Diesel-Fahrverbot in Europa: Maßnahmen für bessere Luft in den Nachbarländern

Von Clarissa, letzte Aktualisierung am: 15. April 2019

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Diesel-Fahrverbote gibt es nicht nur in Deutschland

Es gibt kein Diesel-Fahrverbot, das europaweit gilt. Stattdessen ist jedes Land selbst für entsprechende Initiativen verantwortlich.

Es gibt kein Diesel-Fahrverbot, das europaweit gilt. Stattdessen ist jedes Land selbst für entsprechende Initiativen verantwortlich.

Entgegen der irrtümlichen Aussage eines Politikers ist Deutschland nicht das einzige Land, das zur Verbesserung der Luftqualität Maßnahmen ergreift, die Fahrverbote für Diesel einschließen. In Europa ist dies seit einiger Zeit Thema und einige Städte haben schon seit vielen Jahren Umweltzonen, Mautgebühren und Ähnliches eingeführt, um der Belastung durch die schädlichen Abgase Herr zu werden. Nicht wenige davon zielen speziell auf Diesel-Fahrzeuge ab, viele konzentrieren sich dabei jedoch auf sämtliche private Verkehrsmittel. Auf diese Weise sollen die Innenstädte entlastet und attraktiver für Anwohner und Touristen gemacht werden.

Das Diesel-Fahrverbot betrifft Europa im Ganzen, auch wenn es kein großflächiges Verbot auf dem ganzen Kontinent gibt. Eine einheitliche Regelung gibt es jedoch nicht. Stattdessen setzt sich jedes Land eigene Ziele und arbeitet mit eigenen Systemen, die es als passend empfindet. Details zu diesem Thema lesen Sie in unserem folgenden Ratgeber.

Wie sind Diesel-Fahrverbote im europäischen Ausland organisiert?

Diesel-Fahrverbot in Europa: Diese Karte zeigt die Länder im Überblick.

Diesel-Fahrverbot in Europa: Diese Karte zeigt die Länder im Überblick.


Hierzulande entscheiden die Kommunen darüber, ob Sie ein entsprechendes Verbot in der Stadt bzw. in bestimmten Stadtgebieten oder nur auf gewissen Straßen aussprechen. Diese Bereiche werden dann regelmäßig zu Umweltzonen erklärt, in denen ältere Diesel-Kfz nicht mehr fahren dürfen. Ein solches Diesel-Fahrverbot haben andere europäische Städte so oder so ähnlich ebenfalls umgesetzt. Es gibt bspw. in Frankreich sporadische Umweltzonen, in denen nur bei Luftverschmutzungsalarm – wenn also im betreffenden Gebiet ein bestimmter Grenzwert überschritten wurde – ein Fahrverbot wirksam wird. Je nach Dauer des Alarms können hier schrittweise die Maßnahmen verschärft werden.

Für Länder wie Frankreich ist es daher wichtig, eine Umweltplakette zu erwerben, da andernfalls die Einfahrt in solch eine Umweltzone verwehrt werden kann. Dies gilt nicht nur für Diesel-Fahrzeuge, sondern für alle Kfz, die einfahren wollen. Die Umweltplakettenklasse wird hier anhand des Kraftstoffs, des Fahrzeugtyps und des Datums der Erstzulassung vergeben. Die Umweltplaketten aus Deutschland sind nicht im Ausland gültig.

Ein Diesel-Fahrverbot kann in Europa jedoch auch anders organisiert sein, bspw. über ein Mautsystem. So wird es etwa in Norwegen gehandhabt, wobei jedoch alle Fahrzeuge gebührenpflichtig sind. Die Höhe kann sich jedoch auch hier aufgrund des Kraftstoffs, des Fahrzeugtyps usw. von Kfz zu Kfz unterscheiden – so wird bspw. in Bergen und in Oslo ein Unterschied zwischen Benziner und Fahrzeugen mit Diesel-Motoren gemacht.

Andererorts, wie bspw. in London, gibt es eine zusätzliche Mautgebühr für schmutzige Motoren. Auch Tempolimits werden vereinzelt eingeführt. Optionen sind zudem das Angebot des kostenlosen Nahverkehrs an Tagen, an denen die Grenzwerte überschritten wurden, Anreize für das Umsteigen auf E-Autos und Abschaffen von Steuervorteilen für Diesel-Fahrzeuge, wie es in Frankreich geplant ist.

