Aufstiegsgenehmigung für eine Drohne: Ist sie zwingend nötig?

Bis zum Horizont – und weiter?

Die Aufstiegsgenehmigung für Ihre Drohne erhalten Sie bei der Landesluftfahrtbehörde.

Die Aufstiegsgenehmigung für Ihre Drohne erhalten Sie bei der Landesluftfahrtbehörde.

Besitzer einer Flugdrohne – oder besser gesagt eines unbemannten Flugobjekts – benötigen seit der neu in Kraft getretenen Drohnen-Verordnung vom 7. April 2017 bestimmte Nachweise, bevor sie eine Drohne im Luftraum nutzen dürfen.

Neben der Pflicht zur Kennzeichnung ihres Flugobjekts und einem Kenntnisnachweis benötigen sowohl Hobby- als auch Berufspiloten beim Flug mit Drohnen in gewissen Fällen eine Aufstiegsgenehmigung.

Aber wann ist eine solche Aufstiegserlaubnis für Drohnen Pflicht? Was ist der Unterschied zwischen Allgemeinerlaubnis und Einzelgenehmigung?

Und wie können Sie die Genehmigung eigentlich genau erhalten? Lesen Sie im Ratgeber mehr dazu.

Aufstiegserlaubnis für Drohnen und Quadrocopter: Wann wird sie gebraucht?

Drohnenpiloten müssen nicht in jedem Fall eine Genehmigung vorweisen, wenn sie ihr unbemanntes Flugobjekt in schwindelnde Höhen steigen lassen wollen. Wiegt das Fluggerät weniger als fünf Kilogramm, benötigen Sie normalerweise keine Aufstiegserlaubnis für Ihre Drohne. Diese ist nur erforderlich, wenn das Fluggerät schwerer ist. Auch dann, wenn Sie Ihre Drohne bei Nacht fliegen wollen, ist eine Aufstiegsgenehmigung für die Drohne – zumindest in Deutschland – Pflicht. Auch wenn Sie eine Aufstiegserlaubnis für Drohnen haben, sollten Sie beachten, dass Flugverbote zum Beispiel über Menschenmengen, Kraftwerken, Gefängnissen oder Krankenhäusern besteht.

Beachten Sie: Behörden, die mit Aufgaben zur Gewährung der Sicherheit betraut sind, benötigen auch keine Aufstiegsgenehmigung, wenn ihre Drohne mehr als fünf Kilogramm wiegt. Zu diesen Behörden zählen unter anderem die Polizei, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk oder das Deutsche Rote Kreuz.

Wer erteilt laut Vorschriften eine Aufstiegsgenehmigung für Drohnen?

Wollen Sie für Ihre Drohne eine Aufstiegserlaubnis beantragen, so sollte Ihr erster Weg zur Landesluftfahrtbehörde Ihres Bundeslandes führen. Denn diese ist dafür zuständig, Ihnen die Erlaubnis zum Flug mit einem über fünf Kilogramm schweren Fluggerät zu erteilen.

Normalerweise ist dazu das Ausfüllen eines entsprechenden Antrags notwendig, der Ihnen von Ihrer Landesluftfahrtbehörde zur Verfügung gestellt wird. Sie sollten beachten, genügend Zeit für die Bearbeitung des Antrags einzuplanen. Dieser Zeitraum nimmt etwa zwei bis vier Wochen in Anspruch.

Aufstiegsgenehmigung für eine Drohne: Kosten der Prozedur

Eine Drohne benötigt eine Aufstiegserlaubnis, wenn sie mehr als fünf Kilogramm wiegt.

Eine Drohne benötigt eine Aufstiegserlaubnis, wenn sie mehr als fünf Kilogramm wiegt.

Die Kosten, die für eine Drohne und die Aufstiegsgenehmigung anfallen, unterscheiden sich je nach Bundesland, belaufen sich aber auf etwa 100 bis 200 Euro.

Unterschieden wird dabei auch zwischen einer allgemeinen Erlaubnis und einer Einzelgenehmigung für Drohnen. Eine Allgemeinerlaubnis wird für einen längeren Zeitraum – zwischen einem und zwei Jahren – ausgestellt.

Eine Einzelgenehmigung ist nur für einen kurzen Zeitraum gültig – meistens bis maximal etwa zwei Wochen. Läuft Ihre allgemeine Aufstiegserlaubnis ab, so können Sie diese noch vor Erreichen des Enddatums verlängern lassen.

Diese Kosten sind meist geringer als bei erneuter vollständiger Beantragung der Aufstiegsgenehmigung für Ihre Drohne. Normalerweise müssen zur Antragstellung folgende Unterlagen vorliegen bzw. eingereicht werden:

  • Nachweis über Haftpflichtversicherung, die Flüge von Drohnen mitversichert
  • Datenblatt der Drohne
  • Kenntnisnachweis
  • Persönliche Daten des Piloten sowie Angaben zum Zweck des Fluges (Kamera- oder Videoflug)
  • Einverständniserklärung des Grundstückseigentümers

Eine Erlaubnis  wird bei der Landesluftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes beantragt, in dem Sie die Drohne steigen lassen wollen. Die Aufstiegserlaubnis für die Drohne ist demnach auch erstmal nur in diesem Bundesland gültig. Wollen Sie Ihr unbemanntes Flugobjekt in einem anderen Bundesland starten lassen, so muss dieses Ihre Genehmigung erst anerkennen. Dies sollten Sie bedenken, bevor Sie die Drohne verwenden.

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3 Kommentare

  1. Immo J. sagt:

    Hallo, mein Nachbar beschenkte sich zu Weihnachten auf eine ganz besonderes Weise, mit einer Drohne und probierte diese gleich am 2. Feiertag aus. Er flog mit seiner Drohne gleich über mehrere nachbarschaftliche Gründstücke ( auch über unseres) hinweg. Muss ich mir das gefallen lassen? Wie weiß ich, dass das alles rechtens ist, ob er beispielweise eine Aufstiegsgenehmigung hat oder sich möglicherweise eine Kamera an „Bord“ befindet usw. Wie kann oder muss ich mich verhalten? Für mich ist die Gesetzeslage nicht ganz eindeutig.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Immo,

      über Wohngrundstücken ist der Betrieb in der Regel nicht zulässig, wenn die Startmasse mehr als 0,25 kg beträgt oder bspw. eine Kamera hat. Wenden Sie sich bei Fragen an einen Anwalt, da wir keine individuelle Rechtsberatung geben können.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

    • Alex Z. sagt:

      Erstmal locker bleiben. Zivile Drohnen sind weitaus weniger zu einer Überwachung fähig, als in den Medien dargestellt. Deinem Nachbar wird es ganz einfach in den Fingern gejuckt haben, sein neues Spielzeug einmal auszuprobieren – wer mag es ihm verdenken? Einfach freundlich bei der nächsten Gelegenheit ansprechen, erklären, dass es bei Dir unbehagen auslöst, wenn er damit über Deinem Grundstück fliegt und weiterleben. Wenn Du dann in Zukunft mal die Drohne hörst, nicht direkt Panik bekommen und auf Dich beziehen, da der Nachbar sicher mehr damit kämpft, nicht in einen Baum zu geraten, statt Dich zu bespitzeln. Und so lange er nicht direkt vor Deinen Fenstern schwebt, sieht er nicht wirklich mehr, als was er ohne Drohe sehen kann.

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