Geschwindigkeitsüberschreitung: In der Schweiz kann Gefängnis drohen

News vom 27.04.2018 um 18:04 Uhr

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz kann Gefängnis drohen.

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz kann Gefängnis drohen.

Unter dem Spitznamen „Gotthard-Raser“ hat ein Mann aus Süddeutschland traurige Berühmtheit erlangt. Der 43-Jährige kommt aus Süddeutschland und war 2014 mit einem unerlaubt aufgerüsteten Sportwagen – ein BMW Z4 mit 482 PS – im Gotthard-Tunnel in der Schweiz unterwegs. Mit einer Geschwindigkeit im Bereich von 200 km/h raste der Verkehrssünder durch die Unterführung. Erst nach einer durch die Polizei vorgenommenen Verfolgungsjagd durch den Tunnel, konnten die Beamten den Mann in dessen Fahrzeug zum Stehen bringen. Im Gegensatz zu Deutschland droht bei Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz auch Gefängnis, wenn es die Umstände rechtfertigen.

Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) entscheidet sich für die Haftstrafe

Das OLG hat im Urteil zum genannten Fall entschieden, dass der zuvor bereits in der Schweiz verurteilte Mann aus Süddeutschland die von den Schweizer Kollegen verhängte Haftstrafe in Deutschland absitzen muss. Für eine Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz, droht Gefängnis, in Deutschland hingegen im Normalfall nur dann, wenn der gleiche Verstoß auch hierzulande mit einer Freiheitsstrafe bedacht werden würde.

In erster Instanz hatte das Landgericht Stuttgart im März zunächst den Antrag der Schweizer Behörden abgelehnt, dem Raser wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz einen Aufenthalt im Gefängnis in Deutschland aufzuerlegen. Diese Entscheidung hob das OLG durch sein Urteil jetzt auf.

Wegen „Gefährdung des Lebens und wiederholter grober qualifizierter Verletzung der Verkehrsregeln“, muss der 43-Jährige Ludwigsburger jetzt doch eine Freiheitsstrafe absitzen. Basierend auf den rechtlichen Grundlagen des Nachbarlands drohen dem Verkehrssünder jetzt 30 Monate Freiheitsentzug. Das Strafmaß könne zwar gegebenenfalls als hart angesehen werden, aber nicht als unzumutbar. Die Entscheidung des OLG ist somit rechtskräftig.

Der „Gotthard-Raser“ ist sich keiner Schuld bewusst

Laut Polizeiberichten soll der „Gotthard-Raser“ etwa zehn andere Fahrzeugführer in der Unterführung mit unerlaubt überhöhter Geschwindigkeit überholt haben. Anstatt Reue zu zeigen, protzte der Rowdy nach der begangenen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz. Mit dem Gefängnis hatte er zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht gerechnet. Stattdessen brüstete er sich mit seiner Tat gegenüber dem Schweizer Boulevardmagazin „Blick“ in folgendem Wortlaut:

„Ich bin durchgebolzt wie ein Affe. Das Urteil interessiert mich nicht.“

Tunnel-Raser aufgepasst: Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz kann im Gefängnis enden.

Tunnel-Raser aufgepasst: Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz kann im Gefängnis enden.

Gefahr im Tunnel: Warum es hier häufig zu Unfällen kommt

Wenn Streckenabschnitte unterirdisch verlaufen, sind Fahrzeugführer besonders gefordert. Das künstliche Licht in Tunneln strapaziert das menschliche Auge in hohem Maße. Deshalb kann es zu Irritationen kommen. Außerdem gibt es in Unterführungen kaum Ausweichmöglichkeiten, was in Unfallsituationen Panik verursachen kann. Weitere mögliche Unfallursachen in Tunneln, zeigt folgende Liste:

  • Nichteinhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
  • zu geringer Abstand zwischen Fahrzeugen
  • Massenkarambolagen durch Auffahrunfälle
  • Rauchentwicklung

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