Wie hier deutlich wird, gibt es zwar kein einheitliches Fahrverbot für Diesel in Europa, dennoch haben zahlreiche Länder ähnliche Pläne zur Luftreinhaltung, um den Smog in den Großstädten zu vertreiben und den von der EU vorgegebenen Grenzwerten gerecht zu werden. Kopenhagen bspw. arbeitet u. a. mit höheren Parkgebühren für Wagen mit Diesel-Motor. Im Zentrum Kopenhagens bekommen außerdem bereits seit 2019 Diesel-Modelle keine Neuzulassung mehr.

Dieselfahrverbot in Europa: Nicht nur gibt es ein Fahrverbot für Diesel, einige erheben höhere Parkgebühren für Diesel.

Dieselfahrverbot in Europa: Nicht nur gibt es ein Fahrverbot für Diesel, einige erheben höhere Parkgebühren für Diesel.

Währenddessen hat Madrid noch drastischere Maßnahmen zum Klimaschutz getroffen. Hier wird nicht nur ein Diesel-Fahrverbot wie in Europa in anderen Städten durchgesetzt. Stattdessen dürfen in der Innenstadt, rund um die Via Grande, nur noch Anwohner ein eigenes Fahrzeug fahren. Ausnahmen gelten vorwiegend für Lieferwagen, Busse, Taxen und Elektroautos. Verkehrskameras und andere Überwachungssysteme sind für die Kontrolle der Diesel-Kfz in Madrids Innenstadt verantwortlich.

Mit dem Diesel-Auto in den Urlaub

Die beschriebenen Maßnahmen gelten in den meisten Fällen auch für Fahrzeuge aus dem Ausland. Wollen Sie also mit Ihrem Auto Urlaub im europäischen Ausland machen, sollten Sie sich unbedingt über die dort existierenden Bestimmungen zum Diesel-Fahrverbot in Europa informieren. Im schlimmsten Fall kommen Sie andernfalls nicht an Ihr Ziel bzw. Sie riskieren dafür hohe Bußgelder.

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So müssen Sie bspw. für Frankreich eine Umweltplakette erwerben, ob Sie nun ein Diesel-Kfz, ein Elektro-Auto oder ein Motorrad fahren. In den Zonen wird Ihnen, wenn Sie mit fehlender Plakette ertappt werden, ein Bußgeld auferlegt, auch wenn Ihr Fahrzeug den Einfahrtsbestimmungen entspricht. Beachten Sie hier, dass nicht alle Umweltzonen dauerhaft sind. Achten Sie auf Berichterstattungen in den Medien oder auf elektrische Anzeigen auf dem Anfahrtsweg. Auf solchen Wegen wird das sporadische Fahrverbot in Frankreich üblicherweise bekanntgegeben.

Nicht nur in Frankreich müssen Sie eine Plakette erwerben. Auch in den folgenden Ländern ist dies Voraussetzung, um in den als Umweltzone ausgewiesenen Gebieten fahren zu dürfen:

  • in Dänemark (Kopenhagen inkl. Stadtteil Frederiksberg, Aalborg, Aarhus und Odense) für Diesel-Lkw und -Busse über 3,5 t
  • in Österreich (Wien, einige Teile Niederösterreichs in Osten, Teile der Steiermark und Burgenland
  • in Spanien in Madrid (dauerhafte Umweltzone) und Barcelona (temporäre Umweltzone), für spanische Mietwagen ist eine Umweltplakette erforderlich, ausländische Kfz können bisher noch keine entsprechende Plakette erwerben

Wo es in den Umweltzonen keine Plakettenpflicht gibt, wird meist per Videokamera kontrolliert, wobei das Kennzeichen erfasst und mit der Datenbank abgeglichen wird.

Anstatt überall in Europa Diesel-Fahrverbote einzuführen, setzen manche Länder auf Mautgebühren.

Anstatt überall in Europa Diesel-Fahrverbote einzuführen, setzen manche Länder auf Mautgebühren.

