Ausbildung zum Fahrlehrer – Auch dieser muss Prüfungen ablegen

Fahrlehrerausbildung in Deutschland

Auch ein Fahrlehrer muss eine Ausbildung absolvieren.

Auch ein Fahrlehrer muss eine Ausbildung absolvieren.

Wer andere im Führen von Fahrzeugen unterrichten möchte, muss in Deutschland selbst eine Ausbildung durchlaufen und an deren Ende mehrere Prüfungen ablegen. Eine sogenannte Fahrschullehrerausbildung ist unabdingbar, wenn Sie Fahrlehrer (auch Fahrschullehrer genannt) werden möchten.

Dabei stellt sich zuallererst die Frage: „Wie werde ich Fahrlehrer?“. Die Ausbildung ist gesetzlich geregelt und richtet sich nach dem Fahrlehrergesetz (FahrlG). In Fahrlehrerausbildungsstätten können entsprechende Kurse absolviert werden, um eine Fahrlehrererlaubnis zu erhalten.

Welche Voraussetzungen ein potenzieller Fahrlehrer erfüllen muss, erfahren Sie im folgenden Ratgeber. Des Weiteren informieren wir Sie über Kosten und Dauer der Ausbildung und geben einen Einblick in die Ziele der Fahrlehrerverbände Deutschlands.

Wie wird man eigentlich Fahrlehrer?

Um Fahrschullehrer zu werden, muss eine Fahrlehrerausbildung durchlaufen werden. Diese besteht, wie bei einem Fahrschüler auch, aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Die Begriffe „Fahrlehrer“ und „Fahrschule“ sind seit 1921 festgeschrieben. In einer Verordnung wurden in diesem Jahr erstmals Mindestanforderungen für einen Fahrschullehrer definiert.

Die Ausbildung dieser wurde am 25. August 1969 durch das FahrlG auf die Fahrlehrerausbildungsstätten übertragen. Heute gelten Fahrlehrer als staatlich anerkannte Lehrkräfte.

Eine Ausbildung zum Fahrschullehrer ist vonnöten, um in einer Fahrschule unterrichten zu dürfen. Dies geht aus dem FahrlG von 1969 hervor.

Voraussetzungen für Fahrlehrer

Wie kann man Fahrlehrer werden? Eine Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Wie kann man Fahrlehrer werden? Eine Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Ein Fahrlehrer muss gewisse Voraussetzungen mitbringen. Sind diese nicht erfüllt, kann keine Ausbildung begonnen werden. Zu diesen zählen:

  • Ein Mindestalter von 22 Jahren muss erfüllt sein.
  • Eine geistige und körperliche Eignung muss vorliegen (wird durch ärztliche Gutachten nachgewiesen).
  • Es muss mindestens ein Hauptschulabschluss nachgewiesen werden.
  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung muss vorhanden sein.
  • Fahrerlaubnisse der Klasse BE, A und CE müssen bestanden sein.
  • Mindestens drei Jahre Fahrpraxis in der Klasse B.

Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wenn Sie von Beruf Fahrlehrer werden möchten. Da dies nicht die erste erlernte Tätigkeit ist, ist ein Einstieg in diesen Berufsweg auch noch im fortgeschrittenen Alter möglich, so lange die körperlichen Eignungen gegeben sind.

Oft handelt es sich dabei um eine Umschulung zum Fahrlehrer. Diese Berufsgruppe wird in der Regel von Männern dominiert. Allerdings gibt es mit der Zeit auch mehr und mehr Frauen, die sich dazu entscheiden, Fahrlehrerin zu werden. Die Ausbildung und die Voraussetzungen sind natürlich dieselben.

Einer Statistik vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) zufolge, sinkt die Anzahl der Personen mit Fahrlehrererlaubnis seit sieben Jahren stetig. Für den 01.01.2016 wurden 45.238 Fahrlehrer in Deutschland statistisch erfasst.

