LKW-Führerschein: Über das Arbeitsamt die Kostenübernahme laufen lassen

Von Dörte, letzte Aktualisierung am: 28. Oktober 2019

Wann und wie ist die Förderung für einen LKW-Führerschein eine Option?

In manchen Fällen zahlt die Arbeitsagentur den LKW-Führerschein.
In manchen Fällen zahlt die Arbeitsagentur den LKW-Führerschein.

Wer beruflich einen Führerschein benötigt, steht oft vor der Frage wie das finanziert werden soll. Besonders die LKW-Führerscheinklassen für Berufskraftfahrer bringen Kosten mit sich, die für einige nicht leicht zu stemmen sind.

Da stellt die Möglichkeiten, Förderungen in Anspruch nehmen zu können, oftmals eine wichtige Chance dar. Unter bestimmten Umständen kann beim LKW-Führerschein das Arbeitsamt die Kosten übernehmen.

Welche Voraussetzung für den LKW-Führerschein über das Arbeitsamt bestehen muss, wer die Förderung in Anspruch nehmen kann und welche Kosten solch ein Zuschuss für den LKW-Führerschein vom Arbeitsamt abdeckt, erläutert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Förderung vom LKW-Führerschein durch das Arbeitsamt

Gibt es beim LKW-Führerschein eine Förderung durch das Arbeitsamt?

Ja, verschiedene Förderprogramme der Agentur für Arbeit können bei der Finanzierung von einem LKW-Führerschein unterstützen.

Erhält jeder die Förderung für einen LKW-Führerschein?

Nein, es müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit das Arbeitsamt den LKW-Führerschein finanziert.

Wird die Weiterbildung für Berufskraftfahrer ebenfalls vom Arbeitsamt übernommen?

Das ist eine Ermessenentscheidung. Einen Anspruch auf Übernahme der Kosten bei einer Weiterbildung für Berufskraftfahrer besteht in der Regel nicht.

LKW-Führerschein bezahlt bekommen: Es gibt verschiedene Möglichkeiten

Gibt es einen Bildungsgutschein, um den LKW-Führerschein zu finanzieren?
Gibt es einen Bildungsgutschein, um den LKW-Führerschein zu finanzieren?

Sich für eine neue Stelle zu qualifizieren oder für einen bestehenden Job weiterzubilden, bedeutet manchmal auch, dass ein Führerschein das Ziel näher bringt. Nicht nur Arbeitssuchende können sich über den Punkt der Mobilität für einen weitaus größeren Arbeitsmarkt empfehlen. Auch Fahrer mit einem festen Job, können mit Hilfe eines Führerscheins weitere Aufgaben übernehmen. Der Aspekt der Kosten hält aber oftmals davon ab, die Chance „LKW-Führerschein“ zu ergreifen.

Mitunter bieten die Unternehmen an, sich am Führerschein zu beteiligen oder übernehmen die Kosten im Rahmen einer Ausbildung bzw. Umschulung auch ganz. Kleine und mittelständische Betreibe können diese Unterstützung jedoch nicht oder nicht im vollen Umfang leisten, sodass hier Förderung von anderer Seite gefragt ist. Doch bezahlt dann das Arbeitsamt den LKW-Führerschein?

Das ist durchaus eine Option, und das nicht nur für Arbeitssuchende. Es ist auch möglich, dass der LKW-Führerschein vom Arbeitsamt trotz Arbeit gefördert wird. Wer wann diese Förderung erhält, hängt davon ab, ob die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt werden. Denn das Arbeitsamt bzw. Jobcenter zahlt den LKW-Führerschein nur, wenn auch ein Anspruch auf diese Förderung besteht.

Die Bundesagentur für Arbeit hat verschiedene Förderprogramme initiiert. Arbeitssuchende sollen durch die Unterstützung besser in Arbeit kommen, aber auch die Weiterqualifikation von Arbeitnehmern steht bei einigen Programmen im Mittelpunkt. Auf beiden Wegen kann das Erlangen von einem LKW-Führerschein durch das Arbeitsamt einen Teil dieser Förderung darstellen.

WeGebAU: Wer erhält die Förderung?

Wie beantrage ich beim Jobcenter, dass mein LKW-Führerschein bezahlt wird?
Wie beantrage ich beim Jobcenter, dass mein LKW-Führerschein bezahlt wird?

2006 wurde ein Förderprogramm für „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“, kurz WeGebAU, ins Leben gerufen. Es soll untern anderem kleineren Unternehmen ermöglichen, ihre Angestellten weiter zu qualifizieren, geringqualifizierten Arbeitnehmern weitere Bildungsmöglichkeiten bieten oder bei einer berufsqualifizierenden Ausbildung unterstützen.

Im Rahmen dieser Aufgabenstellung können sowohl die Umschulung zum LKW-Fahrer vom Jobcenter/Arbeitsamt/Arbeitsagentur getragen als auch die LKW-Führerschein-Finanzierung vom Arbeitsamt übernommen werden.

