Steht das Bienen-Töten unter Strafe?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 9. Juli 2020

Auch Insekten wie Bienen und Wespen stehen unter Artenschutz

Bienen zu töten, ist verboten und bei richtigem Verhalten auch gar nicht notwendig.
Bienen zu töten, ist verboten und bei richtigem Verhalten auch gar nicht notwendig.

Wir verdanken ihnen vieles: Ihr Honig versüßt unsere kulinarischen Genüsse. Sie bestäuben unsere Obstbäume, Pflanzen und sorgen so für eine reiche Ernte. Und aus ihrem Wachs ziehen wir wunderschöne gelbe Kerzen.

Bienen sind unverzichtbar für eine intakte Natur:

“Stirbt die Biene, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.”

Diese Worte werden Albert Einstein zugeschrieben. Trotzdem fühlen sich einige Menschen von den kleinen Insekten gestört oder bedroht und manche wollen Bienen sogar töten. Ob hierfür Strafe droht und warum Sie die kleinen, harmlosen Sechsbeiner lieber am Leben lassen sollten, erklären wir hier.

FAQ: Bienen töten

Darf ich einfach so eine Biene töten?

Nein. Ebenso wie Wespen, Schmetterlinge und andere Insekten dürfen wilde Bienen nicht getötet werden. Es bestehen aber auch Ausnahmen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

In welchem Gesetz steht das?

Dass Sie im Normalfall Bienen nicht töten dürfen, ist im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) festgeschrieben. Hier steht auch, dass so ein Verhalten eine Ordnungswidrigkeit darstellt und ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro (Höchstgrenze) nach sich ziehen kann. Die Höhe der Strafe ist dabei immer für den Einzelfall zu ermitteln.

Ist es immer eine Ordungswidrigkeit, wenn ich eine Biene töte?

Nein, unter Umständen kann es sich auch um eine Straftat handeln. Das ist der Fall, wenn sie einer streng geschützten Bienenart angehört. In manchen Fällen droht allerdings auch gar keine Strafe. Mehr dazu hier.

Ist das Bienen-Töten verboten?

Ja, es ist verboten, wilde Bienen zu töten. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verbietet jedoch nicht nur die Tötung wilder Tiere, sondern auch andere Beeinträchtigungen. § 39 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG besagt:

„Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.“

Diese Vorschrift gilt übrigens nicht nur für Insekten, sondern für alle wild lebenden Tiere. Es ist demnach nicht nur verboten, Bienen zu töten. Auch die Hornisse, die Wespe, der Schmetterling und andere Insekten werden in Deutschland durch dieses Gesetz geschützt.

Nun stellt sich die Frage, ob es für das Bienen töten auch eine Strafe geben kann. Eine Antwort hält § 69 Abs. 3 Nr. 7 BNatSchG bereit. Danach ist das grundlose Töten, Verletzen und Fangen der kleinen Tiere eine Ordnungswidrigkeit. Absatz 7 derselben Vorschrift belegt das Bienen-Töten mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Auch die Naturschutzgesetze der Bundesländer können empfindliche Sanktionen hierfür vorsehen.

Die Angaben der Bußgelder im Bußgeldkatalog bzw. im Gesetz sind Maximal-Beträge. Daher kann je nach dem Umständen des Einzelfalls auch ein niedrigeres Bußgeld verhängt werden.

Unter bestimmten Umständen ist das Bienen-Töten sogar strafbar, und zwar dann, wenn es sich um eine besonders geschützte Bienenart handelt. Die §§ 71 Abs. 1 Nr. 2, 69 Abs. 2 Nr. 1b, 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG stellen das vorsätzliche Töten einer streng geschützten Tierart unter Strafe. Dem Täter drohen dann bis zu 5 Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Dass für das Bienen-Töten nicht nur ein Bußgeld, sondern mitunter auch eine hohe Strafe droht, hat einen guten Grund. Denn neben der domestizierten Honigbiene gibt es zahlreiche Wildbienenarten, die teilweise sehr stark gefährdet sind. Von den einst 550 in Deutschland heimischen Arten sind bereits 40 ausgestorben. Mehr als 40 Prozent der noch existierenden Wildbienen-Arten gelten als bestandsgefährdet.

