Fahrerflucht: Strafe für unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

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Wann eine Anzeige wegen Fahrerflucht droht

Wie sieht die mit einer Fahrerflucht verbundene Strafe aus?

Wie sieht die mit einer Fahrerflucht verbundene Strafe aus?

Ereignet sich ein Unfall im deutschen Straßenverkehr, spielen sich in der Regel zwei verschiedene Szenarien im Kopf des Unfallverursachers ab: Das erste besteht darin, anzuhalten und sich den drohenden Konsequenzen zu stellen. Das zweite hingegen setzt sich aus einem panischen Flüchten vom Unfallort und dem damit verbundenen Vermeiden der Folgen aus dem Verkehrsrecht zusammen.

Dass es sich bei Möglichkeit Nummer zwei um Fahrerflucht handelt und diese ebenfalls mit einer Strafe einhergeht, ist dabei wohl den meisten bewusst. Trotzdem entscheiden sich immer wieder Kraftfahrer dafür, einfach mit dem Auto weiterzufahren und so zu tun, als wäre nichts gewesen.

Dieser Ratgeber klärt Sie darüber auf, weshalb eine Fahrerflucht eine hohe Strafe nach sich zieht, wie diese aussieht, welche Tatbestände bei einer Unfallflucht noch hinzukommen können und ob es möglich ist, das Strafmaß bei einer Fahrerflucht durch eine Selbstanzeige zu mildern.

Welche Strafe droht bei Fahrerflucht?

Haben Sie einen Verkehrsunfall verschuldet und fahren im Anschluss einfach weiter, anstatt anzuhalten, so wird dies als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort angesehen. Die Strafe für ein solches Fehlverhalten ist im Strafgesetzbuch (StGB) festgehalten. In § 142 StGB heißt es dazu:

Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Es sollte zudem erwähnt werden, dass das unerlaubte Entfernen vom Unfallort strenger geahndet wird, wenn ein Personenschaden vorlag. Doch auch wenn Sie sich nach einem Parkrempler mit einem anderen Fahrzeug aus dem Staub machen, liegt eine Fahrerflucht gemäß StGB vor. Als angemessene Wartezeit nach dem Unfall werden meist 20 bis 60 Minuten angesehen, dies hängt jedoch von den Umständen der Tat ab. Ereignete sich der Vorfall beispielsweise mitten in der Nacht, so ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Besitzer des angerempelten Kfz in nächster Zeit auftaucht.
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Fahrerflucht: Laut StGB reicht es nach einem Parkschaden nicht aus, einen Zettel am Fahrzeug zu hinterlassen.

Fahrerflucht: Laut StGB reicht es nach einem Parkschaden nicht aus, einen Zettel am Fahrzeug zu hinterlassen.

Entgegen der Annahme, Sie könnten der mit der Fahrerflucht verbundene Strafe aus dem Weg gehen, indem Sie einen Zettel unter den Scheibenwischer klemmen, machen Sie sich auch dann strafbar. In einer solchen Situation sind Sie dazu verpflichtet, die Polizei zu informieren und den Schaden zu melden.

Sind nach einer Unfallflucht noch weitere Folgen möglich?

Bei einer begangenen Fahrerflucht liegt das Strafmaß laut § 142 StGB bei einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Doch können außerdem noch verkehrsrechtliche Konsequenzen drohen?

Nach einer Fahrerflucht können die Folgen außerdem aus drei Punkten in Flensburg, einem Fahrverbot von maximal drei Monaten sowie der Entziehung der Fahrerlaubnis bestehen. Was den unfallflüchtigen Fahrer letztendlich erwartet, richtet sich erneut nach der Höhe des vorliegenden Schadens.

