Drohnen privat nutzen: Beachten Sie bestehende Gesetze, ist dies möglich!

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 11. Oktober 2019

Wer eine Drohne zum Spaß selber fliegen möchte, muss achtgeben

Nicht überall dürfen Sie eine Drohne privat fliegen lassen.
Nicht überall dürfen Sie eine Drohne privat fliegen lassen.

Bei einer Drohne handelt es sich um ein Flugobjekt, welches von Menschenhand gesteuert, automatisiert oder auch autonom fliegen kann. Die Technik dieser kleinen Himmelsschwärmer hat sich innerhalb der letzten Jahre stetig verbessert, weshalb nicht wenige Firmen erwägen, Drohnen im gewerblichen Betrieb einzusetzen.

Es gibt jedoch immer mehr Menschen, die Drohnen auch privat nutzen möchten, um beispielsweise mit einer daran gekoppelten Kamera atemberaubende Luftaufnahmen anzufertigen. Wie Unternehmer, welche Drohnen gewerblich nutzen wollen, müssen sich auch Privatnutzer an bestehende Gesetze halten.

Der vorliegende Ratgeber erweitert Ihr Wissen diesbezüglich und verrät Ihnen, welche Aspekte dabei besonders bedeutsam sind.

FAQ: Drohnen privat nutzen

Ist eine Erlaubnis nötig, wenn ich eine Drohne privat nutzen will?

Es ist wichtig, dass Sie das Gewicht der Drohne ermitteln. Wiegt diese mehr als 5 kg, benötigen Sie eine Aufstiegserlaubnis.

Brauche ich einen Führerschein, wenn ich die Drohne privat nutze?

Ab einem Gewicht von 2 kg benötigen Sie einen Drohnenführerschein.

Worauf muss ich bei privater Nutzung einer Drohne achten?

Ab einem Gewicht von 250 g besteht eine Kennzeichnungspflicht. Es gibt außerdem Drohnen-Flugverbote, an die Sie sich halten müssen.

Voraussetzungen für den Piloten einer Drohne

Nutzen Privatpersonen eine Drohne, ist es für diese wichtig, das Gewicht ihrer Flugmaschine zu erfassen. Denn ab fünf Kilogramm darf der Himmelsstürmer nicht mehr ohne Aufstiegserlaubnis abheben. In jedem Bundesland existiert eine zuständige Landesluftfahrtbehörde, welche diese Erlaubnis auf Antrag ausstellen kann.

Die Genehmigung, solche Drohnen privat zu nutzen, ist als Sondernutzungserlaubnis klassifiziert. Aus diesem Grund entscheiden die einzelnen Bundesländer über die Gebührenhöhe. Dabei kann es vorkommen, dass schon einmal 200 Euro oder mehr für die Genehmigung verlangt werden. Hinzu kommt, dass eine erweiterte Haftpflichtversicherung für jedes Fluggerät abgeschlossen werden muss. Auch dabei entstehen Kosten.

Die wichtigsten Vorschriften sind damit allerdings noch nicht vollständig:

  • So besteht eine Kennzeichnungspflicht für Drohnen, die schwerer als 250 Gramm sind. Es wird in diesem Fall gefordert, die kompletten Adressdaten des Halters so auf der Drohne anzubringen, dass die Kennzeichnung dauerhaft besteht. Ohne Kennzeichnung sind entsprechende Flüge verboten.
  • Ab einem Gewicht von zwei Kilogramm ist außerdem ein Drohnenführerschein bzw. ein gleichwertiger Kenntnisnachweis erforderlich. Eine anerkannte Flugprüfung kann beispielsweise bei einem Luftsportverband ab einem Alter von 16 Jahren absolviert werden.
Wer Drohnen privat nutzen möchte, sollte alle wichtigen Vorschriften kennen.
Wer Drohnen privat nutzen möchte, sollte alle wichtigen Vorschriften kennen.

Auch private Drohnen dürfen nicht immer und überall einfach fliegen

Selbst wer alle Voraussetzungen erfüllt, kann Drohnen nicht überall privat nutzen. So gibt es eine Vielzahl von Orten, zu denen jede Drohne mindestens 100 Meter Abstand halten muss. Dazu zählen mitunter Krankenhäuser, Justizvollzugsanstalten, Militäreinrichtungen, Unglücksorte, Bundesfernstraßen und Industrieanlagen. Auch zu Menschenansammlungen, Bahnanlagen und Manövern der Bundeswehr ist die genannte Entfernung einzuhalten.

