Führerscheinfreie Fahrzeuge: Diese Kfz benötigen keine Fahrerlaubnis

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 24. Juni 2020

Welche Fahrzeuge dürfen ohne Führerschein gefahren werden?

Welche Bedingungen gelten für fahrerlaubnisfreie Kraftfahrzeuge?
Welche Bedingungen gelten für fahrerlaubnisfreie Kraftfahrzeuge?

Ob wegen einer nicht bestandenen MPU oder etwa einer allgemeinen Aversion gegen Prüfungen: Manche Menschen entscheiden sich dazu, keinen Führerschein (mehr) haben zu wollen. Möchten sie dennoch motorisiert am Straßenverkehr teilnehmen, benötigen sie führerscheinfreie Fahrzeuge.

Doch gibt es in Deutschland überhaupt Autos, die ohne Führerschein geführt werden können? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein und welche Bußgelder folgen, wenn diese nicht eingehalten werden?

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Fahrzeuge ohne Fahrerlaubnis gefahren werden dürfen. Informationen zu den einzelnen Bestimmungen sowie zu den drohenden Bußgeldern bekommen Sie hier ebenfalls.

Führerscheinfreie oder fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge: Welche Ausdrucksweise ist richtig? Grundsätzlich sind die Begriffe „Führerschein“ und „Fahrerlaubnis“ voneinander abzutrennen. Mit dem Schein ist lediglich das Dokument gemeint, während die Erlaubnis die allgemeine Berechtigung zum Führen bestimmter Kfz darstellt. In diesem spezifischen Fall werden die Bezeichnungen „führerscheinfrei“ und „fahrerlaubnisfrei“ allerdings Synonym verwandt.

Spezifische Infos über führerscheinfreie Fahrzeuge

FAQ: Führerscheinfreie Fahrzeuge

Gibt es führerscheinfreie Autos?

Gilt ein Auto als Mobilitätshilfe oder Krankenfahrstuhl, benötigen Sie dafür unter bestimmten Voraussetzungen keinen Führerschein.

Sind Mofas führerscheinfrei?

Bei Mofas handelt es sich um führerscheinfreie Fahrzeuge. Allerdings wird für diese eine Prüfbescheinigung benötigt.

Welche Fahrzeuge sind noch führerscheinfrei?

Bestimmte landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge wie Zugmaschinen, Stapler, Flurförderzeuge und selbstfahrende Arbeitsmaschinen sind führerscheinfrei.

Führerscheinfreie Mofas: Ohne Prüfung drohen Bußgelder!

Mofas sind zwar führerscheinfreie Fahrzeuge, daraus ergibt sich allerdings nicht, dass sie gefahren werden dürfen, ohne dass die betroffene Person im Vorfeld gewisse Kenntnisse erworben hat. Um ein Mofa im deutschen Straßenverkehr steuern zu dürfen, ist eine besondere Prüfbescheinigung vonnöten, die sicherstellen soll, dass Mofafahrer zumindest die Grundregeln im Straßenverkehr beherrschen und aufgrund ihrer Unwissenheit keine Gefahr darstellen.

Bedenken Sie: Ein Mindestalter von 15 Jahren ist Voraussetzung. Nach einer bestandenen Prüfung sind Sie zum Führen von einem Mofa berechtigt, solange dieses bauartbedingt nicht schneller als 25 km/h fahren kann.

Fahren Sie mit einem Mofa, ohne die Prüfbescheinigung abgelegt zu haben, droht ein Bußgeld von 20 Euro.

Führerscheinfreie Autos: Diese Bestimmungen gelten

Gilt ein Auto als Mobilitätshilfe oder Krankenfahrstuhl, ist es führerscheinfrei. Folgende Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein:

  • Krankenfahrstuhl: Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h, maximale Breite von 110 cm, maximales Leergewicht von 300 kg, maximales Gesamtgewicht von 500 kg, elektrischer Antrieb
  • Mobilitätshilfe: Maximale Breite von 70 cm, zweispurig angeordnetes Fahrzeug, lenkerähnliche Haltestange, Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h
Zudem muss an der Bauart des Kfz erkennbar sein, dass es zum Gebrauch durch körperlich beeinträchtigte Personen bestimmt ist.

