Eine Drohne gewerblich nutzen: Es gibt klare Vorschriften zu beachten!

Kommerzielle Drohnen müssen bestimmte Vorschriften erfüllen.

Kommerzielle Drohnen müssen bestimmte Vorschriften erfüllen.

Unter bestimmten Bedingungen darf ein Drohnenflug gewerblich erfolgen

Als Drohnen werden unbemannte Fluggeräte bezeichnet, welche oft über eine Fernsteuerung gelenkt werden. Es existieren jedoch auch Modelle, die autonom fliegen können, also ohne direkten Einfluss von menschlichen Eingaben. Immer mehr Unternehmen planen, gewerbliche Drohnen einzusetzen.

Doch worauf müssen Unternehmer achten, wenn sie die Technik einer Drohne gewerblich nutzen wollen? Der vorliegende Ratgeber liefert einen Überblick zu den wichtigsten Vorschriften, die es dabei einzuhalten gilt.

Darüber hinaus werden auch Verbote beleuchtet, welche die Drohnennutzung in Deutschland aus Gründen der Sicherheit und der Privatsphäre einschränken.

Darauf müssen Unternehmer achten

Wer eine Drohne gewerblich nutzen möchte, muss einige Vorgaben einhalten, welche der Gesetzgeber aufgestellt hat. Dazu gehört beispielsweise, dass jeder „Pilot“ eine Drohnenaufstiegserlaubnis besitzen muss, wenn es um Drohnen geht, die fünf Kilogramm oder mehr wiegen. Diese kann von der zuständigen Landesluftfahrtbehörde in jedem der einzelnen Bundesländer ausgestellt werden. Teilweise können dabei Gebühren anfallen. Das regeln die einzelnen Länder unterschiedlich.

Hinzu kommt, dass eine vom Menschen gesteuerte, mindestens zwei Kilogramm schwere Drohne, welche Unternehmen gewerblich nutzen wollen, den Nachweis einer staatlich anerkannten Flugprüfung erfordert. Alternativ wird auch die Einweisung durch einen Luftsportverband akzeptiert.

Bei Drohnen, ähnlich wie bei Kfz, verlangt der Gesetzgeber darüber hinaus, dass eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen wird. Diese muss die gewerbliche und die private Anwendung miteinbeziehen, damit die unbemannten Fluggeräte fliegen dürfen. Neben den üblichen Versicherungsgesellschaften können Betroffene sich diesbezüglich auch an Modellflugverbände wenden. Weiterhin gelten folgende Vorschriften:

Wer eine Drohne gewerblich nutzen möchte, muss bestehende Flugverbote beachten.

Wer eine Drohne gewerblich nutzen möchte, muss bestehende Flugverbote beachten.

  • Anmeldung der Flüge: Wollen Sie eine Drohne gewerblich nutzen, müssen Sie die Flüge beim Ordnungsamt oder alternativ bei der Polizei anmelden. Besitzen Flugdrohnen eine Kamera, mit der Bilder oder ein Video angefertigt werden, ist zudem darauf zu achten, dass Aufnahmen von Häusern oder Grundstücken nur mit Einwilligung der Besitzer gemacht werden dürfen.
  • Führung eines Flugbuches: Flüge müssen dokumentiert und bis zu zwei Jahre aufbewahrt werden. Auf Anfrage der Luftfahrtbehörde sind die Bücher vorzulegen.
  • Drohnenkennzeichnung: Wiegt eine Drohne, die Sie gewerblich nutzen, mindestens 250 Gramm, muss diese gekennzeichnet werden. Ab Oktokber 2017 ist eine Plakette vorgeschrieben, welche Namen und Adresse des Besitzers offenbart. Die Kennzeichnung muss auf Dauer fest mit dem Gerät verbunden und feuerfest sein.
Wer in Bezug auf die gewerbliche Nutzung einer Drohne Fragen hat, kann sich an die zuständige Luftfahrtbehörde wenden. Alternativ hilft auch die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ weiter, die zum 30. März 2017 erlassen worden ist.

Klare Verbote zur Drohnennutzung

Wie bereits erwähnt, ist es nicht gestattet, mithilfe einer Flugdrohne und einer Kamera ein Video von fremden Grundstücken und Häusern anzufertigen. Darüber hinaus existieren noch andere Verbote, die bei Missachtung zum Bußgeld wegen Drohnenflug führen können: So ist es beispielsweise nicht gestattet, damit über Naturschutzgebiete zu fliegen. Wollen Sie eine Drohne gewerblich nutzen, müssen Sie ebenfalls darauf achten, damit stets mindestens 100 Meter von Justizvollzugsanstalten, Kraftwerken, Luftsperrgebieten und militärischen Anlagen entfernt zu bleiben.

