Was tun, wenn die Betriebserlaubnis verloren ging?

ABE verloren? Diese Möglichkeiten gibt es

Es macht in der Regel keinen Unterschied, ob vom Auto, dem Roller oder dem Mofa die Betriebserlaubnis verloren ging.

Es macht in der Regel keinen Unterschied, ob vom Auto, dem Roller oder dem Mofa die Betriebserlaubnis verloren ging.

Die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) wird benötigt, um zu bestätigen, dass ein Kraftfahrzeug oder bestimmte Teile des Fahrzeugs den nationalen Vorschriften entsprechen und dieses daher im öffentlichen Verkehr geführt werden darf. Es gelten zwar unterschiedliche weitere Bedingungen für zulassungspflichtige oder zulassungsfreie Fahrzeuge, allerdings stellt die Betriebserlaubnis in beiden Fällen einen wichtigen Faktor im Straßenverkehr dar.

Sie wird in der Regel vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilt und ist ausschließlich in Deutschland gültig. § 19 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) besagt außerdem, dass weder Fahrzeuge noch Anhänger am deutschen Straßenverkehr teilnehmen dürfen, wenn keine Betriebserlaubnis vorliegt.

Haben Sie Ihre Betriebserlaubnis verloren und sind dementsprechend ohne Papiere unterwegs, kann sich dies schnell zu einem teuren Spaß entwickeln. Das Fahren ohne Betriebserlaubnis wird mit einem Bußgeld von 50 Euro sanktioniert. Um dem aus dem Weg zu gehen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, welche in diesem Ratgeber erläutert werden.

Betriebserlaubnis verloren – was jetzt?

Wenn Sie Ihre Betriebserlaubnis verloren haben, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, wie Sie sich einen Ersatz besorgen können. Für welche Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen selbst überlassen. Was Sie jedoch in jedem Fall benötigen, ist eine sogenannte „Unbedenklichkeitsbescheinigung“. Diese bestätigt, dass das Fahrzeug wirklich Ihnen gehört und nicht gestohlen wurde.

Um eine solche Unbedenklichkeitsbescheinigung zu erlangen, brauchen Sie selbst ebenfalls ein Dokument, welches Ihre Aussage belegt. Dies kann beispielsweise der Kaufvertrag des Fahrzeugs sein. Ihre Beweise können Sie entweder bei der Polizei oder der zuständigen Zulassungsbehörde vorlegen. In manchen Fällen wird hier eine Gebühr fällig. Handelt es sich um Fahrzeugteile, wie z. B. Alufelgen, und die ABE ging verloren, können Sie einen Kaufbeleg bei der Polizei vorlegen und erhalten im Anschluss eine Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Gerade bei Veränderungen an Auspuff, Federn oder Felgen: Ist die ABE verloren gegangen, muss schnell Ersatz her.

Gerade bei Veränderungen an Auspuff, Federn oder Felgen: Ist die ABE verloren gegangen, muss schnell Ersatz her.

Danach haben Sie folgende Möglichkeiten:

  1. Haben Sie die Betriebserlaubnis verloren, können Sie sich ein Ersatzdokument direkt beim Hersteller besorgen. Dies kann entweder per Telefon oder teilweise auch schon online abgewickelt werden. Nachdem Sie Angaben zu Fahrgestellnummer sowie Modell abgegeben haben, wird Ihnen eine neue Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug ausgestellt. Einige Hersteller stellen auf ihrer Internetpräsenz ein Formular zum Download zur Verfügung, welches Sie ausfüllen und im Anschluss direkt an den Hersteller senden müssen, um an Ersatz zu kommen.
  2. Die zweite Möglichkeit besteht darin, sich an den TÜV zu wenden, nachdem die Betriebserlaubnis verloren ging. Normalerweise ist diese Vorgehensweise jedoch nur gängig, wenn der Hersteller nicht mehr existiert. Der TÜV muss Ihr KFZ einem Rundum-Check unterziehen und alle Daten mit dem momentanen Zustand und der Beschaffenheit des Fahrzeugs vergleichen. Erst wenn alle Angaben übereinstimmen, wird eine neue Betriebserlaubnis erteilt. Vorher sollten Sie das betroffene KFZ besser stehen lassen, um keine Strafe zu riskieren.

Welche Kosten sind möglich, wenn die Betriebserlaubnis verloren ging?

Wenn Sie beispielsweise Ihre Betriebserlaubnis für das Mofa verloren haben und direkt beim Hersteller einen Ersatz bekommen können, spiegelt sich dies in der Regel auch in den Kosten wieder. Da im Gegensatz zum TÜV keine Überprüfung des Fahrzeugs stattfinden muss, bleiben auch die Kosten eher im Rahmen.

Es kann nicht genau gesagt werden, welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie die ABE für Ihr Mofa, Ihren Anhänger, Ihr Leichtkraftrad oder die ABE für Ihre Felgen verloren haben. Es macht jedoch in der Regel keinen Unterschied, um welche Fahrzeugteile es sich handelt. Allgemein sind Kosten zwischen 10 und 50 Euro möglich.

Es ist dementsprechend kein Weltuntergang, wenn Sie Ihre Betriebserlaubnis verloren haben. Wichtig ist lediglich, dass Sie sich schnellstmöglich um Ersatz bemühen, damit Sie mit Ihrem KFZ nicht ohne Papiere unterwegs sind.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (39 Bewertungen, Durchschnitt: 4,51 von 5)
Loading...