Ein führerscheinfreies Auto kaufen: Stolpersteine

Attribut "führerscheinfrei": Nicht alle Fahrzeuge bekommen es.
Attribut “führerscheinfrei”: Nicht alle Fahrzeuge bekommen es.

Insbesondere dann, wenn Sie führerscheinfreie Autos gebraucht erwerben wollen, sollten Sie Vorsicht walten lassen: Nicht alle Fahrzeuge, welche als „führerscheinfrei“ beworben werden, erfüllen auch die notwendigen Voraussetzungen.

Neben den üblichen Vorsichtsmaßnahmen beim Autokauf sollten Sie sich erkundigen, ob das in Betracht kommende Auto wirklich führerscheinfrei geführt werden darf.

Eine detaillierte Nachfrage bei der Zulassungsbehörde kann an dieser Stelle teure Fehler vermeiden.

Führerscheinfreie Fahrzeuge in der Landwirtschaft

Auch bestimmte landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge sind führerscheinfrei. Dazu zählen laut § 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV):

  • Zugmaschinen
  • Stapler
  • Flurförderzeuge
  • selbstfahrende Arbeitsmaschinen

Allerdings müssen diese Maschinen von ihrer Bauart her eindeutig für den land- oder forstwirtschaftlichen Zweck bestimmt sein. Zudem darf ihre Höchstgeschwindigkeit 6 km/h nicht überschreiten.

Als führerscheinfreie Fahrzeuge gelten ebenfalls landwirtschaftliche Kfz und Arbeitsmaschinen, welche mithilfe von Holmen von Fußgängern geführt werden.

Das Auto war nicht führerscheinfrei? Diese Ahndungen drohen

Nehmen Sie mit einem Fahrzeug am Straßenverkehr teil, ohne die entsprechende Fahrerlaubnis zu besitzen, drohen unangenehme Folgen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie ein Mofa mit mehr als 25 km/h ohne Führerschein fahren.

Der Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis stellt eine Verkehrsstraftat dar: Bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe oder ein entsprechend hohes Strafgeld können folgen.

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217 Kommentare

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  1. Harald sagt:

    Guten Tag,
    Wir haben eine Frage: Darf der Onkel folgendes Fahrzeug im öffentl . Straßenverkehr fahren ??
    Sachverhalt:
    Unsere Onkel ist 63 Jahre alt ( geb.: 7.3.57 ) und besitzt keinen Führerschein / Fahrerlaubnis.
    Nach dem Tode seiner Frau möchte er mobil sein und will sich ein gebrauchtes 25 km / h Auto zulegen; Ligier Nova .
    Dieser Wagen wird von einem Händler angeboten mit einer ursprünglichen NL Zulassung, aber 25 km / h COC Papiere vom Hersteller.
    Alles gedrosselt von einem 5 PS Dieselmotor, Automatic.
    Der Wagen besitzt: 4 Räder auf 2 Achsen, 2 Sitze .

    Wir wollen den Herrn vor einem gr. Irrtum bewahren und finanziellen Schaden abwenden………bevor er – unsicher – losfährt.

    Mit freundlichen Grüßen
    H.

  2. Uwe W. sagt:

    Ich stelle mal die von mir in einem anderen Forum zusammengestellte Problematik hier ein:

