Blitzer beantragen – Das können Anwohner gegen Raser tun

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Können Anwohner selber einen Blitzer beantragen?

Lässt sich ein Blitzer direkt anfordern?

Lässt sich ein Blitzer direkt anfordern?

Wer sich im Straßenverkehr bewegt, hat sich an die geltenden Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu halten. Das erscheint eigentlich selbstverständlich. Bestimmte Verkehrsregeln werden jedoch gerne von einigen Verkehrsteilnehmern ignoriert, besonders dann, wenn niemand die Einhaltung dieser Regeln kontrolliert. Der Spitzenreiter ist dabei wahrscheinlich das Überschreiten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. So mancher Autofahrer meint, er könnte das Tempolimit nach eigenem Ermessen um ein paar Dutzend km/h nach oben korrigieren. Er hat es eben eilig.

Doch Geschwindigkeitsbegrenzungen bestehen nicht ohne Grund, sondern dienen der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer – auch der der rasenden Autofahrer. Trotzdem handeln viele nach dem Motto: „So lange es niemand beweisen kann, kann ich weiter gegen die Vorschriften verstoßen.“ Kaum bekommen sie jedoch Wind von einer nahenden Geschwindigkeitskontrolle, fahren sie plötzlich ganz brav. Denn sobald Bußgelder, Punkte in Flensburg oder gar ein Fahrverbot ins Spiel kommen, ist so mancher Verkehrssünder wie ausgewechselt und drosselt seine Geschwindigkeit.

Aber nicht überall wird geblitzt. Gerade in Wohngebieten müssen sich Anwohner häufig über Raser aufregen, die trotz 30er-Zone durch ihre Straße „brettern“. Vor allem Kinder, ältere Menschen und Haustiere werden dabei gefährdet. Sie als Anwohner müssen diese Verkehrsdelikte aber nicht schweigend hinnehmen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, ob und wie Sie einen Blitzer beantragen können.

Kann ich einen Antrag stellen, um einen Blitzer zu beantragen?

Bürger können für ihr Wohngebiet einen Blitzer nicht direkt beantragen.

Bürger können für ihr Wohngebiet einen Blitzer nicht direkt beantragen.

Raser in Wohngebieten gefährden Menschen und Haustiere, stellen eine Lärmbelästigung dar und reagieren obendrein meist sehr unhöflich, wenn sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden. Verständlicherweise möchten viele Anwohner diesen Einhalt gebieten und für ihre Straße einen stationären Blitzer beantragen.

Eine direkte Antragstellung bei einer Behörde, um eine Geschwindigkeitsmessung zu beantragen, ist jedoch nicht möglich. Es existiert kein Formular, mit dem Bürger einfach einen Blitzer bestellen könnten – weder einen stationären noch einen mobilen. Trotzdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich gegen die Verkehrssünder zu wehren, wenn sich schon kein Blitzer beantragen lässt.

Wichtig dabei ist vor allem, dass die Anwohner die richtigen Stellen auf die Situation aufmerksam machen und damit anstoßen, dass die Verantwortlichen von selbst eine Geschwindigkeitskontrolle in der betreffenden Straße beschließen. Im Folgenden erfahren Sie alles über die notwendigen Schritte.

Zeigen Sie Verkehrssünder bei der Polizei an

Als Allererstes müssen Sie nachweisen, dass in Ihrer Straße wirklich häufig Raser unterwegs sind, andernfalls wird niemand auf Ihre Beschwerde reagieren, wenn Sie versuchen, einen Blitzer zu beantragen. Dazu sollten Sie die Geschwindigkeitsüberschreitungen so sorgfältig wie möglich dokumentieren.

Das ist zugegebenermaßen mit einigem Aufwand verbunden, aber nur so können Sie belegen, dass ein Blitzer in Ihrer Straße notwendig ist. Einfacher wird es, wenn Sie sich die Unterstützung Ihrer Nachbarn holen.

Bemerken Sie ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit, notieren Sie sich Ort und Zeit des Geschwindigkeitsverstoßes sowie das Kennzeichen des Fahrzeugs. Auch Angaben zur Marke, zur Farbe und zum Modell des Autos sind hilfreich. Wenn Sie das Aussehen und womöglich sogar den Namen des Autofahrers kennen, sollten Sie auch diese Informationen unbedingt angeben.

Sie können zwar keinen Blitzer beantragen, aber Sie können die Raser bei der Polizei anzeigen.

Sie können zwar keinen Blitzer beantragen, aber Sie können die Raser bei der Polizei anzeigen.