Fahrlehrerschule – Theoretische Lehrinhalte

Für die Fahrlehrerausbildung müssen verschiedene Themengebiete abgedeckt werden. Diese sind später Teil der Prüfungen und werden von der Fahrlehrerausbildungsordnung vorgegeben. Folgende zählen dazu:

  • Fahren: In diesem Modul werden die Fähigkeiten zum Führen von Kraftfahrzeugen im Straßenverkehr erweitert und verbessert. Dies geschieht in den verschiedenen Fahrerlaubnisklassen. Wichtig dabei sind Sicherheit, Vorschriftsmäßigkeit und Umweltschutz.
  • Technik: Hier sollen die technischen Gegebenheiten von Fahrzeugen beleuchtet werden. Der angehende Fahrlehrer soll Zusammenhänge verstehen und in der Praxis umsetzen können. Für den Theorieunterricht der zukünftigen Fahrschüler werden auch naturwissenschaftliche Erklärungen zur Umwelttechnik oder Fahrphysik gelehrt.
  • Verkehrspädagogik: Neben den Fahrfähigkeiten und der Technik, muss jedermann, der Fahrlehrer werden möchte, auch lernen, wie praktischer und theoretischer Unterricht in der Fahrschule gestaltet werden kann. Dazu werden auch Grundlagen der Erwachsenenpädagogik und der Lernpsychologie aufgezeigt.
  • Umwelt: Damit den Fahrschülern ein umweltbewusstes und spritsparendes Fahren nahegelegt werden kann, muss auch der Fahrschullehrer die Grundsätze diesbezüglich beherrschen. In diesem Modul werden sie vermittelt.
  • Recht: Bei dieser Unterrichtseinheit werden die Kenntnisse über das deutsche Rechtssystem, mit besonderem Fokus auf das Verkehrsrecht, aufgefrischt und vertieft. Dabei kommen auch Fallbeispiele zur Anwendung.
  • Verkehrsverhalten: Hier soll vor allem die Beobachtungsgabe geschult werden, damit ein Fahrschüler gut eingeschätzt werden kann. Dabei kommen auch Grundsätze der Verkehrspsychologie zum Tragen. Außerdem lernt der potenzielle Fahrlehrer, wie er seinen Schülern ein „richtiges“ Fahrverhalten vermitteln kann.

Nicht nur Fahrschüler müssen also einiges an Theoriestunden ableisten. Wer Fahrlehrer werden möchte, hat ein Vielfaches der Pflichtstunden eines Führerscheinanwärters zu absolvieren. Dabei soll die Grundlage für ein erfolgreiches, zielorientiertes Lehren gelegt werden.

Fahrlehrerschule – Praktische Lehrinhalte

Ob Fahrlehrerin oder Fahrlehrer, die Ausbildung ist dieselbe.

Ob Fahrlehrerin oder Fahrlehrer, die Ausbildung ist dieselbe.

Nach bestandener Prüfung im theoretischen Teil der Fahrlehrerausbildung beginnt die Praxis. Diese wird in Form eines Praktikums in einer Ausbildungsfahrschule absolviert. Ihnen wird zunächst eine Eingewöhnungsphase, auch Hospitation genannt, gewährt.

Nach dieser Zeit beginnen Sie, eigenständig Fahrschüler auszubilden. Dies umfasst sowohl Theorie als auch Praxis. In der Anfangsphase steht Ihnen ein erfahrener Fahrlehrer zur Seite, der wertvolle Tipps geben kann.

Während des Praktikums müssen Sie allerdings noch zweimal jeweils eine Woche an einer Pädagogischen Reflexion in der Fahrlehrerfachschule teilnehmen. Im Rahmen dieser sollen Erfahrungen mit anderen Praktikanten ausgetauscht werden.

Das Ende der praktischen Ausbildung zum Fahrschullehrer bilden Lehrproben (Fahrlehrerprüfung). Bestehen Sie diese, erhalten Sie den Fahrlehrerschein.

Um Fahrlehrer zu werden, sind Voraussetzungen, wie beispielsweise ein Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule, zu erfüllen. Dieses können Sie erst nach der Theorieprüfung antreten.

Fahrlehrerschule – Dauer von praktischer und theoretischer Ausbildung

Die Ausbildung zum Fahrlehrer nimmt einige Zeit in Anspruch. Der theoretische Aspekt in der Fahrlehrerfachschule ist dabei auf fünf Monate angelegt. Es handelt sich um Ganztageskurse, bei denen laut Rahmenplan Kenntnisse in Verkehrspädagogik, Umweltschutz etc. vermittelt werden.