Andere Städte in Europa haben kein Diesel-Fahrverbot, dafür aber finanzielle Nachteile für Fahrzeuge eingeführt, die als besonders schädlich für die Umwelt eingestuft werden. Auf ein entsprechendes Mautsystem müssen Sie sich in den folgenden Ländern gefasst machen:

  • in Großbritannien (Londoner Innenstadt)
  • in Malta (Stadtgebiet Valletta) nur für inländische Fahrzeuge (Mietwagen mit maltesischem Kennzeichen eingeschlossen)
  • in Norwegen (Førde, Bodø, Trondheim, Haugesund, Nord-Jæren, Bærum, Grenland, Namsos, Harstad, Kristiansand, Bergen und Oslo
  • in Schweden (Göteborg und Stockholm) tagsüber (zwischen 6 und 18.30 Uhr)

Sollten Sie in ein Land mit einer Städte-Maut mit Ihrem Auto reisen, informieren Sie sich vorher, ob Sie dafür Vorbereitungen treffen müssen. So ist es etwa bei einem Ausflug nach Norwegen ratsam, sich ein entsprechendes Konto anzulegen, damit die Maut korrekt auf Ihren Fahrzeugtyp und Ihre Emissionsklasse berechnet wird. Andernfalls wird Ihnen ganz einfach der höchste Betrag in Rechnung gestellt.

Details zum Diesel-Fahrverbot in den europäischen Städten

Die folgende Tabelle stellt für Sie eine Übersicht darüber dar, wie das Diesel-Fahrverbot in Europa von den verschiedenen Ländern organisiert wird.

Land / StadtForm des Fahr­ver­botsWo / WannBe­trof­fe­ne Kfz
Bel­gienUm­welt­zo­neAnt­wer­pen, Brüs­selDie­sel mit Eu­ro 0-2, Ben­zi­ner mit Eu­ro 0 bzw. Eu­ro 1 (in Brüs­sel)
Dä­ne­markUm­welt­zo­neKo­pen­ha­gen, Aal­borg, Aar­hus, O­den­seDie­sel-Kfz über 3,5 t (Aus­nah­men bei be­stimm­ten Wohn­mo­bi­len mög­lich)
Fran­kreichUm­welt­zo­neVersch. Städ­te / Stadt­tei­le, in Pa­ris Mo-Fr 8-20 UhrDie­sel mit Eu­ro 0-2, Ben­zi­ner mit Eu­ro 0 und 1
… ParisFahr­ver­bot1. Sonn­tag im Mo­natIm Pa­ri­ser Zen­trum bis Die­sel mit Eu­ro 3
Grie­chen­landUm­welt­zo­neAt­henKfz mit griech. Num­mern­schild (Aus­nah­me für Mie­twa­gen in den ers­ten 40 Ta­gen)
… A­thenRo­tie­ren­des Fahr­ver­botRing Dak­tylios, i.d.R. nicht in den Som­mer­mona­ten
Groß­bri­tan­ni­enCity-MautLon­don (In­nen­stadt), Mo-Fr 7-18 Uhr, gilt nicht an Fei­er­ta­gen, Woch­en­en­den und vom 25.12-01.01. je­den Jah­resDie­sel mit Eu­ro 0-5 und Ben­zi­ner mit Eu­ro 0-3, Ge­bühr rich­tet sich nach Eu­ro-Norm
… Raum Lon­donUm­welt­zo­neJe­der­zeitWohn­mo­bi­le ab 2,5 t, Trans­port­wa­gen ab 1,205 t (leer)
I­ta­li­enUm­welt­zo­ne, z. T. gebüh­ren­pflich­tigVersch. Städ­te/­Stadt­tei­leDie­sel mit Eu­ro 0-2, Ben­zi­ner mit Euro 0
… Mai­landFahr­ver­botGan­zes Stadt­ge­biet „Area B“, Mo-Fr 7.30-19.30 UhrDie­sel mit Eu­ro 0-3, Ben­zi­ner mit Eu­ro 0
… Ve­ne­to, Pie­mont, Emi­lia Ro­ma­gna & Or­ten mit mehr als 30.000 Ein­woh­nernWin­ter­fahr­ver­bot01.10 bis 31.03 je­den Jah­res (Aus­nah­me: Au­to­bah­nen)Die­sel mit Eu­ro 0-3, Ben­ziner mit Eu­ro 0
Mal­taCity-MautVal­let­ta, Mo-Fr 8-18 Uhr (Aus­nah­me: Woch­en­en­den, Fei­er­ta­ge)Nur orts­an­säs­si­ge Kfz
Nie­der­lan­deUm­welt­zo­neVersch. Städ­te / Stadt­tei­lez. T. nur Lkw (in Bre­da, Delft, Den Haag, Eind­ho­ven, Lei­den, Maast­richt, Rij­skijk, ‘s-Her­to­gen­bosch, Til­burg)
… Am­ste­rdamFahr­ver­botWohn­mo­bi­le Klas­se N1 (Zu­las­sungs­datum vor 2000), Mo­peds (Zu­las­sungs­da­tum vor 2011)
… Arn­hemFahr­ver­botDie­sel (Zu­las­sungs­da­tum vor 2005)
… Rot­ter­dam, Ut­rechtFahr­ver­botDie­sel mit Eu­ro 0-2, Ben­zi­ner mit Eu­ro 0 (Rot­ter­dam)
Nor­we­genCity-MautVersch. Städ­te / Stadt­tei­le
… Os­lo, Ber­genUm­welt­zo­ne, ro­tie­ren­des Fahr­ver­bot6-22 Uhr (Bei ho­her Luft­ver­schmut­zung)Al­le Die­sel-Kfz
Ös­ter­reichFahr­ver­botWien, Nie­der­ös­ter­reich, Bur­gen­land, Stei­er­markLkw (Klas­se N), Kfz mit Eu­ro 0-2 (ab Um­welt­pla­ket­te Eu­ro 3)
Por­tu­galUm­welt­zo­neLis­sa­bon, 7-21 UhrJe nach Zo­ne ab­hän­gig vom Zu­las­sungs­da­tum
Schwe­denUm­welt­zo­neVersch. Städ­te / Stadt­tei­leDie­sel-Kfz über 3,5 t
… Gö­te­borg, Stock­holmCity-MautMo-Fr 6-18.30 Uhr (in Stock­holm erst ab 6.30 Uhr)Al­le Kfz
Spa­ni­enUm­welt­zo­neMa­drid (In­nen­stadt)Die­sel mit Eu­ro 0-3, Ben­zi­ner mit Eu­ro 0-2 (Pla­ket­ten­pflicht für in Spa­ni­en zu­ge­las­se­ne Kfz)
… Bar­ce­lo­naTem­po­rä­re Um­welt­zo­ne (bei ho­her Luft­ver­schmut­zung)Inkl. Groß­raum Ma­drid
Tsche­chi­enFahr­ver­botPrag (In­nen­stadt)Lkw ü­ber 3,5 t
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Pläne für die kommenden Jahre: Elektroautos sind die Zukunft

