Die praktische Fahrprüfung – was Sie dabei beachten sollten

Die praktische Prüfung

 Die praktische Fahrprüfung bildet im besten Fall den Abschluss der Führerscheinausbildung.

Die praktische Fahrprüfung bildet im besten Fall den Abschluss der Führerscheinausbildung.

Auf dem Weg die Fahrerlaubnis zu erlangen, muss der Fahrschüler zwei Prüfungen durchlaufen – die praktische und die theoretische. Auf letztere sollen Theoriestunden in der Fahrschule vorbereiten. Je nach Führerscheinklasse ist eine bestimmte Anzahl an Pflichtstunden zu absolvieren. Im Anschluss findet die theoretische Prüfung beim TÜV oder der DEKRA statt.

Sind die Theorieprüfung bestanden und alle Sonderfahrten geleistet, wird ein Führerscheinanwärter für die praktische Fahrprüfung zugelassen und kann diese zeitnah absolvieren. Dabei nimmt neben dem Fahrlehrer auch ein Fahrprüfer im Auto Platz und überprüft, ob der Schüler sich beim Fahren an die Regeln des Straßenverkehrs hält.

Wie lange solch eine praktische Prüfung dauert, ist von der Führerscheinklasse abhängig. Eine praktische Fahrprüfung folgt einem Ablauf, der durch die Prüfungsordnung vorgegeben wird. Wie dieser aussieht, was eine Autoprüfung für Kosten verursacht und was passiert, wenn die Führerscheinprüfung nicht bestanden wurde, lesen Sie im folgenden Ratgeber.

Ablauf der Prüfung zum Führerschein

Der Ablauf der Fahrprüfung hängt von der Führerscheinklasse ab, die erworben werden soll. Je nachdem werden unterschiedliche Aufgaben an den Prüfling gestellt. Welche das sind, ist in der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) festgehalten. Grundsätzlich gilt dabei für jede Prüfungsfahrt laut Anlage 7 zu § 16 Abs. 2, § 17 Abs. 2 und 3:

Der Bewerber muss fähig sein, selbständig das Fahrzeug auch in schwierigen Verkehrslagen verkehrsgerecht und sicher zu führen. Seine Fahrweise soll defensiv, rücksichtsvoll, vorausschauend und dem jeweiligen Verkehrsfluss angepasst sein. Daneben soll er auch zeigen, dass er über ausreichende Kenntnisse der für das Führen eines Kraftfahrzeugs maßgebenden gesetzlichen Vorschriften und einer umweltbewussten und energiesparenden Fahrweise verfügt, sie anzuwenden versteht sowie mit den Gefahren des Straßenverkehrs und den zu ihrer Abwehr erforderlichen Verhaltensweisen vertraut ist. Insbesondere ist bei den nachfolgenden Punkten auf richtige Verhaltensweisen, Handhabung bzw. Ausführung zu achten:

  1. fahrtechnische Vorbereitung,
  2. Lenkradhaltung,
  3. Verhalten beim Anfahren,
  4. Gangwechsel,
  5. Steigung und Gefällstrecken,
  6. automatische Kraftübertragung,
  7. Verkehrsbeobachtung und Beachtung der Verkehrszeichen und -einrichtungen,
  8. Fahrgeschwindigkeit,
  9. Abstand halten vom vorausfahrenden Fahrzeug,
  10. Überholen und Vorbeifahren,
  11. Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen, Kreisverkehren und Bahnübergängen,
  12. Abbiegen und Fahrstreifenwechsel,
  13. Verhalten gegenüber Fußgängern sowie an Straßenbahn- und Bushaltestellen,
  14. Fahren außerhalb geschlossener Ortschaften und
  15. fahrtechnischer Abschluss der Fahrt.

Für die praktische Prüfung werden Ihnen verschiedene Fahraufgaben gestellt.

Für die praktische Prüfung werden Ihnen verschiedene Fahraufgaben gestellt.


Darüber hinaus werden spezifische Aufgaben für die einzelnen Klassen des Führerscheins gestellt. Diese sind ebenfalls in der FeV festgehalten. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Anzahl an Grundfahraufgaben, aus denen der Prüfer welche aussuchen kann. Im Folgenden werden die Aufgaben, die den Prüfling erwarten können, aufgelistet:

