Menü

Kommt die Kennzeichenpflicht für Fahrräder in Berlin?

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 20. Oktober 2020

Wird in Berlin bald eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder eingeführt?
Wird in Berlin bald eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder eingeführt?

Tagtäglich quälen sich hunderttausende Menschen durch den Berliner Verkehr und das immer öfter auch mit dem Fahrrad. Doch nicht jeder Radfahrer nimmt es mit den Verkehrsregeln allzu genau und meist lassen sich Verstöße nur schwer verfolgen. Die Berliner Polizeipräsidentin schlägt deshalb die Einführung einer Kennzeichenpflicht für Fahrräder vor. Aber ist ein solcher Vorschlag wirklich zielführend oder lenkt er nur vom eigentlichen Problem ab?

Berliner Polizei: „Kennzeichnungspflicht für Fahrräder ist Überlegung wert”

Sofern ein Radfahrer nicht direkt auf frischer Tat ertappt wird, wie er die Verkehrsregeln missachtet, kommt er in den meisten Fällen ungeschoren davon. Rotlichtverstöße, unerlaubtes Fahren auf dem Gehweg oder Missachtungen der Vorfahrt bleiben somit oft ungeahndet. Dabei können auch Fahrradfahrer durch falsches Verhalten eine erhebliche Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer darstellen, insbesondere für Fußgänger.

Aus diesem Grund ziehe die Berliner Polizei eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder in Erwägung, wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik gestern der Berliner Morgenpost mitteilte:

Mit Blick auf die Beschwerden, die uns von Fußgängern übersandt werden, wäre eine Kennzeichnungspflicht auch für Radfahrer diese Überlegungen zumindest wert.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Einführung verpflichtender Fahrradkennzeichen in Deutschland diskutiert wird, allerdings gab es bislang kaum ernsthafte Bestrebungen, diese Vorschläge in die Tat umzusetzen.

Halten Sie eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder für sinnvoll?

Kennzeichnungspflicht für Fahrräder: Sinnvoll oder nicht?

Macht eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder wirklich Sinn?
Macht eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder wirklich Sinn?

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sehen in einer Kennzeichenpflicht für Fahrräder wenig Sinn. Zum einen wäre der Verwaltungsaufwand unverhältnismäßig hoch, zumal die Berliner Zulassungsstellen schon Probleme haben, die Kfz-Zulassungen zeitnah zu bearbeiten. Zum anderen beweist die bereits existierende Kennzeichenpflicht für Kraftfahrzeuge, dass ein Nummernschild einen Fahrer nicht automatisch davon abhält, gegen die Verkehrsregeln zu verstoßen.

Vielmehr müssten bessere Infrastrukturen für den Radverkehr geschaffen werden, um die Fahrradfahrer weniger zu falschen Verhalten zu verleiten. Gerade das Befahren von Gehwegen resultiert häufig daraus, dass keine sicheren Fahrradwege vorhanden sind oder diese verbotenerweise von Kraftfahrzeugen zugeparkt werden.

Nicht zuletzt bemüht sich die Stadt Berlin seit einigen Jahren verstärkt, mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen, um die Straßen zu entlasten und die Schadstoffemissionen zu verringern. Neue bürokratische Hürden, wie z. B. eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder einzuführen, wären für dieses Ziel eher kontraproduktiv.

Obwohl die Berliner Polizeipräsidentin durchaus auch Unterstützung für ihren Vorschlag erhält, wie z. B. durch die Berliner CDU-Fraktion, ist es somit eher unwahrscheinlich, dass eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder in naher Zukunft Realität wird.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (55 Bewertungen, Durchschnitt: 4,33 von 5)
Kommt die Kennzeichenpflicht für Fahrräder in Berlin?
Loading...

Das könnte Sie auch interessieren:
3 Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

  1. Sören R sagt:

    Ich halte die Kennzeichenpflicht für Fahrräder für sehr sinnvoll weil das Fahrrad genau so ein Fahrzeug ist wie jedes andere auch dass am Strassenverkehr teil nimmt.
    Es geht auch nicht darum alle Fahrradfahrer zu bestrafen,aber es werden immer mehr die sich nicht an die Verkehrsregeln halten und damit sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer gefährden(egal ob Autofahrer oder Fussgänger oder andere Fahrradfahrer)(Zum Autofahrer: auch ein Fahrradfahrer kann einen Autofahrer gefährden wenn er diesen mit seinem Fehlverhalten zu einer Vollbremsung zwingt oder zu einem Ausweichmanöver und damit
    einen Unfall auslöst bei den es auch zu Personenschäden kommen kann: sowohl der Fahrradfahrer als auch die KFZ Insassen).
    Es wird immer mehr Freiraum für das Fahrrad geschaffen(Radschnellwege,Fahrradstrassen usw.) das ist richtig ABER!!!!!! Es ist auch nicht der richtige
    Weg immer dem KFZ Verkehr härtere Regeln zu geben (Radfahrer überholen Innerorts und Außerorts usw.) und das Fahrrad immer zu loben.
    Wenn ein Verkehrsmittel(Das Fahrrad) immer mehr Rechte bekommt,muss es auch Pflichten bekommen!
    Die häufigen Aussagen: Das ist ein viel zu hoher Verwaltungsaufwand und ein Bürokratie-Monster sind längst überholt und altmodisch.
    Mit der heutigen Digitalisierung ist die Datenerfassung der Kennzeichen um ein vielfaches einfacher geworden.
    Es sollte auch ein Rahmen erstellt werden,damit nicht gleich jedes Kinderrad ein Kennzeichen haben muss oder die alte Krücke die seit Jahren
    im Schuppen steht.
    Vorschlag für den gesetzlichen Rahmen: 1 Fahrräder die aktiv am Strassenverkehr teil nehmen sollen müssen ein lesbares Kennzeichen haben
    2: Das Kennzeichen muss lesbar am Schutzblech oder am Gepäckträger montiert sein(oder am Rahmen oder an der Sattelstange wenn Schutzblech und Gepäckträger nicht vorhanden sind: Rennrad,MTB)
    3: Kinder bis zum 10 Lebensjahr sind von der Kennzeichenpflicht befreit
    4: Kinderräder(Laufräder)Einräder,Tretfahzeuge für Kinder(Kettcar) die keine Fahrräder im Sinne der STVZO sind sind von der Kennzeichenpflicht befreit
    5: Fahrradanhänger müssen ein Widerholungskennzeichen des ziehenden Fahrrades haben(wie beim Mofa mit Anhänger)
    Für die Umsetzung sollte es eine Frist von ca 2 Jahren geben

