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Der Traktorführerschein: In der Landwirtschaft unentbehrlich

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 3. November 2022

Der Führerschein Klasse T

Der Traktorführerschein erlaubt das Steuern eines Traktors
Der Traktorführerschein erlaubt das Steuern eines Traktors

Den Traktorführerschein können Jugendliche bereits im Alter von 16 Jahren machen. Der Führerschein der Klasse T wird in der Regel für land- und forstwirtschaftliche Fahrten benötigt. Diese Fahrerlaubnis unterliegt allerdings auch einigen Beschränkungen, welche die erlaubten Fahrzeuge, auf bestimmte eingrenzen. Neben dem Mindestalter und dem Verwendungszweck der Fahrzeuge ist so auch eine maximale Höchstgeschwindigkeit festgelegt.

Über Voraussetzungen für den Führerschein für einen Traktor informieren wir Sie im folgenden Artikel. Doch zunächst beantworten wir Ihnen die Frage, unter welchen Umständen es möglich ist, einen Traktor ohne Führerschein zu fahren.

FAQ: Traktorführerschein

Welches Mindestalter gilt für den T-Führerschein?

Dieses hängt von der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Traktors ab. Liegt diese bei maximal 40 km/h ist der Erwerb der Führerscheinklasse T ab 16 Jahren möglich. Mindestens 18 Jahre alt müssen die Fahrer von Treckern sein, die mit mehr als 40 und maximal 60 km/h unterwegs sind.

Welche Klassen sind beim Traktorführerschein eingeschlossen?

Absolvieren Sie die Führerscheinprüfung der Klasse T, erhalten Sie gleichzeitig auch die Klassen AM und L eingetragen.

Wann erhalte ich den Traktorführerschein bei der Umschreibung?

Besitzer der alten Führerscheinklasse 3 erhalten beim Umtausch des Führerscheins die Klasse T in der Regel nur, wenn Sie eine Tätigkeit in der Land- oder Forstwirtschaft ausüben.

Traktor ohne Führerschein fahren?

Ohne Klasse-T-Führerschein zu fahren, ist meist nur auf Privatgrund möglich.
Ohne Klasse-T-Führerschein zu fahren, ist meist nur auf Privatgrund möglich.

Im Regelfall ist es nicht erlaubt, einen handelsüblichen Traktor ohne Führerschein zu fahren. Jedoch gibt es wenige Ausnahmen, aufgrund derer es erlaubt ist, einen Traktor auch ohne Traktorführerschein zu fahren. Auf Privatgrundstücken, auf denen kein öffentlicher Verkehr stattfindet, darf ein Traktor auch dann gesteuert werden, wenn der Fahrer gar keinen Führerschein besitzt und über keine dahingehende Ausbildung verfügt. Jedoch ist hier eine Erlaubnis des Grundstückeigentümers notwendig.

Zudem gehören Traktoren laut Verkehrsrecht zu den wenigen Fahrzeugtypen (zu denen auch selbstfahrende Zugmaschinen zählen), die auch ohne Führerschein und besondere Ausbildung gesteuert werden dürfen – jedenfalls wenn Sie aufgrund ihrer Bauart nur eine geringe Höchstgeschwindigkeit fahren können.

Laut Fahrerlaubnisverordnung (§ 4 Abs. 1 ) benötigt man für “Zugmaschinen, die nach ihrer Bauart für die Verwendung für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke bestimmt sind (…) mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 6 km/h” keinen Führerschein.

Fällt ein Traktor in diese Kategorie, darf er also auch ohne Führerschein gefahren werden. Der Fahrer muss aber mindestens 15 Jahre alt sein.  Zu bedenken ist jedoch, dass die wenigsten Traktoren über eine Höchstgeschwindigkeit von nur 6 km/h verfügen. Nach aktuellen Gerichtsentscheidungen ist es auch nicht mehr zulässig, einen Traktoren so umzubauen, dass er nur noch diese Geschwindigkeit fahren kann. Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass ein Traktor ohne Führerschein in den allermeisten Fällen nicht gefahren werden darf.

Erlaubte Fahrzeugklassen mit dem Traktorführerschein

Somit ist es doch angebracht, eine Fahrerlaubnis aus der Fahrerlaubnisklasse T zu erwerben. In der Ausbildung erlernt man die notwendigen Regeln zur Straßenbenutzung, und ist so in der Lage, den Traktoren auf großen Straßen und in gefährlichen Situationen ohne Unfälle zu steuern. Während das Fahren eines Traktors auf einem großflächigen Privatgrundstück kaum Gefahren birgt, sieht dies auf öffentlichen Straßen schon wieder ganz anders aus; hier kann sogar eine Geschwindigkeit von 6 km/h böse Folgen haben. Wer also regelmäßig einen handelsüblichen Traktoren fahren will, kommt nicht um den Führerschein T herum.

