Das Auto als WM-Accessoire: Nicht jede Dekoration ist erlaubt

News vom 11.06.2018 um 13:51 Uhr

Fußballfans in Deutschland nutzen ihr Auto gerne als WM-Accessoire.

Fußballfans in Deutschland nutzen ihr Auto gerne als WM-Accessoire.

Deutschland ist wieder im WM-Fieber. Wie schon zur Weltmeisterschaft 2014 ist auch zur diesjährigen Fußball-WM deutschlandweit Feierstimmung angesagt. Und was darf dabei natürlich nicht fehlen? Das Auto – Als WM-Accessoire gehört es genauso zum Fankult wie Trikots oder Gesichtsbemalung. Die Kreativität kennt beim WM-Schmuck scheinbar keine Grenzen, denn vom Fähnchen bis zum Car-Bikini gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Aber gelten beim Auto als WM-Accessoire nicht auch gesetzliche Vorschriften?

Auto-Bikini: Was gilt für den Stoffüberzug beim Auto?

Ein besonders beliebter Trend heißt „Car-Bikini“ bzw. auf Deutsch „Auto-Bikini“. Gemeint sind Überzieher aus Stoff, die im Design der deutschen Flagge nachempfunden sind. Angebracht werden die Car-Bikinis an den Seitenspiegeln des Fahrzeugs.

Wer zusätzlich noch Flaggen an den Fenstern anbringt, macht sein Auto als WM-Accessoire zum Hingucker im Fanlook. Aber Experten vom TÜV warnen vor dem Tuning: Der Auto-Bikini ist nur unter bestimmten Voraussetzungen im Straßenverkehr einsetzbar. André Schmidt, Leiter der TÜV-Station Göttingen, nennt eines der Hauptprobleme im Zusammenhang mit der genannten Fahrzeugdekoration:

Bei dem Stoff-Überzieher für die Seitenspiegel im Nationalflaggendesign ist zu beachten, dass dieser die Blinkleuchten nicht verdeckt. Das ist bei vielen aktuellen Fahrzeugmodellen ein Problem, da sie Blinker in den Seitenspiegeln tragen.

Wer also nicht dafür sorgt, dass die Blinker trotz Verkleidung sichtbar sind, macht sich strafbar und kann im Falle einer Polizeikontrolle ein Bußgeld auferlegt bekommen. Ferner darf auch die Sicht des Fahrers nicht durch Spiegelsocken beeinträchtigt werden, weil beispielsweise Teilbereiche des Spiegels nicht einsehbar sind.

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Sämtliche vorhandene Spiegel müssen ohne Einschränkung genutzt werden können. Andernfalls liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, welche im Rahmen der Verkehrsüberwachung sanktioniert werden kann. Verkehrsexperten raten außerdem auch deshalb davon ab, das Auto als WM-Accessoire mit Car-Bikinis zu dekorieren, weil technische Funktionen gestört werden können.

Das Auto als WM-Accessoire: Während Fahnen im Stadion unbedenklich sind, können sie im Straßenverkehr gefährlich werden.

Das Auto als WM-Accessoire: Während Fahnen im Stadion unbedenklich sind, können sie im Straßenverkehr gefährlich werden.

In den seitlichen Spiegeln sind bei vielen Modellen beispielsweise die Fahrassistenz-Systeme verbaut. Diese können fehlerhaft funktionieren oder ganz abstürzen, wenn die Sensoren durch den Stoffüberzug blockiert werden.

Auch andere Verkehrsteilnehmer dürfen durch den Autoschmuck nicht beinträchtigt werden, wenn die Dekoration auf die Fahrbahn gelangt.

Vor diesem Hintergrund ist von der sogenannten „Heckscheibenwischerhand“ dringend abzuraten. Als Aufsatz für den Scheibenwischer soll der Dekoartikel auch bei Regen das Auto als WM-Accessoire in Szene setzen.

Tests haben ergeben, dass die Vorrichtung schon bei geringer Geschwindigkeit nicht richtig hält.

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