Eine Anzeige wegen Fahrerflucht erstatten: Als Geschädigter können Sie sich wehren

Was tun bei Fahrerflucht des Unfallverursachers: Wir haben Tipps für Sie!

Was tun bei Fahrerflucht des Unfallverursachers: Wir haben Tipps für Sie!

Wie funktioniert bei Fahrerflucht eine Anzeige?

Der Bußgeldkatalog 2017 enthält viele mögliche Verstöße, die unterschiedliche Sanktionen nach sich ziehen. So gibt es Taten, die ausschließlich niedrige Verwarngelder verursachen. Ernsthafte Verstöße sorgen hingegen für hohe Bußgelder, Punkte in Flensburg und Fahrverbote. Die Fahrerflucht beim Unfall mit einem Auto oder einem anderen Kraftfahrzeug gehört unzweifelhaft in die letzte Kategorie.

In diesem Ratgeber erfahren Sie alle wichtigen Infos zur Anzeige wegen Fahrerflucht. Welche Strafen erwarten den Täter? Welche Rolle spielt die Kfz-Versicherung bei einer Unfallflucht? Ist auch eine Anzeige gegen Unbekannt bei Fahrerflucht sinnvoll? Antworten auf all diese Fragen finden Sie hier!

Sanktionen bei einer Anzeige wegen Unfallflucht

Fahrerflucht bzw. das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist im Strafgesetzbuch geregelt, genauer gesagt in § 142 StGB. Kommt es also zu einer Anzeige wegen Fahrerflucht, droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Hinzu kommen oft auch noch ein Fahrverbot und Punkte in Flensburg. Dabei können Betroffene Fahrerflucht anzeigen, wenn sich ein Fahrer nach einem Unfall wie folgt verhält:

  • Er ermöglicht es nicht, dass andere Geschädigte Details zu seiner Person, seinem Fahrzeug und seiner Beteiligung am Unfall erfahren oder
  • er wartet nicht eine angemessene Zeit lang, bis alle involvierten Fahrzeugführer am Unfallort eingetroffen sind.
Die „angemessene Wartezeit“, die vom Gesetzgeber bei nicht anwesenden Fahrzeugführern verlangt wird, besitzt unterschiedliche Definitionen. Dabei sind nicht zuletzt der Unfallort, die Tageszeit und die Schwere des Unfalls entscheidend. Bei einem leichten Schaden reichen tagsüber durchaus schon 15 Minuten, in der Nacht eher 30 Minuten. Bei einem schweren Unfall sind sogar 90 Minuten angemessen.

Anzeigen richtig erstatten

Das Erstatten einer Anzeige wegen Fahrerflucht ist beim Parkschaden wie auch bei einem schweren Crash immer zu empfehlen. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob das Kennzeichen des Unfallflüchtigen bekannt ist oder nicht. Stehen Sie in Folge einer Fahrerflucht als Opfer da, sollten Sie den Vorfall in jedem Fall der Polizei melden.

Ist bei Fahrerflucht das Kennzeichen des Täters bekannt, kann die Polizei schnelle Aufklärung leisten.

Ist bei Fahrerflucht das Kennzeichen des Täters bekannt, kann die Polizei schnelle Aufklärung leisten.

Denn auch eine Anzeige wegen Fahrerflucht, die gegen Unbekannt aufgenommen wird, hilft dem Betroffenen. Diese sorgt dafür, dass ein objektiver Nachweis darüber erfolgt, dass der Schaden am eigenen Auto durch ein anderes Fahrzeug verursacht worden ist.

Wollen Sie Ihren Kaskoschutz wahren, sollten Sie Fahrerflucht der Polizei melden, auch wenn Ihnen der Täter nicht bekannt ist. Dabei ist es lohnenswert, den Umkreis des Unfallortes auf Zeugen zu überprüfen. Diese können die Ermittlungen fördern und effektiv zur Aufklärung beitragen.

Die Rolle der Versicherung bei der Anzeige wegen Fahrerflucht

Neben der Anzeige wegen Fahrerflucht, die bei der Polizei aufgegeben wird, sollten Betroffene auch stets die zuständige Kfz-Versicherung informieren. Vorteile können sich dabei sowohl für Täter als auch Opfer ergeben.

  • Versicherungszahlungen für Geschädigte: Kann der Unfallverursacher ermittelt werden, zahlt die zuständige Haftpflichtversicherung die Schäden. Andernfalls können Betroffene aber auf den Kosten sitzen bleiben. Nur eine Vollkaskoversicherung übernimmt dann noch notwendige Zahlungen. Bei Personenschäden mit unbekanntem Verursacher können jedoch Hilfsmaßnahmen durch den Verein Verkehrsopferhilfe genutzt werden.
  • Versicherungszahlungen für Täter: Durch ein Urteil, das 2012 der Bundesgerichtshof gefällt hat (Az. IV ZR 97/11), ist es mittlerweile nicht mehr völlig ausgeschlossen, dass auch Unfallflüchtige Versicherungsleistungen erhalten. Dabei ist jedoch grundlegend vom Einzelfall und den Umständen des Unfalls auszugehen. Doch selbst, wenn die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung Kosten übernimmt, kann diese später den Täter in Regress nehmen. Dieser muss dann einen gewissen Eigenanteil übernehmen, der durchaus bei 5.000 Euro liegen kann.

Je nach Sachlage kann es nach einer Anzeige wegen Fahrerflucht vorkommen, dass Versicherer sich weigern, Kosten zu übernehmen. Fühlen Sie sich in einer solchen Situation zu Unrecht abgewiesen, sollten Sie Hilfe bei einem Anwalt für Verkehrsrecht suchen. Dieser kann prüfen, ob die Versicherung nicht doch zahlungspflichtig ist. Ein Anwalt kann Sie darüber hinaus auch verteidigen, wenn Sie der Unfallflüchtige sind und die Anzeige wegen Fahrerflucht gegen Sie gerichtet ist.

Schon gewusst? Das Entfernen von angefahrenen Wildtieren fällt nicht unter den Begriff der Unfallflucht. Eine Anzeige wegen Fahrerflucht ist in diesem Fall also eher nicht zu befürchten. Sie sollten jedoch trotzdem den Unfall der Polizei melden. Andernfalls können Sie bei einem verletzten Tier der Tierquälerei bezichtigt werden. Auch hier ist es also nicht empfehlenswert, einfach weiterzufahren.

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