Doch für wen zahlt das Arbeitsamt den LKW-Führerschein dann konkret? Im Rahmen der WeGebAU ist die Förderung für Personen mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gedacht. Dabei wird zwischen drei Gruppen unterschieden:

  • Arbeitnehmer mit geringer Qualifikation
    • Ohne Berufsabschluss, mind. 3 Jahre Berufserfahrung
    • Mit Berufsabschluss, > 4 Jahre Helfertätigkeiten
  • Arbeitnehmer über 45 Jahren in Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten
  • Arbeitnehmer unter 45 Jahren in Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten, wenn Arbeitgeber 50 Prozent der Kosten tragen

Bedingungen für die Förderung vom LKW-Führerschein durch die Agentur für Arbeit bei WeGebAU

Soll der Führerschein durch das Arbeitsamt gefördert werden, müssen im Rahmen der WeGebAU nicht nur die Arbeitnehmer Voraussetzungen erfüllen, sondern auch die Arbeitgeber. Der Führerschein soll dazu beitragen, dass der Arbeitgeber für seinen Job besser qualifiziert ist bzw. auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Ausbildung muss während der Arbeitszeit erfolgen.

Der Arbeitnehmer ist freizustellen und hat weiter Anspruch auf die Zahlung des Arbeitsentgelts. Ob Arbeitnehmer den LKW-Führerschein vom Amt voll bezahlt bekommen, hängt vom jeweiligen Einzelfall und vom Alter des Arbeitnehmers ab.

Die vom Arbeitsamt gewährte Förderung beim LKW-Führerschein muss durch den Arbeitgeber bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden. Welche Unterlagen dafür benötigt werden, kann online bei der Agentur eingesehen werden.

Auf Jobsuche: Übernimmt das Arbeitsamt den LKW-Führerschein?

Wie erwähnt, gibt es nicht nur Förderprogramme für Arbeitnehmer, auch Arbeitssuchende werden auf verschiedenen Wegen unterstützt. Dazu gehören nicht nur Umschulungen, wenn der erlernte Beruf nicht mehr ausübbar ist oder der Arbeitsmarkt keine langfristige Beschäftigung ermöglicht. Auch andere Arten der weiterführenden Qualifikation können eine Form der Förderung darstellen, so auch das Erlangen des LKW-Führerscheins.

Nicht nur Berufskraftfahrer benötigen diesen, auch andere Berufe beinhalten das Führen von Fahrzeugen über 3,5 t und setzen so einen Führerschein der Klassen C1 oder C voraus. Sehen Arbeitssuchende im LKW-Führerschein eine Chance auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein, kann eine Finanzierung durch das Jobcenter oder das Arbeitsamt möglich sein.

Sowohl Empfänger von Arbeitslosengeld I (Arbeitsamt) als auch von Arbeitslosengeld II (Jobcenter) können entsprechenden unterstützt werden. Beim Arbeitsamt ist die Förderung vom LKW-Führerschein wie beim Jobcenter auch Ermessenssache und hängt vom Einzelfall ab.

Bildungsgutschein für den LKW-Führerschein

Unter welchen Voraussetzungen wird der LKW-Führerschein vom Arbeitsamt bezuschusst?
Unter welchen Voraussetzungen wird der LKW-Führerschein vom Arbeitsamt bezuschusst?

Damit die Agentur für Arbeit (Arbeitsagentur) den LKW-Führerschein finanziert, müssen die Empfänger der Leistungen diese Zuschüsse beantragen. In der Regel erfolgt die Unterstützung in Form eines Bildungsgutscheins. Ausgestellt wird dieser vom zuständigen Sachbearbeiter bzw. Berater und ist dann auch nur für den Antragsteller und die beantragte Weiterbildung gültig. Wird der LKW-Führerschein also vom Arbeitsamt übernommen, ist dies nicht übertragbar.

Die Übernahme der Kosten erfolgt beim LKW-Führerschein per Bildungsgutschein bis zu 100 Prozent. Antragsteller sollten jedoch mit dem Sachbearbeiter genau abklären welche Kosten dies beinhaltet. Denn neben dem Führerschein können auch die Module der Berufsqualifikation für Berufskraftfahrer notwendig werden, wenn es die Arbeitsstelle so verlangt.

Ob diese Ausgaben dann ebenfalls vom Arbeitsamt getragen werden, ist wiederum erneut Ermessenssache.

Einen Bildungsgutschein beantragen können Bezieher von Leistungen nach SGB (Sozialgesetzbuch) II oder III, die eine gesundheitliche Eignung für den LKW-Führerschein dem Arbeitsamt nachweisen können. Eintragungen im Verkehrszentralregister dürfen nicht vorhanden sein, zudem muss in der Regel auch bereits ein Führerschein der Klasse B vorliegen. Dieser ist Voraussetzung für das Erlangen des LKW-Führerscheins.

Antragsteller sollten auch beachten, dass für einen LKW-Führerschein der Klasse C das Mindestalter bei 21 Jahren liegt. Ob in Ausnahmefällen dieser auch mit 18 absolviert werden kann, muss individuell geklärt werden.

Neben der Bescheinigung des Sehvermögens muss auch hier die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs nachgewiesen werden. Ob diese weiteren Kosten, die im Rahmen von einem LKW-Führerschein entstehen, vom Arbeitsamt getragen werden, müssen Antragsteller ebenfalls individuell mit dem Sachbearbeiter klären.
Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (45 Bewertungen, Durchschnitt: 4,40 von 5)
Loading...
Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

Verfasse einen neuen Kommentar

Tipp: Im Bußgeldkatalog Forum erhalten Sie noch schneller eine Antwort auf Ihre Frage! Hier gelangen Sie zum Forum...


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2019 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.