Neben der Einführung vom Diesel-Fahrverbot in Europa investieren auch viele Länder in Elektroautos.

Neben der Einführung vom Diesel-Fahrverbot in Europa investieren auch viele Länder in Elektroautos.

Der Klimawandel ist eine anerkannte Tatsache und die Notwendigkeit von Unternehmungen zum Klimaschutz wird immer deutlicher, genauso gegen die schlechte Luftqualität in den Großstädten (Smog), welche für zahlreiche Atemswegerkrankungen verantwortlich gemacht werden. Das unterschiedlich gehandhabte Diesel-Fahrverbot in Europa ist weder der Anfang noch das Ende dieser Debatte. Wie erwähnt, gibt es Umweltzonen schon seit vielen Jahren. Bereits in den 80er Jahren führte bspw. Griechenland ein System ein, das bei Smog-Alarm eingesetzt wird. Dabei dürfen an Tagen mit geradem Datum nur Kfz mit geradem Nummernschild fahren und andersherum.

Auch in Deutschland gab es schon Umweltzonen, in denen ältere Diesel-Kfz ausgesperrt wurden, bevor die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in zahlreichen Städten auf die Einhaltung der Stickoxid-Grenzwerte klagte. Und auch in Zukunft sollen die Schritte für die Luftreinhaltung verschärft werden. So haben mehrere Länder angekündigt, in den nächsten Jahrzehnten die Zulassung von Neuwagen mit Verbrennungsmotor nach und nach zu verbieten, bis nur noch Autos mit sauberen Energiequellen auf die Straßen unterwegs sind. Zu diesen Ländern zählt unter anderem Frankreich, welches bis 2040 dieses Vorhaben umsetzen will. In der französischen Hauptstadt ist das Ziel noch ehrgeiziger: Hier sollen bis 2030 alle Verbrenner in der Innenstadt verboten sein. Schon 2024 wird voraussichtlich allen Diesel-Autos in Paris ein Riegel vorgeschoben.

Auch in anderen Ländern sollen sämtliche Neuwagen schrittweise auf saubere Energien umgestellt werden. So haben sich neben Paris auch Island und Dänemark 2030 als Zielmarke gesetzt.

