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Welches Bußgeld kann eine Drohne nach sich ziehen?

Unbemannte Luftfahrzeuge bevölkern den Himmel

Zwei aktuelle Beispiele aus den Medien sollen zeigen, welche Kosten beim falschen Gebrauch möglich sind:

Ordnungs­widrigkeitOrtBußgeld
Ohne Genehmi­gung Drohne genutzt und Fotoauf­nahmen gemachtUeckermünde, Mecklenburg-Vorpommern1.500 Euro
Drohne auf Wahlkampf­veranstaltung von Angela Merkel ohne Genehmigung bei öffentlicher Veranstaltung verwendetDresden, Sachsen500 Euro

Das Bußgeld für eine Drohne, die falsch verwendet wird, kann sich auf bis zu 50.000 Euro belaufen.

Das Bußgeld für eine Drohne, die falsch verwendet wird, kann sich auf bis zu 50.000 Euro belaufen.

Der Begriff Drohne wird eigentlich nur umgangssprachlich genutzt und bezeichnet ein unbemanntes Luftfahrzeug, das sich selbstständig in der Luft bewegen kann und dabei durch eine Fernsteuerung navigiert wird.

Eine Person, die sich am Boden befindet, hat dabei die Kontrolle über die Drohne und kann diese innerhalb einer gewissen Reichweite steuern.

Die Nutzungsmöglichkeiten von Drohnen sind vielfältig: Sie werden sowohl zu Freizeitzwecken – beispielsweise durch Ausrüstung mit einer Kamera, um Fotos oder Videos aus der Vogelperspektive zu machen – oder zu Überwachungszwecken genutzt.

Auch im militärischen Bereich werden unbemannte Luftfahrzeuge verwendet, sodass heutzutage nicht nur eine gewerbliche, sondern auch eine private Nutzung an der Tagesordnung ist.

Spezielle Informationen zum Thema Drohnen

Die neue Drohnen-Verordnung: Wieso benötigen wir Regeln zur Nutzung?

Der Luftraum ist normalerweise Flugzeugen, Helikoptern oder anderen Flugobjekten vorbehalten. Mittlerweile kommen allerdings auch andere Geräte hinzu, die diesen nutzen wollen. Unter anderem gehören auch Modellflugzeuge oder Drohnen zu den neuen Mitbenutzern der Luft, die zwar nicht in solch schwindelnden Höhen wie Flugzeuge mitmischen, allerdings den Flugverkehr durchaus stören können.

Dies ist besonders oft der Fall, wenn Drohnen zu nah an Flughäfen oder –plätzen geflogen werden und damit den Landeanflug oder den Start von andere Flugzeugen stören können. Aus diesem Grund gibt es die sogenannte „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“, die am 7. April 2017 in Kraft trat. Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagt zur Wichtigkeit der Verordnung Folgendes:

Drohnen bieten ein großes Potenzial – privat wie gewerblich. Immer mehr Menschen nutzen sie. Je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig. Um der Zukunftstechnologie Drohne Chancen zu eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich zu erhöhen, habe ich eine Neuregelung auf den Weg gebracht. Neben der Sicherheit verbessern wir damit auch den Schutz der Privatsphäre.

Aus diesem Grund ist eine Verordnung zur Nutzung von Drohnen nötig, um sowohl den Luftverkehr, als auch Menschen oder bestimmte Anlagen und Fabriken nicht zu gefährden bzw. zu stören. Aber was genau beinhaltet die Drohnen-Verordnung eigentlich? Und inwiefern ist ein Bußgeld für die Drohne zu verhängen, wenn sie falsch genutzt wird?

Wesentliche Regelungen in der Drohnen-Verordnung

Ein Bußgeld für eine Drohne droht beispielsweise, wenn sie den Flugverkehr stört.

Ein Bußgeld für eine Drohne droht beispielsweise, wenn sie den Flugverkehr stört.

