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Schulterblick im Straßenverkehr – so vermeiden Sie Unfälle

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 18. November 2021

Beim Autofahren: Schulterblick nicht vergessen!

Indem Sie den Schulterblick einsehen, können Sie auch Bereiche einsehen, die mit Hilfe der Spiegel nicht erkennbar sind.
Indem Sie den Schulterblick einsehen, können Sie auch Bereiche einsehen, die mit Hilfe der Spiegel nicht erkennbar sind.

Fahrlehrer betonen immer wieder, dass der Schulterblick nicht vergessen werden darf. Es geht um jenen Blick, der beim Spurwechsel oder Abbiegen den toten Winkel abdecken soll. Wird dieser nicht getätigt, können schwere Unfälle entstehen.

Daher ist es wesentlicher Bestandteil der Ausbildung in der Fahrschule diesen Schritt beim Autofahren zu schulen und auf dessen Notwendigkeit hinzuweisen. Daher wird er auch bei so gut wie jeder Fahrstunde geübt.

Auch in der praktischen Fahrprüfung wird der Prüfer auf dessen Einhaltung achten. Nutzen Sie den Blick über die Schulter nicht, ist dies ein Grund, um bei der Prüfung durchzufallen.

Worauf es beim Schulterblick im Auto ankommt, wann dieser genutzt werden muss und warum er auch für Rad- und Motorradfahrer essentiell ist, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

FAQ: Schulterblick

Welchen Zweck verfolgt der Schulterblick?

Durch den Schulterblick können Kraftfahrer Bereiche einsehen, die im Spiegel des Fahrzeugs nicht erkennbar sind (z. B. tote Winkel). Auf diese Weise können Unfälle vermieden werden.

Wann muss ich den Schulterblick anwenden?

Vor allem bei einem Abbiegevorgang oder einem Spurwechsel sollten Sie den Schulterblick nicht vergessen.

Drohen Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog, wenn ich den Schulterblick vergesse?

Der Bußgeldkatalog sieht zwar keine expliziten Ahndungen beim Vergessen des Schulterblicks vor, allerdings sollten Sie ihn dennoch anwenden, um so eine Gefährdung oder sogar einen Verkehrsunfall möglicherweise zu verhindern.

Schulterblick – wann wird er genutzt?

Der Innen- und die Außenspiegel in Fahrzeugen sollen gewährleisten, dass der Fahrer alle relevanten Bereiche, hinter und neben ihm, mit einem Blick einsehen kann. Dadurch soll die Position anderer Kfz lokalisiert werden.

Dies ist vor allem wichtig, wenn ein Spurwechsel oder ein Abbiegevorgang eingeleitet wird. Um niemanden währenddessen zu gefährden, ist es wichtig, dass Sie die Verkehrssituation vollumfänglich überblicken und einschätzen können.

Doch nicht jeder Bereich kann mit den Spiegeln eingesehen werden. Es existiert ein sogenannter toter Winkel. Dieser Raum ist für den Fahrzeugführer mit Hilfe der Spiegel nicht überschaubar. Befindet sich beispielsweise ein Fußgänger in diesem Bereich, so kann dieser beim Abbiegen leicht übersehen werden.

Die Konsequenz sind dann Unfälle mit Personenschäden, die gerade bei großen und schweren Fahrzeugen teilweise sogar tödlich enden können. Daher ist besondere Vorsicht geboten. Um den Bereich des toten Winkels zu überblicken, kann der sogenannte Schulterblick (auch als Seitenblick bezeichnet) eingesetzt werden.


Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um einen Blick über die Schulter. Mit diesem kann der sonst nicht einsehbare Bereich überblickt werden. Dies dient als Absicherung und Vergewisserung, dass Sie keinen anderen Verkehrsteilnehmer übersehen haben und somit auch niemanden gefährden.

Was ist ein toter Winkel?

Als toter Winkel wird ein Bereich bezeichnet, der durch technische Hilfsmittel nicht einsehbar ist. In Bezug auf Fahrzeuge ist der Teil der Straße gemeint, den ein Fahrer durch den Blick in die Innen- und Außenspiegel nicht einsehen kann. Er kann allerdings durch einen Schulterblick abgedeckt werden.

Schulterblick bei Motorrad und Fahrrad

Doch nicht nur Autofahrer müssen den toten Winkel mit einem Schulterblick abdecken, Dasselbe gilt insbesondere auch für Motorradfahrer. Diese können sich nur an den Außenspiegel orientieren, was den zusätzlichen Blick dringend erforderlich macht.

Gänzlich ohne Spiegel müssen Radfahrer auskommen. Auch hier ist ein Blick über die Schulter vonnöten, um den Verkehr zu überblicken.

Verwenden Sie keinen Schulterblick und übersehen andere Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger, können schwere Unfälle entstehen.

Schulterblick bei der Praxisprüfung

Schulterblick in der Prüfung verwenden: Nur so können Sie bestehen!
Schulterblick in der Prüfung verwenden: Nur so können Sie bestehen!

