Aggression im Straßenverkehr – Geht es nur mit Ellenbogen?

Wie kommt es zu Aggressionen im Straßenverkehr?

Wer seine Aggression im Straßenverkehr auslebt, muss mit Konsequenzen rechnen.

Wer seine Aggression im Straßenverkehr auslebt, muss mit Konsequenzen rechnen.

Der Wind weht rauer auf deutschen Straßen. So zumindest fällt bei den meisten deutschen Kraftfahrern das Urteil aus, wenn sie über Aggression im Straßenverkehr nachdenken. Es wird gedrängelt, geschnitten, die Lichthupe soll andere Verkehrsteilnehmer zusätzlich unter Druck setzen.

Wer sind diese Verkehrsrowdys? Als Stereotyp gelten männliche Autofahrer im mittleren Alter in schwarzen S-Klasse-Wagen. Doch so einfach ist das nicht. Tatsächlich gibt es keine feste Personengruppe, die ihre Aggression im Straßenverkehr auslebt. Im Grunde kann eigentlich jeder unter bestimmten Umständen zum Rowdy werden und andere Kraftfahrzeugführer bedrängen.

Dieser Ratgeber informiert Sie über das Thema „Aggression im Straßenverkehr“. Sie erfahren, welche Konsequenzen es für aggressives Verhalten gibt und wie es vermieden werden könnte.

Verkehrsrowdys: Aggressiv im Verkehr

Die starke Unterschreitung des Sicherheitsabstands gilt als aggressives Verhalten im Straßenverkehr.

Die starke Unterschreitung des Sicherheitsabstands gilt als aggressives Verhalten im Straßenverkehr.

Es gibt keine feste Gruppe von Menschen, denen Aggression im Straßenverkehr vorgeworfen werden kann. Zum Drängler oder Raser kann eigentlich jeder werden. Dies liegt zum Teil daran, dass der Straßenverkehr häufig mit dem Rennsport-Gedanken belegt ist. Es geht darum, am schnellsten sein Ziel zu erreichen. Wer die freie Fahrt behindert, weil er beispielsweise „zu langsam“ unterwegs ist, wird oftmals Opfer von Aggression im Straßenverkehr. Nicht selten kommt es zur Nötigung.

Es wird nah aufgefahren, bewusst der Sicherheitsabstand missachtet, beleidigt, wild gestikuliert, die Lichthupe oder sogar die akustische Hupe betätigt, um deutlich zu machen: Du bist im Weg. Auf diese Bedrängung reagieren betroffene Autofahrer höchst unterschiedlich.

Manche machen direkt die Spur frei, werden aber ärgerlich, andere verfallen in einen „Jetzt-Erst-Recht“-Reflex. Sie provozieren ebenfalls, indem sie die Spur und ihr Tempo halten und den Weg nicht frei machen. Dadurch verschärft sich die Situation.

Im Grunde können zwei Arten von Aggression im Straßenverkehr unterschieden werden. Das ist

  1. ein affektives, feindseliges Verhalten mit dem Ziel, andere bewusst zu schädigen
  2. instrumentelle Aggression, welche eine Schädigung nur billigend in Kauf nimmt.

Während die erste Form vermutlich nur selten auftritt, ist das Ziel der zweiten die Verfolgung eigener Ziele ohne entsprechende Rücksichtnahme. Diese Form ist daher wesentlich häufiger. Nicht selten sind persönlicher Frust oder Zeitdruck für die Aggression im Straßenverkehr ursächlich.

Aggression im Straßenverkehr:  Welche Konsequenzen hat das?

Drängler und Raser können gemäß Bußgeldkatalog bestraft werden. Wird der Sicherheitsabstand unterschritten, können zum Teil hohe Bußgelder, Punkte und ein Fahrverbot vergeben werden. Auch die überhöhte Geschwindigkeit wird entsprechend sanktioniert. Auf Autobahnen kommen zudem Zivilstreifen zum Einsatz, welche gezielt Jagd auf aggressive Autofahrer machen.

Mit einer aggressiven und riskanten Fahrweise sind die maximalen acht Punkte in Flensburg häufig schnell gesammelt. Die Rowdys müssen dann zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Vermutet die Behörde einen Hang zur Aggression im Straßenverkehr, erhalten sie den Führerschein nur wieder, wenn sie intensiv an diesem Problem gearbeitet haben.

Wie sollten sie auf Aggression im Straßenverkehr reagieren?

Raser und Drängler schlagen gehörig auf das Gemüt, dennoch sollten Sie als Autofahrer die Ruhe bewahren und riskante Fahrmanöver vermeiden. Lassen Sie sich nicht drängen und verfallen Sie nicht in Panik. Provozieren Sie auch nicht weiter, sondern versuchen Sie, die Situation zu entschärfen, indem Sie den Drängler bei der nächsten Gelegenheit passieren lassen.

Wie kann aggressives Verhalten im Straßenverkehr vermieden werden?

Für Aggressionen im Straßenverkehr ist oft Zeitmangel verantwortlich.

Für Aggressionen im Straßenverkehr ist oft Zeitmangel verantwortlich.

Immer wieder wird diskutiert, wie die Aggression im Straßenverkehr minimiert werden kann. Dabei setzen Experten häufig auf die Technik. So sehen viele eine große Chance im autonomen Fahren, bei dem das Auto selbstständig die Geschwindigkeit und den Abstand anpasst. Auch smarte Fahrzeuge, welche die Geschwindigkeit bei Unterschreitung des Sicherheitsabstands automatisch reduzieren, sind denkbar.

Diese Vorschläge sind aber noch Zukunftsmusik. Gegenwärtig scheint die Einführung eines allgemeinen Tempolimits am erfolgversprechendsten zu sein. Durch die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h ließe sich die Aggression im Straßenverkehr in den Griff bekommen. Studien haben gezeigt, dass bei homogeneren Geschwindigkeiten das Aggressionspotential allgemein sinkt.

Für Innenstädte wird auch das Konzept von Shared Space diskutiert. Bei diesem Verkehrsplanungskonzept wird auf Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen verzichtet, wobei die Vorfahrtsregeln erhalten bleiben. Alle Verkehrsteilnehmer, also egal ob Auto, LKW, Fußgänger oder Kraftrad, gelten aber als gleichberechtigt. Dadurch soll die Kommunikation untereinander erhöht und die Rücksichtnahme erhöht werden.

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