Im Grundsatz befasst sich die Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten mit der Kennzeichnungspflicht von Drohnen, dem Nachweis einer Erlaubnis zum Führen von Drohnen und dem möglichen Betriebsverbot in verschiedenen Gegenden.

Zusätzlich wird festgelegt, welche Drohnen eine Erlaubnis zur Nutzung benötigen und welche von dieser befreit sind. Die wichtigsten Punkte der Verordnung sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Müssen Drohnen gekennzeichnet werden?

Alle unbemannten Fluggeräte, die mehr als 0,25 kg wiegen, müssen seit Oktober 2017 gekennzeichnet werden. Dies erfolgt durch eine Plakette, die an der Drohne selbst befestigt wird.

Auf dieser Plakette sind Name und Anschrift des Eigentümers verzeichnet, sodass dieser im Schadensfall – zum Beispiel wenn ein Bußgeld aufgrund der Drohne verhängt werden soll – ausfindig gemacht werden kann. Die Anordnung vom Bußgeld, das die Drohne dann möglicherweise provoziert, kann so schnell an die richtige Adresse geschickt werden.

Beachten Sie: Laut § 33 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) haftet immer der Halter eines Flugfahrzeugs, wenn es zum Schaden kommt. Dies kann nur anders sein, wenn der Halter nichts von der Nutzung der Drohne durch einen Dritten weiß. In solch einem Fall kann auch der Bediener verantwortlich gemacht werden.

Benötigen Sie für eine Drohne einen „Führerschein“?

Genau wie beim Führerschein fürs Auto auch, ist es nötig, einen speziellen Schein zu besitzen, wenn sie eine Drohne bedienen wollen. Das ist allerdings nicht bei jeder Drohnenart nötig. Wiegt Ihre Drohne allerdings mehr als zwei Kilogramm, benötigen Sie einen der folgenden Nachweise, der jeweils fünf Jahre nach Ausstellung gültig ist:

  • Pilotenlizenz
  • Bescheinigung über eine bestandene Prüfung einer Stelle, die vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannt wurde. Das Mindestalter beträgt hier 16 Jahre.
  • Für Flugmodelle: Nachweis über eine Einweisung durch einen Luftsportverein, Mindestalter 14 Jahre

Abgesehen von diesen Kenntnisnachweisen benötigen Sie eine Erlaubnis für die Nutzung von Drohnen und anderen Flugmodellen, wenn diese über 5 Kilogramm wiegen. Auch dann, wenn Sie bei Nacht eine Drohne nutzen wollen, muss Ihnen dies zunächst von der Landesluftfahrtbehörde erlaubt werden. Alle Drohnen unter fünf Kilogramm benötigen keine Erlaubnis. Zusätzlich sind Behörden wie die Feuerwehr oder Rettungsdienste generell von der Erlaubnispflicht befreit.

Wo dürfen Drohnen nicht verwendet werden?

Ein Bußgeld für eine Drohne muss auch gezahlt werden, wenn über einem Naturschutzgebiet geflogen wird.

Ein Bußgeld für eine Drohne muss auch gezahlt werden, wenn über einem Naturschutzgebiet geflogen wird.

Nicht überall dürfen unbemannte Fluggeräte verwendet werden. Besonders in Gegenden, in denen der Luftraum auch durch andere Geräte genutzt wird oder auf dem Boden vermehrt Menschen unterwegs sind, ist die Nutzung nicht ganz ungefährlich und deshalb verboten. In solch einem Fall kann ein Bußgeld aufgrund der Drohne drohen. Dieses Benutzungsverbot gilt für folgende Gebiete:

  • Über Verfassungsorganen wie dem Bundestag oder Behörden der Länder
  • über Wohngrundstücken, wenn das Gerät mehr als 0,25 kg wiegt oder es Funksignale übertragen kann – es sei denn, der Grundstücksbesitzer stimmt zu
  • über Menschenansammlungen
  • über Flugplätzen
  • über Einssatzorten von Rettungsdiensten wie der Feuerwehr oder Polizei
  • über Naturschutzgebieten
  • über Industrieanlagen
  • über Flugplätzen oder -häfen


