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Krisenvorsorge: Was gilt es dabei zu beachten?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 30. April 2021

Für den Ernstfall richtig vorbereitet

Ist eine Krisenvorsorge in Deutschland überhaupt notwendig?
Ist eine Krisenvorsorge in Deutschland überhaupt notwendig?

Meteorologen gehen davon aus, dass durch den Klimawandel häufiger Naturkatastrophen auftreten und auch in Deutschland das Risiko für Hochwasser, Waldbrände und Orkane steigt. Zudem führte uns auch die Corona-Pandemie und die damit einhergegangenen Hamsterkäufe vor Augen, dass auch unbekannte Krisen unser Leben vollkommen auf den Kopf stellen können. Aus diesem Grund kann es durchaus sinnvoll sein, sich auf Unglücke und Notfälle vorzubereiten.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Krisenvorsorge“? Was braucht man dafür? Auf welche Eventualitäten und Extremsituationen sollten sich Bürger grundsätzlich vorbereiten? Und worauf gilt es zu achten, wenn Sie als Maßnahme der Krisenvorsorge einen Notvorrat anlegen? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Krisenvorsorge

Was bedeutet „Krisenvorsorge“?

Unter dem Begriff „Krisenvorsorge“ werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die zur Vorbereitung auf einen Ernstfall wie eine Naturkatastrophe oder eine Pandemie dienen. Dabei umfasst die Krisenvorsorge nicht nur Vorräte, sondern unter anderem auch das Wissen über richtige Verhaltensweisen und Erste Hilfe.

Wann liegt eine Krise vor?

Eine Krise ist laut Definition eine Situation, die vom Normalzustand abweicht und mit Gefahren für Mensch, Umwelt und/oder Wirtschaft einhergeht.

Wie sieht die perfekte Krisenvorsorge für Zuhause aus?

Grundsätzlich gilt es immer die individuellen Umstände zu berücksichtigen. So gelten beispielsweise für die private Krisenvorsorge in der Stadt aufgrund des begrenzten Platzangebotes in den meisten Mietwohnungen andere Voraussetzungen, als bei Hausbesitzern in ländlichen Gegenden. Zudem ist es wichtig, beim Vorrat für die Krisenversorgung mögliche Unverträglichkeiten oder krankheitsbedingte Einschränkungen zu beachten. Eine Liste mit den notwendigsten Gegenständen finden Sie hier.

Warum sollte ich mich auf eine Krise vorbereiten?

Selbsthilfe erlernen: In Kursen zur Krisenvorsorge werden hilfreiche Tipps und notwendige Verhaltensweisen vermittelt.
Selbsthilfe erlernen: In Kursen zur Krisenvorsorge werden hilfreiche Tipps und notwendige Verhaltensweisen vermittelt.

Wie unberechenbar und kraftvoll die Natur ist, zeigt sich immer wieder durch Hochwasser, Stürme und Waldbrände. In der Regel sind die Einsatzkräfte zu denen Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und auch die Bundeswehr zählen, bei solchen Naturkatastrophen schnell vor Ort. Dennoch kann es durchaus sein, dass Personen für einen längeren Zeitraum auf sich allein gestellt sind und nicht von außen mit Lebensmitteln oder Trinkwasser versorgt werden können. Aus diesem Grund wird eine private Krisenvorsorge auch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) empfohlen.

Eine umfassende Krisenvorsorge zeichnet sich allerdings nicht nur durch das Anlegen von Vorräten und den Kauf einiger Ausrüstungsgegenstände aus. Vielmehr geht es um eine vorausschauende Planung sowie eine umfassende Vorbereitung auf den möglichen Ernstfall. Dies beinhaltet auch den Erwerb entsprechender Kenntnisse und Fertigkeiten. Dabei gilt es unter anderem folgende Fragen zu klären:

  • Wie lagere ich Materialien und Lebensmittel für die Krisenvorsorge richtig?
  • Worauf gilt es beim Einsatz von Camping-Kocher, Generator & Co. zu achten?
  • Kann ich notfalls in der Natur Nahrung finden?
  • Wie helfe ich kranken und verletzten Personen?
  • Welche Gegenstände sollten bei einer Evakuierung mitgenommen werden?

Prinzipiell soll die Krisenvorsorge für mehr Sicherheit im Notfall sorgen. Daher geht es vor allem darum, sicherstellen, dass die eigene Person sowie nahestehende Menschen solange versorgt werden können, bis die professionelle Hilfe eintrifft.