  • Vier Grundfahraufgaben für die Klasse AM: Slalom, Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung, Ausweichen ohne Abbremsen, Ausweichen nach Abbremsen, Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus, Stop and Go oder Kreisfahrt.
  • Sechs Grundfahraufgaben für die Klassen A, A1 und A2: Slalom in Schrittgeschwindigkeit, Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung, Ausweichen ohne Abbremsen, Ausweichen nach Abbremsen, Slalom oder Langer Slalom, Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus, Stop and Go oder Kreisfahrt.
  • Drei Grundfahraufgaben für Klasse B: Fahren nach rechts rückwärts unter Ausnutzung einer Einmündung, Kreuzung oder Einfahrt, Rückwärtsfahren in eine Parklücke (Längsaufstellung), Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung, Einfahren in eine Parklücke (Quer- oder Schrägaufstellung) oder Umkehren.
  • Eine Grundfahraufgabe für die Klassen BE, DE und D1E: Rückwärtsfahren um eine Ecke nach links.
  • Zwei Grundfahraufgaben für die Klassen C, C1, D und D1: Rückwärtsfahren und Versetzen nach rechts an eine Rampe zum Be- oder Entladen (nur Klasse C, C1), Halten zum Ein- oder Aussteigen (nur Klasse D, D1), Fahren nach rechts rückwärts unter Ausnutzung einer Einmündung, Kreuzung oder Einfahrt, Rückwärtsfahren in eine Parklücke (Längsaufstellung) oder Rückwärts quer oder schräg einparken.
  • Eine Grundfahraufgabe für die Klasse T: Rückwärtsfahren geradeaus.

Mit diesen Aufgaben müssen Sie im Laufe der Prüfung rechnen. Bei einer Fahrprüfung liegt die Durchfallquote bei etwa 25 Prozent in Deutschland. Sind Sie durch die praktische Führerscheinprüfung durchgefallen, können Sie diese an einem anderen Termin wiederholen. Das Wiederholen der Fahrprüfung verursacht zusätzliche Kosten.

Wenn Sie die Fahrprüfung bestehen, wird Ihnen im Anschluss der Führerschein als Nachweis Ihrer Fahrerlaubnis ausgehändigt.

Praktische Fahrprüfung – diese Tipps werden Ihnen helfen

Die praktische Prüfung zum Führerschein bedeutet für den Prüfling eine besondere Stresssituation. Gegen die Angst vor selbiger gibt es kein universales Heilmittel. Etwas Aufregung gehört immer dazu. Für die praktische Prüfung sollen diese Tipps Ihnen helfen, die Angst abzulegen:

  • Vor der Prüfung: Sie sollten ausgeruht für die praktische Führerscheinprüfung sein. Gehen Sie daher am Abend vorher zeitig schlafen. Achten Sie darauf, dass Sie pünktlich zum vereinbarten Prüftermin erscheinen. Hat Ihr Fahrlehrer Sie dem Prüfer vorgestellt, besteigen Sie das Kfz und die Führerscheinprüfung in der Praxis kann beginnen.
  • Vor der Abfahrt: Wenn Sie Platz genommen haben, stellen Sie als erstes Ihre Sitzposition ein. Danach folgen Lenkrad sowie Außen- und Rückspiegel. Wichtig: Das Anschnallen nicht vergessen! Sind diese Einstellungen vorgenommen, wird der Prüfer Ihnen den Ablauf erklären. Dabei wird festgelegt, welche Kommandos Sie erwarten können.
  • Während der praktischen Fahrprüfung: In der Regel wird Ihnen der Prüfer Anweisungen geben, in welche Richtung Sie fahren sollen bzw. wann Sie Ihre Parkkünste demonstrieren können. Wenn Sie eine Anweisung nicht verstanden haben, scheuen Sie sich nicht, noch einmal nachzufragen. Der Prüfer wird diese dann wiederholen. Besinnen Sie sich auf das Können, was Sie in der Fahrschule für die Prüfung erlernt haben und versuchen Sie gelassen zu bleiben. Die meiste Aufregung ist nach fünf Minuten verflogen und Sie können sich voll und ganz auf die praktische Prüfung für den Führerschein konzentrieren.
Praktische Führerscheinprüfung – Tipps in Kurzform

  1. Schauen Sie während der Fahrt immer in die Spiegel! Wichtig ist, dass Sie dabei auch den Kopf in Richtung Spiegel drehen, sonst kann der Prüfer Ihren Blick nicht erkennen.
  2. Nicht den Schulterblick vergessen!
  3. Überprüfen Sie stets Ihre Geschwindigkeit!
  4. Achten Sie auf die Verkehrsschilder! Gegebenenfalls müssen Sie nach der Beschilderung fahren, wenn der Prüfer keine Anweisungen gibt.
  5. Lassen Sie sich durch Drängler oder aggressive Fahrer nicht aus der Ruhe bringen!
  6. Fahren Sie langsam an Kreuzungen ran!
  7. Beachten Sie die anderen Verkehrsteilnehmer! Vor allem Radfahrer und Fußgänger.
  8. Hören Sie genau hin, was der Prüfer von Ihnen fordert! Stichwort: Parken oder Halten.
  9. Besinnen Sie sich auf Ihr Können! Wenn Ihr Fahrlehrer das „Go“ für die Prüfung gibt, ist er von Ihren Fähigkeiten überzeugt.

Fahrprüfung – die Dauer für die einzelnen Führerscheinklassen

Bei einer Fahrprüfung hängt die Dauer von der Führerscheinklasse, die erworben werden soll, ab.

Bei einer Fahrprüfung hängt die Dauer von der Führerscheinklasse, die erworben werden soll, ab.