Auch Ihren Fahrstil müssen Sie in diesem Teil der Ausbildung, welcher durch eine schriftliche und mündliche Fachkundeprüfung abgeschlossen wird, im Modul „Fahren“ unter Beweis stellen. Diese fahrpraktische Prüfung wird im dritten Monat absolviert.

Das Praktikum, welches in der Ausbildungsfahrschule durchlaufen wird, dauert ebenfalls fünf Monate. Zwei Wochen von diesem Zeitraum sind für die Pädagogische Reflexion in der Fahrlehrerfachschule vorgesehen.

Für die Fahrlehrerausbildung beträgt die Dauer also insgesamt zehn Monate, sofern alle Prüfungen bestanden werden. Allerdings ist dies der Optimalfall. Sie haben nach bestandenem theoretischen Teil zwei Jahre Zeit, das Praktikum zu durchlaufen. Je nachdem wann Sie dieses Antreten, kann sich die Ausbildungsdauer verlängern.

Ausbildung zum Fahrlehrer – Diese Kosten müssen Sie einplanen

Diese umfangreiche Fahrlehrerausbildung verursacht hohe Kosten. Dabei spielen verschiedene Komponenten eine Rolle, die einzeln berechnet werden. Die Preise können je nach Fahrlehrerfachschule variieren. Im Folgenden werden für die Ausbildung zum Fahrlehrer (BE) die Kosten beispielhaft angegeben:

  • Theoriekurs (5 Monate): ca. 5.500 Euro
  • Reflexions-Seminare: jeweils ca. 430 Euro
  • Lehrmittelpaket: ca. 200 Euro
  • Zusätzliche Prüfungsfahrten (falls notwendig): ca. 140 Euro
  • Gebühren für die Fahrlehrerprüfung: 798,40 Euro

Nach diesem Beispiel würde die Ausbildung zum Fahrlehrer Kosten in Höhe von ca. 7158,40 Euro verursachen. Voraussetzung ist dabei, dass alle Prüfungen beim ersten Versuch bestanden werden.

Für Arbeitslose: Gibt es eine Förderung oder Übernahme der Kosten für die Fahrlehrerausbildung vom Amt? Entsprechende Förderprogramme durch die Bundesagentur für Arbeit existieren. Um davon zu profitieren, muss ein Antrag gestellt werden. Dieser wird durch die Behörde geprüft und anschließend bewilligt oder abgelehnt.

Fahrlehrerprüfung als Abschluss der Ausbildung

Auch ein angehender Fahrlehrer muss in einer Prüfung sein Können unter Beweis stellen.

Auch ein angehender Fahrlehrer muss in einer Prüfung sein Können unter Beweis stellen.

Im Gegensatz zu Führerscheinanwärtern, müssen angehende Fahrlehrer gleich fünf verschiedene Prüfungen ablegen. Wird eine Teilprüfung nicht bestanden, so kann diese bis zu zweimal wiederholt werden. Folgende Fahrlehrerprüfungen müssen erfolgreich absolviert werden, um den Fahrlehrerschein der Klasse BE zu erhalten:

  • Fahrpraktische Prüfung: Hier geht es darum, ein Fahrzeug der Klasse BE sicher und vorschriftsgemäß durch den Straßenverkehr zu führen. Dies ist vergleichbar mit der praktischen Fahrprüfung eines Fahrschülers.
  • Schriftliche Fachkundeprüfung: Dabei handelt es sich um eine Klausur mit vier Aufgaben. Für deren Bearbeitung haben Sie fünf Stunden Zeit.
  • Mündliche Fachkundeprüfung: Sie werden von einem Prüfungsausschuss zu allen relevanten Wissensgebieten des Fahrlehrerbereichs befragt. Ihre Antworten werden im Anschluss ausgewertet.
  • Theoretische Lehrprobe: Wer Fahrlehrer werden möchte, muss, wie jeder Lehrer, eine Lehrprobe ablegen. Diese findet im Rahmen eines Theorieunterrichts statt. Neben den Schülern nimmt im Rahmen dessen auch ein Prüfer im Unterrichtsraum Platz und bewertet die Unterrichtseinheit.
  • Praktische Lehrprobe: Hier geben Sie einem Fahrschüler Ihrer Wahl eine Fahrstunde. Ein Prüfer sitzt ebenfalls im Auto und bewertet Ihre Leistung.
Insgesamt müssen fünf Prüfungen bestanden werden, um eine Fahrlehrerausbildung erfolgreich abzuschließen. Fallen Sie bei einer durch, so können Sie diese zweimal wiederholen.

