S-Bahn-Surfen: Ein leichtsinniges Hobby mit hohem Risiko

Nervenkitzel für S-Bahn-Surfer

Beim S-Bahn-Surfen wird ein großes Risiko eingegangen.

Beim S-Bahn-Surfen wird ein großes Risiko eingegangen.

Es ist illegal und gefährlich – S-Bahn-Surfen verspricht Adrenalin pur, aber nicht selten wird dieses Versprechen mit dem eigenen Tod eingelöst. Im Internet kursieren zahllose Videos von S-Bahn-Surfern, die für den kurzen Kick ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen.

Für die Polizei und Verkehrsbetriebe des öffentlichen Nahverkehrs sind solche waghalsigen Aktionen ein großes Ärgernis. Die meist jungen Surfer riskieren nicht nur ihr Leben, sie behindern zudem den planmäßigen Ablauf des Bahnverkehrs. Geht die Aktion schief, kommt es in der Regel zu langen Verspätungen. Polizei- und Notarzteinsätze gehören beispielsweise in Berlin zur Tagesordnung – für die Zugführer ist ein solches Erlebnis meist traumatisch.

Im folgenden Ratgeber informieren wir Sie über das S-Bahn-Surfen, klären, welches Risiko besteht, wenn Personen auf dem Zug surfen und gehen darüber hinaus auf die rechtliche Situation ein.


Was ist Train-Surfing?

Beim S-Bahn-Surfen bzw. Train-Riding geht es darum, sich an einem fahrenden Zug festzuklammern. In der Regel klettern die Jugendlichen während der Fahrt aus dem Fenster oder einer Tür und halten sich mit den Füßen abstützend an der Dachkante der Bahn fest. Üblich ist auch das Aufspringen auf den Zug, wenn dieser im Bahnhof anfährt.

In der Szene gehört zum S-Bahn-Surfen auch der sogenannte „Roofride“, was das Klettern auf das Dach des Zuges meint. Auf die Spitze wurde dies auf einer S-Bahn in Berlin getrieben. Mehrere maskierte Jugendliche sind an der Haltestelle Grunewald vom Dach der Haltestelle auf die Bahn geklettert. Während der Fahr improvisierten sie auf dem Dach des Zuges eine Art Picknick samt Tisch und Stühlen.

U-Bahn-Surfer müssen sich dagegen meist am Heck des Zuges festhalten, da die Tunnel in der Regel eng und niedrig sind. Oftmals steigen Sie auf die Kupplung am Ende der Bahn oder sogar zwischen einzelnen Waggons.

Totaler Wahnsinn: ICE-Surfen

In der Community zum S-Bahn-Surfen sorgte ein Video für besonders viel Furore im Netz. Dabei sprang bei Anfahrt eines ICEs ein junger Mann auf das Heck eines Zuges und hielt sich mittels Vakuumpumpe fest.

Nicht alle S-Bahn-Surfer kommen mit leichten Verletzungen davon.

Nicht alle S-Bahn-Surfer kommen mit leichten Verletzungen davon.

S-Bahn-Surfen: Unfälle enden häufig tödlich

Es sind nicht nur die offensichtlichen Risiken, wie das Herabstürzen vom Zug, welche das S-Bahn-Surfen so gefährlich machen. Insbesondere die Fahrtwinde und Luftwirbel, welche in der Bewegung entstehen, haben schon so manchem S-Bahn Surfer einen Unfall beschert. Auch die elektrischen Oberleitungen bieten eine Gefahr für Leib und Leben. Selbst ohne direkte Berührung können Blitze den Surfer treffen und so zu schwersten, oftmals auch tödlichen Verletzungen führen.

Das Fahren zwischen den Waggons auf der Kupplung hat auch schon viele das Leben gekostet. Rutschen die Adrenalinjunkies während dem S-Bahn-Surfen ab, landen sie im Gleisbett und können von den Rädern erfasst werden. Auch durch Hindernisse wie Tunnel oder Querbalken können die Trainsurfer schwer oder tödlich verletzt werden.

Welche Strafe erwartet S-Bahn-Surfer?

Train-Surfing ist in Deutschland grundsätzlich illegal. In der Regel erhebt die Polizei Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Geahndet wird das S-Bahn-Surfen gemäß § 315 Strafgesetzbuch (StGB) mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis maximal zehn Jahren. In minder schweren Fällen kann auch ein milderes Urteil erlassen werden.

Möglich ist aber auch die Verfolgung vom S-Bahn-Surfen als Ordnungswidrigkeit. Gemäß § 28 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) kann ein Bußgeld von 50.000 Euro folgen.

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