Bienen zu töten ist verboten – gibt es Ausnahmen?

Streng geschützte Bienen zu töten, ist sogar strafbar.
Streng geschützte Bienen zu töten, ist sogar strafbar.

Das Bundesnaturschutzgesetz stellt das Töten „ohne vernünftigen Grund“ unter Strafe.

Diese Ausnahme ist so allgemein gefasst, dass in jedem Einzelfall genau geprüft werden muss, ob es einen rechtfertigenden Grund für die Tötung gab.

Eine denkbare Ausnahme ist es, wenn Allergiker mit diesen Insekten in Berührung kommen und im Falle eines Stiches ihr Leben auf dem Spiel steht.

In diesem Falle droht für das Bienen-Töten keine Strafe, weil diese Tat eben nicht ohne vernünftigen Grund erfolgte.

Informationen zum Tierschutz bei einzelnen Insekten:

Am besten weder Bienen töten noch Wespen –Tipps zum Umgang mit den kleinen Insekten

Nicht nur das Töten der Sechsbeiner ist verboten. Ihre Nester dürfen weder beschädigt, zerstört noch ohne Weiteres entfernt oder umgesiedelt werden. Auch diese Handlungen stehen unter Strafe. Derart drastische Maßnahmen sind meistens auch gar nicht nötig. Es ist nicht nötig, Wespen und Bienen zu töten und eine Strafe zu riskieren.

Wer sich richtig verhält, kann Stiche vermeiden. Weder bei Wespen- noch bei Bienenstichen droht Menschen eine ernsthafte Gefahr. Lediglich Allergiker müssen auf der Hut sein.

  • Wespen und Bienen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Bewegen Sie sich ruhig und vermeiden Sie hektische Bewegungen. Wer hastig um sich schlägt, wird eher gestochen, weil die Insekten dies als Gefahr wahrnehmen.
  • Trinken Sie aus Gläsern statt aus geschlossenen Gefäßen. So erkennen Sie, ob Insekten hinein gefallen sind.
  • Tragen Sie Schuhe im Freien, auch auf kurzem Rasen. Bienen mögen Klee und Wespen nisten auch im Boden.
  • Mülltonnen, Abfallbehälter und Fallobst locken die kleinen Tiere an. Hier sollten Sie verstärkt auf Bienen und Wespen achten.

Bildnachweise: Fotolia.com/aedkafl (Header)

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8 Kommentare

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  1. Christopher sagt:

    War sehr aufschlussreich erklärt fand es sehr gut geschrieben und interessant

  2. Thomas sagt:

    Ich hab schon so einige bienen getoetet da diese sehr agressiv gewesen wahren, ich finde auch das das kein zufall war den es wahren schon sicher einige dutzend…Immer wieder landen diese viecher in unsere wohnung und ein fangen ist garnicht moeglich da diese angriffslustig sind.so haben sie unser kind “2 jahre alt” mehrfach gestochen..Das kan wirklich doch kein zufall sein…seitdem toete und werde ich weiterhin bienen die in unsere wohnung sich “verirren” nicht fangen sondern radikal toeten….

  3. Chris sagt:

    Finde ich schade, Thomas. Ich glaube nämlich wirklich, dass Bienen, Wespen, Hummeln oder sonstige Insekten einen deutlich höheren IQ haben

  4. Freitag sagt:

    Schönen guten tag bei uns in der Straße ist ein wespen Nest was durch 3 kinder zerstört worden ist obwohl man die kinder vorher gewarnt hatte das man es nicht zerstören darf und die kinder kommen ständig zurück zum Tatort und versuchen den wieder aufbau zu verhindern was kann man jetzt tun

    Bitte um Antwort

  5. Andy sagt:

    Wenn das Töten einer Biene eine strafbare Handlung darstellt, so ist der Einsatz von Glyphosat doch ein Straftatbestand, weil man so viele Bienen tötet, oder irre ich mich? Vielleicht kann man damit nicht den Bayer-Konzern stoppen, giftige Düngemittel herzustellen. Aber die Bauern kann man so doch stoppen, diese für Tiere tödlichen “Pflanzenschutzmittel” einzusetzen, oder wie oft kann ein Bauer eine Strafe von bis zu 10.000,- Euro bezahlen?