Wichtig! Nicht selten fällt beim Thema Krisenvorsorge der Begriff „Prepper“. Hierbei handelt es sich um eine Person, die sich durch individuelle Maßnahmen auf mögliche Katastrophenszenarien vorbereitet. Dabei geht die Planung bei einigen Mitgliedern dieser Szene weit über die Empfehlungen des BKK hinaus und umfasst ggf. die Errichtung unterirdischer Bunker und die Anschaffung von Waffen.

Krisenvorsorge: Nahrung und Trinkwasser für 10 Tage

Für die Krisenvorsorge Lebensmittel einkaufen: Achten Sie auf eine lange Haltbarkeit und eine einfache Lagerung.
Für die Krisenvorsorge Lebensmittel einkaufen: Achten Sie auf eine lange Haltbarkeit und eine einfache Lagerung.

Aufgrund von Krisen und Katastrophen kann die Gefahr bestehen, dass kurzzeitig bestimmte Lebensmittel und Produkte es täglichen Bedarfs knapp werden oder es nicht mehr möglich ist, den Weg zum nächsten Supermarkt anzutreten. Aus diesem Grund empfehlen im Zuge der Krisenvorsorge Bundesregierung und BKK, dass sich Bürger einen Vorrat für rund 10 Tage anlegen.

Dabei will die Auswahl der Lebensmittel allerdings gut durchdacht sein und muss den Ansprüchen aller Haushaltsmitgliedern entsprechen. Überlegen Sie daher bei der Krisenvorsorge, wie das Essen zubereitet und gelagert werden muss. So eigenen sich zum Beispiel Nudeln oder Reis aufgrund ihrer langen Haltbarkeit gut für die Krisenvorsorge. Fürs Kochen wird allerdings neben einer geeigneten Kochstelle auch Wasser benötigt. Diesen Umstand müssen Sie somit bei der Menge des Wasservorrats berücksichtigen.

Als ideal für die Krisenvorsorge gelten Konserven. Zum einen sind die Lebensmittel darin lange haltbar, die Verpackung ist nicht besonders anfällig für äußere Einflüsse und zudem lassen sich die Gerichte mithilfe eines Camping-Kochers direkt in der Dose erhitzen.

Neben den Nahrungsmitteln spielt bei der Krisenvorsorge auch der Wasservorrat eine wichtige Rolle. Sollten die Wasserwerke zeitweise keine ausreichende Versorgung mehr gewährleisten können, müssen die Bürger auf Wasser in Plastikflaschen zurückgreifen. Planen Sie dabei idealerweise pro Person und Tag jeweils 2 Liter ein. Alternativ dazu kann im Zuge der Krisenvorsorge auch ein Wasserfilter angeschafft werden, mögliche Belastungen aus dem Regen- oder Grundwasser zu filtern.

Welche Gegenstände des täglichen Bedarfs brauche ich in der Krise?

Vielfältig einsetzbar für die Krisenvorsorge: Ein Gas-Kocher kann Mahlzeiten oder auch das Waschwasser erwärmen.
Vielfältig einsetzbar für die Krisenvorsorge: Ein Gas-Kocher kann Mahlzeiten oder auch das Waschwasser erwärmen.

Mit Lebensmitteln und Wasser ist es allerdings noch nicht getan. Um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern, gilt es nämlich auch auf gewisse Hygienestandards zu achten. Fehlt es an warmem oder fließendem Wasser kann sich dies durchaus etwas schwierig gestalten. Zu den notwendigen Hygieneartikeln zählen daher insbesondere: Seife, Zahnbürste und -pasta, Toilettenpapier, Müllbeutel, Haushaltshandschuhe sowie Desinfektionsmittel.

Bei einer Katastrophe kann es schnell zu Verletzungen kommen, daher spielt bei der Krisenvorsorge auch die Hausapotheke eine wichtige Rolle. Die wichtigsten Bestandteile dieser haben wir nachfolgend aufgelistet:

  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel
  • Erkältungsmittel
  • Salbe gegen Sonnenbrand und Insektenstiche
  • Mittel gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit
  • Verbandsmaterial (Erste-Hilfe-Kasten)
  • Mittel zur Wund- sowie Hautdesinfektion
  • Pinzette

Darüber hinaus empfiehlt es sich für die Krisenvorsorge, Medikamente, die vom Arzt verschrieben wurden, in ausreichender Menge vorrätig zu haben. Kümmern Sie sich daher am besten immer frühzeitig um ein Folgerezept und lösen Sie dieses auch zeitnah ein.

