Alarmierende Statistik: Durchfallquote bei der Fahrprüfung erneut gestiegen

News vom 07.05.2018 um 14:55 Uhr

Die Durchfallquote bei der Fahrprüfung in Praxis und Theorie ist erneut gestiegen.

Die Durchfallquote bei der Fahrprüfung in Praxis und Theorie ist erneut gestiegen.


Immer mehr Menschen fallen bei der theoretischen und praktischen Fahrprüfung durch. Das zeigen neue Zahlen, die vom Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht wurden. Besonders hoch ist die Durchfallquote der theoretischen Fahrprüfung. Sie liegt über alle Führerscheinklassen hinweg bei 36,8 Prozent. Experten führen dies unter anderem auf den größeren Anteil nicht deutschsprachiger Führerscheinbewerber zurück.

Wie hoch liegt die Durchfallquote bei der Fahrprüfung?

Der Weg zum Führerschein führt in Deutschland unweigerlich über den Besuch einer Fahrschule. Nach aktuellen Schätzungen kostet die Führerscheinausbildung je nach Region und dem individuellen Können des Fahrschülers zwischen 1.200 und 2.000 Euro.

Die Kosten steigen unweigerlich, wenn der Führerscheinbewerber die Praxis- oder Theorieprüfung nicht besteht. Neue Zahlen, die vom Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht wurden, bestätigen nun: Die Durchfallquote bei der Fahrprüfung, egal ob in Praxis oder Theorie, steigt in den letzten Jahren kontinuierlich an.

So liegt die Durchfallquote für die Theorieprüfung in allen Führerscheinklassen gesamt bei 36,8 Prozent. Im Vorjahr waren es „nur“ 34,8 Prozent. Auch bei der praktischen Fahrprüfung sieht es nicht viel besser aus. Hier liegt die Durchfallquote bei 28,1 Prozent.

Wie oft können Sie die theoretische und praktische Fahrprüfung wiederholen?

In die Statistik der hohen Durchfallquote bei der Fahrprüfung fließen auch Führerscheinbewerber ein, welche die Prüfung erneut ablegen. In Deutschland können die einzelnen Prüfungen nämlich so oft wie es nötig ist, angetreten werden. Allerdings wird bei jedem Versuch erneut eine Prüfungsgebühr erhoben.

Warum ist die Durchfallquote bei der Fahrprüfung so hoch?

Nun drängt sich natürlich unweigerlich die Frage auf, warum die Durchfallquote bei der Fahrprüfung in Praxis und Theorie tendenziell in den letzten Jahren angestiegen ist. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung führt Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, diesen Umstand darauf zurück, dass immer mehr nicht deutschsprachige Bewerber die Führerscheinprüfungen in Deutschland absolvieren.

Daher hätten diese es bei der Theorieprüfung schwerer, was unweigerlich zu einer höheren Durchfallquote bei der Fahrprüfung führe. In der Praxis führt das zunehmende Verkehrsaufkommen außerdem dazu, dass immer mehr Fehlerquellen entstehen und der Fahrlehrer beispielsweise in brenzligen Situationen eingreifen muss.

Übrigens: Die geringsten Durchfallquoten in Praxis (23 Prozent) und Theorie (31,4 Prozent) weist das Bundesland Hessen auf. Spitzenreiter bei der Theorieprüfung ist Sachsen-Anhalt (44,9 Prozent). An die Hansestadt Hamburg geht dieser unrühmliche Titel bei der praktischen Fahrprüfung (Durchfallquote von 41,6 Prozent).

Übersicht: Durchfallquote bei der Fahrprüfung in den Bundesländern

Der nachfolgenden Tabelle können Sie die Durchfallquoten in Praxis und Theorie der einzelnen Bundesländer entnehmen:

BundeslandDurchfallquote Theorie in ProzentDurchfallquote Praxis in Prozent
Baden-Württemberg37,824,1
Bayern35,925,4
Berlin44,336,1
Brandenburg42,431,4
Bremen34,638,8
Hamburg37,041,6
Hessen31,423,0
Mecklenburg-Vorpommern44,332,2
Niedersachsen33,927,2
Nordrhein-Westfalen35,028,9
Rheinland-Pfalz36,127,0
Saarland37,835,3
Sachsen44,132,8
Sachsen-Anhalt44,936,4
Schleswig-Holstein32,226,1
Thüringen42,534,0

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