Unfall in Norwegen: Wovon hängt die Schadensregulierung ab?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 22. Juli 2020

Richtiges Verhalten verhindert Probleme

Nach einen Unfall gelten in Norwegen die gleichen Verhaltensvorschriften wie in Deutschland.
Nach einen Unfall gelten in Norwegen die gleichen Verhaltensvorschriften wie in Deutschland.

Mit seinen Fjorden und endlos erscheinenden Küstenstraßen bietet Norwegen eine Kulisse, die sich gut als Hintergrund für einen Road Trip eignet. Mit dem Auto, im Wohnmobil oder auf dem Motorrad lässt sich Norwegen sehr gut erkunden. Dabei sollten Fahrer sich von den Eindrücken nicht zu sehr ablenken lassen. Einen Unfall im Ausland möchte niemand gerne erleben. Passiert es dann doch, ist die richtige Verhaltensweise durchaus wichtig. Doch was sollten Urlauber bei einem Unfall in Norwegen unbedingt beachten?

Welche Vorgehensweise in Norwegen nach einem Unfall wichtig ist, was Sie in Bezug auf die Schadensregulierung wissen sollten und wann Sie die Polizei verständigen müssen, erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

FAQ: Unfall in Norwegen

Gelten in Norwegen anderen Verhaltensregeln nach einem Unfall?

Nein, auch in Norwegen stehen die Absicherung und Erste Hilfe an erster Stelle. Danach erfolgen die Verständigung der Polizei und die Aufnahme des Unfalls sowie der Austausch der Daten.

Welche Notrufnummern sind in Norwegen wichtig?

Um nach einem Unfall die Polizei zu rufen, können Sie die 112 wählen. Die Rettungsdienste sind auch unter der 113 erreichbar.

Welches Recht gilt bei der Regulierung des Schadens?

Nach einem Unfall in Norwegen gilt das dortige Recht. Das trifft auf die Schadensregulierung und auch auf Schadensersatzansprüche zu.

Mit einem Unfall ist immer zu rechnen

Das richtige Verhalten bei einem Unfall in Norwegen sollte bereist Thema bei der Urlaubsplanung sein.
Das richtige Verhalten bei einem Unfall in Norwegen sollte bereits Thema bei der Urlaubsplanung sein.

Ein Unfall an sich ist in der Regel eine Ausnahmesituation. Hier richtig zu reagieren und zu handeln, kann schwer fallen, wenn das nötige Wissen nicht vorhanden ist. Das trifft auch zu, wenn Verkehrsteilnehmer an einem PKW- oder LKW-Unfall in Norwegen beteiligt sind. Wissen Beteiligte nicht, was zu tun ist, kann das später Probleme bei der Schadensregulierung verursachen oder im schlimmsten Fall auch die Gesundheit oder Leben gefährden.

Um gut vorbereitet zu sein, sollte das Thema Unfall schon bei der Reiseplanung eine Rolle spielen. Stellen Sie am besten sicher, dass Sie einen Europäischen Unfallbericht dabei haben. Dieser ist üblicherweise in verschiedenen mehrsprachigen Versionen verfügbar und kann die Aufnahme eines Unfalls sehr vereinfachen. Packen Sie die Version ein, die für das Reiseland passt.

Auch wenn Norwegen kein Mitglied der Europäischen Union ist, gelten in vielen Situationen dennoch die Vorschriften der EU. So ist das Mitführen der Grünen Versicherungskarte in Norwegen keine Pflicht. Allerdings empfehlen die Automobilclubs diese dennoch dabei zu haben, da auf dieser alle wichtigen Versicherungsinformationen vorhanden sind. Das kann die Kommunikation nach einem Unfall in Norwegen ebenfalls sehr vereinfachen.

Nach dem Unfall ist vor der Regulierung

Nach einem Unfall in Norwegen sind die Rettungsdienst über die 112 erreichbar.
Nach einem Unfall in Norwegen sind die Rettungsdienst über die 112 erreichbar.

Nach einem Unfall sind in Norwegen grundsätzlich die gleichen Vorgaben zum Verhalten gültig wie in Deutschland. Halten Sie sofort an und stellen Sie das Fahrzeug falls möglich sicher ab. Verlassen Sie das Auto außerorts oder auf der Autobahn, müssen Sie eine Warnweste anlegen. Fahrer von in Norwegen zugelassenen Fahrzeugen, also auch in Mietwagen und auf Motorrädern, müssen die Weste verpflichtend mitführen. Allerdings wird empfohlen, dass auch alle ausländischen Auto- und Motorradfahrer Warnwesten dabei haben.