    Ich bin selbst auch Fahrradfahrer und ein Kennzeichen an meinem Rad würde mich nicht stören,aber es wird zu aggressiv im Fahrradverkehr
    und nur mehr Kontrollen durch die Polizei bringen nichts mehr,und das Fahrrad wird immer attraktiver als Verkehrsmittel und ist längst über seinen Nutzen als reines Freizeitfahrzeug hinausgewachsen.

  2. David sagt:

    Täglich erlebe ich Radfahrende im Stadtverkehr. Mutwillig oder aus Unwissenheit werden durch sie immer häufiger sinnvolle Verkehrsregeln missachtet. Auch nimmt in diesem Zusammenhang die Gewaltbereitschaft gegen Fußgänger und Autos, bzw. Autofahrer leider auch zu. Durch dieses Regelmissachtungen gefärden die nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch sich selbst. Die zunehmende Zahl der akkubetriebenen, erheblich schnelleren Räder verschärft die Problematik zudem noch. Die politisch erwünschte Zunahme des Radverkehrs erfordert aber auch mehr Sicherheitsmaßnahmen. Die Pflicht einer Fahrerlaubnis durch Nachweisprüfung der Verkehrsteilnahmebefähigung ist nötig. Der Öffentliche Nahverkehr ist unter normalen Umständen während der Stoßzeiten schon jetzt überfordert, hat nicht genug Kapazitäten und Verkehrswege um die Bevölkerung transportieren zu können. Würden alle Autofahrenden den Aufforderungen mancher politischer Parteien nachkommen und die Öffis nutzen wollen, wäre es nicht möglich. Auch wäre es nicht allen Verkehrsteilnehmern möglich alle erwünschten Entfernungen mit dem Rad zu überwinden. Im Winter und bei schlechtem Wetter ist diese Option noch fragwürdiger. Es muss also auch weiterhin den Autoverkehr geben, der sicherlich auf die eine oder andere Weise besser als bisher organisiert werden könnte. Aber wenn sie Verwaltungen so viele KFZ zulassen müssen die Regierenden auch für die Schaffung von genug Parkraum Sorge tragen tragen. Radwegebau auf Kosten des schon jetzt zu knappen Parkraumes ist der falsche Weg auch aus umweltpolitischer Sicht. Es gibt dadurch mehr unnötigen Verkehr durch lange Parkplatzsuche, die durch höhere Bußgelder noch zunehmen wird. Zudem sind gleiche Rechte für alle weiter eingeschränkt. Wer mehr finanzielle Mittel hat, kann sich weiterhin eher dem Risiko aussetzen beim Verstoß gegen Halte- und Parkverbote erwischt zu werden. Zumindest in der Hinsicht sind die geplanten Bußverschärfungen ungerecht und “Augenwischerei”, können die Verkehrsprobleme nicht ansatzweise lösen.

  3. Bernhard M sagt:

    Nummernschilder für Räder sind überfälling. In den Berliner Innenbezirken gibt es keine Verkehrsordung mehr. Radfahrer/innen die ich darauf anspreche doch bitte nicht von Links bei Rot über die Ampel zu fahren wenn ich auf die Radler achte die von Rechts kommen, haben nur (entfernt von der Redaktion) und ähnliche Worte übrig. Ersten sollten alle Radler über die Verkehrsregelln aufgeklärt werden und zweitens haben die meisten Berliner es satt von Radler terrorisiert zu werden. Durch ein Nummernschild ist auch der Raddiebstahl wesentlich schwieriger. Wie soll sich ein besonnener Verkehrsteilnehmer verhalten sich beleidigen lassen ohne den anderen belangen zu können. Sollen wir Selbstjustiz begehen und die Läute vom Rad holen? Radler wollen nur Rechte und keine Pflichten was soll das? Berlin hat mit Rot Rot Grün total versagt. Es ist ein Wunder das es so wenig verkehrstote Radler gibt, wenn der Vergleich mit den diversen Verkehrsvergehen sieht. Die Tatsache das ein Radfahrer in Berlin wohl die gefärlichste Sache ist wird total ingnoriert. Würden Autofahrer, Motorradfahrer auf Ihr Verkehrsrecht bestehen würde es dieverse Unfälle geben.
    Zum spaß habe ich mit Freunden mal gezählt wie viele Ragdfahrer an einer Ampel bei Rot fahren wir hatten nach 30 Minuten 174 Rotfahrer.

Verfassen Sie einen neuen Kommentar


Nach oben
Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2021 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.