Wespe töten – Droht ein Bußgeld oder ist das erlaubt?

News vom 17.04.2018 um 15:48 Uhr

Wer eine Wespe tötet kann in manchen Fällen ein Bußgeld in Rechnung gestellt bekommen.

Wer eine Wespe tötet, kann in manchen Fällen ein Bußgeld in Rechnung gestellt bekommen.

Wespen haben ein Imageproblem. Sie gelten als angriffslustig und sind der Stimmungskiller in jedem Biergarten. Aber auch am eigenen Haus oder im Garten sorgt ein Wespennest für Ärger. Gerade in der Sommerzeit, wenn viele Freizeitaktivitäten nach draußen verlagert werden, gelten Wespen als regelrechte Plage. Durch wildes Umherschlagen wird versucht die schwarz-gelben Störenfriede zu vertreiben und wenn das nicht hilft, werden sie mit härteren Mitteln bekämpft. Aber dürfen Sie eine Wespe töten ohne ein Bußgeld zu erhalten?

Stehen Wespen unter Artenschutz?

In Deutschland gibt es insgesamt über 10.000 Wespen­arten, einige der Arten stehen auf einer sogenannten „roten Liste“, das heißt, sie gelten als besonders gefährdet und stehen unter Artenschutz. Aber nicht nur für gefährdete Wespenarten, sondern für wildlebende Tiere im Allgemeinen, gilt laut Gesetz Folgendes:

§ 39 I Ziffer 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG): Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Bezogen auf Wespen lässt sich hieraus schließen, dass es theoretisch verboten ist, Wespennester zu entfernen, zu zerstören oder auszuräuchern. Da die Wespen dadurch beunruhigt, verletzt oder schlimmsten Falls getötet werden können. Gibt es aber berechtigte Gründe, weshalb ein Wespenbau umgesetzt werden muss, können Schädlingsbekämpfer/Kammerjäger oder Umweltschutzvereine oft helfen. Das kann z. B. der Fall sein, wenn etwa auf der Spielfläche eines Kindergartens eine Wespenhöhle gefunden wurde oder wenn Anwohner aufgrund von Wespenbefall ihr Haus nicht mehr betreten können.

Darf man Wespen töten?

Nein, ohne einen „vernünftigen Grund“ (§ 39 BNatSchG) dürfen Wespen nicht getötet werden. Einzige Ausnahme: Aller­giker. Für diese Personengruppe besteht im Falle eines Wespenstichs mitunter Lebensgefahr. Hier muss daher eine Ausnahme gelten. Das heißt, wer auf Wespen allergisch ist, darf eine Wespe töten ohne ein Bußgeld zu bekommen. Denn bevor sich betroffene Personen selbst in Gefahr begeben, sollten sie die gelb-schwarzen Insekten besser unschädlich machen.

Eine Wespe töten: In diesem Fall kann das Bussgeld mitunter teuer werden. Vor allem wenn ganze Wespenvölker vernichtet werden.

Eine Wespe töten: In diesem Fall kann das Bussgeld mitunter teuer werden. Vor allem wenn ganze Wespenvölker vernichtet werden.

Wenn Sie eine Wespe töten, kann das Bußgeld teuer werden

Wer sich nicht an die Vorschriften hält, die laut Gesetz gelten, wird entsprechend zur Kasse gebeten. Im Falle des Vernichtens von Wespen, kann dem Betroffenen laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld zwischen 5.000 und 65.000 Euro in Rechnung gestellt werden. Die Bußgelder sind zwar im Bußgeldkatalog festgeschrieben, wie viel Geld Betroffene aber tatsächlich zahlen müssen, hängt immer auch vom Einzelfall ab und lässt sich somit nicht pauschal beantworten.

Wer im Biergarten eine Wespe tötet, muss daher nicht unbedingt damit rechnen, ein Bußgeld in Höhe von beispielsweise 5.000 Euro zahlen zu müssen. Die folgenden zwei Tabellen geben einen Überblick über mögliche Bußgelder in den verschiedenen Bundesländern Deutschlands.

Mögliche Bußgelder: Wespen töten

Hinweis: Bei diesen Bußgeldern handelt es sich um Maximal-Angaben. Für die tatsächliche Höhe ist der Einzelfall entscheidend. Es können daher auch niedrigere Bußgelder für das Töten von Wespen verhangen werden.

Ohne vernünftigen Grund fangen, verletzen, oder töten
BundeslandBußgeldBußgeld (besonders geschützte Wespenart)*
Baden-WürttembergBis zu 15.000 € Bis zu 50.000 €
BayernBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
BerlinBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
BrandenburgBis zu 13.000 € Bis zu 65.000 €
BremenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
HamburgBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
HessenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Mecklenburg-VorpommernBis zu 20.000 €Bis zu 20.000 €
NiedersachsenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Nordrhein-WestfalenBis zu 50.000 € Bis zu 50.000 €
Rheinland-PfalzBis zu 5.000 € Bis zu 5.000 €
SaarlandBis zu 10.000 € Bis zu 10.000 €
SachsenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Sachsen-AnhaltBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Schleswig-HolsteinBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
ThüringenBis zu 50.000 €Bis zu 50.000 €
Ohne vernünftigen Grund Fortpflanzungs- oder Ruhestätte beschädigen oder zerstören
BundeslandBußgeldBußgeld (besonders geschützte Wespenart)*
Baden-WürttembergBis zu 15.000 € Bis zu 50.000 €
BayernBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
BerlinBis zu 50.000 € Bis zu 50.000 €
BrandenburgBis zu 13.000 € Bis zu 65.000 €
BremenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
HamburgBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
HessenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Mecklenburg-VorpommernBis zu 20.000 €Bis zu 20.000 €
NiedersachsenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Nordrhein-WestfalenBis zu 50.000 € Bis zu 50.000 €
Rheinland-PfalzBis zu 5.000 € Bis zu 5.000 €
SaarlandBis zu 10.000 € Bis zu 10.000 €
SachsenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Sachsen-AnhaltBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Schleswig-HolsteinBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
ThüringenBis zu 5.000 €Bis zu 50.000 €

