Hund oder Katze überfahren: Kommt Fahrerflucht infrage?

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Wissenswertes zur Meldepflicht nach dem Zusammenstoß mit einem Tier

Katze überfahren: War es Fahrerflucht?

Katze überfahren: War es Fahrerflucht?

Wenn ihnen plötzlich ein Tier vor das Auto rennt, versetzt dies wohl die meisten Fahrer zunächst in einen Schockzustand. Einige sind wie versteinert und wissen nicht, wie ihnen geschieht. Andere versuchen möglicherweise noch zu bremsen, doch die Zeit reicht meist nicht aus. Das Tier wird überfahren.

So tragisch ein solches Szenario auch ist, noch tragischer ist es, dass wohl die wenigsten Fahrer nach dem Unfall mit einem Hund oder einer Katze anhalten, um nach dem verletzten Tier zu sehen. Manche sind zu geschockt und fahren daher einfach weiter, anderen ist es schlichtweg egal.

Doch begehen Autofahrer, die einen Hund oder eine Katze überfahren haben, Fahrerflucht, wenn sie nicht anhalten? Wer muss in einem solchen Fall für den entstandenen Schaden am Auto aufkommen? Hat der Besitzer des Tieres möglicherweise das Recht auf eine Entschädigung? Diese Fragen klären wir im folgenden Ratgeber.

Hund oder Katze überfahren: Muss die Polizei gerufen werden?

Sie haben ein Tier überfahren? Eine Meldepflicht besteht zunächst nicht. Es gehört nicht zu Ihren Pflichten, den Halter ausfindig zu machen und ihn über den Vorfall zu informieren. Die Polizei müssen Sie ebenfalls nicht rufen, wenn es zum Unfall mit einem Hund oder einer Katze kam.

Dies ändert sich jedoch in dem Moment, in dem das betroffene Tier zu einer Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer wird. Flüchtet es beispielsweise verletzt über die Straße oder liegt tot mitten auf der Fahrbahn, sollten Sie das Warnblinklicht am Auto einschalten und die Polizei rufen. Im Anschluss kümmert sie sich um den Abtransport des Tieres.

Haben Sie also einen Hund oder eine Katze überfahren, begehen Sie Fahrerflucht, wenn Sie sich nicht verhalten, wie gerade beschrieben. Oder? Droht eine Anzeige?

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Hund oder Katze angefahren: War es Fahrerflucht?

Haben Sie einen Hund oder eine Katze überfahren, liegt keine Fahrerflucht vor.

Haben Sie einen Hund oder eine Katze überfahren, liegt keine Fahrerflucht vor.

Der Tatbestand der Fahrer- oder Unfallflucht ist in § 142 des Strafgesetzbuches (StGB) definiert. Demzufolge handelt es sich um unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, wenn Personen verletzt oder Sachen beschädigt wurden.

Tiere – und daher auch Katzen – sind Sachen vor dem Gesetz gleichgestellt. Haben Sie also z. B. eine Katze überfahren, könnte Fahrerflucht vorliegen.

Dem ist jedoch nicht so: Da Haustiere über einen Besitzer verfügen, fällt es in seinen Aufgabenbereich, dafür zu sorgen, dass sie keine Gefährdung für andere darstellen.

Bei einem Zusammenstoß mit einem Haustier im Straßenverkehr handelt es sich demnach um eine Pflichtverletzung des Halters, da sein Tier den Unfall hervorgerufen hat.

Wurde ein Hund oder eine Katze überfahren, kommt keine Fahrerflucht infrage. Ein Recht auf Entschädigung hat der Halter demnach ebenfalls nicht. Vielmehr muss er für den am Auto entstandenen Schaden aufkommen. In einem solchen Fall ist eine Haftpflichtversicherung für das Tiere von Vorteil, da diese die Kosten dann trägt.

Katze überfahren: Keine Unfallflucht, keine Strafe?

Haben Sie einen Hund oder eine Katze überfahren, ist eine Fahrerflucht – wie bereits erwähnt – nicht möglich. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Sie gänzlich ohne Strafe davonkommen, wenn Sie ein verletztes Tier nach einem Unfall einfach sich selbst überlassen und weiterfahren.

Es kann beispielsweise ein Verstoß gegen das Gesetz zum Tierschutz vorliegen, wenn der Hund oder die Katze unnötig leidet. Wird Ihnen Tierquälerei vorgeworfen, nachdem Sie nicht angehalten haben, um dem verletzten Tier zu helfen, kann ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro auf Sie zukommen.

Es ist Ihnen ebenfalls nicht erlaubt, den Hund oder die Katze zu „erlösen“, weil dies Ihrer Meinung nach das Beste für das Tier wäre. Rufen Sie die Polizei oder einen Tiernotdienst hinzu, denn diese Entscheidung darf nur ein Tierarzt treffen. Wurde ein Hund oder eine Katze überfahren, droht wegen Fahrerflucht zwar keine Strafe, straffrei kommen Sie jedoch trotzdem nicht davon, wenn Sie wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz belangt werden können.
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7 Kommentare

  1. sara sagt:

    warum macht man sowas
    .warum kan man nicht einfach warten

  2. Benni sagt:

    Wie viele Haustiere werden im Jahr durschnitlich denn angefahren? Gibt es eine Studie dazu?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Benni,

      erkundigen Sie sich beim Statistischen Bundesamt. Uns liegen dazu keine Zahlen vor.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Miriam sagt:

    Hallo,
    wie genau wird festgestellt, ob das Tierschutzgesetz greift? Und wer stellt das fest?

    ich habe einen aktuellen Fall und würde gerne Genaueres wissen, ehe ich zur Polizei gehe.

    Mein Kater wurde vergangenen Dienstag von einem Auto angefahren, als er eine Straße überquerte. Es gibt Zeugen, die den Unfall gesehen haben und bereit sind auszusagen. Sie haben gesehen, dasss mein Kater auf der Straße saß und, wie er dabei von einem Kombi angefahren wurde. Nach dem Zusammenstoß bremste der Mann kurz, fuhr aber danach einfach weiter. Mein Kater konnte noch zu einem Gebüsch am Straßenrand gelangen.

    Die Zeugen haben sich Nummernschild und eine Beschreibung des Fahrers notiert und haben versucht, meinen Kater zu finden, aber leider ohne Erfolg. Sie haben auch die Informationen über den Unfall geteilt, sodass ein Tierschutzverein noch am Dienstag eine Suche organisierte und Tasso (die Tierschutzorganisation welche das Haustierzentralregister für die Bundesrepublik Deutschland betreibt) benachrichtigt wurde. Außerdem wurde der Unfall von den Zeugen der Polizei gemeldet.

    Dank vieler Helfer wurde ich informiert und wir haben die Suche ausgedehnt. Glücklicherweise hat mein kleiner Kater es überlebt und ist am Sonntag aufgetaucht. Ich habe eine Bescheinigung einer Tierärztin, dass es sich bei seinen – zum Glück eher leichten – Verletzungen definitiv um die Folgen eines Unfalls handelt. Er ist ganz ausgemergelt, weil er so lange ohne Futter und Wasser war.

    Kann ich bei der Polizei etwas ausrichten? Es handelt sich um eine breite Straße mit drei Spuren und der Unfall ereignete sich, als mein Kater zwei Spuren bereits überquert hatte. Für mich liegt Tierquälerei vor, wenn man ein Tier auf der Straße sieht und einfach ohne zu bremsen weiter fährt. Wäre nicht durch die Zeugen der Unfall dem Tierschutz bekannt geworden, hätten wir nicht so schnell reagieren und nach meinem Kater suchen können. Es hat so schon mehrere Tage gedauert ihn zu finden, aber es hätte sonst leicht noch länger dauern können und bei den derzeitigen Temperaturen, ist ein Überleben ohne Wasser auch nicht gewährleistet.

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Miriam,

      grundsätzlich kann ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegen, wenn das Tier unnötig leidet. Wie Sie am besten vorgehen sollten, besprechen Sie am besten mit einem Anwalt.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Jeannette sagt:

    Unsere Paragraphen sind einfach nur ein Witz.
    Leider gibt es solche Menschen.
    Unserem Freund sein kleiner Kater ist gestern auch ( Auf dem abgesenkten Fußweg!!!) überfahren worden. Der Fahrer ist einfach weiter gefahren .
    Wenn es mein Tier gewesen wäre ob Hund oder Katze ich würde keine Ruhe geben, bevor ich den ausfindig gemacht hätte.
    Das nächste Mal ist es dann ein unschuldiges Kind oder ein gebrechlicher Rentner.
    Solche Leute müssten zumindest so bestraft werden , das sie an einen Tierschutzverein Summe X Zahlen müßten und einige Stunden gemeinnütziger Arbeit in einem Tierheim etc.

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