Unfall in der Probezeit – was passiert, wenn es gekracht hat?

Ein Unfall in der Probezeit ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen

In der Probezeit wird der Führerschein durch einen Unfall gefährdet.

In der Probezeit wird der Führerschein durch einen Unfall gefährdet.

Gerade in einer Großstadt ist das Verkehrsaufkommen hoch und es tummeln sich zahlreiche Radfahrer, neben Autos, Lkw, Radfahrern und zu guter letzt auch noch Fußgängern. Alle haben es eilig und wollen zügig an ihr Ziel kommen.

Schnell können Fahranfänger in diesem Tohuwabohu nicht nur an einer Ampel die Übersicht verlieren und einen Unfall in der Probezeit verursachen. Ob mit Personenschaden oder ohne, Verstöße dieser Art gilt es dringend zu vermeiden. Sie erhalten den Führerschein und die damit verbundene Fahrerlaubnis nämlich nur auf Probe und müssen sich in dieser Zeit erst noch bewähren.

Der vorliegende Ratgeber erklärt, welche Ursachen ein Unfall in der Probezeit haben kann und welche Konsequenzen Fahranfängern in einem solchen Fall drohen.

In der Probezeit einen Unfall bauen – welche Gründe können zu einem Unfall führen?

Weshalb beim Führerschein auf Probe ein Unfall gebaut wird, kann ganz verschiedene Ursachen haben. Nicht zwingend ist ein solcher Zwischenfall immer auf die mangelnde Erfahrung des Menschen am Steuer zurückzuführen.

Unfall in der Probezeit - was passiert? Sie können eine Anzeige wegen Körperverletzung erhalten.

Unfall in der Probezeit – was passiert? Sie können eine Anzeige wegen Körperverletzung erhalten.

Statistisch am häufigsten führen folgende Umstände zum Unfall in der Probezeit:

  • der Fahrer kann beim Fahren die Spur nicht halten und kommt mit dem Auto von der Straße ab
  • die gefahrenen km/h übersteigen die zugelassene Höchstgeschwindigkeit
  • es kommt zu einem Verstoß beim Überholen
  • der Platz zum Vordermann reicht nicht aus, um rechtzeitig zu bremsen
  • die Vorfahrt wird missachtet
  • der Fahranfänger ist mit Alkohol am Steuer unterwegs und kann nicht mehr adäquat reagieren

Gerade letzteres ist hochgradig gefährlich, verändert Alkohol doch die Wahrnehmung. Konkret bedeutet dies: Licht blendet stärker und Sie sehen nicht mehr so scharf. Ein Unfall in der Probezeit ist so schnell geschehen. Deshalb gilt in den ersten zwei Jahren und bis zu einem Alter von 21 Jahren ein absolutes Alkohol- und Drogenverbot am Steuer. Um letzteres kommen Sie während Ihrer gesamten Fahrkarriere nicht herum. Widersetzen Sie sich gegen die Regelung, müssen Sie in der Regel zur Nachschulung.

Unfall während der Probezeit – das sind die Konsequenzen

Verursachen Sie einen Unfall beim Führerschein auf Probe, ist die Angst vor dem Führerscheinverlust groß. Nicht zu Unrecht, wenn Sie in der Probezeit einen Unfall gebaut haben, bei dem auch Personen zu Schaden kamen.

Welche Sanktionen Ihnen in Form von Bußgeld, Punkten in Flensburg und einem etwaigen Fahrverbot drohen, hängt davon ab, welcher Verstoß dem Unfall zugrundliegt.

Waren Sie mehr als 21 km/h zu schnell unterwegs, müssen Sie mindestens 70 Euro Bußgeld berappen und bekommen einen Punkt in Flensburg. Bei der Missachtung der Vorfahrt sind in der Regel 100 Euro zu zahlen und ebenfalls ein Punkt zu akzeptieren. Bei beiden Vergehen handelt es sich um A-Verstöße.