Alle, die Drohnen privat nutzen wollen, sollten sich an die Vorschriften halten, wenn Sie keine Sanktionen erhalten wollen. Es zeigt sich nämlich, dass die Bußgelder gegen Drohnenbesitzer mehr und mehr zunehmen. Und diese können durchaus, je nach Verstoß, mehrere Hundert Euro betragen. Das liegt daran, dass unerlaubte Drohnenflüge nicht nur zu Materialschäden führen können. Auch die Sicherheit und der Gesundheitsschutz der Bevölkerung können dabei in Gefahr geraten.

Darüber hinaus ist es auch verboten, ohne Wissen und Einverständnis von Grundstücksbesitzern mit einer fliegenden Kamera Fotos und Videos ihrer Häuser oder Gärten anzufertigen. Dabei kommt es zur Verletzung des Persönlichkeitsrechts.
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10 Kommentare

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  1. Braun sagt:

    Mich interessiert der Bussgeldkatalog

  2. Matthias M. sagt:

    Hallo,

    ich hätte da mal eine Frage bzgl. privater Nutzung sowie gewerblicher.

    Ich würde gerne mal ein paar Szenen filmen, wie ich selbst jemand fotografiere (z.B. Portrait o.Ä.).
    Welches ich durch den Drohneneinsatz natürlich aus einer eher interessanteren Perspektive zeigen kann.
    Und diese Szene (Veröffentlichungsrecht der beteiligten Personen liegt vor) dann natürlich für meine Website o.Ä. verwenden möchte. Gilt das auch schon als gewerblich (wenn ja, was muss weiter beachtet werden), da ich ja kein Geld damit verdiene – quasi wird diese Szene ja nicht “verkauft” o.Ä.

    Was muss beachtet werden? Eine private Haftpflicht mit Drohneneinsatz besitze ich bereits.

    Ich danke vielmals.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Matthias,

      häufig wird bei einer Veröffentlichung von einer gewerblichen Nutzung ausgegangen. Grundsätzlich gilt meist, dass alle Drohnenflüge, die nicht der Freizeitgestaltung dienen, gewerblich sind. Je nach Bundesland und Behörde können unterschiedliche Regeln gelten. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie sich an die zuständige Behörde wenden, um diese Frage zu klären.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

      • Ben sagt:

        Hallo, ich verstehe nach ihrer Ausführung nicht, warum ich Fotos mit meiner kamera machen kann und diese privat teilen darf, z.b. mein Auto, tue ich das mit meiner Drohne von oben, hat sich nur die Perspektive geändert, das könnte ich auch mit der Leiter machen, warum sollte denn davon ausgegangen werden, das ich das mit gewerblicher Absicht getan habe?

        • bussgeldkatalog.org sagt:

          Hallo Ben,

          wie gesagt, wird in diesem Fall häufig von einer gewerblichen Nutzung ausgegangen – jedoch nicht immer. Aus diesem Grund ist der Sachverhalt mit der zuständigen Behörde zu klären.

          Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Stefan sagt:

    Ich habe mir gerade eine Mini-Kameradrohne gekauft (30.- vom Restewühltisch beim Discounter), Abflug-Gewicht 88 Gramm, sagt die Anleitung und bestätigt die Briefwaage. Ich erhoffe mir damit über die Kamera-Funktion einige kritische Stellen an meinem Hausdach ansehen zu können, um evtl. Reparaturbedarf zu erkennen, bevor es zu spät ist. Einzige Alternative wäre ein Gerüstbau oder Ausleihen eines wegen enger Hinterhofdurchfahrt sehr speziellen Hubsteigers, was pro Tag 600.- Leihgebühr plus 8000.- Pfand kostet und ich muss dafür 200km fahren, näher ist keiner zu kriegen. Kann mich das filmen/fotografieren meines eigenen Hausdachs per Drohne in Schwierigkeiten bringen? Start/Landung wäre im eigenen Hinterhof.

  4. Christian sagt:

    Also wenn man die Regeln so liest und sich die Karte der DFS ansieht, gibt es in meiner Heimatstadt Solingen und Umgebung keine Möglichkeit eine Drohne legal in die Luft zu bringen. Egal welches Gewicht.

