Fahrerflucht: Welche Strafe ein Kratzer nach sich zieht

Von Clarissa, letzte Aktualisierung am: 14. Mai 2019

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Was geschieht, wenn Sie sich nach einem Parkrempler aus dem Staub machen?

Fahrerflucht: Führt ein kleiner Kratzer schon zu einer Strafe?

Fahrerflucht: Führt ein kleiner Kratzer schon zu einer Strafe?

Sind die Lücken auf einem Parkplatz ziemlich knapp bemessen oder Sie verhalten sich beim Aussteigen nicht umsichtig genug, kann es leicht passieren, dass Sie beim Einparken bzw. Aussteigen am Auto Ihres Parknachbarn einen Kratzer hinterlassen. So etwas kann schließlich schon mal vorkommen, oder?

Nicht wenige Fahrer entscheiden sich in einer solchen Situation dafür, sich stillschweigend aus dem Staub zu machen. Die Chance, dass der betroffene Fahrzeugbesitzer die Schramme überhaupt bemerkt, ist ohnehin ziemlich gering und bei einem so geringen Schaden handelt es sich wahrscheinlich nicht einmal um Fahrer- bzw. Unfallflucht.

Doch ist dem wirklich so? Welche Folgen hat es, wenn Sie nach einem Parkschaden einfach weiterfahren? Geht es bei einem winzigen Kratzer am Auto bereits um Fahrerflucht? Welche Strafe kann dieser Kratzer mit sich bringen, wenn die Polizei Sie erwischt? Diesen Fragen widmen wir uns im Ratgeber.

Kratzer im Auto: Begehen Sie Fahrerflucht, wenn Sie danach einfach wegfahren?

Der Tatbestand der Fahrerflucht bzw. des unerlaubten Entfernens vom Unfallort ist im Strafgesetzbuch (StGB) näher definiert. Ein Kraftfahrer macht sich § 142 StGB zufolge der Fahrerflucht strafbar, wenn er

[…] sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen […].“
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Demzufolge liegt auch bei einem Kratzer Fahrerflucht vor, wenn Sie einfach weiterfahren, nachdem Sie ein anderes Fahrzeug gestreift haben. Vielmehr sollten Sie als Verursacher des Unfalls eine angemessene Zeit lang warten (etwa 20 bis 60 Minuten), bis der Besitzer des beschädigten Kfz auftaucht oder den Vorfall direkt bei der Polizei melden, um der nach einer begangenen Fahrerflucht drohenden Strafe bei einem Kratzer aus dem Weg zu gehen.
Eine Fahrerflucht hat auch Folgen, wenn ein Kratzer das einzige Resultat nach dem Unfall ist.

Eine Fahrerflucht hat auch Folgen, wenn ein Kratzer das einzige Resultat nach dem Unfall ist.

Entscheiden Sie sich dafür, einen Zettel mit Ihren Kontaktdaten an der Windschutzscheibe des anderen Fahrzeugs zu hinterlassen, machen Sie sich auch dann der Fahrerflucht strafbar. Welche Strafe bei einem Kratzer auf Sie wartet, wenn Sie danach das Weite suchen, klären wir im Folgenden.

Fahrerflucht bei einem Kratzer am Auto: Welche Strafe droht?

Wie das unerlaubte Entfernen vom Unfallort geahndet wird, regelt ebenfalls § 142 StGB. Dort heißt es, dass Fahrerflüchtige mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen müssen.

Wie hoch die entsprechende Strafe ausfällt, ist jedoch abhängig von der Schwere der entstandenen Beschädigung. Es muss daher stets eine individuelle Einzelfallentscheidung getroffen werden.

Der Schaden nach einer Fahrerflucht bei einem Kratzer an der Stoßstange bewegt sich häufig unter einem Betrag von 600 Euro. Aus diesem Grund besteht nach einer begangenen Fahrerflucht die Strafe bei einem Kratzer oft aus einer geringen Geldstrafe. Das Verfahren wird in diesem Fall normalerweise eingestellt.
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10 Kommentare

  1. Gabriele k. sagt:

    Wenn man nicht bemekt hat dass man beim ausparken nicht bemekt hat dass man jamand gerempelt hat mit zeuge n.Am eigenen Auto nichts ist bei dem anderen ein grosser Kratzer und angeblich eie riesen beule.Wie verhalte ich mich.da die polizei den fall als fahrerflucht behandelt.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Gabriele,

      wird Ihnen Fahrerflucht vorgeworfen, sollten Sie sich am besten an einen Anwalt für Verkehrsrecht wenden. Dieser kann Sie umfassend beraten und weiß, wie in solch einer Situation vorzugehen ist.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

      • norbert w sagt:

        Beim Zurücksetzen mit einem grossen Anhänger soll ich angeblich den Drahtmattenzaun des Nachbarns beschädigt haben. Ich habe von all dem nichts bemerkt. Die Polizei hat mein beiden Anhänger vor Ort untersucht,ohne Befund. Die Zeugenaussage ist von einem 6jährigen Jungen gemacht worden.Die Polizei hat fahrerflucht angedeutet Der Schaden ist unter 1300Euro.Bitte um Ihre Beurteilung. MFG NW

      • W sagt:

        Ja würd es mir was kann auf mich zu kommen

  2. W sagt:

    Ich habe einen Spiegel abgefahren und bin weiter gefahren bin aber zu Polizei gegangen und habe es gemeldet