Sichern Sie die Unfallstelle durch das Einschalten der Warnblinkanlage und das Aufstellen des Warndreiecks ab. Weitere Insassen sollten sich immer einige Meter entfernt bzw. hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Gab es bei einem Unfall in Norwegen Verletzte, steht die Erste Hilfe im Vordergrund. Keine Hilfe zu leisten oder sich vom Unfallort unerlaubt zu entfernen, gilt auch in Norwegen als Straftat.

Sind die Verletzten versorgt, müssen Sie die Polizei und die Rettungsdienste verständigen. Das ist in Norwegen unter den folgenden Notrufnummern möglich:

  • Polizei 112
  • Rettungsdienst 113

Wichtig ist, dass bei kleineren Sachschäden, die Polizei in der Regel nicht kommt. Sind sich Unfallbeteiligte allerdings uneinig, wird die Herausgabe der Daten verweigert, liegt eine Unfallflucht vor oder handelt es sich um erhebliche Sachschäden, sieht das anders aus. In diesen genannten Fällen ist ebenfalls die Polizei zu rufen.

Welche Daten sind nach einem Unfall in Norwegen wichtig?

Unfall: In Norwegen erfolgt die Unfallaufnahme nach der Absicherung und der Ersten Hilfe.
Unfall: In Norwegen erfolgt die Unfallaufnahme nach der Absicherung und der Ersten Hilfe.

Nach der Versorgung der Verletzen bzw. nach der Absicherung sollten die wichtigsten Informationen ausgetauscht werden. Hier ist dann die erwähnte Grüne Versicherungskarte von Vorteil. Notieren Sie sich auf jeden Fall das Kennzeichen des Unfallgegners sowie dessen Namen, Anschrift und Versicherungsinformationen. Im Gegenzug übergeben Sie Ihre entsprechenden Daten ebenfalls.

Um den Unfallhergang festzuhalten, sollten Sie neben dem Ausfüllen des Europäischen Unfallberichts auch Fotos vom Ort und den Schäden machen. Eine Unfallskizze kann bei der späteren Regulierung ebenfalls von Vorteil sein. Wird der Unfall durch die Polizei aufgenommen, sollte Ihnen ein polizeilicher Unfallbericht ausgehändigt werden. Wichtig ist, dass Sie den Unfallort nicht verlassen, bevor die Unfallaufnahme abgeschlossen ist.

Schadensregulierung: Norwegisches Recht gilt

Wie in der Europäischen Union haben Unfallbeteiligte zwei Möglichkeiten, Schäden regulieren zu lassen. Zum einen können Sie sich direkt an die norwegische Versicherung wenden und dort Ihre Ansprüche anmelden. Zum anderen besteht die Option, sich an einen Regulierungsbeauftragten in Deutschland zu wenden. Dieser übernimmt die Abwicklung für den Geschädigten.

Norwegen: Nach einem Unfall gilt norwegisches Recht bei der Schadensregulierung.
Norwegen: Nach einem Unfall gilt norwegisches Recht bei der Schadensregulierung.

Welcher Beauftragte der norwegischen Versicherung zuständig ist, erfahren Sie über den Zentralruf der Autoversicherer unter 0800 2 50 26 00 aus Deutschland oder unter +49 403 00 33 03 00 aus dem Ausland.

Für die Regulierung und die Schadensansprüche an sich gilt, dass norwegisches Recht zu beachten ist. Der Unfall fand in Norwegen statt, daher gelten die dortigen Vorschriften. Sollte es zu Problemen bei der Durchsetzung von Ansprüchen oder der Schadensregulierung kommen, ist es ratsam, einen Anwalt zu konsultieren. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass die Kosten größtenteils vom Geschädigten selbst zu tragen sind. Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre.

Folgende Kosten können Sie eventuell in Rahmen der Schadensersatzansprüche nach einem Unfall in Norwegen geltend machen:

  • Reparaturkosten bei Vorlage der Rechnung
  • Zeitwert bei Totalschaden, Nachweis durch ein Sachverständigengutachten
  • Kosten für das Abschleppen
  • Mietwagenkosten, wenn dieser zur Ausübung des Berufs notwendig ist
  • Kosten für notwendige Übernachtungen/Verpflegung nach einem Unfall
  • Kosten für Gutachter
  • Bei Neuwagen eventuell die Wertminderung
  • Heilungskosten
  • Verdienstausfall
  • Schmerzensgeld

Allerdings gibt es auch Posten, die nach einem Unfall in Norwegen nicht erstattet werden bzw. nicht als Schadensersatz gelten. Dazu gehört unter anderem eine Entschädigung für den entgangenen Urlaub oder für den Nutzungsausfall. Ein Angehörigenschmerzensgeld ist in der Regel auch nicht vorgesehen.

Beachten sollten Sie zudem, dass Klagen in Bezug auf den Schadensersatz sich nur gegen die norwegische Versicherung richten und nicht gegen den Halter oder Fahrer.

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