  5. Bernd B. sagt:

    Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass man den Großteil von Drohnegesetzen einhält, wenn man einen gesunden Menschenverstand hat und ein Gefühl hat für das was sich gehört. Einfach mal daran denken, wo man sich selbst eingeschränkt fühlt wenn man selbst in Kontakt mit einer fremden Drohne kommt und nicht weiß wer die steuert Will man es selbst, dass eine Drohne über das eigene Grundstück fliegt und mich dabei knipst? Womöglich gerade nackt beim Sonnenbaden? Ist es zu 1000% gefahrlos über eine Menschansammlung zu fliegen? Beispiel: Konzerte , Feste usw.? Muss sich ein Fluglotse unbedingt mit den Radarechos Deiner Drohne befassen und kann Der Gedankenlesen wohin sich das Radarecho gleich bewegt um evtl. dann den Flugverkehr zu gefährden? Möchte man selbst bei einem Unfall im Großformat auf der A1.2.3 gefilmt werden um sich dann ecvtl. bei Facebook und Co wiederzufinden? Muss ich unbedingt einen Storch beim Brüten filmen?

    Ich könnte jetzt so weitermachen, aber ich denke Ihr wisst was ich meine. Aber man darf sich auch nicht verrückt machen. Das Beispiel oben mit der Leiter oder dem Filmen/Fotografieren des eigenen Daches interessiert doch niemanden. Solange ich im Internet keine Werbung für eine Dienstleistung mache, oder mit den gemachten Fotos im Internet mehr Besucher oder Umsatz auf meine Seite locken will muss der Anzeigende erstmal beweisen, was ich damit gewerblich erzielen möchte. Die Frage ist ja auch, ob man die gemachten Fotos und Videos unbedingt irgendwo hochladen muss um meinen Urlaub oder andere private Dinge zu dokumentieren.

    Ein Hinweis an die Menschen (ich nenne diese Menschen mal “Medienopfer” und da gehören gesetzgebende Politiker genauso dazu): Auch wenn in den Medien stets der Begriff “Drohne” verwendet wird, was aus meiner Sicht völlig falsch ist, geht es hier meist um kleine Geräte mit kleinen Kameras und nicht um militärische unbemannte Angriffs- und Aufklärungsmaschinen. Fliege ich damit in 30m Höhe ist bereits niemand mehr wirklich auf den Aufnahmen zu erkennen. Hinzukommt ja auch noch die horizontale Entfernung die den Abstand ja nochmals erweitert. Der Begriff Multikopter ist hier weitaus symphatischer und treffender. Doch Medien müssen ja alles dramatisieren sonst will es ja niemand sehen.

    Ich sehe jeden Tag Urlaubsbilder bei Facebook und Co. auf denen zahlreiche Menschen im Hintergrund erkennbar angebildet sind. Diese Menschen hat sicherlich niemand um eine schriftliche Erlaubnis gebeten auf den Fotos abgebildet zu sein. Ich stelle mir gerade vor, ich liege in El Arenal am Strand und kann alle 10 Sek so eine Erlaubnis unterschreiben, weil da geknipst wird bis der nächste Eimer da ist? Und ja, der Vergleich von Fotos mit Menschen durch Multikopter oder durch eine normale hendgesteuerter Kamera ist hier tatsächlich angebracht. Auch für die handgesteuerte Kamera gibt es zahllose Gesetze. Die interessieren nur niemanden, weil sich hier keine marzialischen Begriffe wie Luftfahrtamt, Flugsicherung, Aufstiegserlaubnis usw. verbinden. Naja und…weil sich die Medien für dieses Thema absolut NULL interessierten.

    Ich denke mal, der Multikopter ist momentan ein ganz großer Hype auf dem alle herumreiten. Quasi das Aidsvirus der Lüfte. Das wird sich auch irgendwann mal wieder legen, wenn das Thema rauf und runter gelaufen ist. Momentan schiessen neue Koptermodelle ja wie Pilze aus dem Boden. Damit ist die Gesellschaft leicht überfordert.

    Also schaltet einfach den normalen Menschenverstand ein wenn Ihr fliegt, verzichtet lieber auf den einen oder anderen Shot und Ihr habt Ruhe. Wo kein Ankläger ist, da ist auch keine Klage. Und vielleicht muss man auch nicht alles bei Youtube, Whatsapp, Instagram & Co verteilen.

    Und wenn Ihr fliegt, und Ihr werdet negativ angesprochen, lasst die Leute aktiv daran teilhaben, zeigt das Material und seid freundlich. Unser größter Feind ist nämlich die fehlende Aufklärung der Passanten.

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