertragspartner vor Ort meist besser und reibungsloser erledigen. Dafür benötigt dieser allerdings eine unterschriebene Vollmacht und sowohl ein eigenes Ausweisdokument als auch eines des Vollmachtgebers.

Die Laufzeit der Überführungskennzeichen beträgt mindestens 15 Tage und maximal ein Jahr.

So beantragen Sie die Kennzeichen richtig!

Das Ausfuhrkennzeichen ist nicht innerhalb Deutschlands notwendig.

Das Ausfuhrkennzeichen ist nicht innerhalb Deutschlands notwendig.

Zwei Wege führen im Falle der besonderen Nummernschilder zum Ziel: Sie können die Ausfuhrkennzeichen online oder persönlich beantragen. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Insgesamt ist die Beantragung der Exportkennzeichen etwas aufwändiger als der Erwerb anderer Kurzzeitkennzeichen.

Ausfuhrzeichen online beantragen: So geht es

Einige Zulassungsstellen bieten an, die Kennzeichen online zu beantragen. Dies ist einerseits bequem zu verwirklichen, da Sie um das Anstehen auf der Zulassungsstelle herum kommen. Dafür sollten Ihnen die verlangten Dokumente jedoch als Scans zur Verfügung stehen. Alternativ können Sie diese ebenfalls per Fax versenden.

Um Ihre Kennzeichen über das Internet zu erwerben, melden Sie Ihr Auto auf der jeweiligen Internetplattform – etwa auf der Website des Straßenverkehrsamts an. Dort werden die einzelnen Schritte explizit beschrieben. Manche Anbieter benötigen den Fahrzeugschein im Original – Sie müssen diesen also per Post versenden.

Diese Variante hat den Vorteil, dass Sie den Prozess von Zuhause aus erledigen können. Dies kann besonders dann attraktiv sein, wenn Sie nicht vor Ort sondern aus dem Ausland heraus agieren.

Bearbeitung und Versand nehmen etwas Zeit in Anspruch: Zwei Tage Bearbeitungszeit sollten Sie mindestens einberechnen.

Die Zahlung erfolgt meist in Vorkasse per Paypal oder als Überweisung. Die fertigen Kennzeichen bekommen Sie per Post zugesandt – zusammen mit den entsprechenden Papieren. Achten Sie bei der Internetabwicklung darauf, dass Sie das richtige Kennzeichen beantragen. Auf vielen Seiten ist der Unterschied zwischen Kurzzeitkennzeichen und Ausfuhrkennzeichen etwas undeutlich. Möchten Sie das Fahrzeug aus Deutschland ausführen, hilft Ihnen ein Kurzzeitkennzeichen jedoch nicht weiter!

Ausfuhrnummernschilder persönlich erwerben

Diese Methode hat den Vorteil, dass Sie alles an einem Tag erledigen können und die Schilder und Papiere direkt bekommen – sofern Sie alle Dokumente beisammen haben (Karte der Versicherung, HU-Nachweis usw.). Allerdings gehen immer mehr Zulassungsstellen dazu über, vorab Termine zu vereinbaren. Es kann unter Umständen mehrere Wochen dauern, bis Sie einen solchen bekommen. Auch wenn Ihre Zulassungsstelle nicht so verfährt, sollten Sie sich auf eine gewisse Wartezeit gefasst machen.

Auch etwas Lauferei fällt an. Denn von der Zulassungsstelle führt Sie der Weg zum Finanzamt, um die steuerliche Seite der Kennzeichen abzuklären. Anschließend führen Sie die entsprechende Geldüberweisung durch. Ihre Bank händigt Ihnen dafür eine Zahlungsbestätigung aus.

Mit diesem Papier geht es für Sie zurück zur Zulassungsbehörde. Dort wird der Vorgang abgeschlossen und Sie erhalten die neuen Fahrzeugpapiere. Damit können Sie schließlich in einen Schilderladen gehen, um sich die Nummernschilder ausstellen zu lassen. Die neuen Kennzeichen können Sie nun anbringen.

