Unfall in Österreich: Die Schadensregulierung geschieht nach nationalem Recht

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 11. April 2020

Das richtige Vorgehen: Bei einem Autounfall in Österreich ist das immer wichtig

Urlauber sollten wissen, wie sie sich in Österreich nach einem Verkehrsunfall verhalten müssen.
Urlauber sollten wissen, wie sie sich in Österreich nach einem Verkehrsunfall verhalten müssen.

Fehler im Straßenverkehr passieren überall, auch im Urlaub. Oft tragen die Witterungsbedingungen dazu bei, dass Situationen beim Fahren unübersichtlich oder schwer einzuschätzen sind. Verkehrsunfälle sind in Österreich daher ebenso wahrscheinlich wie in Deutschland. Wichtig ist dann zu wissen, wie Sie richtig verhalten und was in Bezug auf die Schadensregulierung zu beachten ist. Welches Recht greift nach einem Unfall in Österreich und gelten andere Verhaltensvorschriften als in Deutschland?

Der nachfolgende Ratgeber erläutert, welche Vorgehensweise in Österreich nach einem Unfall angebracht ist, wann die Polizei zu rufen ist und was es mit der sogenannten Blaulichtsteuer auf sich hat.

FAQ: Unfall in Österreich

Gelten in nach einem Unfall in Österreich andere Verhaltensvorschriften?

Nein, grundsätzlich gelten bei einem Unfall im Ausland die gleichen Vorschriften wie in Deutschland. Beim Verlassen des Wagens ist eine Warnweste zu tragen, die Unfallstelle ist abzusichern und danach sind Verletzte zu versorgen. Der Datenaustausch bzw. das Erstellen eines Unfallberichtes sollte immer der letzte Schritt sein.

In welchen Fällen ist in Österreich die Polizei zu verständigen?

Die Polizei in Österreich st immer bei Personenschäden zu rufen. Das muss unabhängig von der Schwere der Verletzung geschehen. Auch der Verdacht einer Verletzung verpflichtet bereits zur Meldung des Unfalls. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Nach welchem Recht wird der Schaden reguliert?

Ein Unfall, der in Österreich geschieht, wird nach österreichischem Recht reguliert. Das kann vor Ort geschehen oder durch einen Regulierungsbeauftragen. Was dafür wichtig ist, können Sie hier nachlesen.

Absicherung, Erste Hilfe, Aufnahme der Daten: Welcher Ablauf gilt in Österreich?

Bei einem Unfall gelten in Österreich die gleichen Regeln wie in Deutschland.
Bei einem Unfall gelten in Österreich die gleichen Regeln wie in Deutschland.

Umdenken müssen Urlauber beim Thema „Unfall“ in Österreich eigentlich nicht, denn grundsätzlich gelten die gleichen Verhaltensregeln wie in Deutschland. Wichtig ist zunächst, dass Unfallbeteiligte beim Verlasen des Fahrzeugs eine Warnweste anlegen. Vorgeschrieben ist zwar nur eine für den Fahrer, allerdings empfehlen die Behörden sowie die Autoclubs für jeden Insassen eine Weste mitzuführen. Es besteht übrigens nicht nur eine Trage-, sondern auch eine Mitführpflicht.

Als zweiter Schritt sollte dann die Absicherung der Unfallstelle erfolgen. Neben dem Einschalten der Warnblinkanlage gehört hierzu auch das Aufstellen des Warndreiecks. Die Insassen des Fahrzeugs sollten sich am Straßenrand bzw. hinter der Leitplanke oder innerorts einige Meter entfernt in Sicherheit bringen.

Hat ein Unfall in Österreich Verletzte zu Folge, steht nach dem Absichern die Versorgung dieser an erster Stelle. Erste Hilfe bzw. das Verständigen der Rettungskräfte sowie der Polizei sollten in einem solchen Fall ohnehin selbstverständlich sein. Auch in Österreich besteht eine Verpflichtung zu helfen, was Urlauber beachten sollten. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um einem PKW- oder Motorradunfall handelt. In Österreich sind die Rettungskräfte und die Polizei unter folgenden Nummern zu erreichen:

  • 112
  • 133 (Polizei)

Wann ist die Polizei zu verständigen?

Österreich: Nach einem Unfall mit Personenschaden oder Tieren ist die Polizei zu rufen.
Österreich: Nach einem Unfall mit Personenschaden oder Tieren ist die Polizei zu rufen.