    Als erstes solltet ihr euch mal von dem Gedanken trennen, das reguläre Pkw wie Fiat Panda, Cinquecento, Seicento, Seat Marbella, Twingo, Smart, Polo und Co jemals eine Betriebserlaubnis als Krankenfahrstuhl bekommen konnten! Alle diese Fahrzeuge haben ein Leergewicht von deutlich über 600 kg und sind somit mehr als doppelt so schwer, wie für einen Krankenfahrstuhl zulässig.
    Die “Betriebserlaubnisse” für oben angegebene Fahrzeuge sind gefälscht oder basieren auf gefälschten Gutachten. Oftmals werden sie sogar mit Zulassungsdokumenten (Fahrzeugbrief/Fahrzeugschein/Zulassungsbescheingung Teil I oder II), in die das “Zauberwort” Krankenfahrstuhl mehr oder weniger gut handschriftlich oder mit Drucker eingefügt wurde verkauft. Krankenfahrstühle sind jedoch seit jeher zulassungsfreie Fahrzeuge, die über keine Zulassungsdokumente, sondern über eine Betriebserlaubnis verfügen müssen.
    “Besser gemacht” sind verschiedene Serien von ge- oder verfälschten Betriebserlaubnissen (ausgestellt TÜV Sinsheim, TÜV Deggendorf oder TÜV Oberhausen), die jedoch einer genaueren Sichtprüfung auch schon nicht mehr standhalten.
    Somit merkt euch: Fiat Panda, Cinquecento, Seicento, Tippo, …. , Seat Marbella, … und ihre ganzen “Geschwisterchen” von Opel, VW, Ford, Peugeot, …. sind niemals Krankenfahrstühle. Und auch keine Leichtkraftfahrzeuge, da die 4-rädrigen Leicht-Kfz nach deutschem Zulassungsrecht eben nur 350 kg Leergewicht haben dürfen. (Anders in der restlichen EU, wo die als L6e-Fahrzeuge bis zu 425 kg auf die Waage bringen dürfen – aber auch da fallen die raus). Siehe Definition § 2 FZV Nr. 12 !
    Somit wird für diese Fahrzeuge die Pkw-Fahrerlaubnis benötigt
    (Eine Ausnahme bildet hier die Fahrerlaubnis der Klasse 5, ausgestellt vor dem 01.01.1989! Diese berechtigt zum Führen von Kraftfahrzeugen bis 25 km/h und zwar aller, mit Ausnahme der A-Klassen (Zweiräder). )
    Ab dem 01.01.1989 ausgestellt Fahrerlaubnisse der Klasse 5 berechtigen nur noch zum Führen von Zug- und Arbeitsmaschinen bis 25 km/h bbH – Pkws sind da raus.)
    ……………………………………………………………………………………………………………………
    Welche Fahrzeuge sind somit mit den Krankenfahrstühlen “alten Rechts” gemeint?
    Bereits vor 1999 gab es Fahrzeuge z. B Waaijenberg Canta, die in Deutschland mit der ungedrosselten bbH um die 50 km/h als “KleinstPkw” amtlich zugelassen werden mussten, sprich Fahrzeugbrief, Fahrzeugsschein, großes Kennzeichen, Kfz.-Steuer und TÜV. Wer macht das schon, wenn er dafür auch einen richtigen Pkw zulassen kann?
    Da diese Fahrzeuge jedoch unter 300 kg Leergewicht aufwiesen oder mit minimalen Umbauten (Reserverad raus und 2-3 weitere”unwichtige” Fahrzeugteile) unter die 300 kg Leergewicht gedrückt werden konnten, scheiterte eine Unterbringung in der Fahrzeugart “Krankenfahrstuhl” (§ 18 Abs.2 Nr. 5 StVZO vor 01.01.1999: “Maximales Leergewicht 300 kg, bbH 30 km/h, maximal 2-sitzig”) damals lediglich an der Geschwindigkeit.
    Durch Reduzierung der bbH auf 30 km/h erfüllte das Fahrzeug diese Voraussetzungen jedoch und es konnte über ein Gutachten eine Betriebserlaubnis als Krankenfahrstuhl beantragt werden.
    Dann konnten diese Fahrzeuge mit der Klasse 5 (Krankenfahrstuhl) geführt werden, konnten mit Versicherungskennzeichen gefahren werden , waren steuerfrei und mussten nicht mehr zum TÜV.
    Krankenfahrstühle mit einer bbH über 10 km/h waren seit jeher bis zum 01.01.1999 fahrerlaubnispflichtig! (mindestens Klasse 5)