Gehen Sie mit Ihren Beobachtungen zur Polizei und erstatten Sie privat Anzeige wegen überhöhter Geschwindigkeit. Dies können Sie auch telefonisch tun oder über Online-Portale, die in einigen Bundesländern angeboten werden. Die meisten Bürger glauben, dass solche Anzeigen nichts bringen, und tatsächlich bleiben viele davon folgenlos. Viele, aber nicht alle. Häufig sind die Informationen, die die Beamten erhalten, zu dürftig, um den Verkehrssünder zu ahnden. Eine sorgfältige Dokumentation der Geschwindigkeitsüberschreitung ist daher entscheidend.

Besonders, wenn der betreffende Raser schon andere Verkehrsdelikte auf dem Kerbholz hat oder sogar schon in den einen oder anderen Unfall verwickelt war, wird eine solche Anzeige verfolgt. Auch, wenn Sie angeben, dass der Autofahrer Ihre Straße regelmäßig durchfährt, können die Polizisten reagieren, indem sie während der Durchfahrtszeiten des betreffenden Fahrers einen mobilen Blitzer positionieren und den Geschwindigkeitsverstoß feststellen. Landet der Fall vor Gericht, müssen Sie sich darauf einstellen, als Zeuge geladen zu werden, um eine Aussage zu machen.

Erstatten Sie eine Anzeige schriftlich oder telefonisch, sollten sie unbedingt Ihre Adresse angeben. Anonyme Anzeigen wegen überhöhter Geschwindigkeit werden in der Regel nicht weiter verfolgt.

Informieren Sie die Verkehrswacht in Ihrer Stadt

Als nächstes sollten Sie der städtischen Verkehrswacht melden, dass es in Ihrer Straße gehäuft zu Geschwindigkeitsverstößen kommt und Sie glauben, dass dort ein Blitzer nötig ist. Beantragen können Sie allerdings auch hier nichts direkt.

Entscheidet die Verkehrswacht zu reagieren, führt sie zusammen mit der Polizei zeitlich befristete Geschwindigkeitskontrollen mit einem mobilen Blitzer durch. Wird dabei eine besonders hohe Anzahl an Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt, kann die Polizei entscheiden, einen stationären Blitzer in dieser Straße aufzustellen.

Die Deutsche Verkehrswacht ist ein Verein, der es sich zum Ziel gemacht hat, ein möglichst unfallfreies Agieren im Straßenverkehr zu ermöglichen. Sie können ihn telefonisch, per Post oder über das Internet kontaktieren.

Sammeln Sie Unterschriften, um einen Blitzer zu beantragen

Aber warum kann man eigentlich einen Blitzer nicht direkt beantragen? Der Grund besteht darin, dass die Polizei eine akute Gefährdung durch Überschreiten der erlaubten Geschwindigkeit nachweisen muss, ehe sie einen stationären Blitzer in einem Wohngebiet installieren kann. Doch niemand möchte erst darauf warten, dass ein Unfall passiert, ehe zur Tat geschritten wird.

Deswegen ist es sinnvoll, die Situation an die Öffentlichkeit zu bringen, damit diese Druck auf die verantwortlichen Instanzen macht. Dazu können Sie eine Bürgerinitiative gründen, um so viele Unterschriften wie möglich zu sammeln. Machen Sie dazu mit Flyern und Plakaten auf das Problem aufmerksam, sprechen Sie Passanten an stark frequentierten Orten an und bitten Sie sie um ihre Unterschrift.

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Stellen Sie einen Antrag auf einen verkehrsberuhigten Bereich

Sie können keinen Blitzer direkt beantragen, aber die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs.

Sie können keinen Blitzer direkt beantragen, aber die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs.

Wenn Sie Ihre Unterschriften beisammen haben, können Sie zwar immer noch keine Geschwindigkeitskontrolle beantragen, aber Ihnen steht ein aussichtsreicherer Weg offen: Der Antrag auf einen verkehrsberuhigten Bereich, umgangssprachlich auch als Spielstraße bekannt. Diesen können Sie beim zuständigen Straßenverkehrsamt einreichen.

Um Ihre Erfolgsaussichten zu erhöhen, sollten Sie in Ihrem Antrag folgende Angaben machen:

  • Wer steht hinter dem Antrag?
  • Wo soll der verkehrsberuhigte Bereich eingerichtet werden? (Geben Sie die Straße und evtl. die Hausnummern an.)
  • Warum soll dort ein verkehrsberuhigter Bereich eingerichtet werden? (Geben Sie hier so viele Gründe wie möglich an, z. B. ein fehlender Gehweg, das Vorhandensein von Schulen und Kindergärten, häufige Geschwindigkeitsüberschreitungen etc.)
  • Welche und wie viele Personen unterstützen den Antrag? Hier legen Sie Ihre Unterschriftenliste vor.