  3. Sevo sagt:

    Hallo schönen Abend erstmal,

    Ich hatte ein Fall heute was noch sehr frisch ist ich war in einer fussgängerzone wo man rein darf und 3min halten kann also auto war noch an Motor war nicht abgestellt und ich stand da nicht länger wie 3 min weil ich Freundine abgeholt habe doch in der zwischenzeit kam ein Radfahrer um die 40 jahre alt und machte mich von der seite an das es Fußgänger zone sei und ich da nichts zu suchen habe ich habe ihm klar machen wollen das ich Freundine abholen will und auch gleich weg bin und wie er sieht das Motor an ist und ich gleich wegfahren darauf hin kratzte er meine Türe links hinten komplett durch mit Absicht und sagte nur ups und fuhr mit einem zügigen Tempo weg “ fahrerflucht“ also war er husch weg ich stieg vom auto aus und bis ich mir den Kratzer anschaute war er schon keine ahnung wo ich fuhr hinter her aber keine Spur er war verschwunden ich hab auch alles Polizei gemeldet was passiert jetzt übernimmt es die Versicherung und was mach ich jetzt danke schonmal…

  4. Tim sagt:

    -Den Tatvorwurf §142 StGB kann ich nicht zugeben, da ich es nicht bemerkt habe.

    -Das es wohl tatsächlich zu einem Zusammenstoß/ Zusammenkratzen gekommen
    ist, bestreite ich jedoch nicht, da die Schäden an beiden Fahrzeugen wohl überein stimmen.

    Ich war auf Parkplatzsuche. Als ich an einem Parkplatz sah, habe ich den Blinker gesetzt und bin soweit vor gefahren, so das ich rückwärts in Parklücke fahren konnte.
    Der Nachfolgende PKW ist dann noch etwas weiter gefahren, so das ein Einparken
    mir nicht mehr möglich war.
    Ich hatte es versucht, aber es war mir dann zu eng.
    Dabei soll es zu dem Zusammenkratzen beider Autos gekommen sein.
    Dieses habe ich ich bemerkt.
    Wenn ich es bemerkt hätte, wäre ich nich weiter gefahren, bzw. hätte ich mich nicht vom Unfallort entfernt.
    Zumal mein Fahrlehrer während der Fahrausbildung und auch meine Eltern es mir nahezu eingetrichtert haben, sich niemals von einem Unfallort zu entfernen, da die Konsequenzen große Auswirkungen haben kann.
    Nachdem mir das Einparken nicht möglich war, habe ich mich auf die Suche nach einem anderen Parkplatz gemacht, bzw. bin dann weiter gefahren.
    Nach kurzer Zeit bemerkte ich, das mir ein Auto folgte und mich anhupte.
    Ich bin dann in eine freie Parklücke gefahren (Parkplatz gefunden).
    Dann kam die Fahrerin des Smarts auf mich zu und sagte, ich hätte ich Auto angefahren.
    Ich war völlig verdutzt.
    Sie zeigte mir dann an ihrem Kotflügel einen kleinen, oberflächlichen Lackschaden.
    Ich habe dann an mein Auto gesehen, das dort auch minimale „Haarkratzer“ waren.
    Es scheint also Tatsächlich zu einem Zusammenkratzen gekommen zu sein.
    Aber dieses hatte ich ja nicht bemerkt.
    Es wurde dann die Polizei gerufen.
    Der Polizist hat sich die Schaden beider Autos angesehen und meinte zu mir,
    das es ein so geringes Schadensbild ist, das ein „Nichtbemerken“ des
    Zusammenkratzen beider Autos durchaus möglich ist.
    Den Schaden an meinem Auto konnte ich mit eine Tuch entfernen.
    An dem gegnerischen Fahrzeug waren auch nur ein paar oberflächliche Kratzer
    zu sehen.

    Soll ich mich gegenüber der Polizei so äußern?
    Oder lieber eien Anwalt nehmen?

  5. Annette sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    meiner Mutter hat beim Einparken einen Wagen aus der Nachbarschaft leicht an der Stoßstange gerammt. Es hat nun einen Kratzer. Da das Fahrzeug bekannt, der Fahrzeughalter in der Nachbarschaft wohnt, hat sie erstmal aktiv nach den Nachbarn gesucht. Hiefür hat sie zwei Zeugen, die bezeugen können das meine Mutter die Person gesucht hat. Da sie nicht fündig wurde, hat sie einen Zettel mit ihren Kontaktdaten da gelassen. Die Person hat sich nicht mehr gemeldet, sondern die Polizei angerufen.

    Nun besteht eine Strafanzeige gegen sie „Fahrerflucht“ bzw. „Unerlaubtes entfernen vom Unfallort“.

    Können Sie sagen, mit was für einem Bußgeld (ca.) sie rechnen hat? Birgt in diesem Fall eine schriftliche Aussage der Zeugen etwas?

    Vielen Dank!

  6. Andreas A. sagt:

    Habe beim Abbiegevorgang ein Auto ohne etwas bemerkt zu haben, mit meinem Vorderreifen touchiert und habe meine Fahrt fortgesetzt.
    Kurz darauf kam die Polizei, wegen angeblicher Fahrerflucht.
    Wie ist jetzt der weitere Vorgehensweise.
    Danke, …..

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Andreas A.,

      bitte beachten Sie, dass wir nicht befugt sind, eine kostenlose Rechtsberatung anzubieten. Wenden Sie sich dafür am besten an einen Anwalt für Verkehrsrecht.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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