Führerschein für E-Scooter gefordert: Behindertenverbände schlagen Alarm

News vom 05.08.2019 um 11:58 Uhr
Ein Führerschein ist für E-Scooter nicht notwendig, sehr zum Missfallen einiger Behindertenverbände.
Ein Führerschein ist für E-Scooter nicht notwendig, sehr zum Missfallen einiger Behindertenverbände.

Es ist nun bereits sieben Wochen her, dass die E-Scooter auf deutschen Straßen zugelassen wurden. Nicht alle Verkehrsteilnehmer sind von den kleinen Flitzern angetan, denn es kam bereits zu etlichen Regelverstößen und Unfällen. Insbesondere körperlich beeinträchtigte Menschen werden durch rücksichtslose Rollerfahrer gefährdet. Diverse Behindertenverbände fordern deshalb nun einen Führerschein für E-Scooter.

E-Scooter-Fahrer missachten immer wieder Gehwegverbot

Noch bevor die E-Scooter-Verordnung am 15. Juni 2019 in Kraft trat, stand fest: Es wird kein Führerschein für die E-Scooter benötigt werden. Und: Die Gehwege sollen tabu sein. Lediglich auf Radwegen und auf der Fahrbahn darf mit den Elektrorollern gefahren werden.

Doch viele E-Scooter-Fahrer halten sich nicht an dieses Verbot und fahren unbekümmert auf den Gehwegen – und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h. Die Fußgänger werden dadurch gefährdet, vor allem jene, die nicht so schnell ausweichen können. Dies betrifft in erster Linie Rollstuhlfahrer, Blinde und Senioren, aber auch Kinder.

Die Verwarnungsgelder, die für einen solchen Verstoß drohen, scheinen viele E-Scooter-Fahrer bislang nicht abzuschrecken:

VerstoßVerwarngeld in Euro
Mit E-Scooter auf Gehweg oder in Fußgängerzone gefahren15
... dabei andere Verkehrsteilnehmer behindert20
... dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet25
... dabei Sachbeschädigung verursacht 30

Dass es auch noch andere Regeln gibt, die von vielen Rollerfahrern missachtet werden, zeigt das folgende Video:

Verbände fordern Führerschein für E-Scooter-Fahrer

Führerschein für E-Scooter: Kann ein Training Unfällen vorbeugen?
Führerschein für E-Scooter: Kann ein Training Unfällen vorbeugen?

Diverse Verbände äußerten bereits Kritik an der – in ihren Augen übereilten – Zulassung der E-Scooter, u. a. der Berliner Behindertenverband, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband und der Sozialverband VdK.

Insbesondere der Verzicht auf einen Führerschein für die E-Scooter wurde nach Ansicht von Dominik Peter, Vorsitzender des Berliner Behindertenverbands, nicht ausreichend durchdacht.

Er fordert deshalb verpflichtende Kurse, bevor sich Fahrer mit ihrem Elektroroller auf die Straße begeben dürfen.

Ich verstehe nicht, warum man nicht sagt: Bevor die Nutzung erlaubt ist, muss man vier praktische Stunden absolvieren, in denen auf die Gefahren hingewiesen wird.
(Quelle: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/08/berlin-e-scooter-behindertenverbaende-kritik.html)

Dass eine solche Maßnahme in der Tat sinnvoll sein kann, zeigen die Unfallstatistiken der vergangenen Wochen. Laut diesen wurde die Mehrzahl der E-Scooter-Unfälle von den Rollerfahrern selbst verursacht und das nicht selten von Fahranfängern, die zum ersten Mal auf dem E-Scooter standen.

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