Für diese Kfz gilt eine Steuerbefreiung

Von Thomas R.

Letzte Aktualisierung am: 27. Februar 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die Befreiung von der Kfz-Steuer ist an enge Vorgaben gebunden

Die Kfz-Steuerbefreiung bedeutet für manch einen Autobesitzer eine große Ersparnis.
Die Kfz-Steuerbefreiung bedeutet für manch einen Autobesitzer eine große Ersparnis.

Keine Steuern für das eigene Auto bezahlen? Für viele Fahrzeuginhaber klingt dies zu gut, um wahr zu sein. Je nach Alter und Antriebsart der Kfz fallen jährlich mitunter sehr hohe Steuerbeträge an.

Die Kfz-Steuerbefreiung ist kein Märchen – allerdings können Sie sich nur unter bestimmten Umständen von der Kraftfahrzeugsteuer befreien lassen.

Wer erhält eine Kraftfahrzeugsteuerbefreiung? Welche Bedingungen müssen jeweils für die Steuervergünstigungen eingehalten werden? Und wieviel Maut müssen Sie zahlen, wenn Ihr Kfz von der Steuer befreit ist?

Im Folgenden erhalten Sie alle Informationen rund um die Kfz-Steuerbefreiung.

FAQ: Kfz-Steuerbefreiung

Welche Fahrzeuge können von der Kfz-Steuer befreit werden?

Fahrzeuge, die nicht zugelassen werden müssen, sind von der Kfz-Steuer befreit und erhalten ein grünes Kennzeichen.

Welche Fahrzeuge sind grundsätzlich von der Kfz-Steuer befreit?

Es sind beispielsweise Fahrzeuge der Polizei, der Bundeswehr, der Feuerwehr und des Zolls von der Kfz-Steuer befreit. Alle Ausnahmen von der Besteuerung können § 3 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) entnommen werden.

Sind Elektrofahrzeuge von der Kfz-Steuer befreit?

Elektrofahrzeuge sind nicht grundsätzlich von der Kfz-Steuer befreit, allerdings gilt für diese ein steuerfreier Zeitraum.

§ 3 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG): Diese Fahrzeuge betrifft eine Kfz-Steuerbefreiung

Die Ausnahmen der Kfz-Besteuerung sind in § 3 des KraftStG festgehalten. Otto-Normal-Fahrer suchen dort allerdings vergebens nach einer Regelung, welche Ihnen die teure Steuer erspart. Gefördert werden durch Steuervergünstigungen meist Fahrzeuge, welche besonderen Aufgaben dienen.

Unter anderem gilt dies für Diplomatenfahrzeuge und Kfz, welche von der Polizei, der Feuerwehr, dem Zoll oder dem Katastrophenschutz genutzt werden. Auch gemeinnützige oder mildtätige Organisationen können ihre Autos von der Steuer befreien lassen.

Steuervergünstigungen für behinderte Autofahrer

Das Kraftfahrzeugsteuer­gesetz regelt, wer eine Steuerbefreiung von der Kfz-Steuer bekommt.
Das Kraftfahrzeugsteuer­gesetz regelt, wer eine Steuerbefreiung von der Kfz-Steuer bekommt.

§ 3a des KraftStG hält zwei Stufen der Kfz-Steuerbefreiung für behinderte Autohalter fest:

  • 100 % befreit sind Fahrzeugbesitzer, welche die Merkzeichen „H“ (hilflos), „Bl“ (Blind) oder „aG“ (außergewöhnlich Gehbehindert“ besitzen
  • zu 50 % werden Autoinhaber befreit, welche gemäß § 145 Absatz 1 Satz 1 des neunten Sozialgesetzbuches behindert sind und dies mit dem orangenen Ausweis nachweisen können

Übrigens: Erhalten Sie Kfz-Steuervergünstigungen aufgrund einer Behinderung, darf nicht jeder das Auto auch fahren.

Lediglich Fahrten, die zur Fortbewegung oder zur Führung des Haushalts eines behinderten Menschen dienen, dürfen von anderen Fahrern absolviert werden.

Gilt eine Kfz-Steuerbefreiung für alle Elektroautos?

Um Elektroautos zu fördern, wurden diese in den letzten Jahren ganz oder teilweise von der Steuer befreit. Gemäß § 3b des KraftStG kommen Besitzer von Elektroautos, die zwischen dem 18.05.2011 und dem 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, in den Genuss einer Kfz-Steuerbefreiung für zehn Jahre.

Nach Ablauf dieses steuerbefreiten Zeitraumes enden die Steuervergünstigungen für Elektroautos jedoch nicht: Sie erhalten anschließend eine Steuerermäßigung von 50 %.

Fällt bei einem von der Kfz-Steuer befreiten Fahrzeug Maut an?

Ende 2017 soll die Maut für Pkw in Deutschland eingeführt werden. Diese soll über die Kraftfahrzeugsteuer verrechnet werden. Doch was ist mit Fahrzeugen, für die eine teilweise oder vollständige Kfz-Steuerbefreiung gilt?

In diesen Fällen ist die Steuerbefreiung Synonym mit einer Mautbefreiung. Dies geht aus § 2 des Gesetzes zur Einführung einer Infrastrukturabgabe für die Benutzung von Bundesfernstraßen zurück:

(1) Die Infrastrukturabgabe ist nicht zu entrichten für die Benutzung von Straßen […] mit
[…]
11. Kraftfahrzeugen, die ein grünes Kennzeichen nach den zulassungsrechtlichen Vorschriften führen,
12. Kraftfahrzeugen, die für schwerbehinderte Personen zugelassen sind […]“

Dank grünem Kennzeichen zur Kfz-Steuerbefreiung?

Um in Sachen Kfz-Steuer eine Steuerbefreiung zu erhalten, sind strenge Voraussetzungen einzuhalten.
Um in Sachen Kfz-Steuer eine Steuerbefreiung zu erhalten, sind strenge Voraussetzungen einzuhalten.

Das begehrte „grüne Kennzeichen“ markiert Fahrzeuge schon von weitem als steuerbefreit. In der Tat erhalten Kfz dieses Nummernschild, welche nicht zugelassen werden müssen. Daraus ergibt sich zeitgleich eine Befreiung von der Steuerpflicht.

Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Kfz-Steuerbefreiung und grünem Kennzeichen umgekehrt, als meist angenommen wird: Steuerbefreite Fahrzeuge können in der Regel ein solches Nummernschild erhalten – nicht das grüne Kennzeichen führt zur Steuerfreiheit.

Unter anderem erhalten folgende Fahrzeuge ein grünes Schild:

  • Spezielle Sportanhänger – etwa Bootstrailer oder Pferdeanhänger
  • Motorisierte Krankenfahrstühle
  • Fahrzeuge, welche allein zu land- und fortwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden
Das grüne Kennzeichen ist mit Einschränkungen verbunden: Sie dürfen das zugehörige Fahrzeug nur zu dem Zweck verwenden, weswegen es von der Kfz-Steuer befreit wurde.

Über den Autor

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Thomas R.

Thomas hat einen Abschluss in Politikwissenschaften von der Universität Jena. Er gehört seit 2018 zum Team von bussgeldkatalog.org und verfasst News und Ratgeber zu verschiedenen Themen im Verkehrsrecht.

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