Zuletzt gab es ein EU-Urteil zum Diesel-Fahrverbot in Europa, welches auch die Ausschließung neuerer Diesel-Modelle aus europäischen Innenstädten ermöglicht. Bisher geht es in unseren Nachbarländern und auch hierzulande vor allem um Kfz, die einer älteren Euro-Norm entsprechen. Um die aktuellen Normen weniger gesundheitsgefährdend zu machen, wurden auch strengere Abgastests für die neuen Euro-6-Fahrzeuge eingeführt.

Als die EU-Komission jedoch die Grenzwerte für diese lockerte, klagten drei europäische Städte (Paris, Madrid und Brüssel, allesamt haben bereits weitreichende Verbote ausgesprochen) gegen diese Entscheidung. Sie bekamen recht, ein Umstand, der das Diesel-Fahrverbot in Europa beeinflussen könnte. Seitdem können die Städte die von der EU-Kommission verhängten Grenzwerte anfechten und gegebenenfalls auch schon in nächster Zeit Diesel der Euro-Norm 6 ausschließen. Wahrscheinlich ist dies jedoch nur in Städten, in denen die Schadstoffbelastung außergewöhnlich hoch ist und die bisherigen Aktionen dagegen nicht die erhoffte Wirkung erzielten. In Deutschland selbst gelten Fahrverbote für neuere Diesel als unverhältnismäßig und sind daher in absehbarer Zeit unwahrscheinlich.

Hintergründe zur Diesel-Debatte: Was es mit Euro-Normen und Grenzwerten auf sich hat

Wie erwähnt, ist bereits seit Jahrzehnten bekannt, dass die Autoabgase nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Menschen selbst schaden. Insbesondere die vom Dieselmotor ausgestoßenen Stickoxide sind gefährlich für Augen und Atemwege und können somit Herzkreislauf– und Lungenerkrankungen verursachen. Benziner stoßen vergleichsweise sehr viel weniger dieses schädlichen Gases aus. Dass es eine Art Diesel-Fahrverbot für Europa geben muss, das stellte die Europäische Union bereits vor der Jahrtausendwende fest.

Nicht nur ältere Euro-Modelle machen in Europa ein Diesel-Fahrverbot notwendig - Schadstoffe entstehen auch durch Benziner bzw. Industrie.

Nicht nur ältere Euro-Modelle machen in Europa ein Diesel-Fahrverbot notwendig – Schadstoffe entstehen auch durch Benziner bzw. Industrie.

Da ein solches nicht europaweit durchsetzbar ist, wurden in den 90er Jahren Euro-Normen erlassen, welche Schadstoff-Grenzwerte für Neuwagen erlassen (diese gelten übrigens auch für Benziner). Die Euro-Normen wurde über die Jahre hinweg immer wieder überarbeitet, weshalb die aktuellen Euro-6-Modelle als die saubersten auf dem Markt gelten.

Bezüglich der gefährlichen Stickoxide, die vor allem von den Diesel-Motoren ausgestoßen werden, gibt es einen von der EU europaweit geltenden Grenzwert. Dieser bezieht sich nicht auf die Neuwagen, sondern auf die Luftqualität im Allgemeinen. Die Rede ist hier von einem 1-Stunden-Grenzwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter, Dieser darf nicht öfter als 18-mal innerhalb eines Kalenderjahres überschritten werden. Hinzu kommt die Verpflichtung zur Einhaltung eines Jahresmittelwertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Trotzdem wurde anhand verschiedener Messungen deutlich, dass diese Grenzwerte in vielen Städten nicht eingehalten werden konnten, was hierzulande die DUH auf den Plan rief, die nach und nach für die entsprechenden Städte ein Diesel-Fahrverbot erzielte. In Europa gibt es für diesen Grenzwert zudem einen Alarmwert von 400 Mikrogramm pro Kubikmeter. Die unterschiedlichen Initiativen dazu, wie das Diesel-Fahrverbot in Europa organisiert wird, sollen verhindern, dass dieser Wert überschritten wird.

Dennoch: Der Alarm löst aus, wenn dieser Grenzwert in solchen Gebieten gemessen wird, welche repräsentativ für die Luftqualität in der gesamten Umgebung (Ballungsraum) oder aber für einen Bereich von mindestens 100 Quadratkilometer sind – und dieser Wert in drei aufeinanderfolgenden Stunden überzogen wird.

In diesem Fall ist der jeweilige Mitgliedsstaat verpflichtet, sofort Maßnahmen gegen diese hohe Luftverschmutzung zu erlassen.

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