Wespen vertreiben: Was ist erlaubt, was nicht?

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 17. August 2020

Wie lassen sich Wespen vertreiben?
Wie lassen sich Wespen vertreiben?

Jeden Sommer aufs Neue dasselbe Bild: Ob beim Grillabend im heimischen Garten, dem Kaffee beim Bäcker oder dem Frühstück auf dem Balkon – Wespen! Anders als Bienen und andere Artgenossen haben es diese Stachler nicht auf Pollen und Blüten abgesehen, sondern auf Grillfleisch, Marmelade & Co. Doch welche Mittel sind erlaubt, um Wespen zu verteiben? Immerhin stehen auch diese Tiere z. T. unter Artenschutz.

7 Tipps, um Wespen zu vertreiben – ohne ihnen zu schaden!

Im Folgenden finden Sie einige Tipps, mit deren Hilfe sich Wespen beim Grillabend oder anderen Zusammenkünften vertreiben lassen, ohne sie dabei zu verletzen oder gar zu töten:

  • Ätherische Öle: Eine Duftlampe auf dem Tisch kann Wespen vertreiben. Ätherische Öle wie Pfefferminz, Zitronenmelisse, Zitronella oder Lavendel können verhindern, dass Ihnen die vermeintlichen Plagegeister zu nah kommen. Und sie sorgen zusätzlich noch für einen wohligen Duft am Tisch.
  • Nelken: Alternativ zu ätherischen Duftölen können Sie auch Zitrusfrüchte mit Gewürznelken verziert auf den Tischen verteilen. Ein Strauch Basilikum dazu und schon sollen sich die kleinen Biester angeblich vom Tisch fernhalten.
  • Wespendinner: Sie können auf einem entfernten Tisch auch ein Galadinner für die Wespen veranstalten. Vertreiben ist hier nicht das oberste Credo, sondern Ablenken. Stellen Sie hier einfach Speisen aus, die den kleinen Biestern Vergnügen bereiten: Fallobst, überreife Weintrauben, das eine oder andere misslungene Steak vom Grill. Allerdings bietet das keine Garantie, dass die Wespen nicht auch mal am Haupttisch vorbeischauen.
  • Wespenschreck: Den Wespen vorgaukeln, dass hier schon ein anderes Wespenvolk residiert, und sie so fernhalten. Das versprechen Wespenschrecks oder alternativ eine zusammengeknüllte Papiertüte. Wespen orientieren sich allerdings vornehmlich über Gerüche. Entsprechende Maßnahmen können zumindest jedoch dem nahen Bau eines Wespennestes vorbeugen.
  • Ultraschall: Einzelne Hersteller schwören auf Ultraschallgeräte, die die Wespen vertreiben sollen. Die Dauerbeschallung soll die Wespen vertreiben, andere Tiere wie Hunde oder Katzen jedoch nicht beeinträchtigen.
  • Gartenpflanzen: Auch mit der Wahl der in Ihrem Garten oder auf dem Balkon angebauten Pflanzen können Sie einer möglichen Wespeninvasion entgegenwirken. Tomatenpflanzen, Lavendel, Zitronenmelisse, Salbei – machen Sie sich einfach die natürlichen ätherischen Öle der Pflanzen zunutze. Das soll übrigens auch gegen Fliegen und Mücken helfen.
  • Kaffeepulver: Angeblich soll auch brennendes Kaffeepulver dabei helfen, Wespen fernzuhalten. Wissenschaftlich lässt sich aber nicht bestätigen, dass der Duft von brennendem Kaffee Wespen tatsächlich vertreiben kann.

Wichtig: Stellen Sie sich stets darauf ein, dass Wespen Ihnen einen Besuch abstatten. Verwenden Sie daher ggf. Strohhalme, werfen Sie vorm Trinken stets einen Blick ins Glas oder vorm Zubeißen auf die Gabel, decken Sie Getränke ab. Und vor allem: Mit Schlägen und Zappeln lassen sich Wespen nicht vertreiben. Das stachelt sie eher noch an und kann sie aggressiv machen. Bewahren Sie stattdessen Ruhe! Wespen stechen nur im Notfall.

Wespen vertreiben durch tödliche Wespenfallen? Nicht nur kontraproduktiv, sondern auch verboten

Wespen töten, statt sie zu vertreiben: Das kann in doppelter Hinsicht nach hinten losgehen.
Wespen töten, statt sie zu vertreiben: Das kann in doppelter Hinsicht nach hinten losgehen.

Im Internet finden sich unzählige Angebote für tödliche Wespenfallen, häufig auch mit Strom. Und auch selbstgebaute tödliche Fallen wie Colaflaschen mit anziehenden Inhalten werden immer wieder propagiert. Dabei gibt es zwei wesentliche Probleme:

  1. Wespen vertreiben ist ok, sie in Massen zu töten stellt jedoch gemeinhin einen Verstoß gegen den Artenschutz dar. Bußgelder bis zu 50.000 Euro sind dabei je nach Landesrecht möglich, wie diese Infografik zeigt.
  2. Sterbende Wespen verströmen Duftstoffe, die andere Artgenossen in Alarm versetzen und anlocken. Wespenvölker zeigen sich hier sehr solidarisch und wollen den Sterbenden zu Hilfe eilen.

Wespen zu töten, statt sie zu vertreiben, kann am Ende also nach hinten losgehen. Tote Wespen schrecken andere Artgenossen nicht ab, sondern ziehen diese eher noch an. Verzichten Sie daher besser auf tödliche Varianten. Und vergessen Sie nicht, dass Wespen am Ende eine wichtige Rolle in der Natur spielen, auch wenn das für den Menschen von Zeit zu Zeit auch mal lästig werden kann.

Weiterführende Infos zum Naturschutz bei Wespen finden Sie auf den folgenden Seiten:

Warum Wespen so wichtig sind und was bei Verstößen gegen das Naturschutzgesetz droht, fasst die folgende Infografik zusammen:

Kostenlose Wespen-Infografik: Bitte zum Vergößern auf das Bild klicken!
Kostenlose Wespen-Infografik: Bitte zum Vergößern auf das Bild klicken!
Erste Hilfe bei einem Wespenstich: Was tun?
Erste Hilfe bei einem Wespenstich: Was tun?

Was tun, wenn eine Wespe doch einmal zugestochen hat?

  1. Entfernen Sie den Stachel, sofern dieser steckengeblieben ist.
  2. Entfernen Sie das Gift ggf. mit einem Saugstempel oder einer Giftpumpe (Apotheke). Alternativ kann ein in heißem Wasser getränkter Waschlappen das Gift zerstören, da dies auf Eiweiß basiert (alternativ Essigumschlag).
  3. Kühlen Sie den Stich danach, auch um Schwellungen zu vermeiden.
  4. Zwiebel- oder Zitronensaft kann entzündungshemmend wirken.
  5. Bei allergischen Reaktionen (z. B. Zuschwellen der Atemwege) umgehend einen Notarzt informieren. Ist eine Allergie gegen Wespengift bekannt, ggf. vorhandene Adrenalinspritze einsetzen.

Quellen und weiterführende Links

Bildnachweise: depositphotos.com/kzwwsko (Vorschaubild), depositphotos.com/kzwwsko, fotolia.com/Karin Jähne, eigene Grafik, eigene Grafik, eigens Bild

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