Bei der praktischen Fahrprüfung wird Ihnen in jedem Fall eine Aufgabe zum Abbiegen und zu einem Spurwechsel gestellt. Diese gehören zu den Grundfahraufgaben für jede Führerscheinklasse, die Sie erwerben möchten.

Damit Sie optimal auf diese eingestellt sind, finden Sie im Folgenden eine Anleitung, wie ein Spurwechsel vollzogen werden sollte:

  • Um Rechtzeitig auf diese Aufgabe reagieren zu können, sollten Sie den Verkehr stets im Blick haben. Überprüfen Sie die Verkehrslage mit Hilfe der Innen- und Außenspiegel.
  • Erhalten Sie die Aufforderung, die Spur zu wechseln, vergewissern Sie sich durch einen sichtbaren Blick in die Spiegel, ob dies möglich ist. Wenn ja, setzen Sie den Blinker, um den nachfolgenden Verkehrsteilnehmern Ihr Vorhaben anzuzeigen.
  • Bevor Sie die Spur wechseln müssen Sie unbedingt den Schulterblick einsetzen, um den toten Winkel abzudecken.
  • Ist eine Gefährdung ausgeschlossen, fahren Sie auf die andere Spur.

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9 Kommentare

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  1. Hanse sagt:

    Es wird beschrieben, das beim Spurwechsel ein kurzer Blick in Rück – und Seitenspiegel erforderlich ist, um die Verkehrslage zu überprüfen. Kurzer Blick deswegen, da ein zu langer Blick in die Spiegel ablenkt (Begründung:man könnte das Abbremsen des vor einem fahrenden Fahrzeuges übersehen) . Soweit versteh ich das ganze. Kurios -danach soll anschliessend der Schulterblick erfolgen, der ja mit Sicherheit noch länger dauert als der Blick in die Spiegel. Der Schulterblick kann dabei durchaus mal länger als eine Sekunde in Anspruch nehmen. Eine Sekunde die man nicht nach vorne schauen kann, um den laufenden Verkehr vor einem weiter zu beobachten. Eine Sekunde, die als Reaktionszeit bei Gefahrensituationen fehlt!
    Man sollte mal darüber nachdenken.
    f.G.

    • Nico W. sagt:

      #Hanse….
      Ein richtig gesetzter, gut ausgebildeter Sicherheitsblick zur Seite (Schulterblick links bis B-Säule, rechts natürlich hinter die B-Säule) dauert niemals 1″, es ist mehr ein Bruchteil einer Sekunde . Sind Fahrschüler nicht in der Lage dieses zu erfassen, dann fehlt ihnen einfach ein Bewusstsein für Gefahren im Straßenverkehr und es muss umfangreicher nachgeschult werden. Die Verkehrsbeobachtung ist neben der Fahrzeugbedienung und dem StVO- konformen Fahren der dritte wesentliche Bestandteil der praktischen Ausbildung. Hier reicht in der Ausbildung ganz oft nicht die Erklärung mit Worten, hier muss z.B. mal “vorgefahren” werden wie es aussehen soll. Und der Satz, “…sonst fällt man durch….” ist unangebracht und keine Begründung den Schulterblick deswegen machen zu müssen. Übrigens ist bei aufmerksamer Fahrweise und anstehenden Fahrmanövern wie z.B einem Spurwechsel oder Abbiegevorgängen die Reaktionszeit nicht mit eine Sekunde anzunehmen, da hier von einer bereits hergestellten Bremsbereitschaft ausgegangen werden kann. Somit verkürzt sich die Zeit durchaus auf 0,2-0,5″.
      Allen aber viel Freude beim Fahren, Spaß muss es machen. Dann gelingen Prüfungsfahrten auch leichter.

      • Mundt sagt:

        Nico / Hanse

        Auch wenn Ihre Ausführung kompetent erscheint, ist sie doch ein Stück wirklichkeitsfern. Schulterblick ist generell nur situationsbedingt möglich und kann nicht als UNBEDINGTER Garant für Sicherheit im allgemeinen Straßenverkehr (z.B. auf der Autobahn) gelten.
        Schon die Bauweise der unterschiedlicher Kraftfahrzeuge und dessen Design liefern für einen Schulterblick keine oder sehr unterschiedliche Voraussetzungen.
        Hinzu kommt, dass seit den 70igern Deutschland eine Entwicklung anstrebt, ganz nach dem Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger“. Wir haben in Europa die schnellsten Autobahnen. Es gibt Abschnitte mit nur Richtgeschwindigkeit als Empfehlung, für immer mehr Verkehrsteilnehmer bedeutet dies: Ohne Geschwindigkeitsbeschränkung!
        Spurwechsel auf diesen Autobahnen generell mit Schulterblick sicher absolvieren zu wollen, wäre grob fahrlässig.
        Da würde selbst Ihre angenommene und unrealistische Zeit-Hypothese für einen Schulterblick von 0,2 nicht ausreichen.
        Jetzt gilt immer noch: Man sollte mal darüber nachdenken.
        MfG

  2. Jan sagt:

    Hallo, ich würde hier Mundt zustimmen. Statt einen gefährlichen Schulterblick zu tätigen (bei dem die Straße vor mir für geschätzt mindestens eine Sekunde ignoriert werden muss), fahre ich immer so vorausschauend das ich keinen Schulterblick mehr brauche (auf der Autobahn). D.h. ich beobachte den Verkehr hinter mir ständig (mit vielen, kurzen Blicken) durch die Rückspiegel. So gibt es effektiv keinen toten Winkel und ich muss nicht die Straße vor mir außer Acht lassen.
    Ich halte den Schulterblick auf der Autobahn für eine gefährliche, stiefmütterliche Regelung aus der Zeit in der die Autos noch maximal…keine Ahnung…80 Stundenkilometer schnell waren!?

