Befreiung von der Maskenpflicht: Wem müssen Sie Ihr Attest zeigen?

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 23. September 2020

Nicht jeder kann bzw. muss Maske tragen: Eine Befreiung von der Maskenpflicht durch Attest ist möglich.
Nicht jeder kann bzw. muss Maske tragen: Eine Befreiung von der Maskenpflicht durch Attest ist möglich.

Seit mehr als vier Monaten gilt in Deutschland nun die Maskenpflicht an zahlreichen Orten des öffentlichen Lebens. Der Großteil der Menschen scheint sich daran gewöhnt zu haben und den erwiesenen Nutzen der Mund-Nasen-Bedeckungen beim Infektionsschutz zu akzeptieren. Allerdings gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes nicht uneingeschränkt: Bei bestimmten Erkrankungen ist es möglich, sich ein ärztliches Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht ausstellen zu lassen. Aber kann jeder Ladenbesitzer fordern, das Attest zu sehen? Müssen Sie es in der Bahn vorzeigen? Antworten auf die Frage, wer das Attest über die Befreiung von der Maskenpflicht sehen darf, finden Sie hier.

Für wen gilt eine Befreiung von der Maskenpflicht durch Attest?

Die Regelungen, die im Rahmen der Corona-Pandemie erlassen wurden, sind grundsätzlich von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Doch überall in Deutschland können Ärzte einzelne Personen von der Maskenpflicht befreien, wenn diesen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht zumutbar oder unmöglich ist.

Eine Attest ist keine verpflichtende Voraussetzung, um von der Maskenpflicht befreit zu sein. Allerdings kann es als Nachweis für Ihre Befreiung von der Maskenpflicht dienen und so Probleme vermeiden. Nur Ärzte und Ärztinnen dürfen ein solches Attest in Verbindung mit einer individuellen Untersuchung bzw. Konsultation ausstellen. Sie können unter anderem dann von der Maskenpflicht befreit werden, wenn Sie an

  • Asthma,
  • Herzschwäche,
  • chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)
  • oder bestimmten psychischen Erkrankungen leiden.

Allerdings wird immer individuell entschieden, ob das Tragen einer Maske zumutbar bzw. möglich ist oder nicht.

Auch Menschen mit einer Behinderung in Form einer Hörschädigung, bei denen es durch Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung zu erheblichen Einschränkungen der Kommunikation kommt, dürfen diese in der Regel zur Kommunikation abnehmen.

Was halten Sie von der Maskenpflicht in Deutschland?

Müssen Sie Ihr Attest beim Betreten eines Ladens vorzeigen?

Ohne Maske einkaufen zu gehen kann trotz Befreiung von der Maskenpflicht zu Konflikten führen.
Ohne Maske einkaufen zu gehen kann trotz Befreiung von der Maskenpflicht zu Konflikten führen.

In Supermärkten und anderen Geschäften hat der Ladenbesitzer bzw. die Ladenbesitzerin das Hausrecht inne. Grundsätzlich kann er oder sie bestimmen, wer den Laden betreten darf. Aktuell machen viele Menschen, die keine Maske tragen können bzw. müssen, die Erfahrung, dass ihnen trotz Befreiung von der Maskenpflicht der Zutritt zu Läden verweigert wird.

Sind Sie von der Maskenpflicht befreit und können dies auch durch ein Attest belegen, müssen Sie diesen Nachweis Ladenbesitzern nicht vorlegen. Er kann im Einzelfall aber hilfreich sein, um Zutritt zu einem Geschäft zu erlangen.

Menschen, die aufgrund einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, sind durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geschützt. Dieses verbietet Ladenbesitzern, ihr Hausrecht in einer Weise auszuüben, durch die Kunden und Kundinnen mit Behinderung diskriminiert werden. Auf das AGG kann sich allerdings nicht jede Person berufen, die von der Maskenpflicht entbunden ist, sondern nur Menschen mit anerkannten Behinderungen.

Dürfen Bahnmitarbeiter Ihr Attest kontrollieren?

Laut Aussage der Deutschen Bahn ist das Zugpersonal datenschutzrechtlich berechtigt, Fahrgäste bei Befreiung von der Maskenpflicht um Vorlage eines Attests zu bitten. Führen Sie Ihr Attest im öffentlichen Personennahverkehr mit, so kann es dabei helfen, Bußgelder zu vermeiden.

Nur die Polizei und Vertreter der Ordnungsbehörden dürfen die Vorlage eines Attests in jedem Fall verlangen.

So oder so ist es ratsam, das Attest immer bei sich zu tragen, um bei einer Kontrolle Probleme zu vermeiden.

Bußgeldkatalog: Verstoß gegen die Maskenpflicht – droht ein Bußgeld?

Update vom 27.08.2020: Künftig soll gegen Maskenverweigerer bundesweit ein Mindestbußgeld von 50 Euro erhoben werden. Hierauf einigten sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel. Lediglich Sachsen-Anhalt lehnt die Verhängung von Bußgeldern gegen Maskenmuffel auch weiterhin ab.

BundeslandBußgeld bei Missachtung der Maskenpflicht
Baden-Württemberg100 - 250 €
Bayern150 € (bei Kindern unter 14 Jahren für die - strafmündige - Begleitperson)
Berlin50 - 500 €
Brandenburg50 - 250 €
Bremen50 €
Hamburg80 €
Hessen50 €
Mecklenburg-Vorpommern50 - 150 €
Niedersachsen150 €
NRW150 €
Rheinland-Pfalz50 €
Saarland50 - 100 €
Sachsen60 €
Sachsen-Anhaltzunächst kein Bußgeld festgelegt
Schleswig-Holstein150 €
Thüringen60 €

Quellen und weiterführende Links

Bildnachweise: depositphotos.com/belchonock (Vorschaubild), depositphotos.com/belchonock, depositphotos.com/albertyurolaits

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