Gibt es ein Drohnen-Flugverbot? Aktuelle Bestimmungen und Gesetze

Unbemannte Flugobjekte über Deutschland: Der neuste Schrei der Technik

Für Drohnen gibt es Flugverbotszonen.

Für Drohnen gibt es Flugverbotszonen.

Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fliegen in Deutschland derzeit 400.000 Drohnen. Meist steuern Privatpersonen die unbemannten Flugobjekte.

Die Deutsche Flugsicherung geht davon aus, dass diese Zahl bis 2020 auf mehr als eine Million ansteigt.

Es stellt sich daher immer mehr die Frage, ob es Verordnungen oder Gesetze gibt, an die sich die Lenker halten müssen. Gibt es für Drohnen ein Flugverbot? Ist es erlaubt, mit Drohnen über eine Siedlung zu fliegen und dabei zu filmen? Welche Konsequenzen drohen, wenn Sie mit einer Drohne ein Flugzeug stören?

Filmen und fotografieren über der Stadt: Die Drohnen-VO

Infografik zur Drohnenverordnung

Infografik zur Drohnenverordnung

Seit April 2017 gilt bundesweit die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ (Drohnen-VO). Es ist nun nicht mehr erlaubt, über Wohngrundstücke zu fliegen. Hierzu benötigt der Lenker das Einverständnis der Eigentümer.

Darüber hinaus gilt im Luftraum über folgenden Einrichtungen ein Flugverbot für Drohnen:

  • Krankenhäusern
  • Militäranlagen
  • Kraftwerken
  • Gefängnissen

Außerdem gibt es für Drohnen ein Flugverbot über Unglücksstellen und Menschenansammlungen. Auch Fernstraßen und Bundeswasserstraßen dürfen nicht überflogen werden. Naturschutzgebiete sind ebenso tabu.

Ist die Drohne schwerer als 25 Kilo, darf sie nicht in die Luft steigen. Auf Antrag kann allerdings eine Ausnahmegenehmigung eingeholt werden.

Ist die Drohne fünf Kilo oder leichter, darf sie nicht außerhalb der Sichtweite des Lenkers geflogen werden (§ 21b Abs. 1 Nr. 1 Verordnung zur Regelung des Betrieb von unbemannten Fluggeräten). Nutzt der Steuerer allerdings Hilfsmittel, um die Drohne im Blick zu behalten und erfolgt der Betrieb unterhalb von 30 Metern Höhe, gilt für die Drohne das Flugverbot nicht – allerdings darf sie dafür nicht mehr als 0,25 Kilo wiegen oder eine andere Person, die die Drohne sehen kann, muss mit dem Steuerer in Verbindung stehen.

Flugverbotszonen für Drohnen rund um die Flughäfen

Ein Drohnen-Flugverbot gilt vor allem in der Nähe von Flughäfen.

Ein Drohnen-Flugverbot gilt vor allem in der Nähe von Flughäfen.

Eine besondere Flugverbotszone für eine Drohne gilt rund um Flughäfen. Um solche existieren sogenannte Kontrollzonen. Wie groß diese sind, kommt auf den Einzelfall an. Die Deutsche Flugsicherung veröffentlicht entsprechende Karten. Innerhalb dieser Zonen gilt für Drohnen ein absolutes Flugverbot. Ansonsten wird nach § 21 Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) eine Flugverkehrskontrollfreigabe benötigt.

Die Deutsche Flugsicherung genehmigt allerdings in einer Auflage pauschal einen Aufstieg in der Nähe der Flughäfen, wenn verschiedene Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es gilt ein Mindestabstand zur Flugplatzbegrenzung von 1,5 Kilometern.
  • Der Steuerer hat ständigen Sichtkontakt zur Drohne.
  • Der Flugverkehr ist immer zu beobachten.
  • Bemannte Flugobjekte haben immer Vorrang, ggf. ist die Flughöhe zu verringern.
  • Kommt es zu Problemen, ist sofort die Flugverkehrskontrollstelle zu informieren.
  • Flugmodelle (bis fünf Kilogramm) dürfen maximal 30 Meter hoch fliegen.
  • Unbemannte Luftfahrtsysteme (bis 25 Kilogramm) dürfen maximal 50 Meter hoch steigen.

Dringt eine Drohne in eine Kontrollzone ein, handelt es sich nach § 44 Abs. 1 Nr. 17 LuftVO um eine Ordnungswidrigkeit und es droht ein Bußgeld. Missachtet der Lenker das Drohnen-Flugverbot und passiert darüber hinaus ein Unfall o. Ä., erfüllt dies ggf. den Straftatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Die Lizenz zum Fliegen: Wann ist sie nötig?

Nutzt der Lenker eine Drohne (privat oder gewerblich) mit maximal fünf Kilo Gewicht, ist keine Genehmigung nötig. Ab dem 1.10.2017 benötigen Besitzer einer Drohne, die schwerer als zwei Kilo ist, einen Kenntnisnachweis. Dies schreibt die LuftVO vor. Außerdem muss eine Versicherung für eventuelle Schäden vorliegen.

Hierfür muss eine Prüfung bei einer staatlich anerkannten Stelle abgelegt werden. Alternativ können Drohnenbesitzer an einer Einweisung eines Luftsportverbandes teilnehmen. Betroffene müssen mindestens 14 Jahre alt sein. Haben diese bereits einen Pilotenlizenz, ist kein weiterer Nachweis zu erbringen.

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4 Kommentare

  1. Lnde sagt:

    In meiner Nachbarschaft fliegen Drohnen. Ich fühle mich gestört und auch bedroht.

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