Planen Sie also mit einem ganzen Tag Arbeit, um das Überführungskennzeichen zu bekommen.

Beim Überführungsschein ist eine Versicherung notwendig!

Aufmerksame Leser haben sicherlich bereits festgestellt, dass ein Versicherungsnachweis vonnöten ist, um ein Ausfuhrkennzeichen zu bekommen. Es ist also nicht möglich, ein Fahrzeug über die Grenze zu fahren, wenn dieses über keine gültige Versicherung verfügt.

Für das Ausfuhrkennzeichen wird eine spezielle Kfz-Versicherung abgeschlossen. Diese beinhalten in den meisten Fällen lediglich eine Haftpflicht. Nur sehr wenige Versicherungsgesellschaften bieten eine Teil- oder Vollkasko für Überführungskennzeichen an. Diese sind dann meist deutlich teurer als gewöhnlich, da die Versicherungen ebenfalls ein gewisses Risiko eingehen.

Sie können die spezielle Kfz-Versicherung für eine Mindestlaufzeit von 15 Tagen bekommen. Die längste Gültigkeitsdauer der Versicherung beträgt 12 Monate. Das Kennzeichen gilt immer genauso lange wie die Versicherung.

Es lohnt sich, verschiedene Angebote einzuholen. Es bestehen große Unterschiede zwischen den verschiedenen Versicherungen. Unter Umständen können Sie durch etwas Vorarbeit einige Euro sparen! Die Höhe der Summe richtet sich nach der Fahrzeugart.

Es gibt es für diese speziellen Versicherungen für Ausfuhr- und Überführungskennzeichen keine elektronische Versicherungsbestätigung (eVb-Nummer), sondern eine klassische Doppelkarte. Beachten Sie bei Internetangeboten: Viele Versicherer werben mit einer eVb-Nummer für Ausfuhrkennzeichen. Diese Nummer gibt es jedoch nur für andere Arten von Überführungskennzeichen – etwa dem Kurzzeitkennzeichen. Sie bekommen also keine eVb-Nummer nach Bezahlung per SMS zugeschickt. Sie erhalten die entsprechende Karte der Versicherung per Post zugesandt. Der Versicherungsvorgang nimmt also etwas mehr Zeit in Anspruch.

Selbstverständlich ist es ebenfalls möglich, ein Auto oder Motorrad auf einem Hänger zu transportieren. In diesem Fall ist kein Ausfuhrkennzeichen nötig, da das Kfz als Ladung überführt wird.

Was kosten Überführungskennzeichen?

Beim Überführungskennzeichen fallen Steuern an!

Beim Überführungskennzeichen fallen Steuern an!

Zusätzlich zur Versicherung fallen beim Ausfuhrkennzeichen Kosten für die Bearbeitung an. Eine entsprechende Steuer ist ebenfalls zu entrichten.

Bis 2010 galt für Exportfahrzeuge eine dreimonatige Steuerfreiheit. Diese Regelung ist jedoch entfallen: 2015 müssen alle Fahrzeuge, die über die Grenzen überführt werden, versteuert werden. Dazu ist in der Regel ein deutsches Konto hilfreich – die Zahlung findet meist per Lastschrift statt. Seit Januar 2014 geht dies jedoch ebenfalls über ein ausländisches SEPA-Konto. Manche Kfz-Stellen akzeptieren auch eine Barzahlung vor Ort.

Wie die „gewöhnliche Steuer“ und die Versicherung richtet sich die Höhe des zu zahlenden Betrages nach der Fahrzeugart. Das Bundesministerium der Finanzen bietet online die Möglichkeit, sich seinen annähernden Steuersatz zu berechnen.

