eCall wird Pflicht: Was Sie über das elektronische Notrufsystem wissen müssen

News vom 29.03.2018 um 14:24 Uhr

Durch die Einführung der eCall-Pflicht soll die Reaktionszeit der Rettungsdienste verbessert werden.

Durch die Einführung der eCall-Pflicht soll die Reaktionszeit der Rettungsdienste verbessert werden.


Umsetzung der EU-Verordnung: Am 31. März tritt die „eCall-Pflicht“ in Kraft. Das bedeutet, dass alle Neuwagen mit dem verbauten Notrufsystem ausgerüstet werden müssen. Es handelt sich dabei um eine Reaktion der Europäischen Union (EU) auf die hohe Anzahl der Menschen, die jährlich bei Verkehrsunfällen sterben. Die Technik funktioniert recht simpel: Kommt es zu einem Unfall, wählt das Auto automatisch den Notruf 112 und stellt eine telefonische Verbindung zur nächstgelegenen Rettungsleitstelle her.

Wie funktioniert eCall?

Was lange währt, wird endlich gut: Vor mehr als 15 Jahren schon angepriesen, tritt zum Ende des Monats die eCall-Pflicht für Neuwagen in allen Mitgliedsstaaten der EU in Kraft. Hersteller sind sodann verpflichtet, in allen neu produzierten Autos das elektronische Notrufsystem fest zu installieren.

eCall ist die Abkürzung für „emergency call“. Das Notfallsystem soll bei einem Unfall eine automatische Telefonverbindung zur nächstgelegenen Rettungsstelle herstellen. Dies ist durch im Wagen verbaute „Crash-Sensoren“ möglich.

Zudem kann das System erkennen, wenn einer der Airbags im Fahrzeug ausgelöst hat. Ist ein Gespräch zwischen Verunfalltem und Rettungsstelle nicht möglich, weil der betroffene Kfz-Fahrer nicht in der Lage ist zu sprechen, wird umgehend ein Rettungseinsatz eingeleitet.

Damit die Rettungskräfte wissen, wo sich das Unfallopfer befindet, sendet eCall über einen Satelliten Daten zum Standort und zur Fahrtrichtung des Fahrzeugs. EU-Kommission und Europaparlament hoffen, dadurch die Reaktionszeit der Rettungsdienste bei einem Unfall deutlich zu verringern und dadurch mehr Unfallopfer früher finden und retten zu können.

Wichtig: Der Einbau von eCall ist zwar Pflicht für alle Neuwagen, welche nach dem 31. März zugelassen werden, eine Nachrüstung für Gebrauchtwagen ist allerdings nicht vorgeschrieben.

Trotz eCall: Erste-Hilfe-Pflicht bleibt bestehen

Auch nach Einführung der eCall-Pflicht muss weiterhin erste Hilfe geleistet werden.

Auch nach Einführung der eCall-Pflicht muss weiterhin erste Hilfe geleistet werden.

Das elektronische Notrufsystem soll also zu einer schnelleren Erstversorgung von Autounfallopfern in ganz Europa führen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Unfallzeugen blind darauf vertrauen können, dass der eCall funktioniert. Die Pflicht, Erste Hilfe zu leisten, bleibt natürlich weiterhin bestehen.

Beobachten Sie einen Unfall, sollten Sie wie folgt vorgehen und die sogenannte Rettungskette einhalten:

  1. Unfallstelle absichern, um Folgeunfälle zu verhindern
  2. Notruf absetzen (die eCall-Pflicht gilt nur für Neuwagen, daher sollten Sie lieber sichergehen, dass die Rettungskräfte auch wirklich informiert sind), wenn nötig, lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten
  3. Weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen (beispielsweise Wundversorgung)
  4. Der Rettungsdienst löst den Ersthelfer ab
  5. Der Verunfallte wird in einem Krankenhaus versorgt
Unsere Grafik stellt den korrekten Ablauf der Ersten Hilfe dar.

Unsere Grafik stellt den korrekten Ablauf der Ersten Hilfe dar.

Ist die eCall-Pflicht ein Verstoß gegen den Datenschutz?

Die Einführung der eCall-Pflicht ruft immer wieder Datenschützer auf den Plan, welche Bedenken am Notrufsystem äußern. Sie sehen durch die Übertragung des Fahrzeugstandorts per GPS die Möglichkeit gegeben, dass Autofahrer heimlich getrackt werden. Davon ist allerdings nicht auszugehen, da die Verbindung ausschließlich nach einem Unfall aufgebaut wird.

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1 Kommentar

  1. Roland G. sagt:

    Dieser Artikel ist soweit in Ordnung. Doch laut „KBA“-Anfrage gilt dieses Gerät nur „für neue Modelle“ nach dem 31.3.2018.
    Dies ist ein Unterschied zur „Neuzulassung“.

    HG
    rogö

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