Rheinland-Pfalz fordert höheres Bußgeld für Gaffer

News vom 20.03.2017 um 17:32 Uhr

Rheinland-Pfalz will höheres Bußgeld für Gaffer

Rheinland-Pfalz will höheres Bußgeld für Gaffer

Geht es nach der rheinland-pfälzischen Landesregierung soll das Bußgeld für Gaffer an Unfallorten erheblich steigen. Damit wäre das Bundesland Vorreiter in Deutschland, erklärt SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die geplante Gesetzesänderung sieht vor, das Gaffer-Bußgeld von aktuell 5.000 auf 10.000 Euro anzuheben.

Was soll das höhere Bußgeld für Schaulustige bewirken?

Ziel des höheres Bußgeldes für Gaffer ist Abschreckung. So sollen die Strafen Sensationslustige davon abhalten, Unfälle oder Verletzte zu filmen, zu fotografieren, Rettungskräfte im Einsatz zu behindern oder schlimmer noch: weitere Unfälle zu verursachen.

Was können Rettungskräfte gegen Gaffer unternehmen?

Aktuell können Polizisten Platzverweise für Gaffer aussprechen. Halten sich Schaulustige nicht daran, begehen sie eine Ordnungswidrigkeit und können mit einem Bußgeld belegt werden.

Das gilt übrigens nicht, wenn Sanitäter Platzverweise erteilen. Wer sich dem widersetzt, handelt nicht ordnungswidrig.

Dennoch halten sich Schaulustige oftmals nicht an die Platzverweise. Um sie zumindest vom Filmen oder Fotografieren abzuhalten, setzen Rettungskräfte daher immer öfter mobile Sichtschutzwände ein.

Wie gefährlich Gaffen ist und wie stark Rettungskräfte dabei behindert werden, zeigt das Video der ARD eindrücklich:

So hoch sind aktuell die Bußgelder für Gaffer

VerstoßSanktion
"Gaffen" als OrdnungswidrigkeitBußgeld von 20 bis 1000 Euro
Behinderung der Rettungskräfte durch Befahren des Seitenstreifens auf der AutobahnBußgeld von 20 Euro
Behinderung der Rettungskräfte durch Parken auf dem Seitenstreifen der AutobahnBußgeld von 25 Euro
Unterlassene HilfeleistungStraftat! Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
Fotos oder Filme von einem Unfall machenStraftat! Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe

In Rheinland-Pfalz beträgt das Gaffer-Bußgeld bereits jetzt 5.000 Euro.

Festgeschrieben sind die Strafen aus der oben stehenden in § 201a StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen). Dort heißt es:

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer […] eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt

Mehr zum Thema Schaulustige bei Unfällen, erfahren Sie auch in unserem Ratgeber über Gaffer.

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