  6. Diego sagt:

    Ich verstehe dein Bedenken mit dem Einsatz von Glyphosat, allerdings muss man bedenken, dass der Bio Anbau noch schädlicher ist. Der Insektenfreundliche biologische Anbau ist leider ein Irrglaube vieler. Es gibt Studien, die beweisen dass der Einsatz von Glyphosat weniger schädlich ist, als das vernichten von Blühstreifen. Besonders Bienen, Hummeln und Wespen (wie die Vespula flaviceps) leiden nicht unter dem Glyphosat, da dies von Bauern während der Blüte nur nachts eingesetzt wird (auch nur in nötigen Mengen). Im biologischen Anbau werden die Plantagen sehr hygienisch gehalten, d. h. kurz gemähtes Gras und vernichten der Blühstreifen, was die Biodiversität erheblich einschränkt. Ich habe während meiner Recherche (Abschluss-Essay für ein Diplom) über Biodiversität im Obstbau mit einem Imker gesprochen. Er erzählte mir, dass er seine Bienenstämme direkt nach Ende der Blüte aus den Bio-Plantagen holen muss, da es sonst keine Überlebenchancen für sie gäbe. Das fand ich schon sehr erschreckend.

  7. Lydia sagt:

    Liebe Verfasser dieser sehr aufschlussreichen Zusammenstellung, Danke, jedoch möchte ich Ihnen mitteilen, dass der oben zitierte Spruch nicht von Albert Einstein stammt. Auch werden die Menschen nicht nach vier Jahren sterben, wenn es keine Wildbienen/Bienen mehr geben sollte. Es würde dem Menschen auch viel zu einfach gemacht werden, wer über Jahrhunderte einen Planeten zerstört, sollte ein größeres Elend als 4 Jahre erleben. Hat er sich damit verdient.

  8. Kirlav sagt:

    Das habe ich einer Freundin/Imkerin gesendet:

    Menschen können echte Arschlöcher sein…
    Bei meiner Mutter im Garten hat eine schwarze Biene seit 2 Jahren gewohnt.
    In ihrem Häuschen ist so eine Baumstamm-Deko, in welchem es sich eingenistet hat.
    Niemanden hat sie je gestört.
    Meine Mutter und ihr Freund waren stolz auf dieses Tierchen, Bzw. Haben sich sehr darüber gefreut, dass diese vom Aussterben bedrohte Art seit zwei Jahren immer wieder zurückkehrte und dort quasi wohnte.
    Sie luden zwei Nachbarn aus dem Garten ein und erzählten ihnen von ihrem Glück.
    Einige Zeit danach bat meine Familie die Nachbarn, die in Rente sind, die Blumen zu gießen Bzw die Abdeckung tagsüber zu entfernen, da sie diese Woche nur abends kommen konnten.
    Nur die Nachbarn wussten, wo das Tierchen sich versteckt.
    Und nur sie wussten, dass man in den Vorraum ohne Schlüssel kommt.
    Sie haben einfach den Herd verkratzt, die Deko zerschlagen auf dem Baumstamm und das Schlimmste: die schwarze Biene vergiftet.
    Genau in das Loch gesprüht.
    Und obwohl man weiß, wer der Schuldige ist, kann man nicht wirklich etwas machen…
    Scheinbar aus Neid taten sie das… unbegreiflich.
    Erzähle ich dir, da du ja mit Bienen arbeitest und mir das nicht aus dem Kopf geht

    Jetzt eine Frag an Sie:
    Wie sorge ich dafür, dass die Töter dieses wertvollen Geschöpfes ihre Strafe erhalten?
    Sie ist an jenem Tag gestorben, an dem die Gartennachbarn die Verantwortung hatten.
    Sie haben uns schon des Öfteren merklich Dinge gestohlen, konnten es aber nicht nachweisen (warum meine Familie denen dann noch vertraut hat, ist eine andere Frage…)
    Hoffe, Sie können uns helfen.
    Mutter ist am Boden zerstört, weiß aber nicht, was man da machen kann

    Vielen Lieben Dank im Voraus
    Liebe Grüße
    Valli

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