Fahrerflucht: Was ein Zeuge tun muss

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Fahrerflucht: Strafbares Verhalten im Straßenverkehr

Hat bei einem Unfall mit Fahrerflucht auch ein Zeuge Pflichten?

Hat bei einem Unfall mit Fahrerflucht auch ein Zeuge Pflichten?

2016 war das unfallträchtigste Jahr seit der deutschen Wiedervereinigung. Dieses durchaus alarmierende Ergebnis geht aus Erhebungen des Statistischen Bundesamtes hervor. Insgesamt wurden 2,3 Millionen Schadensereignisse registriert, bei denen in über 300.000 Fällen Menschen zu Schaden kamen.

Ist ein solcher Vorfall nicht ohnehin schon ärgerlich genug, so sind Geschehnisse, in denen ein Beteiligter mit dem Auto Fahrerflucht begangen hat, nicht nur moralisch sträflich, sondern auch rechtlich strafbar. Denn das unerlaubte Entfernen vom Unfallort, wie es korrekt heißt, ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern Delikt gemäß Strafgesetzbuch (StGB).

Wie muss sich bei einer Unfallflucht ein Zeuge verhalten? Gelten hier besondere Vorschriften? Macht sich ein Beobachter möglicherweise selbst strafbar, wenn er nicht richtig reagiert? Alles dazu erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Zeuge vs. Unfallbeteiligter

Wenn es im Straßenverkehr zu einem Schaden kommt, gleicht das richtige Verhalten eines Unfallbeteiligten dem eines Beobachters mitunter. Dennoch herrscht ein wesentlicher Unterscheid zwischen beiden Positionen:

Beteiligt ist gemäß § 34 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) derjenige, der zur Verursachung des Unfalls beigetragen hat. Inbegriffen ist in dieser Bezeichnung schuldhaftes und nicht schuldhaftes Verhalten gleichermaßen. Es handelt sich also nicht nur um den Verursacher, sondern um alle Parteien, die miteinander kollidiert sind.

Zeugen sind lediglich Personen, die einen solchen Vorfall beobachtet haben, also nicht in dem beschädigten Auto saßen.

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Im Gegensatz zu den Unfallbeteiligten einer Fahrerflucht muss ein Zeuge nicht auf die Polizei warten.

Im Gegensatz zu den Unfallbeteiligten einer Fahrerflucht muss ein Zeuge nicht auf die Polizei warten.

Dieser Kontrast spielt eine wichtige Rolle bei der Fahrerflucht. Ein Zeuge macht sich nämlich nicht strafbar, wenn er den Unfallort verlässt, ohne seine Personalien hinterlassen zu haben. Auch wird von ihm nicht erwartet, eine angemessene Zeit auf das Eintreffen des Geschädigten oder der Polizei zu warten.

In § 142 StGB ist beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort ausdrücklich von einem Unfallbeteiligtem als Täter die Rede.

Dennoch kann sich im Rahmen einer Fahrerflucht auch ein Zeuge strafbar machen. Grundsätzlich kann ein Verstoß gegen die staatsbürgerliche Pflicht einer Zeugenaussage zwar nicht geahndet werden, wohl aber ein anderes Fehlverhalten: unterlassene Hilfeleistung.

Fahrerflucht: Ein Zeuge muss helfen

Auch wer nicht aktiv eine Fahrerflucht begeht, sondern Zeuge derer ist, muss gewisse Pflichten wahrnehmen. Höchste Priorität hat die Hilfeleistung. Wird dagegen verstoßen, handelt es sich um eine Straftat.

Gemäß § 323c StGB handelt derjenige unrechtmäßig, der in Unglücksfällen keine Hilfe leistet. Ein solches Geschehnis kann also auch ein Unfall mit Fahrerflucht sein. Ein Zeuge muss hier tätig werden, sofern dies erforderlich und zumutbar ist.

Bei einem Crash mit Fahrerflucht ist ein Zeuge insbesondere dazu angehalten, die Unfallstelle abzusichern, die Rettungskräfte zu alarmieren und gegebenenfalls Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Doch dieser Obliegenheit sind Grenzen gesetzt: So muss sich niemand selbst in Gefahr bringen. Kann ein zu einem Unfall mit Fahrerflucht hinzugekommener Zeuge beispielsweise kein Blut sehen, ohne das Bewusstsein zu verlieren, wird eine Versorgung Verletzter nicht verlangt.

Verhaltens-ABC von Zeugen eines Unfalls

Personen, die einen Unfall mit Fahrerflucht als Zeuge beobachtet haben, sollten sich, auch wenn sie nicht gesetzlich dazu verpflichtet sind, zu erkennen geben. Denn ihre Aussage kann zur Klärung der Schuldfrage, des Unfallhergangs und der Identifizierung des flüchtigen Unfallbeteiligten beitragen.

Wichtig ist es daher als Beobachter, sich bestimmte Merkmale einzuprägen, die ein späteres Ermittlungsverfahren positiv beeinflussen können:

Bei einem Unfall mit Fahrerflucht hat ein Zeuge unter Umständen Erste Hilfe zu leisten, andernfalls macht er sich strafbar.

Bei einem Unfall mit Fahrerflucht hat ein Zeuge unter Umständen Erste Hilfe zu leisten, andernfalls macht er sich strafbar.

  • Kennzeichen, Fahrzeugmarke und -typ des Fahrzeuges, welches unerlaubt vom Unfallort entfernt wurde
  • Unfallzeitpunkt
  • Fluchtweg (In welche Richtung fuhr der Täter?)
  • Geschlecht, Aussehen und Kleidung des Flüchtigen
  • weitere Insassen in dem Täterfahrzeug

All diese Informationen sollten Sie dann der Polizei melden. In der Regel wird diese Sie dazu auffordern, das Beobachtete noch einmal zu verschriftlichen. Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, werden Sie dort üblicherweise zur Klärung und Ahndung der Fahrerflucht als Zeuge geladen.

Sie haben Angst nach einem Unfall mit Fahrerflucht als Zeuge wegen einer falschen Aussage belangt zu werden? Eine solche Ahndung kommt nur in Betracht, wenn Sie vorsätzlich oder grob fahrlässig falsche Angaben machen.
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