Möchten Sie wissen, wie viel Steuern für das Überführungskennzeichen zu zahlen sind, führen Sie folgende Schritte aus:

  • Öffnen Sie den Rechner des BMF: Link zum Rechner
  • Füllen Sie das Formular wahrheitsgemäß aus und berechnen Sie so Ihren Jahressatz.
  • Nun müssen Sie die Summe an den gewünschten Zeitraum anpassen. Angenommen, Sie müssten 240 Euro pro Jahr Zahlen und möchten ein Kennzeichen für drei Monate erwerben. Die Rechnung sieht wie folgt aus: (240 / 12) x 3
  • In diesem Beispiel müssten Sie 60 Euro für eine Ausfuhrkennzeichen zahlen, das drei Monate lang gilt.

Welche Bearbeitungsgebühren fallen an?

Die Bearbeitungskosten, welche die Zulassungsstelle erheben darf, sind gesetzlich eingerahmt. Dennoch sind sie von Bundesland zu Bundesland variabel. Zudem sind viele verschiedene Zusatzpunkte möglich, so dass ein komplette Auflistung aller erdenklichen Kosten nicht möglich ist.

Die Grundbearbeitung kostet ab 10 Euro. Fallen zudem Umschreibungen und/oder Neuausstellungen der Fahrzeugpapiere an, erhöhen sich die Gebühren jeweils je nach Verwaltungsaufwand.

Die zusätzliche Ausstellung eines internationalen Zulassungsscheins kostet ebenfalls um die 10 Euro.

Die Kennzeichen selbst werden nicht von der Zulassungsbehörde ausgestellt, sondern in spezialisierten Läden. Diese befinden sich meist in unmittelbarer Nähe zu dem Behördengelände.

Auch hier kann sich ein Preisvergleich lohnen. Da sich die Läden jedoch meist direkt nebeneinander befinden, ist ein großer Preisunterschied nicht zu erwarten.

Kann ein Überführungskennzeichen ohne TÜV erworben werden?

Um ein Überführungskennzeichen ins Ausland zu bekommen, ist ein Nachweis, dass die Hauptuntersuchung aktuell ist, zwingend notwendig. Hier unterscheidet sich das Ausfuhrkennzeichen von anderen Arten der Kurzzeitkennzeichen, welche extra für nicht zugelassene Fahrzeuge bestimmt sind.

Der HU-Nachweis (umgangssprachlich TÜV) muss zudem für die komplette Dauer gelten, für die Sie das Kennzeichen beantragen. Wenn das Fahrzeug also in zwei Monate wieder bei zur Hauptuntersuchung vorgestellt werden muss, wird der Antrag auf Nummernschilder, die drei Monate lang gültig sein sollen, abgelehnt.

Das Auto aus der Schweiz einführen: Gibt es ein Einführungskennzeichen?

Ein Auto einführen mit dem Ausfuhrkennzeichen?

Ein Auto einführen mit dem Ausfuhrkennzeichen?

Wie bereits erwähnt, ist der deutsche Automarkt ausgesprochen günstig und beliebt. Viele deutsche Autokäufer suchen deshalb gar nicht lange nach neuen Fahrzeugen im Ausland. Doch insbesondere die Schweiz hat sich als beliebtes Einkaufsland für Deutsche herauskristallisiert.

Kaufen Sie einen Wagen in der Schweiz, können Sie dieses nicht mithilfe des Ausfuhrkennzeichens nach Hause fahren – dieses bekommen Sie nur mit einer deutschen Zulassung.

Das Fahrzeug braucht jedoch auch für die Überführungsfahrt eine gültige Zulassung. Hier bestehen zwei Möglichkeiten. Der Verkäufer kann Ihnen einen Vertrauensvorschuss geben und Sie mit der aktuellen Zulassung über die Grenze lassen.

Dies geschieht jedoch nur sehr selten. Meist müssen Sie ein schweizerisches Kurzzeitkennzeichen bzw. Überführungskennzeichen beantragen. Diese Kennzeichen sind gemäß der dortigen Gesetzeslage zu beantragen.

