Kontrolle von Reisebussen – Goslaer Polizei stellt teils eklatante Mängel fest

News vom 20.06.2017 um 10:50 Uhr

Bei einer Kontrolle von Reisebussen in Goslar wurden viele gefährliche Mängel entdeckt.

Bei einer Kontrolle von Reisebussen in Goslar wurden viele gefährliche Mängel entdeckt.

In dieser und der nächsten Woche starten in insgesamt fünf Bundesländern – darunter Niedersachsen und Thüringen – die langen Sommerferien. Viele Deutsche freuen sich auf eine entspannte Fahrt an den Urlaubsort mit dem Reisebus. Leider nehmen es nicht alle Busunternehmen mit der Sicherheit ganz so genau. Bei einer Kontrolle von Reisebussen in Goslar wurden teils schwerwiegende Mängel festgestellt – und die können fatale Folgen haben.

Mehr als die Hälfte der kontrollierten Reisebusse wurden bemängelt

Vor zwei Wochen führte die Polizeiinspektion Goslar in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Salzgitter und Gifhorn sowie dem Braunschweiger Gewerbeaufsichtsamt eine Kontrolle von Reisebussen durch. Innerhalb von zwei Tagen wurden insgesamt 43 Busse – davon 34 in Deutschland und neun im Ausland zugelassene Kfz – genau überprüft. Nicht nur die Technik der Busse wurde gecheckt, besonderes Augenmerk legten die Beamten auch auf die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten.

Im Rahmen der Kontrolle von Reisebussen zeigten insgesamt 26 Fahrzeuge – also mehr als die Hälfte – teils schwerwiegende Mängel. Insgesamt wurde 45 Mal gegen die Regelungen der Lenk- und Ruhezeiten verstoßen. Ein Fahrer verfügte nicht über die nötigen Qualifikationen zum Führen eines Busses. Außerdem wurden acht technische Mängel festgestellt.

Bei mehreren Bussen war beispielsweise der Einklemmschutz an den Türen nicht richtig eingestellt, was dazu führen kann, dass ein- und aussteigende Fahrgäste eingeklemmt werden können. Zwei weitere Fahrzeuge verfügten über defekte lichttechnische Einrichtungen. Funktionieren die Leuchten nicht, führt dies unter anderem dazu, dass andere Verkehrsteilnehmer den Bus erst spät erkennen. Gefährliche Situationen können die Folge sein.

Die Lenk- und Ruhezeiten sorgen dafür, dass Busfahrer ausreichend Pausen machen und sich vor der Weiterfahrt erholen können. Wird gegen diese Regelungen verstoßen, kann dies dazu führen, dass die Fahrer unkonzentriert und müde sind, was wiederum das Risiko von Busunfällen erhöht.

Busunfälle – Selten, aber oft mit fatalen Folgen

Einem Fahrzeug aus Bosnien-Herzegowina wurde im Zuge der Kontrolle von Reisebussen in Goslar die Weiterfahrt untersagt. Der Motorraum war stark mit Öl verschmiert, welches sich bei hohen Temperaturen hätte entzünden können. Wie gefährlich ein solcher Brand im Bus sein kann, zeigte das Unglück am 4. November 2008.

Auf der A2 bei Garbsen fing ein Reisebus plötzlich Feuer. Der Fahrer konnte den Bus zwar sofort stoppen, allerdings war die Brand- und Rauchentwicklung so stark und ging so schnell voran, dass sich nicht alle Fahrgäste retten konnten. Insgesamt 20 Menschen kamen bei diesem tragischen Unglück ums Leben.

Im folgenden Video berichtet ein Polizeisprecher, wie es zu dem verheerenden Brand kam:

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