Dürfen Blitzer im Auto eingesetzt werden, um Raser zu erwischen?

Von Clarissa, letzte Aktualisierung am: 20. August 2018

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Sogenannte „Blitzerautos“ sind keine Seltenheit

Ist es zulässig, einen Blitzer im Auto zu verstecken, um Verkehrssünder zu überführen?

Ist es zulässig, einen Blitzer im Auto zu verstecken, um Verkehrssünder zu überführen?

Lange vorbei sind die Zeiten, in denen Verkehrssünder lediglich stationäre Blitzer fürchten mussten. Aufgrund der Vielzahl und Variation an mobilen Messgeräten sind der Kreativität der Polizei in der heutigen Zeit quasi keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, Raser zu überführen und so die deutschen Straßen sicherer zu machen.

Großer Beliebtheit erfreut sich unter anderem das Konzept, Autofahrer mit einem Blitzer aus dem Auto heraus zu erwischen, indem dieses scheinbar abgestellt und verlassen am Straßenrand platziert wird. Aber auch „fahrende“ Blitzer kommen immer öfter zum Einsatz.

Die zuständigen Polizisten sind dabei in einem zivilen Kfz unterwegs, um Videoaufnahmen von Geschwindigkeitssündern anzufertigen. Wie eine solche Aktion vonstattengeht und ob es überhaupt erlaubt ist, Blitzer im Auto für solche Zwecke zu verwenden, erklären wir im folgenden Ratgeber.

Geschwindigkeitsmessung aus fahrendem Auto: Wie funktioniert das Ganze?

Polizeibeamte, die mit einem „Blitzerauto“ auf Tour sind, um deutsche Raser bei Geschwindigkeitsüberschreitungen zu ertappen, führen dabei eine sogenannte Geschwindigkeitsmessung durch Nachfahren durch. Dabei befindet sich der eigentliche Blitzer zwar im Auto, arbeitet allerdings ohne Blitz. Schließlich wird kein Foto vom jeweiligen Verstoß geschossen, sondern ein Video angefertigt.

Um dies bewerkstelligen zu können, muss zunächst ein spezielles Videonachfahrsystem bzw. der eigentliche Blitzer im Auto eingebaut werden. Dadurch wird eine Verbindung zu einem Videobild und dem Tachometer des Autos geschaffen. Fahren die Beamten mit diesem Fahrzeug hinter einem Verkehrssünder her, kann die Messung anhand des Tachos erfolgen.

Von besonderer Wichtigkeit ist dabei, dass „fahrender“ Blitzer und Messfahrzeug sich in einem konstanten und kurzen Abstand zueinander befinden. Die jeweilige Stecke sollte zudem möglichst gerade und ausreichend lang sein. Um ein zuverlässiges Messergebnis beim Blitzen zu erhalten, sollte der Tacho außerdem geeicht sein.
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Wurden Sie von einem Blitzer aus fahrendem Auto geblitzt? Hier muss ein Toleranzabzug von 5 km/h bzw. 5 Prozent erfolgen.

Wurden Sie von einem Blitzer aus fahrendem Auto geblitzt? Hier muss ein Toleranzabzug von 5 km/h bzw. 5 Prozent erfolgen.

Vermuten Sie Fehler bei der Messung, weil der Blitzer im Auto beispielsweise nicht entsprechend der Vorschriften eingesetzt wurde, sollten Sie einen Anwalt für Verkehrsrecht konsultieren. Dieser kann Sie professionell beraten und bei einem Einspruch gegen den Bußgeldbescheid unterstützen.

Übrigens: Normalerweise muss stets ein Wert von 3 km/h bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h und 3 Prozent bei über 100 km/h abgezogen werden. Beim Einsatz von einem Blitzer im Auto sind es jedoch 5 km/h bzw. 5 Prozent.

Ohne diesen Toleranzabzug kann das Ergebnis der Messung verfälscht sein und sie könnten mit dieser Argumentation bei einem Einspruch gegen den Bescheid durchaus erfolgreich sein.

Von einem Blitzer aus parkendem Auto erwischt?

Es ist wohl für die meisten Kraftfahrer schon unerfreulich genug, überhaupt aufgrund einer Überschreitung der erlaubten Geschwindigkeit geblitzt zu werden. Befand sich der jeweilige Blitzer zudem noch im Auto, da die zuständigen Polizeibeamten den damit verbundenen Überraschungseffekt nutzen wollten, schwingt das unerfreuliche Gefühl schnell in Ärger um. In Deutschland ist es jedoch nicht vorgeschrieben, die Messgeräte so am Straßenrand zu platzieren, dass sie von jedem Autofahrer wahrgenommen werden können.

Es ist daher nicht verboten, einen Blitzer im Auto zu verstecken, um auf diese Weise Raser zu überführen. Selbst wenn Sie sich als Autofahrer ungerecht behandelt fühlen, weil Sie von einem Blitzer im Auto überrascht wurden: Hätten Sie sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit gehalten, wäre dies gar nicht erst passiert.
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1 Kommentar

  1. Udo sagt:

    Betreff: Bußgeld

    Ich wurde in einer 30-iger Zone von einem parkenden KFZ geblitzt.Vom offensichtlichen Ordnungsamt,weil nur eine Person
    in einem unauffälligen Klein-PKW drin saß,die mir 39Kmh auf Nachfrage nannte.
    Inzwischen habe ich mein Fahrverhalten nachträglich versucht zu rekonstruieren.Dabei erinnerte ich mich,dass ich die 30-ger
    Verkehrsschilder nicht gravierend aufgenommen habe.Als ich dann nocheinmal zur besagten Stelle hinfuhr,stellte ich fest,
    dass von 3 Schildern 2 Stck sehr, sehr verblasst waren,rückseitig war eine 88 deutlich zu lesen. 1 Schild war noch rot
    nach ISO 3864-4 + sicherlich RAL 3001 zu definieren in der höhe des Blitzes,aber auch noch keine eindeutige Erkenntnis ob alt oder neu.Es ist davon auszugehen,alle dort stehenden Schilder sind veraltet und gehören in die Schrottpresse.
    Weil: Eine weitere Recherche ergab,das Bundesministerium für Verkehr (Ramsauer)hat ab 1.9.2009 neue Schilder erlassen.
    In der deutschen Handwerkerzeitung mit Ausgabe vom 18.08.2015 steht zitiert:abgelaufene Verkehrsschilder zählen
    nicht mehr und lt. StVO müssen abgelaufene Schilder im Strassenverkehr nicht beachtet werden,da diese keine
    Gültigkeit mehr besitzen.Das 30iger Schild ist darunter!

    Abschluss: Ich denke dabei an die vielen Verkehrsteilnehmer,die seit diesem neuen Erlass oder zumindest bis rückwirkend
    eine Verjährung greift,bislang in dieser räuberischen Art durch die öffentliche Hand zur Kasse gebeten wurden.

    Als Kommentar würde ich gern einen Rücklauf erwarten,der aussagekräftig sich gegen Behördenschluderei durchsetzt.
    Man sieht auch hier,das Angestelltentum der Behörde ist auf neue Erlasse nicht eingestellt/ausgebildet.

    Verfasser wie oben namentlich angegeben.

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