Bei einer Einführung aus dem nicht-EU-Ausland ist zusätzlich eine Verzollung vorzunehmen. Dazu melden Sie sich im ersten Zollamt nach der Grenze in die EU. Fahren Sie beispielsweise über Österreich nach Deutschland, müssen Sie sich dort beim Zoll anmelden. Dort bekommen Sie in der Regel einen Transitschein. Mit diesem können Sie bis nach Deutschland fahren, um dort das Zollverfahren zu beenden.

Verfügen Sie über einen sogenannten Präferenznachweis, fallen lediglich 19 % Einfuhrumsatzsteuer an. Wenn Sie keinen Schein haben, kommt noch eine Zollzahlung hinzu. Diese beträgt 10 % bei Pkw und 6 bis 8 % für Motorräder – dies ist abhängig von der Größe des Hubraums.

Auch wenn Sie Ihre neue Errungenschaft auf einem Hänger nach Deutschland befördern, müssen Sie das Zollverfahren durchlaufen. Dies gilt selbstverständlich nicht für Einführungen aus der EU.

Tageskennzeichen, Kurzzeitkennzeichen und Co. – Weitere Überführungskennzeichen

Dieser Artikel befasste sich insbesondere mit der Ein- und Ausfuhr von Kfz. Nach Ablauf der Versicherungsfrist des Ausfuhrkennzeichens erlischt dessen deutsche Betriebserlaubnis. Aus diesem Grund sind diese speziellen Nummernschilder nur für die dauerhafte Ausfuhr sinnvoll. Wird das Auto zurück nach Deutschland eingeführt, müssen die Papiere neu ausgestellt werden.

Ein Ausfuhrkennzeichen lohnt sich also nicht für kurze Ausflüge ins Ausland! Für Überführungen innerhalb Deutschlands gelten deshalb andere Bestimmungen. Diese werden an dieser Stelle in Kürze vorgestellt.

Kurzzeitkennzeichen

Das Kurzzeitkennzeichen dient insbesondere der Durchführung kurzer Fahrten für Fahrzeuge, die nicht zugelassen sind. Dazu zählen Überführungen innerhalb Deutschlands, aber auch Probe- oder Prüfungsfahrten. Das Kurzzeitkennzeichen wird lediglich für fünf Tage ausgestellt. Seit April 2015 ist das Kurzzeitkennzeichen neuen Bestimmungen unterworfen.

Das rote Kennzeichen

Diese speziellen Nummernschilder sind nur für Händler verfügbar. Es ist das Pendant zum Kurzzeitkennzeichen. Es verfügt jedoch über eine längere Gültigkeitsdauer. Auch diese Schilder werden gerne für Probefahrten und Überführungen nicht zugelassener Kfz genutzt. Da sie nicht fahrzeuggebunden sind, können die Roten Kennzeichen mehrfach genutzt werden.

Die Tageszulassung

Die ist eine andere Art Kurzzeitkennzeichen. Verbraucher sparen durch die Tageszulassung Kosten bei der Anschaffung eines Neuwagens. Bei diesem besonderen Kennzeichen handelt es sich um einen Trick der Händler, um Autos günstiger anbieten zu können. Wie der Name vermuten lässt, wird der Neuwagen bei der Tageszulassung einen einzigen Tag lang angemeldet und anschließend gleich wieder abgemeldet. Dadurch wird aus dem Fahrzeug jedoch ein Gebrauchtwagen. So kann der Händler seinen Kunden einen ordentlichen Rabatt anbieten.

Für die Hersteller ergibt diese Regelung den Vorteil, dass mehr Fahrzeuge aus ihrer Fabrikation zugelassen werden und somit in Statistiken besser repräsentiert werden.

Händler werden auf diese Art und Weise Auslaufmodelle los oder Autos, die sie aufgrund einer Mindesbestellmenge beim Hersteller schon länger auf Lager haben.

Durch diesen Kniff können Sie als Käufer also ein Wagen mit unter 20 Kilometern auf dem Tacho bis zu 30 % günstiger erwerben.