Unfall: In Polen ist für die Regulierung einiges zu beachten

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 1. Juli 2020

Nach einem Unfall ist das richtige Verhalten besonders wichtig

Bei einem Unfall in Polen gelten bestimmte Verhaltensregeln.
Bei einem Unfall in Polen gelten bestimmte Verhaltensregeln.

Es passiert oft schneller als erwartet. Ein kleiner Fehler, eine Unaufmerksamkeit – und der Unfall ist geschehen. Das ist ohnehin ärgerlich und nervenaufreibend. Aber wenn es dann auch noch im Urlaub geschieht, stellt das schon ziemlich besondere Umstände dar. Wer im Ausland in einen Unfall verwickelt ist, steht dann oft vor der Frage, welche Verhaltensweisen in einem solchen Fall angebracht bzw. vorgeschrieben sind. Das kann natürlich auch der Fall sein, wenn Urlauber einen Unfall in Polen haben.

Was nach einem PKW- oder Motorradunfall in Polen bezüglich des Verhaltens wichtig ist, wann die Polizei tätig wird und welche Informationen für die Schadensregulierung unbedingt vorhanden sein sollten, erläutert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Unfall in Polen

Gibt es nach einem Unfall in Polen bestimmte Verhaltensregeln?

Ja, wie in Deutschland müssen Autofahrer nach einem Unfall im Ausland zunächst die Unfallstelle absichern und Erste Hilfe leisten. Das ist auch in Polen so. Erst danach kann der Datenaustausch stattfinden bzw. die Unfallaufnahme erfolgen.

Über welche Notrufnummern sind in Polen Polizei und Rettungskräfte erreichbar?

In Polen gilt die einheitliche europäische Notrufnummer 112. Darüber hinaus gilt für die Polizei die 997 und für die Rettungskräfte die 999.

Nach welchem Recht erfolgt die Schadensregulierung in Polen?

Da der Unfall in Polen stattfand, gilt für die Regulierung polnisches Recht. Das betrifft auch etwaige Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche. Was für die Regulierung wichtig ist, erfahren Sie hier.

Unfall in Polen: Was nun zu tun ist, unterscheidet sich kaum von deutschen Regeln

Ob PKW- oder Busunfall, in Polen ist bei Personenschäden immer die Polizei zu rufen.
Ob PKW- oder Busunfall: In Polen ist bei Personenschäden immer die Polizei zu rufen.

Die grundsätzlichen Verhaltensweisen nach einem Unfall in Polen unterscheiden sich nicht von denen in Deutschland. Auch in Polen stehen zunächst die Absicherung der Unfallstelle sowie, falls nötig, die Versorgung der Verletzten im Vordergrund. Sofern das nicht bereits geschehen ist, müssen Fahrer nach einem Unfall sofort anhalten und die Warnblinker einschalten. Beim Verlassen des Fahrzeugs ist die Warnweste anzulegen.

Die Unfallstelle an sich wird auch in Polen durch ein Warndreieck abgesichert. Wenn möglich, sollten sich alle Beteiligten, die nicht mit der Absicherung oder Erster Hilfe beschäftigt sind, am Straßenrand bzw. hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Polizei und Rettungskräfte sind immer zu verständigen, wenn Personen verletzt sind.

Nach einem Unfall sind in Polen daher folgende Rufnummern wichtig:

  • Polizei 997
  • Rettungskräfte 999
  • Europäische Notrufnummer 112

Verlassen beteiligte Fahrer den Unfallort, ohne Hilfe zu leisten oder ohne eine Meldung an die Polizei zu machen, handelt es sich auch in Polen um eine Unfallflucht. Dies ist eine Straftat, welche mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet wird. Egal ob es sich um einen PKW- oder LKW-Unfall handelt, in Polen sollten Urlauber am besten immer die Polizei verständigen. Das gilt insbesondere auch dann, wenn sich der Unfallgegner weigert, die Daten auszutauschen.

Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass die Polizei unter Umständen vor Ort über die Schuldfrage entscheidet. Das kann dann durchaus ein sofortiges Bußgeld bedeuten. Wollen Betroffene gegen das Bußgeld gerichtlich vorgehen, ist eine Frist von sieben Tagen zu beachten. Im Zweifelsfall sollten Betroffene einen Anwalt für Verkehrsrecht kontaktieren, der in Polen mit den Vorgängen vertraut ist.