10 Kommentare

  1. Sebastian sagt:

    Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung hat nichts mit dem Eigentum zu tun. Sie besagt lediglich dass die ABE nicht wegen technischer Mängel eingezogen wurde. Anderenfalls wäre die Erteilung einer ABE für ein altes Moped aus z.B. einer Erbschaft, bei der in der Regel Kaufbelege nicht mehr existent sind, überhaupt nicht möglich. Das Eigentumsrecht in Deutschland regelt das BGB, nicht die FZV oder StVZO. Eine ABE ist auch kein Eigentumsnachweis, ebensowenig wie ein KFZ-Brief ein Eigentumsnachweis ist. Die Kosten für die Erlangung einer neuen ABE sind auch deutlich höher. Die Hersteller lassen sich diesen Service mit gut 70,-EUR (zzgl. Kosten für die Unbedenklichkeitsbescheinigung) bezahlen. Existiert der Hersteller nicht mehr werden es beim TÜV aktuell knapp 110,-EUR (zzgl. der Kosten bei der Zulassungsstelle).

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Sebastian,

      bei der von uns gemeinten Unbedenklichkeitsbescheinigung handelt es sich um einen Auszug aus dem ZFZR (Zentralen Fahrzeugregister). Dort kann geprüft werden, auf wen ein Fahrzeug zugelassen wurde.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

      • Sebastian sagt:

        Hallo Redaktion,

        letztlich ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung auch nichts anderes als ein Auszug aus dem zentralen Fahrzeugregister. Das ist mir bekannt.
        Wir sprechen aber hier über zulassungsfreie Fahrzeuge. Es versteht sich von selbst das für ein zulassungsfreies Fahrzeug überhaupt nicht geprüft werden kann auf wen es zugelassen war. Eben genau deshalb weil es nie zugelassen war. Bei Zulassungsfreien Fahrzeugen gibt es keine Halterdaten, somit können diese auch nirgends erfasst werden.
        Und selbst wenn: Eine letzte Haltereintragung berührt nicht im geringsten das Eigentumsrecht. Das Eigentumsrecht spielt eine Rolle bei Fahrzeugen mit einer Zulassungsbescheinigung (KFZ-Brief) weil dies so im Zulassungsrecht verankert ist. Aber es versteht sich ebenso von selbst dass das Zulassungsrecht nicht auf zulassungsfreie Fahrzeuge angewendet werden kann.

        • bussgeldkatalog.org sagt:

          Hallo Sebastian,

          wir beziehen uns weder im Text noch im Kommentar auf zulassungsfreie Fahrzeuge.

          Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Herbert sagt:

    Was sebastian sagt ist nicht ganz richtig. Sehrwohl ist es möglich durch die Polizei bei einer verkehrskontrolle festzustellen auf welchem Namen ein Zulassungsfreies kleinkraftrad Regitriert ist. Alle Versicherungen die Versicherungskennzeichen für Kleinkrafträder herusgeben müssen die Daten an die Zulassung weitergeben. Das macht auch Sinn. Wenn ein Rollerfahrer einer Verkehrsunfall erzeugt und sich vom Unfallort entfernt bekommt er kurze Zeit später Besuch von der Polizei. Das auch am Wochenende wenn Versicherungen geschlossen haben.

  3. Jan sagt:

    Ist eine Übereinstimmungsbescheinigung, auch COC (Certificate of Conformity) genannt, bei zulassungsfreie Fahrzeuge (z.B. EG-Fahrzeugklasse L1e) zur Vorlage bei einer Kontrolle geeignet bzw. mit der ABE gleichwertig?

  4. Jan sagt:

    Ist bei zulassungsfreie Fahrzeuge (z.B. Kleinkrafträder der Kategorie L1e) eine EG-Übereinstimmungsbescheinigung (COC) zur Vorlage bei einer Kontrolle ausreichend bzw. einer ABE gleichwertig?

  5. Jan sagt:

    …habe die Antwort gefunden.

    https://www.bussgeldkatalog.org/abe-betriebserlaubnis/

    Als Betriebserlaubnis kann beim Moped und anderen zulassungsfreien Fahrzeugen dienen:

    die EG-Übereinstimmungsbescheinigung, auch als „Certificate of Conformity“ (COC) bekannt (EU-Betriebserlaubnis)
    die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE)
    von einer befugten Prüfstelle ausgestelltes Gutachten, das eine Einzelgenehmigung ermöglicht gemäß EG-Fahrzeuggenehmigungsverordnung)
    Erlaubnis zum Betrieb für Einzelfahrzeuge gemäß der Bestimmungen von § 21 StVZO

  6. Heiko M. sagt:

    Ich möchte eine Zweitschrift meiner Rollerpapiere machen lassen. Anruf beim KBA Amt…machen wir nicht und Unbedenklichkeitsbescheinigung gibt es nicht mehr. Polizei macht auch keine. Bei der Zulassungsstelle angerufen, machen keine. Aussage: Roller 50cm3 sind nicht in der Datenbank. Also…keiner gibt eine derartige Bescheinigung.Ende der Geschichte, es wird keine Zeitschrift geben!

Verfasse einen neuen Kommentar