Eine Drohne gewerblich nutzen: Es gibt klare Vorschriften zu beachten!

Von Thomas R.

Letzte Aktualisierung am: 27. Februar 2024

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Kommerzielle Drohnen müssen bestimmte Vorschriften erfüllen.
Kommerzielle Drohnen müssen bestimmte Vorschriften erfüllen.

Unter bestimmten Bedingungen darf ein Drohnenflug gewerblich erfolgen

Als Drohnen werden unbemannte Fluggeräte bezeichnet, welche oft über eine Fernsteuerung gelenkt werden. Es existieren jedoch auch Modelle, die autonom fliegen können, also ohne direkten Einfluss von menschlichen Eingaben. Immer mehr Unternehmen planen, gewerbliche Drohnen einzusetzen.

Doch worauf müssen Unternehmer achten, wenn sie die Technik einer Drohne gewerblich nutzen wollen? Der vorliegende Ratgeber liefert einen Überblick zu den wichtigsten Vorschriften, die es dabei einzuhalten gilt. Darüber hinaus werden auch Verbote beleuchtet, welche die Drohnennutzung in Deutschland aus Gründen der Sicherheit und der Privatsphäre einschränken.

FAQ: Drohne gewerblich nutzen

Was brauche ich, um Drohnen gewerblich nutzen zu können?

Die EU-Drohnenverordnung unterscheidet in der Regel nicht mehr zwischen einer privaten oder gewerblichen Nutzung, weshalb einheitliche Vorschriften gelten. So muss sich beispielsweise der Besitzer des Flugobjekts beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren und eine Plakette an der Drohne anbringen.

Muss ich die Drohne bei gewerblicher Nutzung versichern?

Ja, für die Drohne ist sowohl bei gewerblicher als auch bei privater Nutzung eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Benötige ich für die gewerbliche Nutzung einen Drohnen-Führerschein?

Auf einen Drohnenführerschein können in der Regel nur Besitzer einer Drohne verzichten, die weniger als 250 Gramm wiegt. Ansonsten sind abhängig vom Copter und dessen Verwendung entweder der EU-Kompetenznachweis A1/A3 oder das EU-Fernpilotenzeugnis A2 vorgeschrieben.

Drohne gewerblich nutzen: Darauf müssen Unternehmer achten

Wer eine Drohne gewerblich nutzen möchte, muss dabei ebenso wie beim privaten Einsatz einige Vorgaben einhalten. So verlangt der Gesetzgeber zum Beispiel eine Haftpflichtversuchung für das Flugobjekt. Diese muss die gewerbliche und die private Anwendung mit einbeziehen, damit die unbemannten Fluggeräte fliegen dürfen.

Darüber hinaus muss sich jeder Pilot beim Luftfahrt-Bundesamt registriert und erhält dadurch die sogenannte e-ID. Diese ist notwendig, um der gesetzlichen Kennzeichnungspflicht bei Drohnen nachzukommen und ermöglicht bei Unfällen oder Abstürzen die Identifizierung des Eigentümers.

Welche Vorgaben darüber hinaus für den gewerblichen Einsatz von Drohnen gelten, hängt von deren Gewicht, dem Einsatzort und dem Betriebszweck ab. Fällt der Betrieb in die Kategorie “open”, bedarf es in der Regel keiner behördlichen Genehmigung. In diesem Fall beträgt die maximale Flughöhe 120 m und darf nur in Sichtweite fliegen. Darüber hinaus ist das Gewicht der Drohne auf 25 kg begrenzt.

Wollen Sie hingegen eine schwerere Drohne gewerblich nutzen oder ist ein Betrieb außerhalb der Sichtweite vorgesehen, fällt der Copter unter die Kategorie “specific”. In diesem Fall verlangt der Gesetzgeber eine Betriebsgenehmigung.

Hinzu kommt, dass für eine vom Menschen gesteuerte, mindestens 250 Gramm schwere Drohne, welche Privatpersonen oder Unternehmen gewerblich nutzen wollen, ein Drohnenführerschein vorgeschrieben ist. Abhängig vom Verwendungszweck ist dabei zwischen dem EU-Kompetenznachweis und dem EU-Fernpilotenzeugnis zu unterscheiden. Für Profis sollte letzterer eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Weiterhin gelten folgende Vorschriften:

Wer eine Drohne gewerblich nutzen möchte, muss bestehende Flugverbote beachten.
Wer eine Drohne gewerblich nutzen möchte, muss bestehende Flugverbote beachten.
  • Flugverkehrskontrollfreigabe: Wollen Sie eine Drohne gewerblich nutzen und diese in der Nähe eines Flughafens oder sogenannter Kontrollzonen aufsteigen lassen, müssen Sie die Flüge bei der zuständigen Flugverkehrskontrollstelle beantragen. Dies gilt ebenso, wenn diese in größere Höhen aufsteigen soll.
  • Datenschutz: Besitzen Flugdrohnen eine Kamera, mit der Bilder oder ein Video angefertigt werden, ist zudem darauf zu achten, dass Aufnahmen von Häusern oder Grundstücken nur mit Einwilligung der Besitzer gemacht werden dürfen.
  • Drohnenkennzeichnung: Wiegt eine Drohne, die Sie gewerblich nutzen, mindestens 250 Gramm oder ist diese mit einer Kamera ausgestattet, muss diese gekennzeichnet werden. Gemäß EU-Drohnenverordnung muss dafür auf einer Plakette die e-ID stehen.
Wer in Bezug auf die gewerbliche Nutzung einer Drohne Fragen hat, kann sich an die zuständige Luftfahrtbehörde wenden.

Klare Verbote zur Drohnennutzung

Wie bereits erwähnt, ist es nicht gestattet, mithilfe einer Flugdrohne und einer Kamera ein Video von fremden Grundstücken und Häusern anzufertigen. Darüber hinaus existieren noch andere Verbote, die bei Missachtung zum Bußgeld wegen Drohnenflug führen können: So ist es beispielsweise nicht gestattet, damit über Naturschutzgebiete zu fliegen. Wollen Sie eine Drohne gewerblich nutzen, müssen Sie ebenfalls darauf achten, damit stets mindestens 100 Meter von Justizvollzugsanstalten, Kraftwerken, Luftsperrgebieten und militärischen Anlagen entfernt zu bleiben.

Das Gleiche gilt für Bundesfernstraßen, Bahnanlagen, Krankenhäuser, Menschenansammlungen und Katastrophengebiete. Auch ist darauf zu achten, gewerbliche Drohnen nicht durch Luftsperrgebiete fliegen zu lassen.

Über den Autor

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Thomas R.

Thomas hat einen Abschluss in Politikwissenschaften von der Universität Jena. Er gehört seit 2018 zum Team von bussgeldkatalog.org und verfasst News und Ratgeber zu verschiedenen Themen im Verkehrsrecht.

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