    Viele Grüße

  3. Carina sagt:

    Hallo, ich bin auch der Ansicht, dass der 3-S-Blick auf der Autobahn äußerst gefährlich ist. Denn viele Fahrer neigen dazu, wenn sie eine Sekunde über die Schulter schauen, die Spur zu verlieren. Außerdem kostet es finde ich viel zu viel Zeit, 3-S-Blick – Blinken und wieder 3-S-Blick durchzuführen ehe man Spur wechselt. Beim Abbiegen in eine Gasse, ist der 3-S-Blick dagegen völlig richtig, damit man auch einen Radfahrer sieht, den man vielleicht im Spiegel nicht sieht. Aber auch da würde ich nur einmal einen 3-S-Blick machen, bevor ich abbiege und nicht vor dem Blinken, dass ist total unnötig.

  4. Nora sagt:

    Kurze Frage: ich lerne gerade Autofahren und bekomme gelehrt, dass auch beim Warten an der Kreuzung (neben mir ein Fahrradweg) und einem geradeausfahren ein kurzer Schulterblick – in diesem Fall – nach rechts wichtig ist, weil hier ja auch Fahrradfahrer in meinem toten Winkel sein können und es dann ggf. zu Kollissionen kommt. Mein Mann, erfahrener langjähriger Autofahrer, sagt, dass sei Quatsch in dieser Situation.
    Jetzt bin ich verwirrt: ist hier ein Schulterblick nun unerlässlich (schon um die Prüfung zu bestehen) oder eher unnötig?

    Vielen Dank für das Feedback

  5. Rolf sagt:

    Hier stimme ich Jan zu.

    Zum einen kann man im fließenden Verkehr hinter sich immer durch kurze Blicke in die Rückspiegel im Augae behalten und genau einschätzen, ob sich ein anderes Fahrzeug in der Nähe befindet und behindert werden könnte. Zum anderen gibt es in den modernen Fahrzeugen auch 1001 Assistenten, das fängt mit dem heute generell üblichen 2 Außenspiegeln an, die auch noch abgewinkelt sind, so daß man auch den angeblichen toten Winkel weitgehend einsehen kann.

    Weiter erscheint eine farbliche Anzeige im Außenspiegel, wenn sich dort ein Fahrzeug befindet und beim Betätigen des Blinkers gibt es dann dazu auch noch ein akkustisches Signal, wenn sich dann doch ein Fahrzeug trotz genauer vorherigen Beobachtung im toten Winkel befinden sollte.

    Beim langsamen Vor- und Rückwärtsfahren hat man dazu dann auch die dafür vorgesehenen Einparkhilfen als Piepser, dann kommt vorne noch der Notbremsassistent dazu und für das Rückwärtseinparken schaut man am besten in das Display der digitalen Rückfahrkamera.

    Das ist m.E. hundertmal besser, als ein kurzer meist hektischer Schulterblick und dann frage ich mich ganz gezielt, wie ein LKW-Fahrer mit Anhänger diesen Schulterblick denn wirklich und vernünftig machen soll? Der hat doch überhaupt keine Chance, sich mit einem Schulterblick zu orientieren, wenn schon selbst seine Spiegel versagen und er z.B. Fahrradfahrer rechts neben ihm nicht sieht. Und was für LKW-Fahrer gilt bzw. nicht gilt, das muss für PKW-Fahrer schon lange gelten.

  6. Martha sagt:

    Dem stimme ich voll und ganz zu – was Hanse sagt (Kommentar vom 10. November 2017 um 23:26). Ich habe noch nie ein unüberlegteres Verkehrsgesetz gelesen. Schwachsinn! und sehr gefährlich!

  7. Tom sagt:

    Als Fahrlehrer kann ich nur mit Unverständnis auf diese Kommentare reagieren. Einige VT meinen wirklich , sie fahren so vorausschauend dass ein Schulterblick sogar „gefährlich“ ist. So etwas „erleben“ wir Fahrlehrer tagtäglich , VT ( Verkehrsteilnehmer ) die Radfahrer , Fußgänger, Motorradfahrer oder Autofahrer übersehen. Man erkennt solche „nichtschauer“ ziemlich früh an der Fahrweise. Ihr solltet einfach mal die örtliche Fahrschule aufsuchen und dies mal vor Ort erklären lassen :-) Leider fahren zu viele Amateure da draußen rum ….

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