Mit einem Traktorführerschein können Sie folgende Fahrzeugtypen fahren:

  • Zugmaschinen, die aufgrund ihrer Bauart eine Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 60 km/h erreichen können
  • Selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Futtermischwagen – diese dürfen jedoch, bedingt durch ihre Bauart, keine höhere Geschwindigkeit als 40 km/h erreichen
  • Außerdem müssen Sie für Landwirtschaft oder Forstwirtschaft konstruiert sein und dürfen auch nur zu diesem Zweck benutzt werden
  • Anhänger dürfen angekoppelt werden
Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs dürfen nur jene Fahrzeuge der Klasse T gefahren werden, welche die Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h nicht erreichen! Erst mit dem 18. Geburtstag entfällt diese Einschränkung.

Traktorführerschein mit 15?

Sondergenehmigung für den Traktorführerschein: Ab 15 ist das in Ausnahmen möglich.
Sondergenehmigung für den Traktorführerschein: Ab 15 ist das in Ausnahmen möglich.

Die Frage, ob man den Traktorführerschein mit 14 oder 15 Jahren bereits machen kann, kann dahingehend beantwortet werden, dass es mit einer Sondergenehmigung zwar möglich ist – diese wird jedoch kaum erteilt.

Wenn die Eltern eines Führerscheinanwärters einen landwirtschaftlichen Betrieb haben und beispielsweise aufgrund einer Krankheit nicht mehr in der Lage sind, ohne Hilfe die anfallende Arbeit zu bewältigen, für die der Besitz eines Traktorführerscheins notwendig wäre, dann kann man auch mit 15 bei der zuständigen Führerscheinstelle einen Antrag auf eine Sondergenehmigung stellen. Doch nur in Ausnahmen wird dieser bewilligt.

Es ist möglich, dass eine MPU verlangt wird, bevor die Sondergenehmigung ausgestellt wird; die MPU muss der Antragssteller selbst bezahlen. Zumindest mit der Ausbildung kann man aber schon vor dem Erreichen des Mindestalters beginnen (etwa ein halbes Jahr vorher). Die praktische Prüfung darf jedoch frühestens einen Monat vor dem 16. Geburtstag gemacht werden.

Voraussetzungen für den Erwerb des Führerscheins der Klasse T

Um einen Traktorführerschein zu erwerben, muss der Antragsteller ein Mindestalter von 16 Jahren aufweisen, sofern er nicht aufgrund einer Sondergenehmigung schon mit 15 die Erlaubnis für die Anmeldung in der Fahrschule erhalten hat. Weitere Voraussetzungen müssen nicht erfüllt werden. So ist der Vorbesitz eines anderen Führerscheins nicht notwendig. Möglicherweise verlangt die Fahrschule einen Sehtest.

Ein Führerschein der Klasse T ist unbefristet gültig; er muss nie erneuert werden. In den Traktorenführerschein der Klasse T ist der Führerschein AM und L eingeschlossen.

T-Führerschein: Kosten und Lerninhalte

Die Kosten für den T-Führerschein variieren
Die Kosten für den T-Führerschein variieren

Die Kosten für die Fahrschule variieren. Zudem hängen die Kosten für den T-Führerschein auch von der Anzahl der benötigten Fahrstunden ab, weswegen nur eine Fahrschule im Vorfeld eine angemessene Prognose erstellen kann. Vorgeschrieben für den Führerschein der Klasse T sind 24 Theoriestunden, die die Grundlagen behandeln, woran sich 12 Stunden anschließen, in dem das Wissen ausgebaut wird. Wer bereist einen Führerschein besitzt, der benötigt weniger Stunden für die Grundlagen.

Zum theoretischen Teil kommen die praktischen Fahrstunden – deren Anzahl ist abhängig von den Fortschritten und Wünschen des Auszubildenden.

Zu den Kosten für die einzelnen Stunden kommt schließlich auch noch die Gebühr für die Prüfung. Für den Erwerb des Traktorführerscheins ist sowohl eine praktische als auch eine theoretische Prüfung notwendig. Ein Traktorführerschein kostet inklusive der Prüfung insgesamt etwa 1000 Euro. Starke Abweichungen sind aber möglich.

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182 Kommentare

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  1. bussgeldkatalog.org sagt:

    Hallo Lothar,

    der Fahrer muss mindestens 18 Jahre alt sein. Kann der Trecker nicht schneller als 32 km/h fahren, genügt die Führerscheinklasse L, sonst ist die Klasse T vonnöten.