*Besonders geschützte Wespen sind z. B.: Kreiselwespen oder Knopfhornwespen.

Wespen töten: Wann das Bußgeld noch höher ausfallen kann

Werden Tiere oder Insekten getötet, die unter besonderem Schutz stehen, kann das Bußgeld mitunter deutlich höher ausfallen. Bei Wespen gilt dies insbesondere für alle heimischen Arten der Kreisel- und Knopfhornwespen. Wer diese Wespen tötet, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro sanktioniert werden. Doch Achtung: Auch hier ist immer der Einzelfall zu betrachten. Dieser ist letztendlich entscheidend für die Bußgeldhöhe.

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8 Kommentare

  1. Roberto l. sagt:

    Was mache ich wenn ein Wespennest auf meinen Balkon ist und meine Kinder da durch gefahrdet ist und es ist Wochenende und keiner sieht sich dafür verantwortlich z. B. Feuerwehr . Wer kommt für meine Verletzung und Unkosten auf. Der Staat wie für alles Geld und strafen verhängen dann sollte er auch für den Schaden aufkommen. Den wenn meint erkannt nur kassieren aber nicht für den Schutz seiner Bürger sorgen dann sollten sie sich mal Gedanken machen und nicht nur schlaffen. Den der Schutz der Familie geht vor und sollte auch unantastbar sein. Solange es um die eigene Sicherheit geht. Den mittlerweile sind viele Behörden nicht mehr zuständig und können nicht einmal eine ordentliche Information geben.

    • rudolf sagt:

      Beruhigung! Du mußt dich und deine Kinder, wenn keine Wespengiftallergie besteht, nicht schützen. Die Tierchen sind nicht aggressiv. Lerne sie kennen und lehre deine Kinder, sie ohne Angst zu beobachten. Ich habe einmal eine Wanne voll Augustäpfel im Garten geschnippelt. Die Wespen haben sich auch dafür interessiert, und bald sind ein halbes Hundert um mich herum gewesen, sind mir beim Arbeiten zwischen den gespreizten Fingern herumgekrochen und haben mich begeistert abgeschleckt. Natürlich mußte ich umsichtig arbeiten, daher die gespreizten Finger. Aber es war nur lustig und überhaupt nicht gefährlich. Ich wollte ihnen nicht ans Leder und sie mir auch nicht.
      Meine erste Begegnung mit einer Hornisse im Wald war Panik pur, später hab ich kapiert, dass die Tiere harmlos sind. Sie sind halt nur so groß, dass sie in einem Zimmer gleich gegen die Wand bumsen, wenn sie mal fliegen. Das schafft Unruhe, aber einfach aufmerksam beobachten und sich freuen hilft.

  2. hildegard z. sagt:

    eine ameise ist auch ein wildlebendes tier.wenn ich auf eine trete muss ich 5000 euro zahlen-wer sich sowas ausdenkt müsste mal zu harter arbeit herangezogen werden . der weiss nicht was er den ganzen tag treiben soll,und so denkt er sich diesen blödsinn aus

  3. magomenie sagt:

    „Im Falle des Vernichten von Wespen, kann dem Betroffenen laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld zwischen 5.000 und 65.000 Euro in Rechnung gestellt werden.“

    Dieser Satz ist definitiv falsch. Es handelt sich immer nur um „bis zu“-Angaben. Der Satz klingt so, als fange es bei 5.000 Euro an. Für das erschlagen einer Wespe drohen aber nur bis zu 5.000 Euro, was im Einzelfall deutlich darunter liegen dürfte.

    Womit wir bei meinem Vorschlag für eine sinnvolle Ergänzung des Artikels wären: gab es jemals Fälle, in denen so ein Bußgeld verhängt wurde und in welcher Höhe war das dann z.B. für das einfache erschlagen einer Wespe?

  4. Hartmut L. sagt:

    Warum dürfen Kammerjäger denn sowas?

  5. Linda sagt:

    Hallo! Ich habe gesehen, wie ein Restaurant eine Falle aufgestellt hat und abends „Wespengift“ in diesen Behälter gesprüht hat. Dies scheint dort jeden Tag im Sommer so abzulaufen. Wende ich mich da ans Ordnungsamt?

  6. Martina sagt:

    Hallo!! Ich möchte gerne eine Anzeige machen, wegen illegalen Wespen Tötung. Diese Wespen wurden bestialisch vergiftet und litten mehr als eine Woche darunter. Meine Aufforderung die Wespen zu retten und mit einer Verlegung eines anderen Ortes, wurden nicht angenommen. Statt dessen vergiftete man sie. Wo kann man sowas anzeigen, reicht sowas bei der Polizei?

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