Die MPU im Ausland machen: Geht das?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung: Keine Chance im Ausland

Es ist nicht sinnvoll, eine MPU im Ausland zu machen.

Es ist nicht sinnvoll, eine MPU im Ausland zu machen.

Viele Verkehrssünder scheuen sich davor, eine angeordnete MPU zu absolvieren. Anbieter aus dem Internet preisen oftmals vollmundig einfache und preisgünstige Alternativen an, um den Führerschein zurück zu bekommen. Dazu gehört unter anderem das Angebot, eine MPU im Ausland zu machen.

Wie viele andere Vorschläge zur Umgehung der MPU, scheitert auch dieser Ansatz in nahezu allen Fällen.

Zwar muss innerhalb der Europäischen Union (EU) eine Richtlinie zur gegenseitigen Anerkennung von Führerscheinen befolgt werden – diese weitet sich aber nicht auf die MPU aus.

Dieser Ratgeber erklärt, weshalb sich das Unterfangen „MPU im Ausland“ nicht lohnt und welche rechtliche Grundlagen dieser Aussage zugrunde liegen.

Eine ausländische MPU in Deutschland anerkennen lassen: Stolpersteine

Deutschland ist in Europa nicht das einzige Land, in welchem eine MPU angeordnet werden kann, um den Führerschein zurück zu bekommen. Allerdings gelten hierzulande festgelegte Bestimmungen rund um die MPU.

Werden diese Bedingungen nicht eingehalten, muss die MPU nicht anerkannt werden:

  • Die Führerscheinbehörde bestimmt, welche Qualifikationen der begutachtende Arzt vorweise muss – dies kann beispielsweise ein Facharztitel für Rechtsmedizin sein
  • Die Bestimmungen gemäß der deutschen MPU-Laborrichtlinien aus 2010 müssen ebenfalls eingehalten werden.

Kaum eine MPU aus dem Ausland – etwa aus Tschechien oder aus Polen – genügt diesen Anforderungen und wird daher nicht anerkannt.

Eine Rechtsprechung zur Anerkennung einer MPU aus dem Ausland gibt es allerdings noch nicht. Dennoch ist zu erwarten, dass eine solche Untersuchung abgelehnt wird – auch wenn sie im europäischen Ausland erfolgte.

MPU und Führerschein im Ausland machen: Der EU-Führerschein

Absolvieren Sie eine MPU im Ausland, wird diese in Deutschland selten anerkannt.

Absolvieren Sie eine MPU im Ausland, wird diese in Deutschland selten anerkannt.

Aufgrund der gegenseitigen Anerkennung der Führerscheine innerhalb der EU versuchen viele Verkehrssünder, die MPU durch einen Führerschein aus dem Ausland zu umgehen.

Allerdings locken auch hier viele unseriöse Angebote zur Umgehung der MPU, welche im Endeffekt zu einem Geldverlust der Betroffenen führen. Erhalten Sie den EU-Führerschein nämlich innerhalb der Sperrfrist, ist er in Deutschland nicht gültig.

Fahren Sie mit einem solchen Führerschein, können Sie wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis belangt werden. Für diese Straftat droht gemäß StGB eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr oder ein entsprechend hohes Strafgeld.

Auch wenn Sie den Führerschein erst nach Ablauf der Sperrfrist erlangen, muss der Wohnsitz des Verkehrssünders zum Zeitpunkt des Führerscheinerwerbs im entsprechenden Land – etwa Polen oder Tschechien – gemeldet sein.

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) bestätigt, dass deutsche Behörden auch nachträglich überprüfen können, ob die Bestimmungen für den Führerschein erfüllt sind.

Stellt sich heraus, dass die Fahrerlaubnis aus dem Ausland nicht rechtmäßig erworben wurde, wird sie entzogen. Die Anordnung zur MPU besteht in diesem Falle nach wie vor.

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