Das Gleiche gilt für Bundesfernstraßen, Bahnanlagen, Krankenhäuser, Menschenansammlungen und Katastrophengebiete. Auch ist darauf zu achten, gewerbliche Drohnen nicht durch Luftsperrgebiete fliegen zu lassen.

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14 Kommentare

  1. Dominic T. sagt:

    Ich möchte im Rahmen des örtlichen Karnevalsverein, des Festwagenumzug mit der Drohen aufnehmen. Die Drohne soll ca 40 Meter über dem Marktplatz fliegen und wiegt weniger als 1kg. Die Genehmigung des Ortnungsamt und des Karnevalsverein habe ich mir bereits eingeholt. Muss ist sonst noch weitere Sachen beachten, da es sich ja Schlecht vermeiden lässt die an der Umzugs-strecke liegenden Häuser nicht zu filmen?
    Danke im vorraus

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Dominic,

      bitte erkundigen Sie sich bei den zuständigen Behörden und stimmen Sie mit diesen Ihr Vorgehen ab.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Benjamin F. sagt:

    Sehr geehrte Redaktion von bussgeldkatalog.org,
    in diesem Artikel ist zu lesen, dass jeder gewerbliche Flug angemeldet werden muss. Wo ist dies im Gesetz verankert? Soweit mir bisher bekannt wird eine Aufstiegsgenehmigung erst ab einem Startgewicht von 5kg relevant.
    Vielen Dank

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Benjamin,

      eine Erlaubnis ist laut § 21a Luftverkehrs-Ordnung in der Tat erst ab einer Startmasse von 5 kg erforderlich.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. daniel B. sagt:

    Hallo,

    ich möchte meine Drohne (ca. 300g schwer) benutzen um Bilder des Hotels meiner Bekannten zu machen. Diese möchten sie dann auf der Homepage zur Schau stellen.
    Ich muss den Flug beim Ordnungsamt anmelden das ist mir klar Ber muss ich sonst noch etwas beachten für diesen einmaligen „gewerblichen Gebrauch“? Oder gilt das noch als Privatgebrauch?

    Vielen Dank schonmal für die Antwort ;)

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo daniel b.,

      fragen Sie am besten bei der Anmeldung beim Ordnungsamt nach.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

    • J.V. sagt:

      ….einen einmaligen gewerblichen Gebrauch gibts nicht! Endtweder sie filmen es rein privater Natur oder müssen zuvor ein Gewerbe anmelden, dann kommen Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkommenssteuer , etc… dazu und Sie müssen eine Rechnung mit ausgewiesener MwSt. mit Kundennumer (vortlaufend) mit Bankdaten ausstellen, etc…..

  4. Stephan sagt:

    Hallo,
    was benötige ich wenn ich gewerblich zum begutachten von Dächern, Schornstein oder Dachrinnen eine Drohne von 300 g inclusive Kamera einsetze?

    Besten Dank schonmal

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Stephan,

      in der Regel sollten Sie Ihre Drohne kennzeichnen müssen. Des Weiteren müssen Sie meist eine Aufstiegserlaubnis besitzen, ein Flugbuch führen, über eine Haftpflichtversicherung verfügen und den Flug anmelden.Je nach Bundesland können sich die Regelungen jedoch unterscheiden. Entsprechende genauere Informationen erhalten Sie bei der zuständigen Behörde.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

    • J.V. sagt:

      zumindest einen Gewerbeschein…

  5. Hubert P. sagt:

    Hallo, ich erstelle Videofilme und verwende dabei auch Videomaterial aus Drohnenflüge. Was muss ich beachten, wenn ich diese Videofilme öffentlich zeigen und an Interessierte als DVD verkaufen möchte (-> gewerbliche Nutzung).

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Hubert P.,

      hier sollten dieselben Regelungen gelten wie für den Vertrieb von Videomaterial allgemein.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  6. Fabian sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    in diesen Artikel beschreiben Sie,: “ Besitzen Flugdrohnen eine Kamera, mit der Bilder oder ein Video angefertigt werden, ist zudem darauf zu achten, dass Aufnahmen von Häusern oder Grundstücken nur mit Einwilligung der Besitzer gemacht werden dürfen.“.

    Düfte ich dann also, somit über ein Grundstück, welches in einen Wohngebiet ist ,mit einer Drohne fliegen.

    Und dürfte ich dann auch, eine Pannoramaaufnahme über meinen Grundstück machen, wo man die Stadt / Dorf im Vordergrund sieht?

    Mit freundlichen Grüßen

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