Zusätzlich ist es grundsätzlich verboten, Drohnen zu fliegen, die mehr als 25 Kilogramm wiegen. Kleinere unbemannte Fluggeräte, die weniger als fünf Kilo schwer sind, dürfen nur genutzt werden, solange sie in Sichtweite bleiben. Bricht der Sichtkontakt ab, ist die Verwendung der Drohne nicht mehr erlaubt. Dies gilt ebenfalls für Flughöhen ab 100 Meter. Ab dieser Höhe dürfen Drohnen nicht mehr im Luftraum verwendet werden.

Ausnahmen von dieser Regel gelten nur für Drohnen, für die sowohl eine Erlaubnis als auch ein Kenntnisnachweis vorliegt. Zusätzlich muss eine Ausnahmegenehmigung der Landesluftfahrtbehörde vorliegen.

Was gilt für Drohnen, die auf einem Modellflugplatz geflogen werden?

Die Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten gilt nicht für Modellflugplätze. Die genannten Regeln müssen hier also nicht eingehalten werden. Eine Ausnahme gibt es lediglich hinsichtlich der Kennzeichnung: Auch Drohnen, mit denen Sie auf Modellflugplätzen fliegen, benötigen eine Plakette mit Ihrem Namen und Ihrer Anschrift, damit sie bei Bedarf schnell ihrem Besitzer zugeordnet werden können.

Bußgeld: Wenn die Drohne falsch verwendet wird

Das Bußgeld für die Drohne kann hoch ausfallen, besonders wenn datenschutzrechtliche Bestimmungen verletzt werden.

Das Bußgeld für die Drohne kann hoch ausfallen, besonders wenn datenschutzrechtliche Bestimmungen verletzt werden.

Wie bereits erwähnt, ist die Einhaltung der Vorgaben in der Verordnung extrem wichtig, um die Sicherheit im Luftraum und auch auf dem Boden zu gewährleisten. Aus diesem Grund können Bußgelder verhängt werden, wenn eine Drohne nicht nach den angegebenen Regeln bedient oder die Kennzeichnungs- bzw. Erlaubnispflicht nicht eingehalten wird. Verboten ist es – neben den oben genannten zu meidenden Einsatzorten – ebenfalls, andere Menschen, Maschinen oder Industriestandorte zu behindern bzw. zu gefährden.

Auch die Aufnahme von Fotos und Videos durch eine gekoppelte Kamera einer Drohne ist ohne die Erlaubnis der auf den Aufnahmen sichtbaren Menschen nicht erlaubt. Wird gegen die Regeln der Verordnung verstoßen, kann ein Bußgeld folgen. Gleiches gilt, wenn das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) oder die Luftverkehrsordnung (LuftVO) missachtet wird. Beide regeln die Nutzung von Fluggeräten im deutschen Luftraum, wozu auch die gewerblich genutzten unbemannten Luftfahrzeuge gezählt werden.

Freizeitlich verwendete Drohnen hingegen gelten als Flugmodelle. Die Drohne, die ordnungswidrig verwendet wird, dient dabei als Kenntlichmacher des jeweiligen Besitzers. So kann durch die Plakette an der Drohne schnell herausgefunden werden, wer für die Fehlbedienung des unbemannten Fluggeräts zuständig ist bzw. wem die Drohne gehört. Grundsätzlich liegt die Verhängung eines Bußgelds in Hand der Länder. Entsprechend kann die Höhe vom durch eine Drohne verursachten Bußgeld unterschiedlich ausfallen.

Beachten Sie: Laut aktuellem Stand kann sich ein Bußgeld bei einer Drohne auf bis zu 50.000 Euro belaufen. Aus diesem Grund ist es für Steuerer einer Drohne wichtig, sich vorher genau über die geltenden Sicherheitsbestimmungen und Auflagen zu informieren, um ein hohes Bußgeld durch die falsche Nutzung eines unbemannten Fluggeräts zu vermeiden.