Gibt es einen deutschen Fahrlehrerverband?

Um die Interessen der Fahrlehrer zu vertreten, existiert in jedem Bundesland ein Fahrlehrerverband. Doch ein ein Zusammenschluss aller Fahrlehrerverbände existiert: In einer Bundesvereinigung sollen länderübergreifend die Interessen von Fahrschulinhabern und Fahrlehrern vertreten werden.

Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. hat ihren Sitz in Berlin und hält jährlich einen Fahrlehrerkongress ab. Die Aufgaben und Ziele sind in der Satzung des Vereins vermerkt:

  • Ein ständiger Austausch von Erfahrungen mit den Mitgliedsverbänden und deren Beratung.
  • Vertretung allgemeiner Interessen von Fahrschulen und Fahrlehrern.
  • Vertretung bei Behörden und Organisationen auf Bundesebene und die Zusammenarbeit mit diesen in allen einschlägigen Berufsfragen.
  • Unterstützung der Mitgliedsverbände auf Landesebene.
  • Koordinierung und Förderung der Ausbildung des Fahrlehrernachwuchses und Weiterbildung der Fahrlehrer.
  • Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit Organisationen der Fahrlehrer auf internationaler Ebene.
  • Wettbewerbsregeln der Mitgliedsverbände zu koordinieren.

Es geht also auch darum, die Fahrlehrerausbildung zu koordinieren und zu fördern. Daher sollte sich jeder angehende Fahrlehrer mit den Fahrlehrerverbänden vertraut machen und ihre Angebote gegebenenfalls wahrnehmen.

Wie wird man Fahrschullehrer der Klassen A, CE und DE?

Der beschriebene Werdegang zum Fahrlehrer bezieht sich auf den Fahrlehrerschein der Klasse BE, welcher quasi die Grundlage bildet. Diesen muss ein jeder Lehrer in der Fahrschule besitzen. In sogenannten Aufstiegslehrgängen kann die Lehrerlaubnis allerdings erweitert werden.

Dabei sind folgende zusätzliche Qualifikationen möglich:

  • Fahrlehrer Klasse A: Zusätzliche Ausbildung von einem Monat
  • Fahrlehrer Klasse CE: Zusätzliche Ausbildung von zwei Monaten
  • Fahrlehrer Klasse DE: Zusätzliche Ausbildung von einem Monat
Zum Abschluss jeder dieser Fahrlehrerausbildungen werden jeweils eine mündliche, schriftliche und fahrpraktische Prüfung abgelegt.

Fazit: Wie werde ich Fahrschullehrer?

Der Fahrlehrerschein verursacht Kosten von mindestens 7.000 Euro.

Der Fahrlehrerschein verursacht Kosten von mindestens 7.000 Euro.

Um von Beruf Fahrlehrer zu werden, bedarf es also einer umfangreichen Ausbildung, die mit fünf Prüfungen für die Klasse BE abgeschlossen wird.

Einige Voraussetzungen sind dabei zu erfüllen. So ist beispielsweise ein Alter von 22 Jahren Minimum.

Nach bestandener Prüfung kann der Fahrschullehrer allerdings nicht sofort eine eigene Fahrschule eröffnen. Dazu ist ein gesonderter Lehrgang vonnöten.

Wollen Sie Fahrlehrer werden, müssen Sie Kosten von mindestens 7.000 Euro einplanen. Diese können je nach Fahrlehrerschule und Anzahl der Versuche zum Bestehen der Prüfung stark variieren, sodass eine pauschale Angabe nicht möglich ist.

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