  2. sigmund sagt:

    darf ich mit den T führerschein ein utv oder ein jondere gator fahren oder Dinky-UTV-150cc wen nicht welchen führerschein benötige ich dan ?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Sigmund,

      mit einem T-Schein können Sie Quads bis 45 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit und einem Hubraum von maximal 50ccm fahren.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Heinrich sagt:

    Folgendes:
    Mein ältester Sohn hat B,C;E, also er darf ja fast alles fahren.
    Mein jüngster Sohn hat gerade T bestanden. Gibt es jetzt Fahrzeuge die er fahren darf und mein ältester Sohn nicht ?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Heinrich,

      wenn Ihr ältester Sohn den CE-Führerschein hat, sind die Klassen B, BE, C1 und C1E sowie T eingeschlossen. Der B-Führerschein berechtigt zudem zum Führen der Klassen AM und L. Der T-Führerschein schließt dagegen nur die Führerscheine L und AM ein. Um Ihre Frage zu beantworten: Nein, Ihr ältester Sohn darf alles fahren, was Ihr jüngerer Sohn auch fahren darf.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Leon B. sagt:

    Hallo mein Opa fällt Bäume im Dorf hat aber keine Forstwirtschaft ich habe den t schein ein gartenbau unternehmen fällt die Bäume wenn ich mir jetzt einen trecker ausleihen und sage ich fahre das Holz für das gartenbau unternehmen weg darf ich fahren und wie kann man das möglich .achten zu fahren

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Leon,

      wenn Sie den Führerschein der Klasse T besitzen und das 18. Lebensjahr vollendet haben, dürfen Sie unter anderem Zugmaschinen führen, die aufgrund ihrer Bauart eine Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 60 km/h erreichen können. Ist dies gegeben, sollte nichts dagegen sprechen, einen Traktor auszuleihen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Marco sagt:

    Ich mache gerade den Führerschein Klasse B, danach den Führerschein Klasse T. Muss ich trotzdem noch den Führerschein Klasse BE machen (Fahren mit Anhängern), obwohl bei T das Ankuppeln von Anhängern enthalten ist?

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Marco,

      ja das ist notwendig. Im T-Führerschein ist der BE nicht enthalten.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

      • Johannes sagt:

        Ich will nach den Weihnachtsferien anfangen mit dem Führerschein Klasse T und bin 15 Jahre und wir haben keinen Betrieb aber ein Freund von mir hat einen Bestien darf ich trotzdem den Führerschein Klasse T machen oder brauche ich Sondergenehmigung

      • Moritz sagt:

        Was macht das denn für einen sinn’ wenn ich bereits 2 Jahre mit einem 30 Tonne gespann fahre, dass ich dann für einen Autoanhänger der um ein vielfaches kleiner ist noch einen extra führerschein machen muss! Meiner Meinung nach Geldmacherei

        • Offi sagt:

          Es gibt so einiges was meiner Meinung nach Geldmacherei ist. Z.B. muss man ja auch den T nur machen, um 20 km/h schneller fahren zu dürfen! Der L is ja im B auch schon mit drinne. Und ganz ehrlich, wer solche Maschinen fährt hat in der Regel auch schon vorher Erfahrungen mit solchen Maschinen gesammelt und kommt auch mit 60 km/h klar, während ich so einigen anderen PKW-Fahrern nicht mal zutrauen würde nen 40er auch nur zum Vorwärtsfahren zu überreden.

  6. Holger sagt:

    Unser 16-jähriger Sohn macht zur Zeit den Führerschein Klasse T und möchte nächstes Jahr eine Ausbildung zum Landwirt beginnen. Soeben hat mir der zuständige Ansprechpartner unserer Kreisverwaltung für den Fachbereich “Fahrerlaubniswesen” hierzu telefonisch folgendes mitgeteilt:

    Es gibt die Möglichkeit einer Ausnahmegenehmigung, damit darf ein unter 18-jähriger mit Klasse T auch Fahrzeuge fahren, die eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h haben.

    Voraussetzungen hierfür sind:

    1. Antrag der Erziehungsberechtigten auf Ausnahme von der 40 km/h Regelung (von beiden Erziehungsberechtigten unterschrieben) und dazu eine Kopie des Ausbildungsvertrages.

    2. Der Jugendliche muss dann eine Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) machen, um seine Eignung zu dokumentieren.

    3. Wenn die MPU bestanden wird steht einer Ausnahmegenehmigung nichts im Wege.

    4. Es muss ein Magnetschild “40 km/h” am Fahrzeug angebracht werden, das vorhandene Schild ist dabei zu überdecken.

    5. Es darf nicht schneller als 40 km/h gefahren werden. (Laut unserem Fahrlehrer wäre das dann “Fahren ohne Fahrerlaubnis” und das wird mit Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten oder Bußgeld bis 180 Tagessätzen geahndet)

    Ob diese Regelung auf einzelne Kreisverwaltungen oder Bundesland (hier: Rheinland-Pfalz) beschränkt ist, weiß ich allerding nicht.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Holger,

      grundsätzlich ist das möglich. Es handelt sich hierbei aber um eine Einzelfallentscheidung.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

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