Weiterer Zwangsrückruf für Audi vom KBA angeordnet

Zwangsrückruf für weitere Audi-Modelle bekanntgegeben

News vom 23.01.2018 um 10:43 Uhr

Das KBA in Flensburg kündigt einen weiteren Zwangsrückruf für Audi an

Das KBA in Flensburg kündigt einen weiteren Zwangsrückruf für Audi an

Schon über zwei Jahre ist es her, dass Nachrichten über serienmäßig in Autos verbaute Schummel-Software ans Licht kamen – weithin verschlagwortet als der VW-Abgasskandal. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist immer noch nicht vollständig klar, wie mit den betroffenen Wagen konkret verfahren werden soll. Hierzulande reagiert nun erneut das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA): Dieses verhängt einen Zwangsrückruf für acht Audi-Modelle.

Umrüsten soll unvermeidlich werden

Das KBA ist nicht nur für das Punktekonto in Flensburg zuständig – zu dessen zentralen Aufgaben gehört eben auch, Zulassungen für Kfz zu erteilen und ggf. diese auch zu verwehren. Deshalb gab ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am vergangenen Sonntag bekannt, dass die Behörde einen erweiterten Zwangsrückruf für Audi verhängt hat.

Der Grund: Nach erneuten Prüfungen wurden noch mehr „unzulässige Abschaltvorrichtungen“ in verschiedenen Modellen mit der Abgasnorm 6 festgestellt, welche es nun auf Herstellerkosten umzurüsten gilt.

Folgende Modelle sind betroffen:

  • A4, A5, A6, A7, A8
  • SQ 5
  • Q5, Q7

Dies sind rund 130.000 Fahrzeuge, davon 77.600 in Deutschland. Audi muss nun dafür Sorge tragen, dass die entsprechenden Kfz den vorgegebenen Standards entsprechen. Einen eklatant hohen Schadstoffausstoß zeige vor allem das A-8-Modell, welches bis Mitte letzten Jahres hergestellt wurde – hier drohe gar ein komplettes Zulassungsverbot, sollten keine Besserungen vorgenommen werden.

Der erneute Zwangsrückruf bringt Audi zunehmend in Verlegenheit - Verbraucher sind verunsichert

Der erneute Zwangsrückruf bringt Audi zunehmend in Verlegenheit – Verbraucher sind verunsichert

Was bedeutet das für Verbraucher?

Der angeordnete Zwangsrückruf ist für Audi, dessen öffentliches Image in den letzten Monaten ohnehin schon enormen Schaden genommen hat, natürlich überaus unangenehm – zumal es nicht die erste derartige Aktion ist: Schon im Juni letzten Jahres wurde Audi verpflichtet, Fahrzeuge vom Typ A7 und A8 aus dem Verkehr zu ziehen und umzurüsten. Dass diese Auflagen erst von außen kommen müssen, lässt natürlich an der Bereitschaft des Herstellers zweifeln.

Nach eigenen Angaben arbeitet der Konzern unter Hochdruck an Lösungen – so wurde im letzten Jahr u.a. versucht, über eine Umweltprämie Kunden zum Kauf eines umweltfreundlicheren Modells zu animieren. Verbraucher sind nicht nur missmutig, sondern auch zunehmend verunsichert.

Wenn Sie eines der oben genannten Kfz-Modelle besitzen, müssen Sie jedoch nicht umgehend eine Werkstatt aufsuchen. Das KBA gab nach Information über den Zwangsrückruf weiterhin bekannt: Audi habe bis Anfang Februar Zeit, Lösungsvorschläge vorzulegen. Diese müssen dann erst durch das KBA genehmigt werden, und erst dann könne eine entsprechende Rückrufaktion respektive Umrüstung starten. Auch ein Diesel-Fahrverbot sei wohl zum momentanen Zeitpunkt nicht zu befürchten.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (46 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar