Parken mit Parkscheibe – Wie stellen Sie die Parkscheibe richtig ein?

Beim Einkauf die Parkscheibe vergessen – Welche Konsequenz droht?

Was gilt es beim Parken mit Parkscheibe zu beachten?

Was gilt es beim Parken mit Parkscheibe zu beachten?

Nur schnell einkaufen gehen – und für die zehn Minuten einfach auf die verlangte Parkscheibe verzichten. Wird schon nichts passieren. Wirklich?

Gerade in Ballungsräumen sind die Parkflächen begrenzt für die große Anzahl von Fahrzeugen. Gerade bei Supermärkten, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen finden sich dann häufig Parkplätze, die die Fahrzeugführer nur für eine festgelegte Dauer nutzen dürfen. So soll verhindern werden, dass Parkplätze über Gebühr geblockt und anderen Fahrzeugführern vorenthalten werden. Schließlich sind Sie nicht der einzige Fahrer, der einkaufen möchte.

Um nachzuweisen, dass die vorgegebene Parkdauer nicht überschritten wurde, ist auf den Zeitparkplätzen eine Parkscheibe vorgeschrieben. Doch was passiert nun wirklich, wenn Sie bei nur zehn Minuten Parkzeit auf die Parkscheibe verzichten? Und wie stellen Sie die Parkscheibe eigentlich richtig ein?


Eine kurze Geschichte der Parkscheibe

Die ersten Parkscheiben wurden im Jahre 1957 in Paris entwickelt. Die Parkplatznot aufgrund von Dauerparkern war damals schon frappierend. Die Pariser Polizei setzte sich damals für die Einrichtung von Parkuhren ein. Die Idee wurde jedoch von der Stadtverwaltung abgeschmettert mit dem Hinweis auf die ohnehin hohe finanzielle Belastung der Autofahrer und die Verschandelung der Pariser Viertel durch die unschönen Parksäulen.

Doch die Pariser Polizei wusste sich zu helfen und richtete in der Innenstadt die „zone bleue“ (blaue Zone) ein – ein 12,5 Quadratkilometer großes Areal, das sie auf den Stadtkarten blau markierte. In diesem Bereich durften Autofahrer fortan nur noch mit den von der Polizei verteilten Pappparkscheiben parken.

Erfindung der Parkscheibe: Gerade in Ballungsräumen waren Sie schon früh ein Problem - die Dauerparker.

Erfindung der Parkscheibe: Gerade in Ballungsräumen waren Sie schon früh ein Problem – die Dauerparker.

Das neuartige System zur Parkbeschränkung machte schnell Schule und wurde alsbald auch in der Schweiz (Salzburg), in Italien und in Österreich (Wien) eingeführt. Die Österreicher entwickelten dabei eine neue Form – die Wiener Parkscheibe. Auf dieser wurden Ankunftszeit – in halbstündigen Intervallen – markiert und automatisch die späteste Parkendzeit angegeben.

Erst 1961 zog die erste deutsche Stadt nach: Kassel. Heinz Hille, damaliger Polizeipräsident, setzte sich für die Wiener Parkscheibe ein und konnte vor allem dadurch viele Kritiker von der Idee überzeugen, als der teure Bau und die Unterhaltung von Parkuhren durch die Einführung hinfällig wurden.

Im Jahre 1979 einigten sich die Verkehrsminister der Europäischen Gemeinschaft (EG – Vorgänger der EU) auf eine einheitliche Parkscheibenregelung. Die nunmehr festgeschriebene Form der Parkscheibe entält seither nur noch eine Zeitangabe: die Ankunftszeit. So konnten die zeitlichen Parkbeschränkungen individueller gestaltet werden und waren nicht mehr – wie in den Vorgängermodellen vorgesehen – auf exakt zwei Stunden begrenzt.

Was sagt die Straßenverkehrordnung (StVO) zur Parkscheibe?

Laut Anlage 3 der Straßenverkehrsordnung (StVO) zählt die Parkscheibe zu den Richtzeichen. Damit ist die Parkscheibe offiziell Verkehrszeichen.

Was sind Richtzeichen? Richtzeichen sollen Ge- und Verbote aussprechen. Die bekanntesten Richtzeichen sind etwa folgende Verkehrszeichen:

  • Vorfahrstraße (Zeichen 306)
  • Parken (Zeichen 314)
  • Spielstraße (Zeichen 325.1)
  • Autobahn (Zeichen 330.1)
  • Fußgängerüberweg (Zeichen 350)

Das bedeutet vor allem: Die Parkscheibe ist nicht einfach nur Accessoire für den Stadtverkehr oder nettes Werbegeschenk. Sie ist vor allem auch offizielles Verkehrszeichen und muss demzufolge einigen Vorgaben entsprechen.

Droht ein Bußgeld? Parken ohne Parkscheibe hat Folgen.

Droht ein Bußgeld? Parken ohne Parkscheibe hat Folgen.

Der Abbildung in Anlage 3 Nummer 11 StVO entsprechend ist eine richtige Parkscheibe blau (Rahmen) und weiß (drehbare Scheibe). Zudem sind die exakten Maße angegeben, die die Parkscheibe haben muss, um den Vorgaben der StVO zu genügen: 11 Zentimeter in der Breite und 15 Zentimeter in der Höhe. Diese Festschreibung gilt bereits seit dem Jahre 1981. Die Mindestgröße muss in jedem Fall eingehalten werden, selbst wenn alle anderen gestalterischen Aspekte einer Parkscheibe zutreffen: Passt die Größe nicht, so ist die Parkscheibe unzulässig und nicht als Verkehrszeichen für die Überwachung der Parkzeit verwendbar.

Es ist also nicht egal, welche Parkscheibe Sie nutzen. Andere Farben – grün, gelb, lila usf. – sind ebensowenig zulässig wie zu kleine Parkscheiben. Selbst wenn Sie eine entsprechende individuelle Scheibe vorschriftsmäßig im Sichtbereich der Frontscheibe anbringen: Entspricht das offizielle Richtzeichen nicht den Vorgaben, ist es ungültig und Ihnen droht dennoch ein Verwarngeld für das widerrechtliche Parken ohne (zulässige) Parkscheibe.

Bei allen Vorschriften ist es jedoch in aller Regel unerheblich, ob die Parkscheibe aus Pappe oder Plastik besteht. Und auch ein integrierter Eiskratzer an einem der Ränder einer Kunststoff-Parkscheibe lässt diese nicht gleich ungültig werden. Es handelt sich vielmehr schon um einen Standardzusatz. So haben die Autofahrer nicht nur die Parkscheibe, sondern auch immer einen Eiskratzer dabei, sollten im Winter einmal die Scheiben zufrieren.

Zusammengefasst: Welchen gesetzlichen Vorgaben muss die Parkscheibe genügen?

  • Größe: 110 Millimeter x 150 Millimeter
  • Farbgebung: Blaue Umhüllung und weiße Scheibe mit Zeitangaben
  • Zeitangaben: Anzeige von vollen und halben Stunden
  • Ziffern und Schrift: müssen DIN 1451 entsprechen („Schriften für den Straßenverkehr“)

Beachten Sie also unbedingt, dass Ihre Parkscheibe im Auto den rechtlichen Bestimmungen der StVO genügt. Klar sind bunte und witzige Werbegeschenke ein netter Gag. Verlassen Sie sich jedoch nicht blind auf die gratis verteilten Goodies, sonst kann ein Strafzettel die Folge sein. Und im Zweifel können Sie sich nicht herauswinden, indem Sie sagen, dass Sie das ja nicht wussten, denn jeder Fahrzeugführer hat für Vorschriftsmäßigkeit bei der Ausrüstung des Fahrzeugs selbst Sorge zu tragen.

Wo Sie eine Parkscheibe kaufen können

Sie wollen eine Parkscheibe erwerben? Aber wo kaufen Sie diese am besten? Generell stehen Ihnen hierbei zahlreiche Wege offen. Das Angebot ist besonders im Internet riesig. Hier finden sich zahlreiche unterschiedliche Formen, Farben und Gestaltungen. Aber achten Sie beim Kauf in jedem Fall auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.

Auf Nummer sicher können Sie gehen, wenn Sie die Parkscheibe in Tankstellen, Baumärkten oder Autozubehörgeschäften erwerben. Hier werden in aller Regel nur Parkscheiben angeboten, die den gesetzlichen Richtlinien entsprechen.

Im Schnitt kostet eine neue Parkscheibe im Übrigen gerade einmal zwischen 2 und 10 Euro.

Offizielles Verkehrszeichen: Die Parkscheibe zählt laut StVO zu den Richtzeichen.

Offizielles Verkehrszeichen: Die Parkscheibe zählt laut StVO zu den Richtzeichen.

Wann müssen Sie eine Parkscheibe nutzen?

Es gibt unterschiedliche Kennzeichnungen von Parkflächen, auf denen Sie beim Parken Gebrauch von der Parkscheibe machen müssen. Grundlage ist dabei stets das Parkschild (Verkehrszeichen 314).

Handelt es sich um zeitlich begrenzte Parkmöglichkeiten, so ist diesem Richtzeichen noch ein Zusatzzeichen angefügt. Auf diesen rechteckigen Schildern findet sich neben der Abbildung einer Parkscheibe eine exakte Zeitvorgabe (Zeichen 1040-31) – in der Regel ein oder zwei Stunden.

Ist das Zeitparken nur auf einzelne Standplätze begrenzt, ist die Zeitangabe auf die markierten Parkplätze beschränkt (Zeichen 1040-33).

An manchen Orten sind diese Schilderkombinationen dann noch um weitere Zusatzzeichen ergänzt, die das Parken mit Parkscheibe nur für bestimmte Tageszeiten und Wochentage begrenzt. Hierauf finden sich dann etwa Angaben wie:

Mo-Fr 8-18 h und Sa 8-12 h.Das bedeutet dann, dass die zeitliche Beschränkung, in der Sie die vorhandenen Stellplätze nur mit Parkscheibe parken dürfen, auf die angegebenen Zeitspannen begrenzt ist. Außerhalb dieser Daten – also etwa am Sonntag – wäre das Parken auf den Flächen unbegrenzt und auch ohne Nutzung der Parkscheibe zulässig – allerdings nur bis spätestens Montag 8 Uhr.

In den meisten Fällen finden Sie beim Parken derart zeitliche Begrenzungen auf Kundenparkplätzen von Kaufhallen, in Einkaufsstraßen, vor Krankenhäusern oder an Flughäfen und Bahnhöfen – überall dort, wo nur geringer Parkraum vorhanden ist bei entsprechend hohem Kundenverkehr. Das Parken mit Parkscheibe soll dann gewährleisten, dass zumindest in der betriebsamsten Zeit die wenigen vorhandenen Stellplätze nicht dauerhaft blockiert werden und alle Fahrzeugführer dieselbe Chance haben, einen Parkplatz zu finden.

Im Übrigen: Existiert keine Einschränkung auf Tage und Tageszeiten für das Parken mit Parkscheibe auf einem Kundenparkplatz einer Kaufhalle, dürfen Sie in aller Regel auch nicht über Nacht auf den Stellflächen das Auto abstellen. Zwar will außerhalb der Ladenöffnungszeiten wohl kaum einer dort Parken, um einkaufen zu gehen. Doch handelt es sich bei der Parkfläche in aller Regel um Privatbesitz des Geschäfts. Die Einschränkung „Kundenparkplatz“ übernimmt in einem solchen Fall die Funktion Einschränkung auf Zeitfenster. Denn: Außerhalb der Ladensöffnungszeiten kann das Geschäft auch keine Kundschaft haben, ergo wären auf dem Privatparkplatz abgestellte Fahrzeuge widerrechtlich abgestellt.

„Ich war doch nur kurz beim Bäcker!“ – Welche Strafe droht?

Nur schnell zum Bäcker und Brötchen holen. Mehr als fünf Minuten wird das schon nicht dauern. Da wird es schon ohne Parkscheibe gehen. Irrtum! Ähnlich wie beim Parken in zweiter Reihe oder im absoluten Halteverbot kann eine zufällig vorbeikommende Streife vom Ordnungsamt unmöglich wissen, wie lange Sie tatsächlich auf dem Stellplatz mit Parkscheibenpflicht standen. Genau hierüber soll ja die Parkscheibe Auskunft geben.

Da für den Ordnungshüter nicht ersichtlich ist, ob Sie nun erst fünf Minuten oder aber schon mehrere Stunden auf dem Parkplatz stehen, müssen Sie mit der vollen Strafe rechnen.

Verlangt die Beschilderung, dass für das Parken die Parkscheibe vorgeschrieben ist, gilt jedes Fahrzeug, in dem keine Parkscheibe eingelegt ist, als widerrechtlich abgestellt.

Für das Parken ohne Parkscheibe bzw. mit abgelaufener fallen je nach Dauer 10 bis 35 Euro Verwarngeld an – im günstigsten Fall. Parken Sie jedoch auf einem zeitlich begrenzten Parkraum, kann im schlimmsten Fall auch das Abschleppen Ihres Fahrzeugs drohen.

Haben Sie keine korrekt eingestellte Parkscheibe in Ihrem Wagen, können die Ordnungsamtmitarbeiter in aller Regel nur die bereits verstrichene Parkdauer schätzen. Dabei entscheiden sie sich zumeist zu Ihren Gunsten und fangen am unteren Strafrand an. Je öfter Sie an Ihrem Wagen vorbeikommen, desto besser können sie die Parkzeit ablesen und die Knöllchen werden gegen neue und höher sanktionierte Zettelchen getauscht.

Gerade in den letzten Jahren gab es vermehrt Berichte von übereifrigen Abschleppdiensten, die in der Nähe von Parkplätzen, die nur mit Parkscheiben nutzbar waren, warteten, bis der nächste die Parkscheibenregelung in der Eile nicht ganz so ernst nahm. Schnell endete der Einkauf dann vor dem leeren Parkplatz, das Auto war weg. Dann verlangten die Abschlepper häufig hohe Wucherpreise, bevor sie die Stelle preisgaben, an die sie das widerrechtlich abgestellte Fahrzeug abgestellt hatten.

Parken mit Parkscheibe: Dürfen Sie die Dauer nachträglich verändern?

Parken mit Parkscheibe: Dürfen Sie die Dauer nachträglich verändern?

Die Gesetzgeber sind schließlich jedoch gegen die halbseidene Praxis der Abschlepper vorgegangen und haben die Preise für das Abschleppen und Umsetzen von Fahrzeugen begrenzt. Ein generelles Verbot dieser Praxis hingegen ist nicht zu bewerkstelligen, da auf den betroffenen Parkflächen die Eigentümer der Parkstellplätze die rechtliche Handhabe besitzen, widerrechtlich abgestellte Wagen auf Kosten deren Besitzer zu entfernen.

Generell kann Ihnen auch auf öffentlichen Parkplätzen, mit Parkzeitbegrenzung der Abschlepper drohen. Ob Ordnungsamt oder Eigentümer: Vergessen Sie, die Parkscheibe sichtbar im Auto zu platzieren oder haben Sie die Parkscheibe nicht korrekt eingestellt, ist es zulässig, Ihren Wagen abschleppen oder versetzen zu lassen.

Die Kosten für den Vorgang müssen Sie dann aus eigener Tasche zahlen, nicht der Auftraggeber.

Tabelle: Bußgeldkatalog – Was kostet Parken ohne Parkscheibe?

BeschreibungBußgeld
Trotz entsprechender Ausschilderung ohne Parkscheibe geparkt (bzw. falsch eingestellter, nicht zulässiger usf.)
... für bis zu 30 Minuten10 Euro
... für bis zu 1 Stunde15 Euro
... für bis zu 2 Stunden20 Euro
... für bis zu 3 Stunden25 Euro
... für mehr als 3 Stunden30 Euro

Wo muss die Parkscheibe im Auto liegen?

Generell ist keine feste Position vorgeschrieben, an der Sie die Parkscheibe im Auto platzieren müssen. Einzige Bedingung ist, dass das kleine Verkehrszeichen zur Überwachung der Parkzeit von Außen gut einsehbar sein muss. Nicht sichtbar oder erkennbar ist sonst gleichbedeutend mit nicht vorhanden.

Idealerweise legen Sie die Parkscheibe beim Parken – ebenso wie Parktickets – direkt hinter die Frontscheibe Ihres Autos auf dem Armaturenbrett ab.

Wie die Parkscheibe richtig stellen?

Wie soll denn die Parkscheibe nun richtig eingestellt werden? 15 Minuten vor oder zurück, halbe Stunde, exakte Ankunftszeit oder die voraussichtliche Abfahrtszeit?

Während früher noch Verwirrung hinsichtlich der einzustellenden Zeit entstehen konnte, ist seit 1979 eindeutig festgelegt, dass nur noch die Ankunftszeit auf der Parkscheibe eingestellt werden soll. Dieser Hinweis ist auch auf jede Parkscheibe aufgedruckt. Während Sie beim Parken auf der Parkscheibe also Ihre Ankunft einstellen, müssen Sie je nach örtlicher Gegebenheit selbst festlegen, wann Sie den Parkplatz spätestens wieder verlassen haben müssen.

Doch wie stellen Sie auf der Parkscheibe die Ankunftszeit nun richtig ein? Es gibt hierzu viele Vermutungen, aber nur einen richtigen und wichtigen Weg: Sie müssen auf die nächste halbe Stunde aufrunden!

Um zu viel Verwirrung zu vermeiden, hat der Gesetzgeber bereits die Zwischenschritte auf der Parkscheibe ausgelassen und nur noch volle Stunden markiert und dazwischen jeweils einen weiteren Strich gesetzt, der die halbe Stunde kennzeichnet.

Achtung! Stellen Sie die Parkuhr möglichst exakt auf die Striche ein. Steht der Pfeil irgendwo zwischen zwei Linien in der weißen Fläche, weil Sie Ihre Ankunftszeit so exakt wie möglich darstellen wollen, kann der Hinweis ungültig sein. Es ist gewissermaßen damit gleichzusetzen, als hätten Sie gar keine Parkscheibe im Auto. Die Verhängung eines Verwarngelds trotz vorhandener Parkscheibe ist in einem solchen Fall zulässig.

Beispiele:

  1. Sie stellen Ihr Fahrzeug um 12.03 Uhr ab. Das bedeutet, dass Sie die Parkscheibe auf die nächste halbe Stunde einstellen müssen, also 12.30 Uhr.
  2. Wenn Sie exakt 12.15 Uhr parken, stellen Sie die Parkzeit ebenfalls bei exakt 12.30Uhr ein, nicht mittig in der weißen Fläche zwischen den beiden Strichen von 12 Uhr und 12.30 Uhr!
  3. Parken Sie Ihr Auto erst 12.28 Uhr, dann gilt auch hier 12.30 Uhr als korrekte Einstellung auf der Parkuhr!
  4. Stellen Sie Ihr Auto erst 12.30 Uhr ab, dürfen Sie die Parkscheibe auf 13.00 Uhr vorstellen, da die neue halbe Stunde bereits begonnen hat, und damit auf die nächste halbe Stunde aufrunden.

Ist die Parkzeit auf eine Stunde begrenzt, dürfen Sie bei der Einstellung 12.30 Uhr also bis 13.30 auf dem Parkplatz verbleiben. Kamen Sie schon 12.03 an, liegt die effektive Parkdauer also bei einer Stunde und 27 Minuten.

Wie müssen Sie die Parkscheibe einstellen?

Wie müssen Sie die Parkscheibe einstellen?

Dürfen Sie die Parkscheibe nachträglich weiterdehen?

Die Parkzeit läuft ab, Sie sind fertig mit dem Einkauf, würden aber gerne noch in Ruhe einen Kaffee beim Bäcker nebenan trinken? Fix die Parkscheibe nachgestellt und schon haben Sie wieder ausreichend Zeit – oder? Beim Parkscheinautomaten können Sie ja schließlich auch noch nachträglich ein weiteres Ticket ziehen. Aber Vorsicht: In diesem Falle säßen Sie einem Irrtum auf! Fällt ein derartiger Täuschungsversuch auf, müssen Sie ebenfalls mit einer Strafe rechnen.

Es ist nicht zulässig, die Uhrzeit einfach der aktuellen Zeit anzupassen und die zulässige Parkdauer damit erneut beginnen zu lassen. Ist ein Ordnungsbeamter bereits öfter an Ihrem Fahrzeug vorbeigelaufen und hat sich die eingestellte Parkzeit auf Ihrer Parkscheibe notiert, kann er die versuchte Täuschung nachvollziehen und Ihnen wider Erwarten trotz Parkscheibe ein Knöllchen unter die Scheibenwischer klemmen.

„Dann fahr‘ ich eben einmal kurz in der Lücke vor und zurück und parke erneut ein. Dann hab ich ja neu geparkt.“ Irrtum! Zahlreiche Auseinandersetzungen vor Gerichten haben bestätigt, dass das einfache Vor- und Zurücksetzen des Fahrzeugs keinen neuen Parkvorgang einleiten. Vielmehr sperrten Sie die Parkfläche für andere Verkehrsteilnehmer und würden sich einen unlauteren Vorteil verschaffen.

Zulässig wäre es hingegen, wenn Sie aus der Parklücke ausfahren und eine Runde um den Block drehen. In diesem Moment gewähren Sie anderen Verkehrsteilnehmern eine ausreichende Chance, dass diese den Parkplatz selbst einnehmen. Lassen Sie sich jedoch nicht dazu verleiten, durch einen Begleiter für die zwei Minuten den Parkplatz freihalten zu lassen, um sicher zu gehen, dass er nach der Spritztour noch für Sie frei ist.

Es ist nicht zulässig, einen Parkplatz zu reservieren. Herbei kann es sich im schlimmsten Fall um eine Nötigung im Straßenverkehr handeln, die mit einer Geldstrafe oder bis zu dreijährigen Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Einen Parkplatz freizuhalten ist damit kein Kavaliersdelikt, sondern kann einen Straftatbestand erfüllen.

Ist auch eine elektronische Parkscheibe erlaubt?

Die immer größer werdende Bedeutung des Mobiltelefons hat sich auch im Rahmen der Parkraumbewirtschaftung niedergeschlagen. Seit dem Jahre 2005 sind neben dem offiziellen Verkehrszeichen auch andere Wege für die Parknachweise zulässig. Nachdem jedoch erst das Parken mit dem Handy bzw. das Lösen eines Parktickets per Handy möglich wurde, folgte kurz darauf auch die Zulassung von abweichenden Systemen.

Eine elektrische oder digitale Parkscheibe darf dabei generell von den strengen Vorgaben in der StVO abweichen. Aber, es gibt dabei andere Punkte zu beachten, um kein Bußgeld für das Parken ohne Parkscheibe zu riskieren. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Parkscheibe automatisch stehen bleibt. Eine mitlaufende Parkscheibe, die etwa automatisch die Ankunftszeit nachstellt, ist nicht zulässig!

Generell ist eine automatische Parkscheibe nur dann zulässig, wenn Sie den Anforderungen entspricht, wie sie im Verkehrsblatt (Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) vom 30. November 2013 getroffen wurden. Wichtig sind hierbei vor allem die folgenden Aspekte:

  1. Für die elektronische Parkscheibe muss eine Typengenehmigung vorliegen. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich zwar um ein nettes Spielzeug, nicht aber um ein offiizielles Mittel für die Parkzeitüberwachung.
  2. Eine Parkscheibe, die elektronisch funktioniert, muss sich bei Abstellen des Motors oder aber bei Stillstand – durch Bewegungssensoren via GPS – automatisch auf die nächste halbe Stunde vorstellen.
  3. Die elektronische Parkscheibe darf nicht manipulierbar und muss über die gesamte Parkzeit hinweg vor Eingriffen geschützt sein. Nur so kann gewährleistet werden, dass die auf der Uhr angezeigte Ankunftszeit nicht nachträglich verstellt wird.
  4. Auf der Vorderseite der Parkscheibe muss eine Abbildung des Verkehrszeichens „Parkplatz“ (Zeichen 314) angebracht sein.
  5. Das Wort „Ankunftszeit“ ist auf der Vorderseite über der Anzeige vorhanden.
  6. Die Zahlen der 24-Stunden-Anzeige im Display einer Parkscheibe mit digitaler Uhr müssen mindestens zwei Zentimeter hoch sein, um gute Lesbarkeit zu gewährleisten.
  7. Generell muss auch eine elektronische Parkscheibe um eine Strafe zu vermeiden, auch von Außen gut einsehbar und gut lesbar sein.
Über die Parkscheibe kursieren noch immer viele Irrtümer!

Über die Parkscheibe kursieren noch immer viele Irrtümer!

Eine elektronische Parkscheibe kostet ab 9 Euro aufwärts. Achten Sie beim Kauf jedoch dringend auf die Einhaltung der Bestimmungen, denn das Parken mit einer nicht zulässigen Parkscheibe ist gleichbedeutend mit dem Parken gänzlich ohne Parkscheibe. Die Kosten für Knöllchen und Abschlepper könnten also auch in einem solchen Falle drohen.

Brauchen Sie auch beim Parken mit dem Motorrad eine Parkscheibe?

Ja. Für Motorradfahrer gibt es auf Parkplätzen mit Zeitbegrenzung keine Sonderregelung. Das bedeutet: Stellen Sie Ihr Motorrad auf einem Stellplatz ab, auf dem der Gebrauch der Parkscheibe verpflichtend ist, müssen auch Sie Ihr Motorrad mit einer Parkscheibe ausstatten.

Da die Anbringung der Parkscheibe am Motorrad sich jedoch nicht immer einfach gestaltet, finden sich auf dem Markt auch gelochte Modelle. Eine gelochte Parkscheibe ist für ein Motorrad besonders geeignet, als Sie mit Hilfe eines Kabelbinders die Parkscheibe etwa an der Vordergabel anbringen können. So lässt es sich verhindern, dass Sie bei Parken ohne Parkscheibe ein Bußgeld kassieren.

Damit niemand die Parkscheibe einfach so im Vorbeigehen umstellen kann, können Sie die Scheibe durch den Kabelbinder oder durch ein kleines Kofferschloss dank der Lochung fixieren.

18 Kommentare

  1. K. arno sagt:

    Habe auf einem privatparkplatz,vor der Kaufhalle mit gültiger Parkscheibe geparkt und die
    Parkzeit um 18 Minuten überschritten . Ergebnis 30€ Strafgeld.Ist dass rechtens?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Arno,

      in der Tat können Privatbesitzer die Strafen innerhalb eines Rahmens selbst festlegen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Rolf sagt:

    Habe 2 Parkscheiben an der Windschutzscheibe der Beamte sagt das ist nicht gestattet. Stimmt das?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Rolf,

      das liegt ja eigentlich auch auf der Hand. Mit der Parkscheibe sollen Sie eindeutig dokumentieren, wie lange Sie parken. Haben Sie zwei im Auto können die Mitarbeiter des Ordnungsamtes dies aber nicht nachvollziehen. Welche Scheibe von beiden gilt, ist nicht erkenntlich.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Karsten B. sagt:

    Meine Parkscheibe lag gut zu sehen auf dem Fahrersitz.(Aldiparkplatz)
    Jetzt soll ich 20 EU zahlen wegen nicht vorhandener Parkscheibe. ich habe einen Zeugen
    Wer ist im Recht?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Karsten,

      bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine Rechtsberatung vornehmen dürfen. Ein Anwalt kann Sie beraten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Guido M. sagt:

    Hallo,

    Hatte meine Parkscheibe auf die Ankunftszeit um 08:00h eingestellt. Der Parkplatz war ab 09:00h bis 17:000h parkscheibenpflichtig. Die Politesse erschien um 09:10h und erteilte einen „Strafzettel“, da die Parkzeit nicht richtig eingestellt gewesen wäre. Ist dies korrekt? Oder hätte ich die Parkzeit, trotz Ankunft um 08:00h, auf 09:00h einstellen müssen?

  5. Yvonne sagt:

    Hallo!
    Ich bin so richtig sauer ich hatte heute beim aussteigen aus dem Auto telefoniert und hatte zunächst die Parkscheibe vergessen…
    1 Minute später (ungelogen ich war 30 Meter von meinem Auto weg ) drehe ich mich um und will eine Parkscheibe reinlegen da steht schon ein richtig guter Mann mit Zettel in der Hand ( ich weiß nicht wie er das so schnell geschafft hat er muss gelauert haben)!!!
    Ich spreche ihn also an und sage ich bin vor einer Minute eingeparkt und er nur “ interessiert mich nicht“ ich bin so sauer ich werde morgen beim Ordnungsamt anrufen das ich doch reine Schikane ….es war ein kleiner Parkplatz mit 8 Autos er hätte mich sogar sehen müssen als ich kam ….. hab ich eine Chance ?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Yvonne,

      natürlich können Sie Ihre Sicht der Dinge darlegen. Die Behörde entscheidet dann alles Weitere.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. Jürgen sagt:

