Bundeskabinett beschließt härtere Strafen für Gaffer-Fotos von Unfalltoten

News vom 13.11.2019 um 14:45 Uhr
Das Bundeskabinett hat härtere Strafen für Gaffer beschlossen, die Unfalltote fotografieren.
Das Bundeskabinett hat härtere Strafen für Gaffer beschlossen, die Unfalltote fotografieren.

§ 201a Strafgesetzbuch (StGB) schützt hilflose Menschen vor entwürdigenden Bildaufnahmen. Wer z. B. bei einem Unfall derartige Fotos von Verletzten anfertigt, macht sich strafbar. Nun hat das Bundeskabinett auch härtere Strafen für Gaffer beschlossen, die Unfalltote fotografieren. Der Bundestag muss der Gesetzesänderung noch zustimmen.

Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren für Gaffer-Fotos

Schaulustige sorgen schon seit längerem für Diskussionen und Entrüstung, weil sie immer wieder Rettungskräfte behindern, um die eigene Sensationslust zu befriedigen. Der Gesetzgeber reagierte und stellte dieses Verhalten in § 323c Abs. 2 StGB unter Strafe.

Nun ging das Bundeskabinett noch einen Schritt weiter und beschloss härtere Strafen für Gaffer, die Unfalltote fotografieren und diese Fotos anschließend im Internet verbreiten. Damit sollen die soeben erwähnten Strafvorschriften ergänzt werden.

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) findet es „einfach nur gruselig“, dass derartige im Internet veröffentlichte Bilder auch noch Likes und Kommentare bekämen. Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte sie:

„Es handelt sich um Personen, die ihr Leben gelassen haben. Es ist mir unbegreiflich, wie sich Menschen an Bildern davon ergötzen können.“

[Quelle: www.morgenpost.de]

Um verstorbene Menschen besser zu schützen, sieht das Bundeskabinett in seinem Beschluss folgende härtere Strafen für Gaffer vor: Wer Bildaufnahmen herstellt oder überträgt, „die in grob anstößiger Weise eine verstorbene Person zur Schau” stellen, kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren verurteilt werden. Der Bundestag muss der Gesetzesänderung noch zustimmen.

 

Strafen für Gaffer und Schaulustige

VerstoßSanktion
"Gaffen" als OrdnungswidrigkeitBußgeld von 20 bis 1000 Euro
Behinderung der Rettungskräfte durch Befahren des Seitenstreifens auf der AutobahnBußgeld von 20 Euro
Behinderung der Rettungskräfte durch Parken auf dem Seitenstreifen der AutobahnBußgeld von 25 Euro
Unterlassene HilfeleistungStraftat! Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
Fotos oder Filme von einem Unfall machenStraftat! Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
Fotos oder Filme von Unfalltoten anfertigenStraftat! Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe

Richtiges Verhalten im Stau und bei einem Unfall

Härtere Strafen für Gaffer: Wer Unfalltote fotografiert, soll bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe bekommen können.
Härtere Strafen für Gaffer: Wer Unfalltote fotografiert, soll bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe bekommen können.

Statt sofort zum Smartphone zu greifen, um Fotos vom Unfallgeschehen zu schießen, sollten sich Autofahrer bzw. Passanten Gedanken machen, welchen Beitrag sie für eine schnellstmögliche Rettung der Unfallopfer leisten können.

Schon einige wenige Maßnahmen helfen dabei:

  • Bildung und Freihalten der Rettungsgasse schon bei stockendem Verkehr
  • Erste Hilfe leisten, sofern dies nicht bereits durch andere Helfer geschieht; ggf. den Helfern Unterstützung anbieten
  • darauf achten, dass Rettungskräfte nicht behindert werden
  • Anweisungen der Polizei befolgen
  • nicht gaffen und nicht fotografieren, sondern weiterfahren (sofern möglich) – in Zukunft könnten härtere Strafen auf Gaffer, die Tote fotografieren, zukommen

Die Bildung einer Rettungsgasse ist lebenswichtig. Nur so gelangen die Rettungskräfte ungehindert und schnell zum Unfallort. Wie die Rettungsgasse funktioniert, zeigt die folgende Infografik.

Infografik zur Rettungsgasse: Platz machen statt gaffen. (Für größere Ansicht aufs Bild klicken.)
Infografik zur Rettungsgasse: Platz machen statt gaffen. (Für größere Ansicht aufs Bild klicken.)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (37 Bewertungen, Durchschnitt: 4,60 von 5)
Loading...

1 Kommentar

Neuen Kommentar verfassen

  1. Mario sagt:

    Was kostet es wenn ich meinen Punktestand online Abfrage?

Verfasse einen neuen Kommentar

Tipp: Im Bußgeldkatalog Forum erhalten Sie noch schneller eine Antwort auf Ihre Frage! Hier gelangen Sie zum Forum...


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2019 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.