Wann droht ein Bußgeld im Sommer beim Heckeschneiden?

Heckenschnittverbot: Bußgeld droht im Sommer beim Heckeschneiden

News vom 02.08.2018 um 16:27 Uhr

Im Sommer ist das Heckeschneiden zwischen März und September ordnungswidrig.

Im Sommer ist das Heckeschneiden zwischen März und September ordnungswidrig.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat darauf hingewiesen, dass ein Bußgeld im Sommer beim Heckeschneiden droht. Vom 1. März bis zum 31. September gilt offiziell ein Heckenschnittverbot. Aber welche Hecken oder Pflanzen sind betroffen und wie hoch sind die Bußgelder?

Gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) kann Heckeschneiden bis zu 50.000 Euro kosten

Warum droht überhaupt ein Bußgeld im Sommer, wenn dem Heckeschneiden nachgegangen wird?

Peter Lorenz, vom Naturschutzbund (NABU) in Kassel, äußerte gegenüber dem hessischen Radiosender FFH, dass vor allem Vögel zum Nisten und Brüten Schutz in Hecken suchen. Aber auch andere Tiere, wie zum Beispiel Bienen oder Igel, würden Hecken als Lebensraum nutzen. Hecken und Büsche im Garten dürfen während der Sommermonate daher nicht geschnitten werden, weil die Schutz- und Lebensräume sonst beeinträchtigt wären oder die Tiere selbst Schäden davon tragen.

Die gesetzliche Grundlage für Sanktionen wegen Heckeschneiden im genannten Zeitraum liefert § 44 des BNatSchG. Sie dürfen wildlebenden Tieren und besonders geschützten Pflanzenarten weder nachstellen noch dürfen diese gefangen, verletzt/beschädigt oder getötet/zerstört werden. Dies gilt insbesondere während der Fortpflanzungs- und Wanderungszeit. Brut- und Ruhestätten dürfen nicht aus der Natur entnommen, beschädigt oder zerstört werden.

Wer sich nicht an geltende Gesetze hält, muss gemäß § 69 BNatSchG mit einem Bußgeld im Sommer rechnen. Heckeschneiden gilt als Ordnungswidrigkeit, wenn zwischen März und September zur Schere gegriffen wird. Je nach Bundesland können 10.000 bis 50.000 Euro im Ernstfall laut Bußgeld- und Strafvorschriften des BNatSchG eingefordert werden. Letztlich ist die exakte Höhe des Bußgeldes vom Einzelfall abhängig. Entscheidend sind auch spezifische Bestimmungen der Bundesländer sowie die Richtermeinung, wenn Fälle vor Gericht verhandelt werden.

Für welche Hecken und Pflanzen gilt das Verbot?

Gefährdung: Bußgeld droht  im Sommer beim Heckeschneiden, weil Lebensräume zerstört werden können.

Gefährdung: Bußgeld droht im Sommer beim Heckeschneiden, weil Lebensräume zerstört werden können.

Grundsätzlich sind alle Hauseigentümer und Kleingärtner betroffen. Das Gesetz kann beim Roden, Radikalschneiden und Zerstören von

  • Hecken,
  • Wallhecken,
  • Schilf,
  • Gebüschen und
  • Röhricht
  • angewendet werden. Beinhaltete Gebiete sind im Rahmen vom Naturschutz sämtliche freie Landschaften und Siedlungsgebiete bzw. Wohngebiete in allen deutschen Bundesländern.

    Hobbygärtner sind jedoch nicht verpflichtet, wegen der Verbotszeit prophylaktisch vorzusorgen. So entschied jedenfalls das Landgericht Freiburg (Az.: 3 S 171/16). Zur Debatte stand, ob Grundstücksbesitzer vor dem ersten März die Hecke insofern kürzen müssen, dass nach dem Datum nicht die maximal erlaubte Höhe überschritten wird. Weil das Pflanzenwachstum jedoch kaum vorhersehbar sei, wurde die Klage des betreffenden Nachbarn abgelehnt.

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