Internetwache im Saarland – die Polizeiwache im Internet

Gibt es eine Internetwache im Saarland?

Saarbrücken: Wird von hier aus bald eine Internetwache fürs Saarland operiert?

Saarbrücken: Wird von hier aus bald eine Internetwache fürs Saarland operiert?

Das Internet hat einige Bereiche des alltäglichen Lebens vereinfacht. Sie können dort virtuell um die halbe Welt reisen, einen Schulabschluss nachmachen und sogar einen Partner finden. Nur polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen, das ging lange nicht. In den vergangenen zehn Jahren haben allerdings immer mehr Bundesländer eine sogenannte Internetwache eingerichtet. Diese bieten, je nach Bundesland, unterschiedliche Dienste an.

Meist können hier online Anzeigen erstattet werden und Hinweise zu laufenden Ermittlungen gegeben werden. Die Internetwache wird dabei jedoch nicht von allen Seiten positiv aufgefasst. Viele befürchten durch das Angebot einer bequemeren und einfacheren Anzeigemöglichkeit das Risiko einer Arbeitsvermehrung und eines immensen Mehraufwands. Dies ist auch ein Grund dafür, dass es bisher keine Internetwache im Saarland gibt.

Aber ist denn geplant, eine Internetwache im Saarland einzurichten? Wurden Äußerungen von offizieller Seite gemacht? Wie könnte eine solche Wache aussehen und was wären die Risiken? Dieser Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Ist eine Internetwache im Saarland geplant?

Genau wie Nachzügler Rheinland-Pfalz will auch das Saarland im Jahr 2018 eine Onlinewache aufstellen. Diese Maßnahme ist bereits im Koalitionsvertrag der Landesregierung niedergeschrieben. Nach Aussage des Innenministeriums soll die Internetwache im Saarland spätestens Ende 2018 online gehen.

Bisher ist es im Saarland noch nicht möglich, Anzeige online zu erstatten. Wer auf der Website des Bundeskriminalamtes (BKA) die Übersicht der Onlinewachen der Landespolizeien aufruft und auf den Reiter für das Saarland klickt, landet auf einer Übersichtsseite mit den 19 Polizeiinspektionen im Saarland. Der Aufbau einer Internetwache im Saarland könnte dies ändern und bald neue Möglichkeiten des rechtlichen Vorgehens auftun.

Welche Möglichkeiten könnte die Internetwache im Saarland für Bürger bringen?

Anzeige per Klick: Kommt die Internetwache im Saarland?

Anzeige per Klick: Kommt die Internetwache im Saarland?

In Deutschland übernehmen Onlinewachen von Land zu Land zum Teil unterschiedliche Aufgaben. In Nordrhein-Westfahlen kann die Internetwache zum Erstatten von Anzeigen (wie z. B. wegen Sachbeschädigung) sowie für Hinweise bei Ermittlungen genutzt werden.

Hingegen können in Berlin noch weitere Funktionen übernommen werden, wie das Einreichen von Beschwerden und Fragen an die Polizei und das Anmelden von Versammlungen. Dadurch werden einige Aufgaben übernommen, die auch in der „analogen“ Polizeiwache anfallen. Wie die Aufgaben einer Internetwache im Saarland aussehen würden, ist noch nicht bekannt.

Behörden und Politiker schätzen das Potenzial der Internetwache. Sie hoffen, dass Arbeits- und Verwaltungsprozesse vereinfacht werden und mit weniger Aufwand mehr Anzeigen entgegengenommen werden können.

Gleichzeitig versprechen sich einige, dass Internetwachen durch Einfachheit und Verfügbarkeit die Hemmschwelle von Betroffenen senken und diese eher eine Anzeige erstatten. So könnten bisher verborgene oder auch aus Scham verschwiegene Verbrechen in Zukunft erhört werden. Aus diesem Grund können Sie Anzeigen auf einigen Onlinewachen bewusst anonym stellen.

Befürchtung von Missbrauch

Auf der Website der Internetwache in NRW finden Sie, noch bevor Sie eine Anzeige erstatten können, eine rechtliche Belehrung, die darauf hinweist, dass das Vortäuschen eine Straftat bzw. die Kundgabe falscher Angaben selbst strafbar sind. So soll verhindert werden, dass das System aufgrund seiner Einfachheit missbraucht wird.

In NRW ist seit der Einführung der Wache die Zahl der jährlichen Anzeigen stetig gestiegen. Dies ist grundsätzlich positiv, weckt aber bei einigen Verantwortungsträgern die Befürchtung, dass Anzeigen zu leichtfertig gestellt werden könnten. Hier sehen manche das Potenzial für eine unnötige Mehrbelastung der Polizei.

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