Hier können Sie nun Lösungsvorschläge angeben – und dabei auch einen Blitzer beantragen. Als Alternative kann aber z. B. auch der Bau von Bremsschwellen vorgeschlagen werden. Ob diese Vorschläge umgesetzt werden, liegt im Ermessen des Straßenverkehrsamts. Der Antragsteller hat darauf keinen weiteren Einfluss.

Schlagen Sie Ihre Straße für den Blitzmarathon vor

Eine andere Möglichkeit, um auf das Problem aufmerksam zu machen, ist die Teilnahme am Blitzmarathon. Dieser wird in vielen Bundesländern regelmäßig von der Polizei durchgeführt. Dabei führt sie an einem festgelegten Tag an tausenden von Brennpunkten in Deutschland verstärkte Geschwindigkeitsmessungen durch. Als Anwohner können Sie Ihre Straße als einen solchen Brennpunkt bei der Polizei angeben und einen Blitzer beantragen.

Holen Sie sich auch hier die Unterstützung der Bevölkerung: Je häufiger ein Brennpunkt bei der Polizei gemeldet wird, desto wahrscheinlicher ist, dass dort am Tag des Blitzmarathons gemessen wird.
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →
Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (55 Bewertungen, Durchschnitt: 4,56 von 5)
Loading...

5 Kommentare

  1. Tijana sagt:

    Guten Tag liebe Statd Köln,

    und zwar wollte ich fragen ob man einen Blitzer beantragen könnte. Wir wohnen in in Rath Heumar auf der Lützerathstraße wo die Geschwindigkeit mit zich Schildern 30 sein soll, was aber leider keiner einhält außer die Anwohner selber . Die Autofahrer fahren vor allem abends mit einer Geschwindigkeit von 80-120 ist was deutlich über der 30 Zone überschreitet . Alle Anwohner haben sich schon deswegen mehrmals beschwert woraufhin wir auch schon zahlreiche Unterschriften der Lützerathstraße gesammelt haben. Ich hoffe sie können mir weiter helfen um Gefahren dies bezüglich zu verringern oder gar ganz du verhindern. Hier leben auch viele Haustiere und Wildtiere die man mindest ein mal die Woche über fahren auf der Straße sieht und tot entsorgen muss .

    Mit freundlichen Grüßen
    Tijana

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Tijana,

      wir sind nicht die Stadt Köln. Wir bieten lediglich eine Ratgeberseite zum Verkehrsrecht an und stehen in keiner Verbindung zu Kommunen oder Behörden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Peter sagt:

    Hallo. Ich wohne seit 35 Jahren in einer Straße die schon lange in einer 30 Zone liegt. Sei dem Jan 2017 ist unsere Straße eine verkehrsberuhigte Zone. Nachweislich liegt die Durch-Schnittsgeschwindikeit bei weit über 30 Kmh. Hinweise an das Ordnungsamt, die Polizei, die Verkehrswacht sind bisher mit keinem Erfolg gekrönt. Es wird fleissig weiter gerast. Leider sind es vorwiegend die Anwohnmer. Spricht man sie an hört am Kommentare wie: fahre ich noch langsamer, fahre ich rückwärts.
    Das dollste allerdings ist, wird mal jemand erwischt, egal wie schnell, zahlt er maximal 15€. Wenn ich überlege das die Anwohner häufig mehrfach die Straße befahren, sehe ich darin einen gewissen Vorsatz. Interessieren tut das leider keinen.
    Ist die Verkehrsberuhigte Zone ein moderner Schildbürger Streich?
    Bin auf ihre Antwort gespannt.
    mfg
    Peter

  3. Nicole sagt:

    Hallo!

    Ich fahre sehr gerne auto und vertrete auch ganz klar die meinung, dass wenn man angst vor hohen geschwindigkeiten hat, man das auto fahren besser lassen sollte. Ständig wird über die raser gemeckert, was ist aber mit den schleichern die mit paar kmh rumzuckeln und sich wundern wenn danm jemand hinten reinknallt? Wie auf der autobahn die links-blockierer?? Was ist mot den denen? Oder den fahrradfahrern, die die unfälle nur so provozieren? Gegen die sollte man auch vorgehen!!! Man kauft sich ein auto um zügig vin a nach b zu kommen. Wer anderer meinung ist, soll sich auf ein dreirad setzen!

    • Manuel sagt:

      Nicole,
      Das ist Unsinn. Mit einem Auto zu schnell zu fahren stellt ein wesentlich höheres Unfallrisiko dar als zu langsam zu fahren. Die Fahrradfahrer werden zudem in der Regel nicht von PKWs oder LKWs überfahren die langsam und Rücksichtsvoll fahren.

Verfasse einen neuen Kommentar

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2018 des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.