Biene töten: Wann droht ein Bußgeld?

Von Franziska L.

Letzte Aktualisierung am: 17. März 2024

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Auch Insekten wie Bienen und Wespen stehen unter Artenschutz

Bienen zu töten, ist verboten und bei richtigem Verhalten auch gar nicht notwendig.
Bienen zu töten, ist verboten und bei richtigem Verhalten auch gar nicht notwendig.

Wir verdanken ihnen vieles: Ihr Honig versüßt unsere kulinarischen Genüsse. Sie bestäuben unsere Obstbäume, Pflanzen und sorgen so für eine reiche Ernte. Und aus ihrem Wachs ziehen wir wunderschöne gelbe Kerzen.

Bienen sind unverzichtbar für eine intakte Natur:

“Stirbt die Biene, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.”

Diese Worte werden Albert Einstein zugeschrieben. Trotzdem fühlen sich einige Menschen von den kleinen Insekten gestört oder bedroht und manche wollen Bienen sogar töten. Ob hierfür Strafe droht und warum Sie die kleinen, harmlosen Sechsbeiner lieber am Leben lassen sollten, erklären wir hier.

FAQ: Bienen töten

Darf ich einfach so eine Biene töten?

Nein. Ebenso wie Wespen, Schmetterlinge und andere Insekten dürfen wilde Bienen nicht getötet werden. Es bestehen aber auch Ausnahmen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

In welchem Gesetz steht das?

Dass Sie im Normalfall Bienen nicht töten dürfen, ist im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) festgeschrieben. Hier steht auch, dass so ein Verhalten eine Ordnungswidrigkeit darstellt und ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro (Höchstgrenze) nach sich ziehen kann. Die Höhe der Strafe ist dabei immer für den Einzelfall zu ermitteln.

Ist es immer eine Ordungswidrigkeit, wenn ich eine Biene töte?

Nein, unter Umständen kann es sich auch um eine Straftat handeln. Das ist der Fall, wenn sie einer streng geschützten Bienenart angehört. In manchen Fällen droht allerdings auch gar keine Strafe. Mehr dazu hier.

Ist das Bienen-Töten verboten?

Ja, es ist verboten, wilde Bienen zu töten. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verbietet jedoch nicht nur die Tötung wilder Tiere, sondern auch andere Beeinträchtigungen. § 39 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG besagt:

„Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.“

Diese Vorschrift gilt übrigens nicht nur für Insekten, sondern für alle wild lebenden Tiere. Es ist demnach nicht nur verboten, Bienen zu töten. Auch die Hornisse, die Wespe, der Schmetterling und andere Insekten werden in Deutschland durch dieses Gesetz geschützt.

Nun stellt sich die Frage, ob es für das Bienen töten auch eine Strafe geben kann. Eine Antwort hält § 69 Abs. 3 Nr. 7 BNatSchG bereit. Danach ist das grundlose Töten, Verletzen und Fangen der kleinen Tiere eine Ordnungswidrigkeit. Absatz 7 derselben Vorschrift belegt das Bienen-Töten mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Auch die Naturschutzgesetze der Bundesländer können empfindliche Sanktionen hierfür vorsehen.

Die Angaben der Bußgelder im Bußgeldkatalog bzw. im Gesetz sind Maximal-Beträge. Daher kann je nach dem Umständen des Einzelfalls auch ein niedrigeres Bußgeld verhängt werden.

Unter bestimmten Umständen ist das Bienen-Töten sogar strafbar, und zwar dann, wenn es sich um eine besonders geschützte Bienenart handelt. Die §§ 71 Abs. 1 Nr. 2, 69 Abs. 2 Nr. 1b, 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG stellen das vorsätzliche Töten einer streng geschützten Tierart unter Strafe. Dem Täter drohen dann bis zu 5 Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Dass für das Bienen-Töten nicht nur ein Bußgeld, sondern mitunter auch eine hohe Strafe droht, hat einen guten Grund. Denn neben der domestizierten Honigbiene gibt es zahlreiche Wildbienenarten, die teilweise sehr stark gefährdet sind. Von den einst 550 in Deutschland heimischen Arten sind bereits 40 ausgestorben. Mehr als 40 Prozent der noch existierenden Wildbienen-Arten gelten als bestandsgefährdet.

Bienen zu töten ist verboten – gibt es Ausnahmen?

Streng geschützte Bienen zu töten, ist sogar strafbar.
Streng geschützte Bienen zu töten, ist sogar strafbar.

Das Bundesnaturschutzgesetz stellt das Töten „ohne vernünftigen Grund“ unter Strafe.

Diese Ausnahme ist so allgemein gefasst, dass in jedem Einzelfall genau geprüft werden muss, ob es einen rechtfertigenden Grund für die Tötung gab.

Eine denkbare Ausnahme ist es, wenn Allergiker mit diesen Insekten in Berührung kommen und im Falle eines Stiches ihr Leben auf dem Spiel steht.

In diesem Falle droht für das Bienen-Töten keine Strafe, weil diese Tat eben nicht ohne vernünftigen Grund erfolgte.

Informationen zum Tierschutz bei einzelnen Insekten:

Am besten weder Bienen töten noch Wespen –Tipps zum Umgang mit den kleinen Insekten

Nicht nur das Töten der Sechsbeiner ist verboten. Ihre Nester dürfen weder beschädigt, zerstört noch ohne Weiteres entfernt oder umgesiedelt werden. Auch diese Handlungen stehen unter Strafe. Derart drastische Maßnahmen sind meistens auch gar nicht nötig. Es ist nicht nötig, Wespen und Bienen zu töten und eine Strafe zu riskieren.

Wer sich richtig verhält, kann Stiche vermeiden. Weder bei Wespen- noch bei Bienenstichen droht Menschen eine ernsthafte Gefahr. Lediglich Allergiker müssen auf der Hut sein.

  • Wespen und Bienen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Bewegen Sie sich ruhig und vermeiden Sie hektische Bewegungen. Wer hastig um sich schlägt, wird eher gestochen, weil die Insekten dies als Gefahr wahrnehmen.
  • Trinken Sie aus Gläsern statt aus geschlossenen Gefäßen. So erkennen Sie, ob Insekten hinein gefallen sind.
  • Tragen Sie Schuhe im Freien, auch auf kurzem Rasen. Bienen mögen Klee und Wespen nisten auch im Boden.
  • Mülltonnen, Abfallbehälter und Fallobst locken die kleinen Tiere an. Hier sollten Sie verstärkt auf Bienen und Wespen achten.

Über den Autor

Franziska
Franziska L.

Nach ihrer juristischen Ausbildung arbeitete Franziska in verschiedenen Branchen. Seit 2017 unterstützt sie die bussgeldkatalog.org-Redaktion. Durch ihre fachliche Ausrichtung liegen ihr Texte zu unterschiedlichsten rechtlichen Fragestellung unter anderem im Verkehrsrecht und Umweltrecht. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Qualitätskontrolle im Rahmen des Lektorats/Korrektorats.

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