Leisten Sie sich ein solches Vergehen das erste Mal in der Probezeit, kommt es zudem zur Verlängerung der Probezeit auf insgesamt vier Jahre. Darüber hinaus ist ein Aufbauseminar zu absolvieren, das noch einmal Geld kostet.

Und damit sind die möglichen Konsequenzen, wenn beim Führerschein auf Probe ein Unfall verursacht wurde, noch nicht ausgereizt. Unter Umständen können die Behörden auch eine medizinisch-psychologische Untersuchung – auch als MPU bekannt – anordnen. Die hier zu absolvierenden Tests müssen bestanden werden, damit der Führerschein nicht verloren geht.

Führerschein auf Probe: Was, wenn Unfall mit Personenschaden sich ereignet?

Ob Sie den Führerschein in der Probezeit durch einen Unfall verlieren, hängt von der Schwere Ihres Vergehens ab.

Ob Sie den Führerschein in der Probezeit durch einen Unfall verlieren, hängt von der Schwere Ihres Vergehens ab.

Werden durch einen Fahrfehler andere Menschen verletzt, kann das schwerwiegende Folgen haben, schließlich ist auch der Tod einer Person im Straßenverkehr nicht ausgeschlossen.

Haben Sie in der Probezeit einen solchen Unfall verursacht, kann Sie nun eine Strafanzeige wegen Körperverletzung oder Tötung erwarten, erstattet vom Geschädigten.

Kommt ein Verkehrsteilnehmer durch Sie zu Tode, werden Sie der fahrlässigen Tötung angeklagt.

Werden Sie mit einer solchen konfrontiert, sind Sie gut damit beraten, sich an einen Rechtsanwalt zu wenden und ihn zu fragen, wie nun weiter zu verfahren ist.

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205 Kommentare

  1. Samuel sagt:

    Hallo, ich bin noch in der Probezeit und habe heute einen Auffahrunfall (mit 5 Km/h in den Vordermann) gehabt bei dem ich 35 € Verwarngeld bezahlen musste. Auf der Unfallmitteilung wurde bei dem Punkt „Keine weitere Bearbeitung durch die Polizei“ ein Häkchen gesetzt. Bin ich jetzt noch glücklich davon gekommen oder habe ich trotzdem einen A oder B-Verstoß?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Samuel,

      diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, da immer entscheidend ist, welcher Verstoß zum Unfall geführt hat.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Lukas sagt:

    Hallo, ich bin noch in der Probezeit und bin bei verschneiter, eisiger Fahrbahn mit 5 km/h im Kreisverkehr in die Leitplanke gefahren/gerutscht, da die Lenkung und die Bremsen blockiert haben. Laut Polizei hat dies einen Punkt zur Folge sowie ein Bußgeld was mir klar ist! Muss ich einen Aufbaukurs und eine Verlängerung meiner Probezeit befürchten?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Lukas,

      diese Konsequenzen folgen in der Regel erst, wenn es sich um einen A-Verstoß oder einen zweiten B-Verstoß handelt.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Lukas sagt:

    Hallo, ich bin gestern Abend bei sehr eisiger und verschneiter Fahrbahn mit 10 km/h durch einen Kreisverkehr gefahren bin kam mein Auto ins rutschen und die Bremsen blockierten. Folge: Ich rutschte in die Leitplanke. Nachdem ich die Polzei verständigte um den Schaden an der Leitplanke zu melden wurde der Unfall als „nicht wettergerechtes fahren“ aufgezeichnet, das heißt mir droht ein Punkt und ein Bußgeld. Jetzt mache ich mir Sorgen einen Aufbaukurs besuchen zu müssen. Kann es sein das nach einem solchen Unfall mir ein Aufbaukurs droht? Und meine zweite Frage wäre ob dadurch meine Probezeit verlängert wird?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Lukas,

      diese Konsequenzen folgen in der Regel erst, wenn es sich um einen A-Verstoß oder einen zweiten B-Verstoß handelt.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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