Folgende Sanktionen sind möglich:

  • Wenn der Schaden unter 600 Euro liegt: Konnte der Fahrer ermittelt werden, erwartet ihn normalerweise eine Geldauflage. Das Verfahren wird eingestellt.
  • Wenn der Schaden weniger als 1.300 Euro beträgt: In diesem Fall richtet sich die mit der Fahrerflucht verbundenen Strafe nach der Höhe eines Monatsgehalts. Hinzu kommen zwei Punkte in Flensburg und ein maximal dreimonatiges Fahrverbot.
  • Wenn der Schaden 1.300 Euro übersteigt: Neben einer hohen Geldstrafe, die den Rahmen eines Monatsgehalts durchaus sprengen kann, kommen außerdem drei Punkte in Flensburg sowie die Entziehung der Fahrerlaubnis auf den Unfallflüchtigen zu. Er darf im Anschluss in der Regel mindestens sechs Monate lang keine neue Fahrerlaubnis beantragen (Sperrfrist).

Fahrerflucht: Strafen für weitere Tatbestände

Vor allem bei einer Fahrerflucht mit Personenschaden können noch weitere Tatbestände aus dem StGB als erfüllt gelten. § 34 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) sieht beispielsweise vor, dass jeder, der an einem Unfall beteiligt war, die Pflicht dazu hat, sich um verletzte Personen am Unfallort zu kümmern und Erste Hilfe zu leisten.

Wurden Sie also in einen Unfall verwickelt, bei dem Personen zu Schaden kamen, und begingen Fahrerflucht, wird die StVO missachtet und Sie haben sich der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht. Die damit verbundenen Ahndungen sind in § 323c StGB definiert:

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Sollten die Verletzungen der Unfallopfer in direkter Relation mit einer von Ihnen begangenen Pflichtverletzung stehen – etwa, weil Sie das Überholverbot missachtet haben, es daraufhin zum Unfall kam und Sie Fahrerflucht begingen – so kann Ihnen außerdem fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen werden. Gemäß § 229 StGB wird dies mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet. Die mit der Fahrerflucht verbundene Strafe kommt noch obendrauf.
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Was passiert bei der Fahrerflucht nach einem tödlichen Unfall?

Was passiert bei einer Fahrerflucht nach einem tödlichen Unfall?

Wenn es bei einem von Ihnen verursachten Verkehrsunfall nicht nur Verletzte, sondern auch Todesopfer gab und Sie begingen Unfallflucht, besteht die Strafe möglicherweise aus einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

In diesem Fall kann es sich nämlich unter Umständen um fahrlässige Tötung handeln. Auch hier müssten Sie außerdem mit den üblichen Strafen bei Fahrerflucht rechnen.

Wichtig: Nach einer Fahrerflucht hängen die Konsequenzen im Regelfall davon ab, wie schwer der entstandene Schaden ist und welche Umstände außerdem eine Rolle gespielt haben. Jede Tat muss dabei individuell betrachtet werden und bedarf einer Einzelfallentscheidung.

Daher kann keine allgemein gültige Strafe für Fahrerflucht festgesetzt, sondern lediglich die mögliche Höhe des Strafmaßes genannt werden.

Kann die Strafe für eine Unfallflucht durch eine Selbstanzeige gemildert werden?

Manchen Kraftfahrern wird ihr Fehlverhalten erst dann klar, wenn sie den Unfallort bereits verlassen haben. Möchten Sie im Nachhinein dazu stehen und Reue zeigen, können Sie sich bei der Polizei selbst anzeigen und den Verkehrsunfall dort melden.

§ 142 StGB besagt dazu, dass auf diese Weise nach begangener Fahrerflucht keine Strafe droht bzw. diese gemildert werden kann. Dazu darf es sich jedoch ausschließlich um einen geringen Schaden handeln, die Polizei darf noch nicht in dem Fall ermitteln und die Selbstanzeige muss innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall erfolgen.

Liegt der Schaden bei über 1.300 Euro, kann bei einer Fahrerflucht die Strafe daher wohl kaum noch umgangen werden. Aus diesem Grund sollten Sie sich nach einem Unfall stets fragen, ob Sie sich nicht besser gleich den drohenden Konsequenzen stellen; und sei es nur, um möglicherweise weitaus schlimmere zu vermeiden.
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