Es gilt grundsätzlich, dass bei Personenschäden nach einem Unfall in Österreich immer die Polizei sowie die Rettungskräfte zu verständigen sind. Hier ist es zunächst ohne Bedeutung, wie schwer die Verletzungen eigentlich sind, denn auch kleinste Prellungen oder Schürfwunden sind zu melden. Gemäß den gesetzlichen Vorschriften müssen Unfallbeteiligte, die der Meldepflicht bei einem Unfall in Österreich nicht nachkommen, mit einem Bußgeld zwischen 36 Euro und 2.180 Euro rechnen.

Anders sieht das aus, wenn es sich nur um Blechschäden handelt. Hier kommt es darauf, wie schwer diese sind. Kleinere Schäden nimmt die Polizei üblicherweise nicht auf. Das ist nur dann der Fall, wenn sich die Unfallbeteiligten nicht einig sind, oder wenn ein Datenaustausch verweigert wird. Gleiches gilt bei einer Unfallflucht.

Bei einem Wildunfall beispielsweise ist es zudem oft notwendig, der Versicherung eine polizeiliche Bestätigung vorzuweisen. Daher ist das Verständigen der Polizei in diesem Fall ebenfalls ratsam. Darüber hinaus übernehmen die Beamten dann in der Regel auch die Meldung an den zuständigen Jäger oder Tierarzt.

Wichtig zu wissen ist, dass bei Unfällen, bei denen nur ein Datenaustausch nötig und auch möglich gewesen wäre, eine sogenannte Blaulichtsteuer anfällt. Rufen Unfallbeteiligte bei solchen Sachschäden die Polizei, müssen sie eine Pauschale von 36 Euro zahlen.

Datenaustausch für die Regulierung: Welche Informationen gehören dazu?

Nach der Absicherung der Unfallstelle und der Versorgung der Verletzten, sollten die Unfallbeteiligten ihre Daten austauschen. Ein Unfallbericht ist in Österreich für die Schadensregulierung ebenso wichtig wie Deutschland. Üblicherweise sollten Beteiligte immer folgende Informationen austauschen:

  • Namen der Unfallbeteiligten bzw. auch vom Halter
  • Anschriften der Fahrer und Halter
  • Kennzeichen der Fahrzeuge
  • Informationen zu den jeweiligen Versicherungen
  • Versicherungsnummer
  • Informationen zu eventuellen Zeugen
Regulierung nach einem Unfall in Österreich: Ob Autobahn oder Landstraße spielt keine Rolle. Sie geschieht nach österreichischem Recht.
Regulierung nach einem Unfall in Österreich: Ob Autobahn oder Landstraße spielt keine Rolle. Sie geschieht nach österreichischem Recht.

Darüber hinaus sollte der Unfallbericht auch eine genaue Schilderung des Unfallhergangs sowie Fotos von der Unfallstelle und den Schäden enthalten. Fand der Unfall in Österreich mit einem Ausländer statt, ist es ratsam, den Europäischen Unfallbericht zu verwenden. Dieser ist in der Regel in mehrsprachigen Ausführungen vorhanden und kann die Verständigung erleichtern. Gleiches gilt für die Grüne Versicherungskarte, welche auch zur einfacheren Schadensabwicklung beitragen kann. Das Mitführen der Karte ist allerdings nicht mehr vorgeschrieben.

Nicht vergessen sollten deutschen Urlauber, den Schaden zeitnah ihrer Versicherung zu melden. Das sollte in jedem Fall geschehen, wenn eventuell Ansprüche des Unfallgegners zu erwarten sind.

Schadensregulierung nach einem Unfall in Österreich

Da der Unfall sich in Österreich ereignet hat, geschieht die Schadensregulierung verständlicherweise nach österreichischem Recht. Deutsche Unfallbeteiligte haben die Möglichkeit, die Regulierung vor Ort mit der österreichischen Versicherung des Unfallgegners abzuwickeln. Des Weiteren ist jedoch auch eine Regulierung von Deutschland aus möglich. Wenden sich deutsche Urlauber an einen Regulierungsbeauftragen in Deutschland, übernimmt dieser die Abwicklung. Die Bearbeitung der Regulierung muss in beiden Fällen spätestens drei Monate nach der Meldung des Unfalls erfolgen.

Welcher Beauftragte zuständig ist, erfahren Betroffene über den Zentralruf der Autoversicherer unter 0800 2 50 26 00 (aus Deutschland) bzw. unter +49 403 00 33 03 00 (aus dem Ausland).

Auch eventuelle Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüche nach einem Unfall in Österreich werden nach dem österreichischen Recht entschieden. Hier sollten deutsche Fahrer jedoch darauf achten, dass die Verjährung solcher Ansprüche in Österreich in der Regel nach drei Jahren einsetzt.

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