    ……………………………………………………………………………………………………….
    Ab 01.01.1999 wurde der § 18 (2) Nr. 5 StVZO so geändert, dass Krankenfahrstühle nur noch 25 km/h bbH aufweisen und nur noch einsitzig sein durften und weiterhin (wie bisher auch)nur bis zu 300 kg Leergewicht haben durften. Eine Übergangsfrist für das erstmals in den Verkehr bringen der zweisitzigen 30 km/h Krankenfahrstühle wurde bis zum 30.06.1999 gewährt. Fahrzeuge die bis dahin nicht erstmals in den Verkehr gebracht wurden, mussten auf einsitzig und 25 km/h umgebaut werden, um eine Betriebserlaubnis als Krankenfahrstuhl zu erhalten.
    Gleichzeitig wurde die neuen Krankenfahrstühle in Rahmen eines Verkehrsversuches fahrerlaubnisfrei, jedoch prüfbescheinigungspflichtig (so der Fahrzeugführer nicht vor dem 01.04.1965 geboren war – wie beim Mofa).
    Es musste dann eine extra Krankenfahrstuhlprüfbescheinigung erworben werden, die nicht identisch mit der Mofaprüfbescheinigung war, jedoch auf Antrag mit dieser zusammen erworben werden konnte.
    Über die Übergangsvorschriften wurden die alten zweisitzigen bis 30 km/h den neuen gleichgestellt und wurden ebenfalls fahrerlaubnisfrei.
    …………………………………………………………………………………………………………..
    Da der Verkehrsversuch jedoch völlig aus dem Ruder lief (Alkoholsünder und Personen die eine Fahrerlaubnis nie erworben hatten mit Geburtsdatum vor dem 01-04.1965 stellten die überwiegende Zahl der Nutzer und nicht wie beabsichtigt behinderte Personen, die man eigentlich mobiler machen wollte), wurde auch auf Grund der hohen Unfallzahlen der Verkehrsversuch zum 31.08.2002 für gescheitert erklärt und wieder eingestellt.
    Die Fahrzeugart Krankenfahrstuhl wurde wieder neu definiert: Einsitzig, elektrobetrieben, bbH 15 km/h und maximal 110 cm breit.
    Gleichzeitig wurde zum 01.09.2002 die Fahrerlaubnispflicht für die Krankenfahrstühle wieder eingeführt
    – Ausnahme nur noch die neuen elektrobetriebenen bis 15 km/h.
    U N D
    über § 76 FeV auch die Fahrstühle alten Rechts mit einer bbH bis maximal 10 km/h (so wie vor 1999 auch).
    Die Krankenfahrstühle über 10 km/ bbH alten Rechts (vor 01.09.2002) sind nur noch für die Personen fahrerlaubnisfrei, die die “Krankenfahrstuhlprüfbescheinigung” in der Zeit vom 01.01.2002 bis zum 31.08.2002 (nur in diesem Zeitraum möglich) erworben haben. Diese Krankenfahrstuhlprüfbescheinigung genießt ebenfalls Bestandsschutz, was ihr ebenfalls im § 76 FeV nachlesen könnt.
    Die von 1999 bis zum 31.08.2002 gültige Altersregelung wie beim Mofa hat jedoch keinen Bestandsschutz! Fehlende Regelung in den Übergangsvorschriften des § 76 FeV!
    Die dort aufgeführte Altersregelung hat nur für Mofas und seit dem 27.12.2016 auch für 2 oder 3-rädrige Kleinkrafträder bis 25 km/h Bestand.
    Zum Abschluss noch dieses: Seit dem 27.12.2016 reicht zum Führen von 3-rädrigen Kleinkrafträdern bis 25 km/h ebenfalls ein Geburtsdatum vor dem 01.04.1965 oder die einfache Mofaprüfbescheinigung.
    Aber Achtung: Achtet auf die eingetragene Fahrzeugart. Steht z. B. bei der APE in der Betriebserlaubnis “Krankenfahrstuhl bis 25 km/h!” ist sie als Krankenfahrstuhl fahrerlaubnispflichtig! Umschreiben auf “3-rädriges Kleinkraftrad bis 25 km/h” ist aber ohne Probleme möglich. TÜV-Gutachten und ab zur Zulassungsstelle!
    So macht was draus!

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