Nicht zuletzt sollte für die Krisenvorbereitung beispielsweise auch Geld beiseitegelegt werden. Denn kommt es zu einem länger andauernden Stromausfall, ist es ggf. nicht möglich, mit einer EC-Karte zu bezahlen oder Geld am Bankautomaten abzuheben.

Checkliste für den Katastrophenfall

Vorbereitung für den Katastrophenfall: Checkliste zum Download

Gerne können Sie unserer Vorlage zum eigenen Gebrauch herunterladen. Im Folgenden finden Sie die Checkliste im PDF-Format zum Download:

  • Kostenloser Download
  • Muster als PDF
  • Den individuellen Bedürfnissen anpassen

Experten raten zudem, einen Notfallrucksack für die Krisenvorsorge zusammenzustellen. Dadurch haben Sie für den Fall einer spontanen Evakuierung direkt alles griffbereit und müssen nicht erst lange suchen. Der Rucksack sollte unter anderem eine Mappe mit allen wichtigen Dokumenten, notwendige Medikamente, Kleidung, Hygieneartikel sowie Verpflegung für ein paar Tage und etwas Geld enthalten.

Besondere Maßnahmen für besondere Situationen

Überlegungen zur Krisenvorsorge: Ohne Strom arbeiten die Pumpen nicht und auch die Trinkwasserversorgung kann ausfallen.
Überlegungen zur Krisenvorsorge: Ohne Strom arbeiten die Pumpen nicht und auch die Trinkwasserversorgung kann ausfallen.

Neben der grundlegenden Vorratshaltung und der Anschaffung nötiger Ausrüstungsgegenstände gehört zur Vorbereitung für den Krisen- oder Katastrophenfall auch der Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten. So gilt zum Beispiel bei einem Hochwasser mitunter andere Maßnahmen zu ergreifen als bei einem Unwetter oder einem Stromausfall.

Kündigt der Wetterdienst einen starken Sturm an, sollten Sie Ihr Zuhause wetterfest machen. Konkret bedeutet dies, dass lose Gegenstände ins Haus gebracht oder gut gesichert werden. Zudem sind Türen, Fenster und Rollläden zu schließen, Es ist außerdem ratsam, das Auto – wenn möglich – fernab von Bäumen zu parken, ideal ist natürlich die Unterbringung in einer Garage. Zusätzlich dazu ist aber auch der Eigenschutz ein Bestandteil der Krisenvorsorge, bei einem Unwetter gelten daher folgende Verhaltensregeln:

  • Suchen Sie in Häusern (am besten Erdgeschoss) oder Autos Schutz.
  • Trennen Sie empfindliche Geräte von Strom oder verwenden Sie einen Überspannungsschutz.
  • Bringen Sie Haus- und Nutztiere in Sicherheit.
  • Meiden Sie offene Gelände und halten Sie sich von Gegenständen mit Metallteilen fern.

Im Alltag ist uns häufig gar nicht bewusst, wie sehr wir auf den elektrischen Strom angewiesen sind. Daher ist es sinnvoll, bei der Krisenvorsorge einen längeren Stromausfall zu berücksichtigen und dabei Alternativen für überlebenswichtige Bereiche zu finden. So kann Essen zum Beispiel mithilfe eines Camping-Kochers oder eines Grills zubereitet werden. Für Wärme sorgen Kleidung, Schlafsäcke, Decken oder ein Kamin. Bedenken Sie dabei, dass auch ausreichend Brennmaterial vorhanden ist. Kerzen und Taschenlampen bringen zudem das nötige Licht. Hausbesitzer könnten sich außerdem einen Generator anschaffen.

Abhängig vom Wohnort können auch Hochwasser einer Gefahr darstellen. Sandsäcke und Bretter, um die Wassermasse abzuhalten, gehören dort zur Grundausrüstung. Gleichzeitig muss das Haus aber auch so gesichert werden, dass ggf. eindringendes Wasser möglichst wenig Schaden anrichtet. Daher gilt es wertvolle Gegenstände in die höheren Etagen zu bringen und Chemikalien so zu lagern, dass sie nicht ins Wasser gelangen können. Da durch die Wassermassen im Haus die Gefahr eines Stromschlags bestehen kann, sollten im Ernstfall auch alle Sicherungen im Haus herausgedreht werden.  

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