    Hallo,

    seit einiger Zeit gibt es ja auch elektronische Parkscheiben, mit digitaler Anzeige die sich nach einem Stopp automatisch zur nächsten halben bzw. vollen Stunde stellen. Laut STVO soll ja die Parkuhr blau sein und eine bestimmt Größe haben. Die Parkuhren gibt es aber auch in schwarz und haben auch eine E-Nr. Außerdem sind die Parkuhren manipulierbar, da ich auch die Ankunftszeit manuell einstellen kann.
    Bis jetzt sind diese Parkuhren nur in Deutschland und in Dänemark zugelassen aber was ist wenn ich mich in einem anderen EU Land befinde, wie in PL, CZ, A oder NL.
    Es ist vorgeschrieben, das sich die Parkuhr auf der rechten Unterseiter der Frontscheibe befestigt sein muss. nun kann ich ja nicht jedes Mal die angeklebte Parkscheibe lösen und 2 Parkscheiben sind ja auch nicht zulässig.
    Nun habe ich aber auch gehört das ich die elektronische Parkscheibe auch in der EU benutzen kann, wenn ich ein deutsches Kennzeichen habe.
    Wenn Engländer nach Deutschland kommen, könne die ja auch nicht das Lenkrad so einfach von rechts nach links umbauen.
    Wie verhält man sich denn nun richtig?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Jürgen,

      laut Herstellerangaben sollte die Nutzung im europäischem Ausland, wie von Ihnen beschrieben, möglich sein. Wenn Sie aber auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie auf Reisen eher zur manuellen Scheibe greifen. Entscheiden Sie sich aber für eine Variante.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  7. Wolfgang sagt:

    Hallo,
    Ich habe heute ca. 15 Minuten auf einem Penny Parkplatz trotz Hinweisen ohne Parkscheide geparkt. Danach hatte ich ein Zettel der Firma Park&Control mit der Begründung, dass ich ohne gültigen Parkausweis geparkt habe. Nun soll ich 30€ bezahlen!
    Laut Busgeldkatalog sind es aber nur 10€.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Wolfgang,

      eine Rechtsberatung dürfen wir nicht durchführen. Sie können sich von einem Anwalt beraten lassen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  8. Koerner sagt:

    Hallo, beim Einkaufen ohne Parkscheibe haben wir einen Zettel ‚Forderung über Vertragsstrafe ‚ erhalten und zwar sollen wir 19,90 € bezahlen. Wir waren laut Kassenzettel von 14:06-14:45 Uhr einkaufen. Laut Bußgeldkatalog müssten wir aber nur 15€ Uhr zahlen. Die’fair parken GmbH‘ will aber 19,90€ erheben egal wie lange jemand dort steht. Wir haben 14:05 Uhr den Supermarkt betreten. Wir möchten wissen sind jetzt 15 oder 19,90 € richtig? Und wie ist das, wenn man nachweisen kann, wie lange man für den Einkauf gebraucht hat.
    Mit freundlichen Grüßen
    E. Koerner

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Koerner,

      der Bußgeldkatalog gilt nur für das Parken auf öffentlichen Flächen. Sie haben auf einem Privatparkplatz geparkt. Dort kümmern sich spezielle Firmen um die Bußgelder. Deren Höhe kann individuell vom Besitzer der Parkfläche festgelegt werden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  9. Klaus sagt:

    Ich habe eine Rechnung über 124.36€ bekommen!!!! Habe auf einem Parkplatz einer Ladenzeile gestanden! Gekennzeichnet mit tlw. verdeckten Hinweisschildern, Parken mit Parkscheibe gestattet 2 Std. Danach abschleppen!

    Meine Parkdauer war um 23 Min. überschritten! Jetzt kommt`s, Rechnung bezieht sich auf Abschleppkosten, 135.00€ welches aber nicht stattgefunden, darum 30% Ermäßigung, also 40.50€, plus Kosten zur Halterermittlung 10€ plus 19% Umsatzsteuer

    Rechnungsbetrag w. o. 124,36€ Ich bin stolz auf diese Großzügigkeit der Rabattgewährung!!

    Ich würde mich freuen wenn sie dazu einen Kommentar hätten!

    Vielen Dank
    Klaus

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Klaus,

      Sie haben die Möglichkeit, sich mit Ihren Fragen an einen Anwalt zu wenden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

Verfasse einen neuen Kommentar