„Wie lange dauert eine Fahrprüfung?“ – die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, welche Führerscheinklasse erworben werden soll. Im Folgenden wird die Dauer jeder Prüfungsfahrt für die verschiedenen Klassen angegeben:

  • Führerscheinklasse AM: 30 Minuten
  • Führerscheinklasse A1: 45 Minuten
  • Führerscheinklassen A2/A: 60 Minuten
  • Führerscheinklasse B: 45 Minuten
  • Führerscheinklasse BE: 45 Minuten
  • Führerscheinklasse C: 75 Minuten
  • Führerscheinklassen CE/C1/C1E: 75 Minuten
  • Führerscheinklasse D: 75 Minuten
  • Führerscheinklasse DE: 70 Minuten
  • Führerscheinklasse D1E: 70 Minuten
  • Führerscheinklasse T: 60 Minuten

Eine Prüfung wird in der Fahrschule in der Regel vorher simuliert. Dabei kann der Fahrlehrer für die Führerscheinprüfung wichtige Tipps geben. Die Prüfungszeit kann sich natürlich auch verlängern, wenn Sie beispielsweise in einen Stau geraten. Daher wird eine praktische Prüfung mit dem Auto nie genau 30 Minuten dauern. Es handelt sich nur um einen Richtwert.

Bei der Fahrprüfung durchgefallen

Ist die Führerscheinprüfung nicht bestanden, wiederholen Sie diese zu einem späteren Zeitpunkt erneut. Dazu müssen Sie einen neuen Termin vereinbaren und gegebenenfalls vorab einige Fahrstunden absolvieren, um Ihre Fehler zu verbessern. Im Schnitt ist pro Jahr circa ein Viertel der Prüflinge durch die praktische Prüfung durchgefallen.

Lassen Sie sich dadurch also nicht entmutigen. Das Nichtbestehen im Nachhinein auf den „bösen“ Prüfer zu schieben, bringt Sie auch nicht weiter. Bereiten Sie sich für den nächsten Versuch noch besser vor und versuchen Sie besonders, auf die Fehler aus der ersten Prüfung zu achten.

Ist der Führerschein durch die praktische Prüfung erworben, kann er sofort genutzt werden.

Praktische Fahrprüfung – diese Kosten kommen auf Sie zu

Ist für den Führerschein die praktische Prüfung vereinbar, müssen Sie eine Gebühr an die entsprechende Prüfbehörde zahlen. Die Gebühren variieren je nach Führerscheinklassen. Für die Klasse B zahlen Sie beim TÜV 84,97 Euro Anmeldegebühr für die Prüfung zum Führerschein.

Fallen Sie durch, müssen sie bei der Wiederholungsprüfung dieselbe Summe noch einmal entrichten. Auch in der Fahrschule muss die Gebühr für die Prüfungsfahrt erneut gezahlt werden.

Praktische Führerscheinprüfung – diese Fragen vom Prüfer können Sie erwarten

Der Fahrprüfer wird Sie vor oder während der Prüfung mit einigen Fragen konfrontieren. Allerdings müssen Sie vor diesen keine Angst haben! Er wird Sie lediglich auffordern, eine bestimmte Beleuchtung einzuschalten oder gegebenenfalls die Profiltiefe der Reifen zu überprüfen.

Führerscheinprüfung Klasse B mit 17

Die praktische Führerscheinprüfung kann in Deutschland im Alter von 17 Jahren abgelegt werden.

Die praktische Führerscheinprüfung kann in Deutschland im Alter von 17 Jahren abgelegt werden.

Seit dem 1. Januar 2011 ist es in Deutschland möglich, einen Antrag auf begleitetes Fahren mit 17 Jahren zu stellen. Dadurch kann das Mindestalter von 18 Jahren für den Erwerb eines Führerscheins umgangen werden. Diese Regelung ist allerdings an eine Auflage gekoppelt – der Fahranfänger darf nur in Begleitung vorher bestimmter Personen ein Kfz führen.

Die Anzahl der Begleitpersonen ist unbegrenzt, diese müssen aber vorab festgelegt werden und können nicht nachgetragen werden. Folgende Voraussetzungen müssen diese Personen erfüllen:

  • Ein Mindestalter von 30 Jahren
  • Mindestens fünf Jahre im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis
  • Nicht mehr als ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg

Zu den Pflichten der Begleitperson gehört es, dem Fahranfänger Sicherheit beim Fahren zu geben und aufkommende Fragen zu beantworten. Wo sich die Person ins Auto setzt ist egal, wichtig ist nur, dass sie mitfährt.

Als Prüfungsbescheinigung für den Führerschein mit 17 wird ein rosafarbenes Dokument ausgehändigt. Dieses gilt als Fahrerlaubnis bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres. An Ihrem 18. Geburtstag, erhalten Sie dann den Führerschein per Post zugestellt.

Achtung: Der vorläufige Führerschein ist nur in Deutschland gültig! Im Ausland wird er nicht anerkannt.

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