Unfall in Polen: Für die Regulierung wichtige Informationen

Bei einem Unfall in Polen sollte der Datenaustausch immer erst nach der Absicherung erfolgen.
Bei einem Unfall in Polen sollte der Datenaustausch immer erst nach der Absicherung erfolgen.

Sind die Verletzten versorgt bzw. gab es keine Personenschäden, sollte der Datenaustausch erfolgen. Hierbei ist es wichtig, dass alle Beteiligten die wichtigsten Informationen voneinander mitteilen. Neben den Namen und Anschriften gehören zu diesen Informationen auch die Kennzeichen der beteiligten Fahrzeuge, Versicherungsinformationen sowie die Versicherungsnummern.

Im Rahmen einer einfacheren Abwicklung sollte nach einem Unfall in Polen für die Schadensregulierung ein europäischer Unfallbericht ausgefüllt werden. Die Variante für das jeweilige Urlaubsland ist mehrsprachig verfasst, sodass alle Informationen in der Regel eingetragen werden können. Zum Bericht gehören dann auch Fotos der Unfallstelle und der Schäden sowie eine Beschreibung des Unfallhergangs. Wenn möglich, sollten Beteiligte auch die Daten von Zeugen festhalten.

In Polen ist das Mitführen der Grünen Versicherungskarte zwar keine Pflicht, kann aber bei der Regulierung von Schäden durchaus behilflich sein. Wichtig ist, dass die Abwicklung nach polnischem Recht geschieht und dies dann entsprechend auch Auswirkungen auf etwaigen Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüche haben kann.

Eine Meldung an die eigene Versicherung sollten Urlauber darüber hinaus auch nicht vergessen, besonders dann nicht, wenn mit Ansprüchen des Unfallgegners zu rechnen ist.

Wie läuft die Schadensregulierung nach einem Unfall in Polen ab?

Wie überall in der Europäischen Union haben Geschädigte auch nach einem Unfall in Polen die Möglichkeit, Schäden vor Ort oder über einen Regulierungsbeauftragten abzuwickeln. In Polen müssen sie sich mit der Versicherung vor Ort auseinandersetzen. Lassen sie die Angelegenheit über einen Beauftragten laufen, kümmert dieser sich um alles Wichtige. Welcher Regulierungsbeauftragte zuständig ist, erfahren Betroffene über den Zentralruf der Autoversicherer. Dieser ist unter den folgenden Telefonnummern zu erreichen:

  • Aus Deutschland: 0800 2 50 26 00
  • Aus dem Ausland: +49 403 00 33 03 00
Nach einem Unfall in Polen kann die Regulierung vor Ort oder über einen Regulierungsbeauftragten erfolgen.
Nach einem Unfall in Polen kann die Regulierung vor Ort oder über einen Regulierungsbeauftragten erfolgen.

In Bezug auf die Haftung bei einem Unfall ist in Polen einiges etwas anders geregelt als in Deutschland. Hier gilt die Halterhaftung, es sei denn, dem Fahrer kann die Schuld am Unfall nachgewiesen werden. In diesem Fall haftet der Fahrer, auch wenn er nicht der Halter des Fahrzeugs ist.

Gibt es Probleme bei der Schadensregulierung und wird ein Anwalt hinzugezogen, müssen Betroffene die Anwaltskosten für den außergerichtlichen Bereich selbst tragen. Eine Erstattung dieser Kosten gibt es in Polen nicht.

Da der Unfall in Polen geschah, gilt wie erwähnt das polnische Recht auch bei Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen. Bei Sachschäden lassen sich beispielsweise Reparatur- und Mietwagenkosten geltend machen. Aber auch die Wertminderung oder den Nutzungsausfall können Geschädigte nach einem Unfall in Polen eventuell einfordern.

Im Rahmen einer Schmerzensgeldforderung sind insbesondere auch Behandlungskosten oder Verdienstausfälle mögliche Forderungen. Die Ansprüche verjähren drei Jahre nach dem Unfallgeschehen. Liegt eine Straftat vor, kann die Verjährungsfrist auch bis zu 20 Jahre betragen.

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