Kann ein Strafverfahren eingeleitet werden?

Die Drohnen-Verordnung gibt vor: Ein Bußgeld für eine Drohne kann bei falscher Verwendung verhängt werden.

Die Drohnen-Verordnung gibt vor: Ein Bußgeld für eine Drohne kann bei falscher Verwendung verhängt werden.

Wie in den oben genannten Beispielen zu sehen, wurden bislang lediglich Geldstrafen dazu genutzt, die Drohnenhalter auf die Gefahren und Umstände eines Drohnenflugs aufmerksam zu machen. Es ist allerdings auch möglich, dass die Drohne durch die Polizei zusätzlich beschlagnahmt wird, sollte diese widerrechtlich genutzt werden.

Stören Sie als Drohnensteuerer mit Ihrem unbemannten Fluggerät die öffentliche Sicherheit und Ordnung oder verletzten Sie gar datenschutzrechtliche Bestimmungen, indem Sie beispielsweise Foto- oder Videoaufnahmen von Personen machen, denen diese vorher nicht zugestimmt haben, kann ein Strafverfahren gegen Sie eingeleitet werden.

Den Datenschutz sollten Sie deshalb unbedingt beachten, wenn Sie Foto- oder Videoaufnahmen mit der Drohne machen.

Sollten Drohnen versichert werden?

Ein Bußgeld für die Drohne kann also verhängt werden, wenn Sie diese nicht ordnungsgemäß nutzen. Zusätzlich steht allerdings noch die Frage nach der richtigen Versicherung auf dem Plan. Denn: Sollte Ihre Drohne unerwartet abstürzen und beispielsweise ein Haus beschädigen, so kommt dafür die private Haftpflichtversicherung normalerweise nicht auf.

Deshalb ist es sinnvoll, für eine Drohne – egal, ob Sie sie gewerblich oder lediglich privat nutzen – eine zusätzliche Haftpflichtversicherung abzuschließen. Viele Versicherungsanbieter haben solch eine Versicherung bereits in ihr Repertoire aufgenommen. Wenden Sie sich direkt an die Versicherung Ihrer Wahl, um vor Schäden durch den Drohnenflug im Notfall abgesichert zu sein.

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2 Kommentare

  1. Herbert S. sagt:

    „…Alle unbemannten Fluggeräte, die mehr als 0,25 kg wiegen, müssen seit April 2017 gekennzeichnet werden…“

    – Dies stimmt so nicht. Soweit ich es Richtig in Erinnerung gilt die Kennzeichnungspflicht für Drohnen 0,25kg erst ab 1.10.2017. Für Drohnen und Flugmodelle >5kg gilt die Kennzeichnungspflicht aber schon wesentlich länger.

    – Da am 07.04.2017 neue Vorschriften für Drohne in Kraft getreten sind, macht es in meinen Augen Sinn, bei den bisher verhängten Strafgelder anzugeben, ob sie vor oder nach der Änderung der Vorschriften verhängt wurden. Die hier angeführten Strafgelder stammen alle noch aus „alten“ Zeiten.

    – Alles was Bildmaterial und Datenschutz betrifft ist nach meiner Kenntnis nicht mehr in den neuen Vorschriften enthalten da es, unabhängig von der Fliegerei, bereits an anderen Stellen(Vorschriften. Gesetze….) geregelt ist. Die bezieht sich vor allem auf das hier genannte Strafgeld „…Ueckermünde, Mecklenburg-Vorpommern 1.500 Euro…“

    Gruß aus dem Norden
    Herbert

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Herbert S.,

      die Drohnen-Verordnung ist im April 2017 in Kraft getreten, weshalb die entsprechenden Gesetze seitdem Gültigkeit haben. Sie haben aber Recht, wenn Sie anmerken, dass die Kennzeichnungspflicht erst seit Oktober 2017 gilt. Wir haben die Passage angepasst.

      Die Redaktion von Bussgeldkatalog.org

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